Schwamendingen

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Wappen von Schwamendingen
Wappen von Zürich
Schwamendingen
Stadtkreis von Zürich
Karte von Schwamendingen
Koordinaten 685562 / 25120647.4061111111118.5722222222222Koordinaten: 47° 24′ 22″ N, 8° 34′ 20″ O; CH1903: 685562 / 251206
Fläche 5,97 km²
Einwohner 29'445 (31. Mrz. 2012)
Bevölkerungsdichte 4932 Einwohner/km²
Gliederung
Kreis 12
Quartiere

Schwamendingen ist ein Stadtkreis der Stadt Zürich in der Schweiz.

Die ehemals selbständige Gemeinde Schwamendingen wurde 1934 eingemeindet und bildet den heutigen Kreis 12. Administrativ wird Schwamendingen vom statistischen Amt seit 1971 in die drei Verwaltungseinheiten (Quartiere) Schwamendingen Mitte, Saatlen und Hirzenbach geteilt. Die im Glattal liegenden Stadtkreise 11 und 12 werden zusammen oft auch als Zürich Nord bezeichnet.

Zugleich trägt auch eine Zürcher Zunft diesen Namen.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Rot eine gestürzte silberne Pflugschar und im linken Obereck ein silbernes Tatzenkreuz

Die Pflugschar deutet auf die ehemals bäuerlich geprägte Landgemeinde Schwamendingen hin. Das Tatzenkreuz symbolisiert die Zugehörigkeit zum Stift Grossmünster.

Im Zunftwappen, das beim Fest Sechseläuten verwendet wird, ist die Pflugschar und ein Wellenpfahl, der die Glatt darstellt, auf blauem Hintergrund abgebildet.

Geographie[Bearbeiten]

Schwamendinger-Platz

Im Norden grenzt Schwamendingen an die Gemeinde Wallisellen, im Osten an die Gemeinde Dübendorf. Innerhalb der Stadt Zürich grenzt Schwamendingen im Gegenuhrzeigersinn an Seebach, Oerlikon (Kreis 11), Oberstrass (Kreis 6), Fluntern und Hottingen (Kreis 7).

Geschichte[Bearbeiten]

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  • 5. Jahrhundert: Ein Alemanne namens Swuamund, der der Siedlung wahrscheinlich den Namen gibt, lässt sich hier nieder.
  • 9. Jahrhundert: Picho, Sohn des Ertilo, vermacht seine Besitzungen in Schwamendingen dem Grossmünster.
  • 915: Der Weiler Schwamendingen besteht aus zehn Wohnhäusern.
  • 1270: Der Propst am Grossmünster erwähnt in einem Brief an den Bischof von Konstanz das Schwamendinger Widum (Kirchengut).
  • 1428: Schwamendingen bildet zusammen mit umliegenden Weilern eine eigene Vogtei.
  • 1461: Das Grossmünster stiftet der Kirche Schwamendingen eine Glocke.
  • 1526: Hans Schmid wird erster reformierter Pfarrer in Schwamendingen.
  • 1554: Der Kehlhof Schwamendingen, bereits 929 erwähnt, wird auf den Grundmauern seines Vorgängerhofes neu erbaut. Dachziegel aus Schwamendinger Produktion lösen das bisher übliche Strohdach ab.
  • 1624: Erste Erwähnung eines amtierenden Schulmeisters (Jakob Schön aus Flums).
  • 1798: Ein französisches Heer besetzt die Umgebung Zürichs.
  • 1799: Zweite Schlacht bei Zürich zwischen Russen und Franzosen.
  • 1831: Die neue freiheitliche Verfassung des Kantons anerkennt das Volk als höchste Gewalt.
  • 29. August 1841: Über 20'000 Mann aus dem ganzen Kanton demonstrieren bei der Ziegelhütte gegen die konservative Regierung ("Der schöne 29. August").
  • 1872: Schwamendingen und Oerlikon werden zu zwei selbstständigen Gemeinden getrennt.
  • 1906: Eine Linie der elektrischen Strassenbahn "Zürich–Oerlikon–Seebach" wird bis zum Hirschen geführt.
  • 1910: Einführung der Elektrizität in Schwamendingen.
  • 1956/57: Bau der katholischen Kirche St. Gallus (Zürich-Schwamendingen)

Eingemeindung[Bearbeiten]

Die Gemeinde innerhalb des Bezirks Zürich vor der Fusion 1933

Die ehemals selbständige Gemeinde Schwamendingen wurde am 1. Januar 1934 eingemeindet und bildete ursprünglich zusammen mit den ehemaligen Gemeinden Oerlikon, Seebach und Affoltern den Stadtkreis 11.

Durch den Bauboom in den 1950er-Jahren stieg die Einwohnerzahl von ursprünglich 3000 relativ rasch auf 34'500 im Jahre 1966. Dies hatte 1971 eine Revision der Stadtkreise zur Folge, anlässlich welcher Schwamendingen in einen eigenen, neu geschaffenen Kreis 12 umgeteilt und vom Statistischen Amt der Stadt Zürich, am Reissbrett in die drei Quartiere Schwamendingen Mitte, Saatlen und Hirzenbach unterteilt wurde, die ausschliesslich eine statistische Bedeutung haben. Für das Gebiet der Stadt Zürich gilt seither administrativ unverändert die Einteilung von 1971.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Zurzeit leben in Schwamendingen ca. 29'500 Einwohner. Der Ausländeranteil liegt bei 37 %, also über dem städtischen Durchschnitt von 30 %.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen und Gotteshäuser[Bearbeiten]

Reformierte Kirche St. Niklaus, Kirchturm
Katholische Kirche St. Gallus

Die Evangelisch-reformierte Kirche besitzt in Schwamendingen drei Gotteshäuser:[1]

  • St. Niklauskirche, auch Kirche Schwamendingen genannt: 1270 wurde erstmals eine dem Hl. Nikolaus von Myra geweihte Kapelle des Grossmünsters in Schwamendingen erwähnt. Die heutige Kirche wurde im Jahr 1674 erbaut und im Jahr 1885 durch Baumeister Kuhn, Oberstrass vollständig renoviert, mit neuen Glocken und einer Aufstockung des Dachreiters um sieben Meter versehen. 1924–1925 erfolgte eine Aussen- und Innenrenovation. Dabei wurde auch die erste Orgel der Kirche eingebaut, es war ein von der Orgelbaufirma Th. Kuhn, Männedorf erbautes Instrument. 1976 wurde die Kirche durch Architekt Heinz Hess erneut renoviert und dabei die heutige Orgel der Kirche eingebaut, ein von Peter Ebell, Kappel am Albis ZH gebautes Instrument. Die St. Niklauskirche steht seit 1975 unter Denkmalschutz.
  • Stefanskirche: In den Jahren 1954–1955 nach Plänen der Architekten Max Aeschlimann und Armin Baumgartner erbaut. Die Kirche besitzt einen freistehenden Turm sowie einen Gemeindesaal, Unterrichtsräume und ein Pfarrhaus. Die Erste Orgel der Kirche war eine Maag-Orgel, das heutige Instrument stammt aus dem Jahr 1984 und wurde von Armin Hauser, Kleindöttingen AG gebaut.
  • Kirche Saatlen: Der Architekt Claude Paillard, Atelier CJP baute in den Jahren 1962–1964 diese Kirche, die am Reformationssonntag am 1. November 1964 eingeweiht wurde. Im Jahr 1965 erhielt die Kirche die Auszeichnung für Gute Bauten in der Stadt Zürich. Das kirchliche Zentrum ist zweigeschossig und steht auf knappem Baugrund, wobei die Kirche im Obergeschoss platziert ist.

Die Römisch-katholische Kirche ist in Schwamendingen mit der Kirchgemeinde St. Gallus vertreten:

Die Heilsarmee Zürich-Nord besitzt an der Saatlenstrasse ein Gemeindezentrum, das in den Jahren 1997–1998 vom Architekturbüro Jürg Bühler, Zürich erstellt wurde.

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, welche zu den Mormonen gehört, besitzt am Herbstweg ein kirchliches Zentrum. Dieses wurden in den Jahren 1965–1968 vom Architekten Hans B. Ringger, Basel erstellt. Am 5. Mai 1968 wurde das Zentrum vom 13. Präsidenten der Kirche, Ezra Taft Benson eingeweiht.

Verkehr[Bearbeiten]

Endstation Tramlinie 9

Schwamendingen wird von der Autobahn A1 durchquert, auf der täglich bis zu 120'000 Personen- und Lastwagen verkehren. Nach jahrzehntelangen Bemühungen haben die Parlamente von Stadt, Kanton und Bund 2006 die Kredite und 2011 die nötig gewordenen Zusatzkredite für eine 900 m lange Einhausung der Autobahn genehmigt. Bund, Kanton und Stadt werden zusammen 295 Millionen Franken für das voraussichtlich 2018 eingeweihte Projekt beisteuern.

Nach Schwamendingen führen die Tramlinien 7 und 9 (durch den Tramtunnel Milchbuck–Schwamendingen). Ebenso verkehren dort die Buslinien 61, 62, 63, 94 und 79.

Im Osten Schwamendingens, auf der Grenze zur Nachbargemeinde Dübendorf, befindet sich der Bahnhof Stettbach. Verschiedene S-Bahn Linien führen von hier ins Zürcher Stadtzentrum, nach Winterthur sowie in weitere Teile des Kantons Zürich. Seit Eröffnung der dritten und vorerst letzten Bauetappe der Glattalbahn im Dezember 2010 verbindet deren neue Linie 12 den Bahnhof Stettbach über Dübendorf, Wallisellen und Opfikon mit dem Flughafen Zürich.

Seit Herbst 2003 wird Schwamendingen durch die Südanflüge auf den Flughafen Zürich zusätzlich belastet.

Politisches[Bearbeiten]

SP und SVP sind die wählerstärksten Parteien, gefolgt von der FDP.

Sport[Bearbeiten]

Für 1939 war der Grosse Preis der Schweiz im Rahmen der Motorrad-Europameisterschaft auf einer knapp fünf Kilometer langen, neuen Strecke in Schwamendingen vorgesehen. Das Rennen wurde jedoch wegen des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges abgesagt.[2]

Der Fussballverein FC Schwamendingen wurde 1952 gegründet. Der Verein umfasst 22 Mannschaften, die verteilt sind von Junioren bis Veteranen. Das 1. Team spielt in der 2. Liga.

Alle Zürcher Baseballvereine (Challengers, Barracudas, Lions) tragen ihre Heimspiele auf dem Sportplatz Heerenschürli aus, auf dem seit der Erneuerung 2010 das erste Schweizer Baseballfeld mit den Originalmassen ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Erinnerungstafel am Schulhaus Heinrich Bosshardt in Schwamendingen

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hochbaudepartement der Stadt Zürich, Amt für Städtebau (Hrsg.): Affoltern, Oerlikon, Schwamendingen, Seebach. In: Baukultur in Zürich, Band 1. NZZ, Zürich 2003, ISBN 3-03823-034-0.
  •  Susann Sitzler: Vorstadt Avantgarde. Details aus Zürich-Schwamendingen. Limmat, Zürich 2007, ISBN 978-3-85791-528-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwamendingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. zum Folgenden: Robert Schönbächler: Kirchen und Gotteshäuser der Stadt Zürich. Neujahrsblatt Industriequartier/Aussersihl. Zürich 2013, S. 127–132
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSchwamendingen. theracingline.net, 23. April 2004, abgerufen am 2. November 2011 (englisch).