Drensteinfurt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Drensteinfurt
Drensteinfurt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Drensteinfurt hervorgehoben
51.7944444444447.739166666666764Koordinaten: 51° 48′ N, 7° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Warendorf
Höhe: 64 m ü. NHN
Fläche: 106,6 km²
Einwohner: 15.122 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 142 Einwohner je km²
Postleitzahl: 48317
Vorwahlen: 02508, 02387, 02538 (Rinkerode)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WAF
Gemeindeschlüssel: 05 5 70 016
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Landsbergplatz 7
48317 Drensteinfurt
Webpräsenz: www.drensteinfurt.de
Bürgermeister: Paul Berlage (parteilos)
Lage der Stadt Drensteinfurt im Kreis Warendorf
Niedersachsen Bielefeld Hamm Kreis Coesfeld Kreis Gütersloh Kreis Soest Kreis Steinfurt Kreis Unna Münster (Westfalen) Ahlen Beckum Beelen Drensteinfurt Ennigerloh Everswinkel Oelde Ostbevern Sassenberg Sendenhorst Telgte Wadersloh WarendorfKarte
Über dieses Bild

Die Stadt Drensteinfurt (Stewwert im Niederdeutschen) ist eine kreisangehörige Stadt im Kreis Warendorf südlich von Münster in Nordrhein-Westfalen. Zur Stadt Drensteinfurt gehören die Ortschaften Drensteinfurt, Rinkerode und Walstedde.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Drensteinfurt liegt an der Werse und grenzt (im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten) an die Städte und Gemeinden Sendenhorst und deren Stadtteil Albersloh (Kreis Warendorf), Ahlen (Kreis Warendorf), Heessen (kreisfreie Stadt Hamm), Bockum-Hövel (kreisfreie Stadt Hamm), Ascheberg (Kreis Coesfeld), sowie Münster (kreisfreie Stadt).

Drensteinfurt ist umgeben von Feldern und Wiesen, die hauptsächlich für die Rinderzucht genutzt werden. Hecken und kleinere Waldstücke unterbrechen die Felder und dienen als Rückzugsort für viele Wildtiere. Zusammen mit einem gut ausgebauten Radwegenetz und den vielen Feld- und Wirtschaftswegen ergibt sich das typische Bild der „Münsterländer Parklandschaft“.

Teile der Waldgebiete Davert und Hohe Ward umgeben den Ortsteil Rinkerode. Die Davert ist als Waldgebiet relativ jung. Nach der Markenteilung zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde diese sumpfige Landschaft größtenteils trockengelegt und aufgeforstet. Heute prägen vor allem Eichen- und Buchenwälder im Wechsel mit landwirtschaftlichen Nutzflächen dieses immer noch relativ dünn besiedelte Gebiet. Die Hohe Ward ist aufgrund des sandigen Bodens zum Teil mit Waldkiefern aufgeforstet worden. Die feuchteren Randbereiche auf etwas schwereren Bödensind aber ebenfalls von Laubwäldern geprägt. Die Hohe Ward wird neben der Naherholung vor allem zur Trinkwassergewinnung der Stadt Münster genutzt.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Drensteinfurt
  • Walstedde
  • Rinkerode
  • Mersch liegt etwa 3 km im Süden von Drensteinfurt an der Bahnlinie MünsterHamm. Bemerkenswert ist in diesem Stadtteil das Wasserschloss Haus Venne
  • Ameke liegt im Süden von Drensteinfurt zwischen Mersch und Walstedde und hat als Sehenswürdigkeit die kleine Kapelle St. Georg.

Geschichte[Bearbeiten]

Name[Bearbeiten]

Der Name Drensteinfurt leitet sich von zwei Begriffen ab, zum einen von Dreingau, was soviel wie fruchtbares Land heißt, und zum anderen von der im Mittelalter vorhandenen steinernen Furt, die der einzige Übergang über die Werse war.

9. Jahrhundert / Erste urkundliche Erwähnung[Bearbeiten]

Bronzeskulptur mit Walbraht und dem Heiligen Alexander beim Überqueren der Wersefurt in Drensteinfurt

Drensteinfurt wird zum ersten Mal im Jahr 851 im Zusammenhang mit der Alexander Translation urkundlich erwähnt. Walbraht, ein Enkel Widukinds, überführte Gebeine des Märtyrers Alexander von Rom nach Wildeshausen. Auf dieser Reise machte sein Tross halt in „Stenvorde in regione Dreni“. Zur damaligen Zeit bestand Drensteinfurt nur aus einem Oberhof an einer steinernen Furt in der Werse. Diese verkehrsgeographisch günstige Lage führte dazu, dass die Siedlung schnell eine zentralörtliche Bedeutung für die umliegenden Bauernhöfe bekam. Vermutlich bestand die Siedlung jedoch schon im 7.Jahrhundert.

12. bis 14. Jahrhundert[Bearbeiten]

Mit der Zeit wuchs die Siedlung immer weiter und es wurde bald eine Pfarrgemeinde gegründet. Die erste Kirche, damals noch eher eine Privatkirche des Hofes des Grundherren, wurde ca. 1170 errichtet. Damit wurde aus dem recht losen Siedlungsgebilde allmählich ein kleines Dorf. Ab ca. 1300 konnten erste Ansätze einer Verstädterung gesehen werden, da zu diesem Zeitpunkt die ersten festen Gebäude aus Stein errichtet wurden. Eines der ersten Gebäude war neben der Kirche das "Haus Steinfurt" - das Herrschaftshaus der Grundherren. Ab 1428 wurde erstmals von einem Wigbold gesprochen.

15. Jahrhundert / Stadtbefestigung[Bearbeiten]

Mit den verstärkt einsetzenden Wüstungen im 15. Jahrhundert wuchs auch Drensteinfurt immer weiter. Bauern und Siedler aus dem Umland siedelten sich in Dorfnähe an. Dies erhöhte zwar auf der einen Seite die Bevölkerungsdichte, führte aber auch dazu, dass viele Bauernhöfe nun für Angreifer sehr konzentriert und in exponierter Lage waren. Aus diesen Gründen wurde eine Stadtbefestigung mit vier Stadttoren errichtet, deren ungefähre Position im heutigen Stadtbild durch Steinmauern wieder kenntlich gemacht wurden. Die Stadttore entstanden 1437 und 1468. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Befestigung nochmals verstärkt. Trotz der Kriegswirren im 16. und 17. Jahrhundert blieb die Stadt von größerem Unheil verschont.

16. bis 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Diese Jahrhunderte waren von enormer städtebaulicher Erweiterungen geprägt. Vorangetrieben durch die Grundherren auf Haus Steinfurt wurden z. B. viele Gaden errichtet. Die meisten Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten der Stadt stammen aus dieser Zeit.

19. Jahrhundert / Industrialisierung / Strontianitabbau[Bearbeiten]

Ein wichtiger Impuls für die Wirtschaft des Ortes war der 1846 begonnene Bau der Eisenbahnstrecke von Münster nach Hamm. Innerhalb von zwei Jahren wurde die 34,7 Kilometer lange Strecke fertig gestellt. Als einziger Zwischenhalt entstand ein Bahnhof in Drensteinfurt. Dieser diente zu Beginn vor allem dem Transport von Vieh, übernahm jedoch in der Zeit des Strontianitbergbaus eine zentrale Funktion beim Abtransport des Minerals. Dabei wurde das Strontianit mit Pferdefuhrwerken sogar aus Ascheberg und Herbern zum Drensteinfurter Bahnhof gebracht und abtransportiert.[3]

In der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlangte Drensteinfurt wirtschaftlichen Wohlstand durch den Abbau von Strontianit. 1877/78 wurden die ersten Schachtanlagen Bertha und Maria in der Bauerschaft Rieth errichtet. In den umliegenden Bauernschaften entstanden daraufhin weitere Schachtanlagen. Der wirtschaftliche Erfolg dauerte jedoch nicht lange an. 1930 schloss der letzte Betrieb. Noch immer zeugen Gebäude wie die Villa Schmidt von dem Reichtum, den der Abbau mit sich brachte. Heute erinnern die Strontianitstraße im Industriegebiet Viehfeld und der Strontianitlehrpfad im Adenauer-Wohngebiet an diese Zeit der Drensteinfurter Stadtentwicklung.

1939–1945[Bearbeiten]

Zwischen 1940 und 1945 fanden im Raum Drensteinfurt mehrfach Fliegerangriffe und Bombenabwürfe statt. Der mit 64 Toten und 200 Verletzten (davon 60 schwer) schwerste Bombenangriff fand um ca. 11 Uhr am 23. März 1944 statt. Dabei wurden 496 schwere Sprengbomben auf das Stadtgebiet und die angrenzenden Fellergärten abgeworfen. Viele Gebäude im Innenstadtbereich wurden vollständig zerstört oder schwer beschädigt. Konnte sich Drensteinfurt bis dahin die Bausubstanz aus dem Mittelalter erhalten, wurde durch die Bombenangriffe eine umfangreiche Sanierung und Neubebauung nötig. Der letzte Bombenangriff auf Drensteinfurt erfolgte in der Nacht vom 26. auf den 27. März 1945. Dabei wurde das Haus Dieckmann auf dem Westwall getroffen. Neun Bewohner starben.[4] Am 31. März 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Drensteinfurt. Amerikanische Einheiten marschierten in den Ort ein, nachdem 80 Lehrgangsteilnehmer einer Militärschule in Detmold vergeblich versucht hatten, die Stadt zu verteidigen.

Geplante Großprojekte der 1960er und 1970er Jahre[Bearbeiten]

Protonenbeschleuniger[Bearbeiten]

Im Jahr 1967 war die Stadt Drensteinfurt der einzige deutsche Kandidat, den die Bundesrepublik Deutschland ins Rennen um den Standort eines Teilchenbeschleunigers der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) geschickt hatte.[5] 1963 entschloss sich CERN, in einem der Mitgliedsstaaten eine solche Forschungsanlage zu errichten. Jedes Mitgliedsland schickte Kandidaten ins Rennen. Nachdem die anderen deutschen Kandidaten Ebersberger Forst bei München und Saarlouis im Saarland von einer Fachkommission im Bundesforschungsministerium abgelehnt wurden, blieb Drensteinfurt als einziger Kandidat im Rennen[6]. Im Jahre 1966 fanden im Ortsteil Mersch erste Probebohrungen zur Untersuchung der geologischen Beschaffenheiten statt. Das Ergebnis wies Drensteinfurt als geologisch ideal für eine solche Einrichtung aus. Auch die anderen von CERN gestellten Bedingungen wurden erfüllt[6][7]

  • Tektonisch ruhige Lage
  • Nähe einer größeren Stadt (Münster, Hamm, Ruhrgebiet)
  • Nähe einer Hochschule (Münster, Ruhrgebiet)
  • Nähe von Autobahn und Eisenbahn (A 1, A 43, Bahnstrecke Münster–Hamm)
  • Infrastruktur für großen Strom- und Wasserverbrauch

Die Baukosten wurden auf 1,5 bis 2 Milliarden DM veranschlagt. 1969 sollte mit den Bauarbeiten begonnen werden, doch die Entscheidung wurde herausgezögert, als Großbritannien aus der Finanzierung aussteigen wollte. Auch Frankreich konnte keine verbindliche Finanzierungszusage geben. Erst im Sommer 1969 wurde eine Entscheidung getroffen: Der Teilchenbeschleuniger sollte nicht gebaut werden.[8] Erst 1989 wurde dann tatsächlich mit dem LEP ein Teilchenbeschleuniger von CERN gebaut – allerdings am Stammsitz von CERN in Genf.

Wäre diese Einrichtung in Drensteinfurt gebaut worden, hätte dies einen enormen Einfluss auf die Stadtentwicklung gehabt. Es hätte Wohnraum für bis zu 15.000 Wissenschaftler und ihre Angehörigen errichtet werden müssen. Die Einwohnerzahl hätte sich binnen kürzester Zeit vervielfacht. Dies hätte auch Einflüsse auf das gesamte Münsterland und das nördliche Nordrhein-Westfalen gehabt.

Großflughafen[Bearbeiten]

Im Jahre 1970 wurde das südliche Münsterland als Standort für einen dritten Flughafen in NRW (neben Düsseldorf und Köln-Bonn) auserkoren, da die bisherigen Flughäfen an ihre Kapazitätsgrenzen stießen und das Münsterland, das südliche Niedersachsen sowie Westfalen-Lippe bisher unzureichend an das Luftverkehrsnetz angeschlossen waren. Zwischen Drensteinfurt, Sendenhorst und Albersloh sollte dieser 2.000 ha große Flughafen gebaut werden. Es wurden 250 Million DM für den Bau veranschlagt, in der Endausbaustufe sogar 1,1 Milliarden DM. Im Jahre 1990 hätte eine zweite Ausbaustufe mit einer weiteren Start- und Landebahn errichtet werden sollen. Im Januar 1973 wurde jedoch auch dieses Projekt aus Finanzierungsgründen vom Land Nordrhein-Westfalen verworfen.[9] Hauptgrund für das Scheiterns des Projektes war jedoch das Veto der britischen Besatzungsmacht. Das Münsterland war während des kalten Krieges von zahlreichen Tiefflugschneisen durchzogen.[10]

Automobilrennstrecke[Bearbeiten]

Nach Protonenbeschleuniger und Großflughafen wurde 1971 ein drittes Projekt recht konkret: Die Autorennstrecke Münsterlandring sollte auf Grund von Standortvorteilen (gute verkehrstechnische Erschließung) auf Drensteinfurter Stadtgebiet errichtet werden. Die eigens hierfür von einem Münsteraner Automobilclub gegründete Münsterlandring GmbH war mit der Planung des Projektes betraut. Neben einer Auto- und Motorradrennstrecke sollte auch eine Pferderennbahn realisiert werden. Doch auch dieses ehrgeizige Projekt starb vor der Realisierung an einer mangelnden Finanzierung.[11]

(Kern)Kraftwerk[Bearbeiten]

Seit Mitte der 1970er Jahre wird im Bereich des Gemeindegebiets von Drensteinfurt Fläche für den Bau eines konventionellen oder eines Kernkraftwerks vorgesehen. Der Rat sprach sich 1977 dafür aus, dass diesen Plänen nur zugestimmt werden könne, "wenn eine Gefährdung der Bevölkerung nicht zu erwarten ist".[12] Konkrete Folgen der Planung sind nicht bekannt. Aktuell (2010) bestehen Bestrebungen der Landesregierung, diese Planungen aufzugeben.[13]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1969 wurden die Gemeinden Kirchspiel Drensteinfurt und Walstedde in die Stadt integriert.[14] Am 1. Januar 1975 folgte Rinkerode.[15] Für den Fall des Baus des geplanten Flughafens wären Drensteinfurt, Albersloh, Rinkerode und Sendenhorst zu einer größeren Stadt Drensteinfurt zusammengeschlossen worden.

Politik[Bearbeiten]

Stadtverwaltung

Bürgermeisterwahl 2009[Bearbeiten]

Am 30. August fand in Drensteinfurt die Wahl zum Bürgermeister statt. Für die CDU trat zum zweiten Mal der parteilose Jurist Paul Berlage an, die FDP schickte Norbert Tschirpke ins Rennen. Die SPD verzichtete auf einen eigenen Kandidaten.

Wahlergebnis[16]:

Partei Kandidat Ergebnis
CDU Paul Berlage 84,6 %
FDP Norbert Tschirpke 15,4 %

Ratswahl 2009[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[17]
Wahlbeteiligung: 62,0 % (2004: 65,5 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,4 %
18,9 %
17,1 %
9,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,1 %p
+5,2 %p
-3,4 %p
+2,3 %p

Nach der Stadtratswahl am 30. August 2009 setzt sich dieses Gremium wie folgt zusammen:[18]

Partei Ergebnis Sitze (+/–)
CDU 54,4 % 18 (–1)
GRÜNE 18,9 % 6 (+2)
SPD 17,1 % 5 (–2)
FDP 9,6 % 3 (+1)

Haushaltslage[Bearbeiten]

Die Stadt ist mit 341 Euro je Einwohner verschuldet. (Vergleichszahlen: 3183 Euro pro Einwohner im NRW-Schnitt, Verbindlichkeiten im Kreis Warendorf: 1502 Euro je Einwohner).[19]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Blau auf gewelltem, mit 3 Reihen silberner (weißer) Steine belegten Schildfuß ein linksschreitender silberner (weißer) Hirsch mit silbernem (weißem) dreiblättrigen Zweig im Geäse.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof mit Pendlerparkplatz

In Nord-Süd-Richtung wird Drensteinfurt von der Bahnstrecke Münster–Hamm mit Bedienung der Bahnhöfe Drensteinfurt, Rinkerode und Mersch durch Nahverkehrszüge und der nahezu parallel laufenden Bundesstraße 54 durchkreuzt. Zusammen mit den Bushaltestellen im Stadtgebiet ist Drensteinfurt auf diese Weise an die Verkehrsgemeinschaft Münsterland angeschlossen. Am Bahnhof Drensteinfurt halten Züge der Linien RE 7 und RB 69/89.

In Ost-West-Richtung verläuft die B 58 durch das Stadtgebiet. Durch eine 1988 eingeweihte Umgehungsstraße führt diese nun nicht mehr mitten durch den Ort, sondern wird auf der Ost-Tangente am Ort vorbeigeleitet. Dadurch wurde eine deutliche Beruhigung des Innenstadtbereiches erreicht.

In Drensteinfurt beginnt die B 63, die nach Wickede (Ruhr) über Hamm und Werl führt.

In weniger als 10 Minuten erreicht man über die Bundesstraße 58 die Anschlussstelle Ascheberg (79) der A 1 (Dortmund – Bremen). Am Autobahnkreuz Münster-Süd ist es möglich, die A 43 (Münster – Wuppertal) zu erreichen. Die A 2 (Oberhausen – Berlin) ist über das Kamener Kreuz bzw. über die Anschlussstelle Beckum erreichbar.

Ortsansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Als Unternehmen mit längerer Geschichte existiert das Emaillierwerk Merten&Storck, das ca. 100 Personen beschäftigt.
Ein weiteres größeres Unternehmen mit 60 Mitarbeitern ist die Drensteinfurter Transport und Speditions GmbH & Co. KG.
Seit Ende Januar 2008 ist die Firma LANCIER CABLE GmbH in Drensteinfurt ansässig (vormals in Münster-Wolbeck).

Im 24,6 ha großen Gewerbegebiet Viehfeld im Süden der Stadt sind 39 Unternehmen ansässig, die zusammen ca. 550 Personen beschäftigen.

Im September 2012 beauftragten Rat und Hauptausschuss die Stadtverwaltung, die Konzessionsverträge mit der RWE und den Stadtwerken Münster wegen des Betriebes des Stromnetzes zum 31. Dezember 2014 zu kündigen. Danach strebt die Stadt die Regie des Stromversorgungsnetzes durch eine eigene von ihr beherrschte GmbH an. [20]

Bildung[Bearbeiten]

Grundschulen[Bearbeiten]

  • Kardinal-von-Galen-Schule
  • Lambertus-Grundschule (Drensteinfurt-Walstedde)
  • Katholische Grundschule Rinkerode

Hauptschulen[Bearbeiten]

  • Christ-König-Schule

Realschulen[Bearbeiten]

  • Städtische Realschule Drensteinfurt

Sekundarschule[Bearbeiten]

  • Teamschule Drensteinfurt

Sport[Bearbeiten]

Sportstätten[Bearbeiten]

Mit der 1987 eingeweihten Dreingau-Halle, dem Erlbad und der Sportanlage im Erlfeld besitzt die Stadt Drensteinfurt drei große Sportstätten, die für den Breitensport zur Verfügung stehen. Ferner gibt es die Sporthallen an der Kardinal-von-Galen-Schule und an der Christ-König-Schule.

Breitensport[Bearbeiten]

Die DJK Olympia Drensteinfurt von 1955 ist mit ca. 1500 Mitgliedern der größte Sportverein im Ort. Sein Schwerpunkt ist der Breitensport mit Angeboten zu Badminton, Volleyball, Turnen, Gymnastik, Tanzen, Aerobic und Handball. Ein Schwerpunkt ist auch der Gesundheitssport mit Rückenschule, Wirbelsäulengymnastik, Bewegungsschule und Seniorenfitness.

Reiten[Bearbeiten]

Der Reitverein Drensteinfurt wurde im Jahre 1924 gegründet. Die Reitanlage befindet sich auf dem Hof Nathrath in der Bauerschaft Mersch.

Handball[Bearbeiten]

Die Handballer des DJK Drensteinfurt sind mit dem TuS Ascheberg eine „Handballehe“ unter dem Namen HSG Ascheberg/Drensteinfurt eingegangen. Die erste Herrenmannschaft hat in der Saison 2005/2006 den Aufstieg in die Landesliga und somit den größten Erfolg der Vereinsgeschichte geschafft.

Fußball[Bearbeiten]

Fußballerisch ist Drensteinfurt durch den SV Drensteinfurt 1910 in der Bezirksliga vertreten. Dieser Verein ging 1989 aus einer Fusion des BV Drensteinfurt 1910 mit dem SV Werseclub 1970 hervor.

Weiterhin existiert im Ortsteil Rinkerode der SV Rinkerode von 1912. Die erste Herren-Mannschaft spielt aktuell in der Bezirksliga.

Tennis[Bearbeiten]

Der Tennis-Club Drensteinfurt von 1972 besitzt benachbart zur großen Sportanlage im Erlfeld eine Tennishalle mit zwei Plätzen und acht Außenplätzen.

Schach[Bearbeiten]

Der Verein „Schachfreunde Drensteinfurt e. V.“ wurde am 26. November 2004 in Drensteinfurt gegründet. Er hat sich zum Ziel gesetzt, das Schachspiel zu pflegen und zu fördern. Insbesondere widmet er sich der Aufgabe, die Jugend für das Schachspiel zu gewinnen. Der Verein nimmt mit drei Mannschaften im Verband Münsterland am Spielbetrieb teil, wobei die erste Mannschaft in der Saison 2011/2012 erstmals in der Bezirksliga spielt.[21]

Oldtimersport[Bearbeiten]

Die Absicht des 2011 neugegründeten Clubs „Kulturgut Oltimersport“ besteht im Wesentlichen in der Durchführung eines

monatlich stattfindenden Stammtisches,
temporäre Festlegung von Ausfahrten, Treffen, bei freiwilliger Teilnahme,
Teilnahme an Oldtimer-Messen, Ausstellungen u.ä.,
Kontaktpflege zu anderen Clubs, Vereinen oder Interessengemeinschaften,
Kommunikation und Austausch mit anderen Gruppen und Interessenten zu den Themen rund um historische Fahrzeuge aller Arten und Klassen.

Eine Spezialisierung dieses Clubs auf bestimmte Fahrzeugarten/Typen oder Marken soll nicht stattfinden; der private und unverbindliche Charakter soll gepflegt und erhalten bleiben.[22]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Regina im Ortszentrum
Baudenkmal „Alte Post“ in Drensteinfurt

Die Stadt hat sich ihren ländlichen Charakter teilweise erhalten. Neben der klassizistischen Pfarrkirche St. Regina im Ortszentrum liegt das von Johann Matthias Freiherr von der Reck als Dreiflügelanlage neu erbaute Haus Steinfurt an der Werse, sowie die im Stadtteil Rinkerode gelegenen Wasserburgen Haus Borg und Haus Bisping und das im Stadtzentrum in der Alten Post von 1647 untergebrachte Rat- und Bürgerhaus nennenswert. Auch Haus Venne in Mersch ist sehenswert. Darüber hinaus ist die Ehemalige Synagoge Drensteinfurt von 1872 eine der wenigen weitgehend originalgetreu erhaltenen jüdischen Synagogen im ländlichen Westfalen.

Am Landsbergplatz, benannt nach Franz Anton Freiherr von Landsberg, liegt neben der Stadtverwaltung und der Villa Schmidt aus der Zeit des Strontianitabbaus auch das 1938 [23] eingeweihte Kriegerehrenmal der Stadt Drensteinfurt.

Sehenswert ist auch die denkmalgeschützte Loretokapelle

Trotz der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und der nach 1968 durchgeführten Ortskernsanierung blieben mehrere ältere Wohnbauten erhalten:

  • Kirchplatz 9, wohl vor 1550 errichtet, 1982 verändert
  • Kirchplatz 12 (Kaplanei). Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
  • Markt 3 (ehemaliges Pastorat). Der neobarocke Backsteinbau mit Mittelrisalit wurde 1912/13 errichtet.
  • Markt 8. Das zweigeschossige, mehrfach veränderte Giebelhaus mit Taustabknaggen stammt im Kern aus dem 16. Jahrhundert. Die Utlucht wurde um 1800 hinzugefügt. Im Inneren haben sich Reste einer bemalten Holzbalkendecke erhalten.
  • Mühlenstraße 7. Zweigeschossiger Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach, der wohl in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaut und 1651 umgebaut wurde. Das hintere Drittel wurde nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1958 in Betonfachwerk neu aufgeführt.
  • Am Südwall stehen noch zwei Fachwerktraufenhäuser des 19. Jahrhunderts, die den Verlauf der einstigen Ortsbefestigung markieren.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen mit Bezug zum Ort[Bearbeiten]

  • Dietrich IV. von Volmerstein (1335–1396), mittelalterlicher Adliger aus dem Hause Volmestein. Bis zum Tod seiner Mutter lebte er mit seiner Familie auf dem Rittersitz in Drensteinfurt
  • Johannes Brockmann (1874–1971), langjähriger Vorsitzender der Zentrumspartei, lebte und verstarb in Rinkerode
  • Clemens Konermann, römisch-katholischer Pfarrer, wirkte ab 1924 insgesamt rund 46 Jahre als Seelsorger in Walstedde; langjähriger Dechant des Dekanats Werne und Ehrenbürger von Walstedde; der Propst-Konermann-Weg ist nach ihm benannt
  • Peter Gabriel (Autor) (* 1928), Autor mehrerer Jugendbücher, lebt in Drensteinfurt
  • Ludger Edelkötter (* 1940), Komponist, Träger des Bundesverdienstkreuzes, schrieb und komponierte viele moderne Kirchenlieder, von denen mehrere Eingang ins neue Gotteslob fanden, lebte und arbeitete viel Jahre in Drensteinfurt
  • Thomas Meurer (1966–2010), deutscher Theologe und Sachbuchautor
  • Stefan Romberg (* 1969), Landtagsabgeordneter der FDP (2000–2012), wohnhaft in Drensteinfurt

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Bockholt: Die „Alte Post“ in Drensteinfurt. Zwischen Ackerbürgerhaus und Kulturzentrum. Drensteinfurt 1980.
  • Werner Bockholt: Drensteinfurt - Eine Stadtgeschichte. Warendorf 1994.
  • Markus Kamps: Drensteinfurt - Kath. Pfarrkirche St. Regina (= Kleine Kunstführer, Bd. 2352). Schnell und Steiner, Regensburg 1998.
  • Markus Kamps: Haus Steinfurt und die Loretokapelle in Drensteinfurt (= Westfälische Kunststätten, Heft 87). Münster 1999.
  • Markus Kamps: Drensteinfurt 851-2001. Steinerne Zeugen 1150jähriger Geschichte (= Westfälische Kunststätten, Heft 91). Münster 2001.
  • Hartmut Klein: Stadtmappe Drensteinfurt. In: Westfälischer Städteatlas, Bd. II, 4. Teilband. Im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, hrsg. von Heinz Stoob und Wilfried Ehbrecht. Dortmund-Altenbeken 1981.
  • Peter Sacher: Drensteinfurt - Erinnerungen in Bildern. Drensteinfurt 2011.
  • Peter Sacher: Drensteinfurt in den Wirtschaftswunderjahren - Bilder und Geschichten. Drensteinfurt 2012.
  • Adolph Tibus: Gründungsgeschichte der Stifter, Pfarrkirchen, Klöster und Kapellen im Bereich des alten Bisthumes Münster mit Anschluss des ehemaligen friesischen Theiles. Verlag Friedrich Regensberg, Münster 1867.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Drensteinfurt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Stadt Drensteinfurt: Hauptsatzung (PDF; 254 kB)
  3. Werner Bockholt: Drensteinfurt - Ein kleiner geschichtlicher Abriß, Veröffentlichung des Drensteinfurter Stadtarchivs, Drensteinfurt 1989, S. 21.
  4. Ute Aschwer und Werner Bockholt: Drensteinfurt 1933-1945, Kardinal-von-Galen Gymnasium, Münster 1994, S. 62ff.
  5. Bockholt, Werner: Drensteinfurt - Eine Stadtgeschichte. Schnell Buch und Druck GmbH & Co. KG, Warendorf 1994, S. 253
  6. a b Bockholt, Werner: Drensteinfurt - Eine Stadtgeschichte. Schnell Buch und Druck GmbH & Co. KG, Warendorf 1994, S. 254
  7. CERN Council and Committee of Council: 37th Session of the Council, 14 March 1968. Comments on the Reports CERN-760 and Complementary Data for the Site of Drensteinfurt, presented by the German Delegation. Genf 1968.
  8. Bockholt, Werner: Drensteinfurt - Eine Stadtgeschichte. Schnell Buch und Druck GmbH & Co. KG, Warendorf 1994, S.255
  9. Bockholt, Werner: Drensteinfurt - Eine Stadtgeschichte. Schnell Buch und Druck GmbH & Co. KG, Warendorf 1994, S.256ff.
  10. http://www.heimatverein-sendenhorst.de/sendenhorster-geschichten/geschichten/flughafen.html
  11. Bockholt, Werner: Drensteinfurt - Eine Stadtgeschichte. Schnell Buch und Druck GmbH & Co. KG, Warendorf 1994, S.258f.
  12. Erläuterungsbericht zum Flächennutzungsplan der Stadt Drensteinfurt. Coesfeld 1980: http://www.o-sp.de/download/drensteinfurt/10920
  13. Entwurf zur 1. Änderung des Landesentwicklungsplans Nordrhein-Westfalen - Energieversorgung - Düsseldorf 2010: http://www.bezreg-detmold.nrw.de/400_WirUeberUns/030_Die_Behoerde/040_Organisation/030_Abteilung_3/020_Dezernat_32/Regionale_Entwicklungsplanung__Regionalplan/Landesentwicklungsplan/pdf/1_Aenderung_LEP_NRW.pdf
  14.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 77 und 96.
  15.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 314.
  16. Website der Stadt Drensteinfurt: http://www.drensteinfurt.de/wahlen/wahl_bm.html
  17. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c570016kw0900.html
  18. Website der Stadt Drensteinfurt: http://www.drensteinfurt.de/wahlen/wahl_rat.html
  19. Die Glocke vom 21. September 2011
  20. Westfälischer Anzeiger, Ortsausgabe Drensteinfurt vom 7. September 2012, Stadt will Energienetz kaufen, Konzessionsverträge sind gekündigt / „Investition für kommende Generationen
  21. Schachfreunde Drensteinfurt e. V. http://www.schachfreunde-drensteinfurt.de/
  22. http://oldtimerclub-drensteinfurt.de/
  23. Werner Bockholt: Drensteinfurt eine Stadtgeschichte, Band 2, Schnell Verlag, Warendorf 1994, S. 175