Eckstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eckstedt
Eckstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eckstedt hervorgehoben
51.07111111111111.145833333333167Koordinaten: 51° 4′ N, 11° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Sömmerda
Verwaltungs-
gemeinschaft:
An der Marke
Höhe: 167 m ü. NHN
Fläche: 6,5 km²
Einwohner: 610 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99195
Vorwahl: 036371
Kfz-Kennzeichen: SÖM
Gemeindeschlüssel: 16 0 68 007
Adresse der Verbandsverwaltung: Erfurter Str. 6
99195 Schloßvippach
Webpräsenz: www.eckstedt.de
Bürgermeisterin: Rita Schmidtke (parteilos)
Lage der Gemeinde Eckstedt im Landkreis Sömmerda
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Über dieses Bild

Eckstedt ist eine Gemeinde im Landkreis Sömmerda in Thüringen. Die Gemeinde gehört der Verwaltungsgemeinschaft An der Marke an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Schloßvippach hat.

Geografie[Bearbeiten]

Eckstedt liegt im Südosten des Thüringer Beckens.

Geschichte[Bearbeiten]

1191 wurde die Gemeinde erstmals urkundlich erwähnt. 1279 ist ein Berthold II. Vitzthum von Eckstedt in Urkunden nachweisbar. Im 13. Jahrhundert hat es auch schon eine Burg gegeben, die wieder zerstört wurde. 1342 kaufte der Erzbischof das Vitztumsamt zurück. 1440 wurde eine neue Burg errichtet. 1492 erfolgte der Bau eines Verbindungsgrabens zwischen Eckstedt und dem Schwansee zu dessen Bewässerung. 1525 gab es Auswirkungen des Bauernkrieges auf Erfurts Umgebung. 1556 ließ die Adelsfamilie Vitzthum von Eckstedt das Eckstedter Schloss neu errichten.

Im Dreißigjährigen Krieg hatte Eckstedt schwer zu leiden. 1635 starben 121 Menschen an der Pest. 1640 erfolgten Raub und Verwüstung durch Soldaten des kaiserlichen Heeres. 1641 wütete ein Großbrand im Dorf, nur 6 Häuser blieben stehen. Nach dem Wiederaufbau kam es 1697 zu einem Brand von Pfarre und Schulgebäude, 1719 zu einem Brand der Mühle. 1740 bis 1744 wurde die derzeitige Kirche "St. Stephanus" gebaut. Vor 1780 brannte das Schloss aus, 1860 wurde es abgebrochen. 1882/83 erfolgte der Neubau einer großen, schlossähnlichen Villa mit klassizistischen Elementen. Schloss und Gut hatten häufig wechselnde Besitzer, 1927 wurden sie durch Rudolf Harnisch erworben.

1850 kam es zur Beseitigung der adligen Gerichtsbarkeit. 1862 begann der Bau des neuen Schulgebäudes. 1884 folgte die Errichtung der Eisenbahnlinie Weimar - Großrudestedt.

1905 begann der Bau der ersten Wasserversorgungsleitung, z. T. heute noch in Betrieb, und im Jahre darauf der elektrischen Stromversorgung.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten 68 Frauen und Männer aus Polen, Frankreich, Jugoslawien und Italien in der Landwirtschaft Zwangsarbeit verrichten.[2]

Eckstedt wurde im April 1945 von US-Truppen, Anfang Juli von Roter Armee besetzt. 1945 erfolgte die entschädigungslose Enteignung des Gutsbesitzers Harnisch und die Schaffung von 22 Neubauernstellen. Das Schloss sollte gesprengt werden, das wurde im letzten Moment von der Gemeinde verhindert. In den Bereich der Wirtschaftsgebäude zog MAS/MTS ein, dann bis 1990 der Erfurter Landmaschinen-Reparatur-Betrieb, in das Schloss die Verwaltung und Lehrlinge. 1952 kam im Zuge einer Verwaltungsreform Eckstedt zum Landkreis Erfurt im neugebildeten Bezirk Erfurt. Im selben Jahre war der Bau des Sportplatzes. 1953 erfolgte eine Restaurierung der Kirche.

1994 erfolgte eine Verwaltungsreform, Eckstedt gehörte damit zum Landkreis Sömmerda. Es erhielt Anschluss an die Ohra-Fernwasserleitung. 1997 kam die Gasversorgung, vorher schon wurden alle Wohnhäuser an das Telefonnetz angeschlossen. Das Schloss (Leerstand von 1992 bis 2002) und Wirtschaftsgebäude gingen 2002 in Privathand über. Letztere werden teilweise zu Wohnzwecken umgebaut.

Kirche St. Stephanus (Lage→51.07032118472211.147459149444)
Schloss (Lage→51.06988971805611.143854260556)

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl:

  • 1994 - 567
  • 1995 - 603
  • 1996 - 620
  • 1997 - 624
  • 1998 - 638
  • 1999 - 646
  • 2000 - 645
  • 2001 - 628
  • 2002 - 629
  • 2003 - 622
  • 2004 - 614
  • 2005 - 609
  • 2006 - 605
  • 2007 - 607
  • 2008 - 606
  • 2009 - 602
  • 2010 - 601
  • 2011 - 609
  • 2012 - 610
  • 2013 - 610

Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Eckstedt setzt sich aus 8 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Rita Schmidtke wurde am 26. Juni 2004 gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber auf goldenem, grünbortierten Schildfuß zwei grüne Laubbäume, in der Mitte mit einer sechzehnstrahligen Sonne belegt.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Schloss Eckstedt von 1882/83 mit großen Wirtschaftsgebäuden. Der weitläufige Gutspark mit seltenem Baumbestand wurde 1836 als Landschaftspark angelegt. Nach der Wende wurde er renaturiert und der Schlossteich entschlammt.
  • Dorfkirche St. Stephanus: von 1740 bis 1744, wurde auch mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz restauriert

Museen[Bearbeiten]

  • Heimatstuben mit historischen Dokumenten und Bildern von der Geschichte der Gemeinde.

Sport[Bearbeiten]

Eckstedt verfügt über einen Sportplatz mit Großspielfeld und Aschenbahn, Trimm-Dich-Pfad, Volleyballplatz und Streetballanlage sowie ein Sportlerheim.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 280, ISBN 3-88864-343-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eckstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien