Kreis Warendorf

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Dieser Artikel behandelt den Kreis Warendorf von 1975 bis heute; zum gleichnamigen Vorgängerkreis siehe Kreis Warendorf (1816–1974).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Warendorf Deutschlandkarte, Position des Kreises Warendorf hervorgehoben51.94147.9862Koordinaten: 51° 56′ N, 7° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: Warendorf
Fläche: 1.319,41 km²
Einwohner: 272.832 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 207 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: WAF, BE
Kreisschlüssel: 05 5 70
Kreisgliederung: 13 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Waldenburger Straße 2
48231 Warendorf
Webpräsenz: www.kreis-warendorf.de
Landrat: Olaf Gericke (CDU)
Lage des Kreises Warendorf in Nordrhein-Westfalen
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen Mülheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann Düsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis Düren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna Märkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln Städteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis Städteregion Aachen Kreis Euskirchen Münster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis Gütersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-Lübbecke BielefeldKarte
Über dieses Bild

Der Kreis Warendorf liegt im Münsterland im Regierungsbezirk Münster im Norden des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Er entstand am 1. Januar 1975 im Zuge der Kreisgebietsreform durch das Münster/Hamm-Gesetz.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Das Gebiet des Kreises ist weitgehend flache münsterländische Parklandschaft, die höchste Erhebung sind die Beckumer Berge mit dem 173 Meter hohen Mackenberg in Oelde.

Größte Flüsse im Kreisgebiet sind Ems, die den Kreis in Ost-West-Richtung durchfließt, und Lippe, die in Ahlen und Wadersloh die südliche Kreisgrenze bildet.

Kreisgliederung[Bearbeiten]

Der Kreis Warendorf gliedert sich in 13 kreisangehörige Gemeinden, von denen vier Mittlere kreisangehörige Städte sind.

Städte

  1. Ahlen, Mittlere kreisangehörige Stadt (51.877)
  2. Beckum, Mittlere kreisangehörige Stadt (36.062)
  3. Drensteinfurt (15.122)
  4. Ennigerloh (19.558)
  5. Oelde, Mittlere kreisangehörige Stadt (28.983)
  6. Sassenberg (13.943)
  7. Sendenhorst (12.853)
  8. Telgte (18.879)
  9. Warendorf, Mittlere kreisangehörige Stadt (37.006)

Gemeinden

  1. Beelen (6300)
  2. Everswinkel (9326)
  3. Ostbevern (10.537)
  4. Wadersloh (12.386)
Niedersachsen Bielefeld Hamm Kreis Coesfeld Kreis Gütersloh Kreis Soest Kreis Steinfurt Kreis Unna Münster (Westfalen) Ahlen Beckum Beelen Drensteinfurt Ennigerloh Everswinkel Oelde Ostbevern Sassenberg Sendenhorst Telgte Wadersloh WarendorfMunicipalities in WAF.svg
Über dieses Bild

(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2012[2] )

Nachbarkreise und -städte[Bearbeiten]

Der Kreis Warendorf grenzt im Uhrzeigersinn im Norden an den Kreis Steinfurt (in Nordrhein-Westfalen), an den Landkreis Osnabrück (in Niedersachsen), an die Kreise Gütersloh und soest, an die kreisfreie Stadt Hamm, an den Kreis Coesfeld sowie an die kreisfreie Stadt Münster (Westfalen).

Geschichte[Bearbeiten]

Der heutige Kreis Warendorf entstand am 1. Januar 1975 im Rahmen des Münster/Hamm-Gesetzes durch den Zusammenschluss der damaligen Kreise Beckum und Warendorf. Hinzu kamen noch die Stadt Drensteinfurt, die bis dahin dem Kreis Lüdinghausen angehörte, sowie Albersloh, Rinkerode und Telgte aus dem aufgelösten Kreis Münster. Von den Gemeinden des Altkreises Warendorf wurden Westbevern nach Telgte sowie Ostenfelde und Westkirchen nach Ennigerloh eingemeindet. Einen, Freckenhorst und Milte wurden in die Stadt Warendorf eingemeindet.[3] Die Ämter Beelen und Ostbevern wurden aufgehoben.

Politik[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2009[4]
Wahlbeteiligung: 58,4 % (2004: 61,7 %)
 %
50
40
30
20
10
0
44,7 %
22,3 %
11,2 %
10,3 %
8,5 %
3,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,8 %p
-1,8 %p
+1,6 %p
+2,7 %p
-0,7 %p
+3,0 %p

Landrat[Bearbeiten]

Oberkreisdirektoren[Bearbeiten]

  • 1975–1986: Winfried Schulte
  • 1987–1999: Wolfgang Kirsch, CDU

Kreistag[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 30. August 2009 führte zu folgendem Ergebnis:

CDU SPD GRÜNE FDP FWG LINKE Gesamt
Stimmenanteil in % 44,7 22,3 11,2 10,3 8,5 3,0 100,0
Sitze 26 13 6 6 5 2 58

Wappen[Bearbeiten]

In Rot ein schräger goldener Wellenbalken, begleitet von je einer goldenen Rosette.

Das Kreiswappen ist eine Kombination der Wappen der ehemaligen Kreise Beckum und Warendorf. Die Farben Rot und Gold deuten auf die Farben des Fürstenbistums Münster hin, zu dem das Gebiet beider Kreise bis 1803 gehörte. Der Wellenbalken aus dem Beckumer Kreiswappen weist auf den Wasserreichtum des Beckumer Hügellandes und auf seinen Hauptwasserlauf, die Werse, hin. Die Sonnenräder (Rosetten) des alten Warendorfer Kreiswappens sind dem Familienwappen der Familie Vogt von Warendorpe entnommen.

Verliehen am 20. Mai 1976.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Der Kreis Warendorf unterhält eine Partnerschaft mit dem Landkreis Müritz in Mecklenburg-Vorpommern.

Infrastruktur/Verkehr[Bearbeiten]

Das Logo für Öffentlichkeitsarbeit des Kreises Warendorf

Verkehr[Bearbeiten]

Der Kreis wird im südlichen Kreisgebiet von der Bundesautobahn 2 mit den Abfahrten Beckum und Oelde erschlossen. An der Westflanke des Kreises führt die Bundesautobahn 1 vorbei. Hier besteht allerdings keine eigene Abfahrt im Bereich des Kreises Warendorf (Ahlen und Drensteinfurt) sondern erst im Nachbarkreis Coesfeld. Weiterhin wird der Kreis durch zahlreiche Bundes- und Landesstraßen (B 51,B 58, B 61, B 64, B 475, B 476) erschlossen.

Zwei Bahnstrecken mit Fern- bzw. RE-Verkehr und eine Nebenbahn erschließen das Kreisgebiet im Personenverkehr:

Die Strecken Neubeckum–Beckum, Neubeckum–Ennigerloh und Münster–Neubeckum sowie Beckum–LippstadtWarstein werden nur noch im Güterverkehr durch die Westfälische Landeseisenbahn bedient.

Busverbindungen im Kreis werden hauptsächlich durch die Regionalverkehr Münsterland (RVM) angeboten, die auf wichtigen Linien einen Stunden-Takt bieten. In den Randgemeinden kann dies teilweise auch durch Busunternehmen der Nachbarkreise geschehen. Einige Buslinien wurden auf einen Anrufbetrieb mit Kleinbussen umgestellt („Taxibus“).

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Krankenhäuser[Bearbeiten]

  • St.-Franziskus-Hospital, Ahlen – Haus der Grundversorgung
  • Kinderklinik St. Franziskus, Ahlen – Haus der Grundversorgung, Perinataler Schwerpunkt
  • St.-Elisabeth-Hospital, Beckum – Haus der Grundversorgung
  • Marienhospital, Oelde – Haus der Grundversorgung
  • St.-Josef-Stift, Sendenhorst – Fachklinik für Orthopädie, Traumatologie und Rheumatologie
  • St.-Rochus-Hospital, Telgte – Fachklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
  • Josephs-Hospital, Warendorf – Haus der Grundversorgung
  • Klinik Walstedde, Drensteinfurt – Fachklinik für Kinder und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem damaligen Landkreis Warendorf bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen WAF zugewiesen. Nach dessen Auflösung führte der neugegründete Kreis Warendorf ab dem 1. Januar 1975 das Kennzeichen weiter.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus dem Altkreis Beckum Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren PA bis ZZ und den Zahlen von 1 bis 999.

Seit dem 22. April 2014 ist auch das Unterscheidungszeichen BE (Beckum) erhältlich.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Kreis Warendorf – Der Landrat (Hrsg.): 200 Jahre Kreis Warendorf. Museum Abtei Liesborn, 2003.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kreis Warendorf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 318f.
  4. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Stadtraete_kreistage/a570000kw0900.html