Valdis Dombrovskis

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Valdis Dombrovskis (2011)

Valdis Dombrovskis (* 5. August 1971 in Riga) ist ein lettischer Politiker der Partei Vienotība und war vom 12. März 2009 bis zum 27. November 2013 Ministerpräsident seines Landes.

Leben[Bearbeiten]

Dombrovskis besuchte die Schule im Rigaer Stadtteil Ilģuciems. Danach studierte er Physik an der Universität Lettlands (Bachelor 1993) und Wirtschaftswissenschaften für Ingenieure an der Rigaer Technischen Universität (Bachelor 1995). Von 1995 bis 1996 arbeitete er als Laborassistent am Institut für Physik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und erhielt 1996 den Magister-Grad der Lettischen Universität. Danach war er am Institut für Festkörperphysik der Universität Lettlands und von 1997 bis 1998 als Forschungsassistent an der University of Maryland (College Park) in den USA beschäftigt. Ab 1998 arbeitete er als Spezialist für Makroökonomie bei der lettischen Staatsbank.

Politik[Bearbeiten]

Dombrovskis war 2002 Gründungsmitglied der Partei Jaunais Laiks. Parteivorsitzender war sein ehemaliger Vorgesetzter bei der Staatsbank Einārs Repše. Vom 7. November 2002 bis 9. März 2004 war er lettischer Finanzminister in der Regierung Repše. Von 2004 bis 2009 saß er als Abgeordneter der Fraktion Europäische Volkspartei – Europäische Demokraten im Europaparlament. Bei den Parlamentswahlen 2006 war er Spitzenkandidat von Jaunais Laiks. Nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Ivars Godmanis wurde er am 26. Februar 2009 von Staatspräsident Zatlers mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt. Am 12. März wurde seine Regierung von der Saeima bestätigt. Obwohl er ab März 2010 ein Minderheitskabinett führen musste, war seine Tätigkeit in der schwierigen Zeit einer Finanzkrise verhältnismäßig erfolgreich. Deshalb wurde er zum Spitzenkandidaten des Parteienbündnisses Vienotība für die Parlamentswahlen 2010 gewählt. Dombrovskis Partei wurde stärkste Kraft im Lande und er selbst Ministerpräsident einer Koalition aus Vienotība und Zaļo un Zemnieku savienība, welche mit 62 von 100 Sitzen im Parlament vertreten war.[1] Nach den Wahlen zur 11. Saeima 2011 wurde er am 19. Oktober vom Staatspräsidenten erneut mit der Regierungsbildung betraut.[2] Am 27. November 2013 erklärte Dombrovskis seinen Rücktritt als Ministerpräsident, blieb aber zunächst geschäftsführend im Amt. Er übernahm damit die politische Verantwortung für den Einsturz eines Supermarktes in der Hauptstadt Riga, bei dem am 21. November 2013 mindestens 54 Menschen ums Leben gekommen waren.[3]

Privat[Bearbeiten]

Dombrovskis spricht Lettisch, Englisch, Deutsch und Russisch. Er ist mit Ārija Dombrovska verheiratet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Valdis Dombrovskis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Letten bestätigen Mitte-Rechts-Regierung, tagesschau.de, 3. Oktober 2010
  2. delfi.lv:prezidents-berzins-piedava-paplasinat-koaliciju-un-nomine-premjera-amatam-dombrovski (abgerufen am 20. Oktober 2011)
  3. Süddeutsche Zeitung: Lettlands Regierungschef tritt zurück. 27. November 2013.
Vorgänger Amt Nachfolgerin
Ivars Godmanis Ministerpräsident von Lettland
seit 2009–2014
Laimdota Straujuma