Kreis Warendorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Warendorf Deutschlandkarte, Position des Kreises Warendorf hervorgehoben51.94147.9862Koordinaten: 51° 56′ N, 7° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: Warendorf
Fläche: 1.317,81 km²
Einwohner:

277.049 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 210 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: WAF
Kreisschlüssel: 05 5 70
Kreisgliederung: 13 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Waldenburger Straße 2
48231 Warendorf
Webpräsenz: www.kreis-warendorf.de
Landrat: Olaf Gericke (CDU)
Lage des Kreises Warendorf in Nordrhein-Westfalen
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen Mülheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann Düsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis Düren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna Märkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln Städteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis Städteregion Aachen Kreis Euskirchen Münster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis Gütersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-Lübbecke BielefeldKarte
Über dieses Bild

Der Kreis Warendorf liegt im Münsterland im Regierungsbezirk Münster im Norden des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Räumliche Lage [Bearbeiten]

Das Gebiet des Kreises ist weitgehend flache münsterländische Parklandschaft, die höchste Erhebung sind die Beckumer Berge mit dem 173 Meter hohen Mackenberg in Oelde.

Größte Flüsse im Kreisgebiet sind Ems, die den Kreis in Ost-West-Richtung durchfließt, und Lippe, die in Ahlen und Wadersloh die südliche Kreisgrenze bildet.

Kreisgliederung [Bearbeiten]

Der Kreis Warendorf gliedert sich in 13 kreisangehörige Gemeinden, von denen vier Mittlere kreisangehörige Städte sind.

Städte

  1. Ahlen, Mittlere kreisangehörige Stadt (53.090)
  2. Beckum, Mittlere kreisangehörige Stadt (36.595)
  3. Drensteinfurt (15.367)
  4. Ennigerloh (19.589)
  5. Oelde, Mittlere kreisangehörige Stadt (29.213)
  6. Sassenberg (14.122)
  7. Sendenhorst (13.254)
  8. Telgte (19.056)
  9. Warendorf, Mittlere kreisangehörige Stadt (38.047)

Gemeinden

  1. Beelen (6272)
  2. Everswinkel (9339)
  3. Ostbevern (10.500)
  4. Wadersloh (12.605)
Niedersachsen Bielefeld Hamm Kreis Coesfeld Kreis Gütersloh Kreis Soest Kreis Steinfurt Kreis Unna Münster (Westfalen) Ahlen Beckum Beelen Drensteinfurt Ennigerloh Everswinkel Oelde Ostbevern Sassenberg Sendenhorst Telgte Wadersloh WarendorfMunicipalities in WAF.svg
Über dieses Bild

(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2011[2] )

Nachbarkreise und -städte [Bearbeiten]

Der Kreis Warendorf grenzt im Norden an den Kreis Steinfurt und den niedersächsischen Landkreis Osnabrück, im Osten an den Kreis Gütersloh, im Süden an den Kreis Soest und an die kreisfreie Stadt Hamm und im Westen an den Kreis Coesfeld sowie an die kreisfreie Stadt Münster (Westfalen).

Geschichte [Bearbeiten]

Landkreis Warendorf (1803–1975) [Bearbeiten]

Der alte Kreis Warendorf bis 1969

Die Säkularisation nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 führte zur Auflösung des Fürstbistums Münster. Die beiden Städte Warendorf und Münster wurden eigenständig und unter die Aufsicht von Steuerräten gestellt. Ferner wurden am 23. Dezember 1803 die Kreise Warendorf, Beckum, Lüdinghausen und Münster eingerichtet, die von Landräten zu verwalten waren. Ihrem Gebiet nach waren diese Kreise Nachfolger der Ämter Sassenberg, Stromberg, Wolbeck und Werne, die seit dem Mittelalter existierten und das Fürstbistum gliederten. Bei dieser Neueinteilung wurden die Kreise etwa gleich groß und der Verwaltungssitz wurde zentral in die Kreise verlegt. Erster Landrat in Warendorf wurde Maximilian Freiherr von Ketteler (* 1779; † 1832), der zuvor Drost in Sassenberg war.

Bereits 1806 wurde das Münsterland neu geordnet. Der Kreis Lüdinghausen wurde aufgehoben und der Kreis Warendorf wurde mit den Kirchspielen Telgte und Amelsbüren, mit Ostbevern und Westbevern wesentlich nach Westen erweitert. 1808 wurde das Münsterland dem Großherzogtum Berg zugeordnet. Der Kanton Warendorf gliederte sich in die Mairien Warendorf Stadt, Warendorf Kirchspiel, Freckenhorst, Hoetmar und Westkirchen.

Am 1. Januar 1816 entstand die preußische Provinz Westfalen, zu der auch der Kreis Warendorf gehörte. In der Hauptstadt Warendorf lebten etwa 4.000 Einwohner und sie gehörte zu den zwanzig größten Städten in Westfalen. Das Ende der alten Verwaltungsstruktur wurde mit dem Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden des Landkreises Warendorf vom 24. Juni 1969[3] geschaffen.

Kreis Warendorf (seit 1975) [Bearbeiten]

Der heutige Kreis Warendorf entstand am 1. Januar 1975 im Rahmen der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen durch Zusammenschluss der früheren Kreise Beckum und Warendorf. Hinzu kamen noch die Gemeinden Drensteinfurt und Walstedde, die bis dahin dem Kreis Lüdinghausen angehörten, und Albersloh, Rinkerode und Telgte aus dem damals aufgelösten Kreis Münster. Der alte Kreis Warendorf verlor die Stadt Harsewinkel an den neu gegründeten Kreis Gütersloh. Im Süden wurde die neue Kreisgrenze nach Norden verschoben, sodass die Gemeinden Lippborg und Herzfeld der neuen Gemeinde Lippetal und somit dem Kreis Soest angehörten. Ebenfalls dem Kreis Soest wurde der bis dahin zum Kreis Beckum gehörende Kur- und Badeort Bad Waldliesborn zugeordnet. Die Gemeinde Benteler kam aus dem Kreis Beckum zur Gemeinde Langenberg im Kreis Gütersloh.

Politik [Bearbeiten]

Kreistagswahl 2009[4]
Wahlbeteiligung: 58,4 % (2004: 61,7 %)
 %
50
40
30
20
10
0
44,7 %
22,3 %
11,2 %
10,3 %
8,5 %
3,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,8 %p
-1,8 %p
+1,6 %p
+2,7 %p
-0,7 %p
+3,0 %p

Landrat [Bearbeiten]

Oberkreisdirektoren [Bearbeiten]

  • 1946–1951: Hermann Terdenge
  • 1952–1955: Paul Eising
  • 1955–1974: Karl Schnettler
  • 1975–1986: Winfried Schulte
  • 1987–1999: Wolfgang Kirsch, CDU

Kreistag [Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 30. August 2009 führte zu folgendem Ergebnis:

CDU SPD GRÜNE FDP FWG LINKE Gesamt
 % 44,7 22,3 11,2 10,3 8,5 3,0
Sitze 26 13 6 6 5 2 58

Wappen [Bearbeiten]

In Rot ein schräger goldener Wellenbalken, begleitet von je einer goldenen Rosette.

Das Kreiswappen ist eine Kombination der Wappen der ehemaligen Kreise Beckum und Warendorf. Die Farben Rot und Gold deuten auf die Farben des Fürstenbistums Münster hin, zu dem das Gebiet beider Kreise bis 1803 gehörte. Der Wellenbalken aus dem Beckumer Kreiswappen weist auf den Wasserreichtum des Beckumer Hügellandes und auf seinen Hauptwasserlauf, die Werse, hin. Die Sonnenräder (Rosetten) des alten Warendorfer Kreiswappens sind dem Familienwappen der Familie Vogt von Warendorpe entnommen.

Verliehen am 20. Mai 1976.

Partnerschaften [Bearbeiten]

Der Kreis Warendorf unterhält eine Partnerschaft mit dem Landkreis Müritz in Mecklenburg-Vorpommern.

Infrastruktur/Verkehr [Bearbeiten]

Das Logo für Öffentlichkeitsarbeit des Kreises Warendorf

Verkehr [Bearbeiten]

Der Kreis wird im südlichen Kreisgebiet von der Bundesautobahn 2 mit den Abfahrten Beckum und Oelde erschlossen. An der Westflanke des Kreises führt die Bundesautobahn 1 vorbei. Hier besteht allerdings keine eigene Abfahrt im Bereich des Kreises Warendorf (Ahlen und Drensteinfurt) sondern erst im Nachbarkreis Coesfeld. Weiterhin wird der Kreis durch zahlreiche Bundes- und Landesstraßen (B 51,B 58, B 61, B 64, B 475, B 476) erschlossen.

Zwei Bahnstrecken mit Fern- bzw. RE-Verkehr und eine Nebenbahn erschließen das Kreisgebiet im Personenverkehr:

Die Strecken Neubeckum–Beckum, Neubeckum–Ennigerloh und Münster–Neubeckum sowie Beckum–LippstadtWarstein werden nur noch im Güterverkehr durch die Westfälische Landeseisenbahn bedient.

Busverbindungen im Kreis werden hauptsächlich durch die Regionalverkehr Münsterland (RVM) angeboten, die auf wichtigen Linien einen Stunden-Takt bieten. In den Randgemeinden kann dies teilweise auch durch Busunternehmen der Nachbarkreise geschehen. Einige Buslinien wurden auf einen Anrufbetrieb mit Kleinbussen umgestellt („Taxibus“).

Gesundheitswesen [Bearbeiten]

Krankenhäuser [Bearbeiten]

  • St.-Franziskus-Hospital, Ahlen - Haus der Grundversorgung
  • Kinderklinik St. Franziskus, Ahlen - Haus der Grundversorgung, Perinataler Schwerpunkt
  • St.-Elisabeth-Hospital, Beckum - Haus der Grundversorgung
  • Marienhospital, Oelde - Haus der Grundversorgung
  • St.-Josef-Stift, Sendenhorst - Fachklinik für Orthopädie, Traumatologie und Rheumatologie
  • St.-Rochus-Hospital, Telgte - Fachklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
  • Josephs-Hospital, Warendorf - Haus der Grundversorgung

Literatur [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Kreis Warendorf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen [Bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 4. Juli 2012. (Hilfe dazu)
  2. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 4. Juli 2012.
  3. GV. NW. 1969, S. 362, Drucksache Nr. VI 1233
  4. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Stadtraete_kreistage/a570000kw0900.html