Walschleben

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Walschleben
Walschleben
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Walschleben hervorgehoben
51.06638888888910.936111111111160Koordinaten: 51° 4′ N, 10° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Sömmerda
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Gera-Aue
Höhe: 160 m ü. NHN
Fläche: 16,79 km²
Einwohner: 1772 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 106 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99189
Vorwahl: 036201
Kfz-Kennzeichen: SÖM
Gemeindeschlüssel: 16 0 68 057
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 13
99189 Gebesee
Webpräsenz: www.gemeinde-walschleben.de/
Bürgermeister: Manfred Weiss (CDU)
Lage der Gemeinde Walschleben im Landkreis Sömmerda
Alperstedt Andisleben Beichlingen Bilzingsleben Büchel Buttstädt Buttstädt Eckstedt Ellersleben Elxleben Eßleben-Teutleben Frömmstedt Gangloffsömmern Gebesee Griefstedt Großbrembach Großmölsen Kölleda Großneuhausen Großrudestedt Günstedt Guthmannshausen Hardisleben Haßleben Henschleben Herrnschwende Kannawurf Kindelbrück Kleinbrembach Kleinmölsen Kleinneuhausen Kölleda Mannstedt Markvippach Nöda Olbersleben Ollendorf Ostramondra Rastenberg Riethgen Riethnordhausen (bei Erfurt) Ringleben (bei Gebesee) Rudersdorf Schillingstedt Schloßvippach Schwerstedt Sömmerda Sprötau Straußfurt Udestedt Vogelsberg Walschleben Weißensee Werningshausen Witterda Wundersleben ThüringenKarte
Über dieses Bild

Walschleben ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Sömmerda. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Gera-Aue.

Geografie[Bearbeiten]

Walschleben liegt eingebettet zwischen der Gera und dem Walschberg etwa zehn Kilometer vom Stadtzentrum der Landeshauptstadt Erfurt entfernt.

Kirche St. Crucius mit Kriegerdenkmal in Walschleben
Gasthof in Walschleben

Geschichte[Bearbeiten]

Um 300 n. Chr. soll sich hier ein Mönch Walo angesiedelt haben. Urkundlich wurde Walschleben erstmals im Jahre 973 erwähnt. 1322 wurde der Ort von der Pest heimgesucht. 1370 verkaufte der Graf von Gleichen das Dorf an die Stadt Erfurt. Ende des 15. Jahrhunderts wird eine Vogtei Walschleben mit 16 Dörfern,[2] darunter Elxleben, Andisleben und Dachwig erwähnt. Zur Zeit der Reformation wurde der Ort evangelisch. Nach dem Dreißigjährigen Krieg gab es noch 44 von 305 Häusern im Dorf. 1653 wurden 483 Weingärten gezählt, es wurde Hanf, Flachs, Anis und Waid angebaut. 1683 herrschte erneut eine "Große Pest". Seit 1706 gehörte der Ort zum Erfurtischen Amt Gispersleben. 1790 hatte Walschleben 800 Einwohner.

1802/03 kam Walschleben mit dem Erfurter Gebiet zu Preußen und zwischen 1807 und 1813 zum französischen Fürstentum Erfurt. Mit dem Wiener Kongress kam der Ort wieder zu Preußen und wurde 1816 dem Landkreis Erfurt in der preußischen Provinz Sachsen angegliedert. 1869 begann der Bau der Eisenbahnlinie Erfurt-Nordhausen mit dem Bahnhof in Walschleben. Im April 1945 besetzten US-amerikanische Truppen den Ort, im Juli wurden sie von der Roten Armee abgelöst. Damit lag Walschleben in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ), ab 1949 in der DDR.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1994 - 2005
  • 1995 - 1982
  • 1996 - 1966
  • 1997 - 1957
  • 1998 - 1935
  • 1999 - 1930
  • 2000 - 1925
  • 2001 - 1928
  • 2002 - 1889
  • 2003 - 1897
  • 2004 - 1877
  • 2005 - 1856
  • 2006 - 1839
  • 2007 - 1814

Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Die 1495 gebaute St. Crucis Kirche in Walschleben ist ein bedeutendes Baudenkmal.[3] Es handelt sich um eine in Bruchstein errichtete einheitliche Saalkirche mit polygonal geschlossenem Chor und Westturm. Sie wurde 1701 erneuert. 1888 erfolgten eine Umgestaltung des Innenraums und der Bau des nördlichen Treppenturms.

Vor der Kirche steht ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen beider Weltkriege.

Zahlreiche historische Hofstätten prägen das Ortsbild.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Walschleben war in der Zeit von 1873 bis in das Jahr 1992 eine Zuckerfabrik ansässig.

Der Gemeinderat des Ortes lehnte im April 2012 die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen auf den Flächen der ehemaligen Zuckerfabrik ab, die der Südzucker AG in Mannheim gehören.[4]

Bildung[Bearbeiten]

Walschleben besitzt eine staatliche Grundschule und eine Bibliothek. In der DDR diente die Schule in Walschleben als Polytechnische Oberschule (POS) und trug den Namen „Hans Beimler“. Sie konnte als Grundschule erhalten werden und wurde in den Jahren 2004 und 2005 renoviert und erweitert sowie mit einer Sporthalle ausgestattet, um das Aufkommen der Schüler aus den umliegenden Gemeinden aufnehmen zu können. Die Grundschule trägt jetzt den Namen des dänischen Schriftstellers „Hans Christian Andersen“. Walschleben verfügt zudem über einen sehr großzügig angelegten Kindergarten.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Durch die frühere Zugehörigkeit zum Kreis Erfurt-Land und die Stadtnähe ist Walschleben verkehrsseitig gut angebunden und zu erreichen. Der Haltepunkt Walschleben liegt an der Bahnstrecke Wolkramshausen–Erfurt. Mit dem Regional-Express ist Erfurt in 17 Minuten zu erreichen. Zudem befindet sich der Ort unmittelbar an der Bundesstraße 4 und über die Bundesautobahn 71, deren nächste Anschlussstelle sich in circa sechs Kilometer Entfernung befindet, verfügt Walschleben über eine direkte Anbindung an den Fernverkehr. Außerdem gibt es einen festen Buslinienverkehr zwischen Erfurt und Walschleben sowie zwischen Walschleben und Sömmerda.

Im August 2013 wurde das sehr unansehnlich gewordene Bahnhofsgebäude durch die Deutsche Bahn abgerissen, für das es keinen Käufer und keine Nutzungsidee der Gemeinde gab. Der Haltepunkt bleibt bestehen.[5]

Östlich von Walschleben verläuft der Gera-Radweg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Erfurt und das Erfurtische Gebiet, S.16
  3. Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Thüringen (2. Aufl. 2003), S. 1281
  4. Solaranlage abgelehnt. Thüringische Landeszeitung, 13. April 2012
  5. Katrin Müller: In Walschleben wird der Bahnhof abgerissen. Thüringische Landeszeitung, 9. August 2013
  6. Hermann Arthur LierWatteville, Johannes Baron von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 41, Duncker & Humblot, Leipzig 1896, S. 255–257.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Walschleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien