Käferberg

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Dieser Artikel beschreibt den Käferberg in der Stadt Zürich. Für die gleichnamigen Erhebungen in Deutschland und Österreich siehe Liebstadt und Langenlois.
Käferberg und Waidberg
Blick vom Käferberg-Waidberg (von links nach rechts) über Zürichberg, Adlisberg, Pfannenstiel, Stadtzentrum, Zürichsee, Glarner Alpen (Hintergrund) und Albisgrat (März 2008)

Blick vom Käferberg-Waidberg (von links nach rechts) über Zürichberg, Adlisberg, Pfannenstiel, Stadtzentrum, Zürichsee, Glarner Alpen (Hintergrund) und Albisgrat (März 2008)

Höhe 601 m ü. M.
Lage Stadt Zürich, Kanton Zürich, Schweiz
Koordinaten 681648 / 25104847.4051888888898.5203472222222601Koordinaten: 47° 24′ 19″ N, 8° 31′ 13″ O; CH1903: 681648 / 251048
Käferberg (Zürich)
Käferberg

Der Käferberg (571 m ü. M.) bildet zusammen mit dem Waidberg (601 m ü. M.) und dem westlich angrenzenden Hönggerberg (541 m ü. M.) einen Hügelzug in der Stadt Zürich und ist einer ihrer Hausberge.

Lage[Bearbeiten]

Der Käferberg (Chäferberg) und der Waidberg sind die höchsten Erhebungen eines länglichen Hügelzugs nördlich der Limmat zwischen dem Bucheggplatz und der ETH-Hönggerberg, der sogenannten Science City. Westlich des Höhenplateaus (520 m ü. M.) des ETH-Campus' liegt der bis ins Wohnquartier Rütihof[1][2] reichende Hönggerberg, dessen höchster Punkt im sogenannten Bergholz liegt.

Auf Landsat-7-Bildern beruhenden Darstellung der Region Zürich mit Käfer-/Waidberg und Hönggerberg am rechten unteren Bildrand

Der Höhenzug verläuft nordwestlich der Innenstadt zwischen dem Limmattal und dem Furttal, auf dem Gebiet der Stadtquartiere Wipkingen und Höngg (Kreis 10) sowie Affoltern (Kreis 11).

Die höchsten Punkte erheben sich rund 200 Meter über dem Niveau der Limmat beim Letten, als Teil einer längeren, mehrheitlich bewaldeten Hügelkette zwischen Wipkingen und Würenlos, welche die Wasserscheide zwischen der Limmat und der Glatt markiert.

Von Nordwesten nach Südosten nimmt die Höhe der Hügelkuppen zu: Hönggerberg (541 m ü. M.) und Käferberg mit Waidberg (571 bzw. 601 m ü. M.) sowie Zürichberg (676 m ü. M.) und Adlisberg (701 m ü. M.), die westlichen Ausläufer des Höhenzugs des Pfannenstiels (853 m ü. M.).

Östlich des Käferbergs, wird das 'grüne Band' von Siedlungsgebiet unterbrochen, wo sich die Stadt Zürich über die tiefste Stelle des Hügelzugs, zwischen Bucheggplatz (472 m ü. M.) und Milchbuck[3][2] (476 m ü. M.), ins Furttal (Affoltern), nach Oerlikon / Zürich Nord und ins Glatttal (Schwamendingen/Hirzenbach) ausbreitet.

Geschichte[Bearbeiten]

Seinen Namen haben der Käferberg und die Käferholzstrasse nach einem Waldstück mit einer grossen Ansammlung von Käfern, vorwiegend Maikäfer. Der Flurname Waid [2] deutet auf das Weideland am Käferberg hin. Höngg geht auf eine alamannische Ansiedlung namens Hoinga (überliefert als «die auf der Anhöhe wohnenden Leute») [2] respektive Hohinco, Hoenkain und villa Hoenka[4] zurück.

Ansicht aus dem Gebiet des Käferbergs auf Zürich im Jahr 1724. Kupferstich von David Herrliberger nach einer Vorlage des Malers Johann Melchior Füssli.

Zusammen mit 15 Bollwerken, weiteren Schanzen und Letzinen weit ausserhalb der damaligen Stadt, war der Käferberg im 17. Jahrhundert ein Bestandteil der sogenannten dritten Stadtbefestigung.

Die Häuser Zur Waid dienten seit dem Jahre 1907 als Krankenheim. 1918 wurde das alte Waidgut zum städtischen Krankenheim umgebaut und 1962/3 durch das heutige Pflegezentrum Käferberg ersetzt. [2]

Im Zuge der Eingemeindung trat die Bürgergemeinde Höngg ihr Waldgebiet auf dem Käferberg im Jahr 1934 an die Stadt Zürich ab, die übrigen Stadtwaldungen sind punktuell in Stadtbesitz übergegangen. Auch heute befinden sich auf dem Käferberg / Waidberg grössere, zusammenhängend landwirtschaftlich genutzte Flächen, in direkter Nachbarschaft der „Science City“ (ETH Hönggerberg).

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Tram und Bus (VBZ)[Bearbeiten]

Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) machen das Wohn- und Naherholungsgebiet mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zugänglich: Die zwei innerstädtischen Autobuslinien 38 und 69 (bis ETH Hönggerberg) erschliessen den südlichen Höhen- und die Tramlinie 13 sowie die Trolleybuslinie 46 den unteren Hügelbereich bis Frankental und Rütihof.

Die Buslinie 80 von TriemlispitalBahnhof Altstetten – Hönggerberg – Affoltern bedient bis Bahnhof Oerlikon die Süd-Nord-Achse. Die nördliche Seite der Erhebung ist mit den Linien 32, 37, 40 und 61, 62 ebenfalls sehr gut an das innerstädtische Tram- und Busnetz angeschlossen.

Der Bucheggplatz an der östlichen Flanke des Käferbergs bietet Anschluss an die Tramlinien 11 und 15 sowie die Buslinien 32, 40, 69 und 72.

S-Bahn Zürich[Bearbeiten]

Die Käferberglinie ist die zweite Verbindung zwischen Oerlikon und dem Hauptbahnhof. Sie wurde 1969 als Direktverbindung zwischen Oerlikon und Altstetten für Güterzüge gebaut. 1979 wurde die Doppelspurbrücke zum Hauptbahnhof Zürich mit der Haltestelle Hardbrücke eröffnet, und seit 1990 ist die Anbindung an die S-Bahn Zürich ins Limmattal sichergestellt. Die Käferberglinie wird von der S5, S6, S7 und S16 befahren.

Käferbergtunnel – neben Wipkingertunnel, Weinbergtunnel (ab 2013) und Zürichbergtunnel die westlichste Eisenbahnverbindung innerhalb der Stadt Zürich ins Glatttal

Der Käferbergtunnel ist ein 2'119 Meter langer, doppelspuriger Eisenbahntunnel und Teil der SBB-Käferberglinie, als zweite Verbindung zwischen Glatttal und Limmattal, unter Umfahrung des bereits in den 1960er Jahren überlasteten Zürcher Hauptbahnhofs (HB). Zusammen mit dem Tunnel wurde 1969 der im Süden anschliessende, einspurige Hardturmviadukt I zum Bahnhof Altstetten eröffnet und diente ausschliesslich dem Güterverkehr zum heutigen Rangierbahnhof Limmattal (RBL). Seit Eröffnung (1982) des doppelspurigen Hardturmviadukt II verwenden auch regelmässig Personenzüge den Käferbergtunnel zum Bahnhof Oerlikon, zwischen 1982 und 1990 insbesondere den Intercity-Verkehr via Flughafenlinie.

Mit Betriebsaufnahme der S-Bahn Zürich im Mai 1990 wurde der auf dem Hardturmviadukt II liegende Bahnhof Zürich Hardbrücke stark ausgebaut und zum betrieblichen Endpunkt der Hirschengrabenlinie, dem Herzstück der S-Bahn. Dadurch verkehren seit 1990 alle S-Bahnen, die Oerlikon bedienen und das Herzstück befahren, zwingend durch den Käferbergtunnel.

Der einröhrige, doppelspurige Weinbergtunnel bildet ab 2013 das Herzstück der sogenannten Durchmesserlinie AltstettenZürich HBOerlikon (DML), der künftig die dritte Eisenbahnstrecke zwischen dem Zürcher Hauptbahnhof und dem Bahnhof Oerlikon bilden wird. Der Tunnel dient der Kapazitätssteigerung und macht zudem den Richtungswechsel im Kopfbahnhof auf den Verbindungen Wiedikon–Oerlikon (ab Ende 2013) und Altstetten–Oerlikon (ab Ende 2015, mit zwei zusätzlichen Viaduktbauwerken) überflüssig, und erhält auch Anschluss zur Käferberglinie.

Individualverkehr[Bearbeiten]

Über den Sattel bei der „Science City“ führt eine gut ausgebaute Strassenverbindung (Emil Klöti-Strasse) ins nördlich liegende Quartier Affoltern, umfährt im Westen den ETH-Campus und ist in diesem Bereich richtungsgetrennt ausgebaut – der Campus ist durch ein Brückenbauwerk (Einstein-Brücke) und verschiedene Rampen an die Strasse angebunden, aber auch mit den erwähnten Buslinien 69 und 80 sowie einer dem studentischen Betrieb vorbehaltenen Busverbindung zum ETH-Zentrum gut erschlossen.

Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die gegen Süden exponierte Hangflanke des Waidberg-Käferbergs ist ein beliebtes Zürcher Naherholungsgebiet. Hier gedeihen magere Trespenwiesen, eine Seltenheit in der dicht besiedelten Stadt, auf denen Flockenblumen, Wiesensalbei und Witwenblumen blühen und Zauneidechsen einen raren Lebensraum finden.[5] Insbesondere auf der südlichen Höhenseite haben Schrebergärten eine lange Tradition, aber auch an der östlichen und nördlichen Hügelflanke.

Sportlich Interessierte finden sich am Laufträff und auf dem Vita-Parcours oder unternehmen Wanderungen auf dem Höhenrücken bis nach Baden.

Zwei Restaurants, eines mit beeindruckender Sicht auf die Glarner Alpen und über die gesamte Innenstadt hinweg und das andere inmitten des weitläufigen Waldgebietes auf dem Gipfelplateau, sind stark frequentiert.

Oberhalb des Stadtspitals Waid und des Pflegezentrums sind eine private Rehzucht und ein Waldkindergarten nicht nur Anwohnern bekannte 'lokale Attraktionen'. Überregionale Bekanntheit geniesst das auf 32 °C beheizte Wärmebad Käferberg, mit Mehrzweckbecken von 25 x 10 Metern, Ruheraum, Turnhalle, einer behindertengerechten Architektur und Aussen-Liegewiese, mit einer Sicht über die Stadt Zürich, den Zürichsee und bis in die Glarner Alpen.

Die ETH Hönggerberg von Süden aus gesehen. Im Bild die fünf „Finger“ des HCI (Chemie), dahinter der hohe Bau des HPP (Physik) mit Wetterstation auf dem Dach

Auf dem Sattel zwischen Hönggerberg und Käferberg liegt „Science City“, der Campus ETH Hönggerberg der ETH Zürich. Er beherbergt die Departemente Chemie, Physik, Materialwissenschaften, Architektur, Bauingenieurwesen und Biologie. Die ETH beabsichtigt im Umfeld der Lehr- und Forschungseinrichtungen der Science City ein Wohnquartier für Studierende und Forschende, sowie weitere, auf studentische Belange ausgerichtete Einkaufsmöglichkeiten und Cafés im Zentrum zu errichten.[6]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Käferberg-Panorama (von links nach rechts) über Zürichberg, Adlisberg, Pfannenstiel, Innenstadt, Zürichsee, Glarner Alpen (Hintergrund) und Uetliberg
Waidberg-Panorama: Zürichsee, Uetliberg (Bildmitte links), Teile des Limmattals, rechts der 'Gipfel' des Waidbergs

Literatur[Bearbeiten]

  • Hochbaudepartement der Stadt Zürich, Amt für Städtebau: Affoltern, Oerlikon, Schwamendingen, Seebach. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2003 (Baukultur in Zürich, Band I), ISBN 3-03823-034-0
  • Martin Bürlimann / Kurt Gammeter: Wipkingen - Vom Dorf zum Quartier, Wibichinga Verlag, Zürich Wipkingen 2006, ISBN 3-9523149-0-0
  • Ursina Jakob / Daniel Kurz: Lebensräume Wipkingen Geschichte eines Zürcher Stadtquartiers 1893 – 1993

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Käferberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rütihof oder Birchrütihof bezieht sich auf einen mittelalterlichen Weiler, der in einem gerodeten Höngger Waldgebiet errichtet worden ist. Erste Erwähnungen reichen bis in Jahr 1292 zurück. Riutun ist die frühere Bezeichnung für Roden / Reuten.
  2. a b c d e Quelle: Website Gang durch Alt-Züri, Strassennamen
  3. Der Flurname «Milchbuck» leitet sich vom Geländehügel (Buck) beim Irchelpark ab, der für seine nährstoffreiche Wiese (Fettwiese) und den hohen Milchertrag der dort weidenden Kühe bekannt war.
  4. Georg Sibler: Höngg im Historischen Lexikon der Schweiz
  5. Quelle: Website Grün Stadt Zürich
  6. Projekt Science City der ETH Zürich, Vision: Stadtquartier für Denkkultur. Derzeit wird der Standort ETH Hönggerberg im Rahmen des Projektes Science City weiter ausgebaut, mit dem Ziel, Forschen und Wohnen auf dem Hochschul-Campus, der aber auch offen für die Anliegen der Öffentlichkeit ist, zu vereinen.