Weimarer Dreieck

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Die Mitgliedsländer des Weimarer Dreiecks

Das Komitee zur Förderung der Deutsch-Französisch-Polnischen Zusammenarbeit, das so genannte Weimarer Dreieck, ist ein loses außenpolitisches Gesprächs- und Konsultationsforum Deutschlands, Frankreichs und Polens.

Seine Zielsetzung ist die Abstimmung der Politik der drei Länder und die Stärkung der europäischen Integration, ohne andere Staaten auszuschließen. Ursprünglich diente es der Annäherung Polens an die Europäische Union und die NATO.

Gründung[Bearbeiten]

Die Gründung des Weimarer Dreiecks geht auf ein Treffen der Außenminister der drei Länder Hans-Dietrich Genscher, Roland Dumas und Krzysztof Skubiszewski am 28. August 1991 im thüringischen Weimar zurück. Seither finden diese Treffen der Außenminister jährlich statt.

Arbeit und Ergebnisse[Bearbeiten]

Zwanzigjähriges Jubiläum des Weimarer Dreiecks, Podiumsgespräch mit v.l.n.r.: Hans-Dietrich Genscher (Deutschland), Tadeusz Mazowiecki (Polen), Klaus-Heinrich Standke (Moderator) und Roland Dumas (Frankreich) in Weimar am 29. August 2011

Im Laufe der 1990er Jahre wurden die Formen der Zusammenarbeit zwischen den drei Staaten ausgebaut. Seit 1998 finden auch Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs sowie Zusammenkünfte verschiedener Fachminister statt. Zudem wurden gemeinsame Projekte auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet initiiert. Das erste informelle Treffen fand 1993 in Danzig statt, gefolgt von 1998 in Posen, 1999 in Nancy, 2001 in Neustadt an der Weinstraße, 2003 in Breslau, 2005 erneut in Nancy, 2006 in Mettlach und 2011 in Warschau.

Beim fünften Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs am 19. Mai 2005 im französischen Nancy haben sich die drei Partner zu folgenden Themen ausgetauscht: Die Einhaltung der Haushaltsdisziplin innerhalb der Europäischen Union, die Beibehaltung der gemeinsamen Agrarpolitik, die Lösung des Problems des „Britenrabatts“, die Beziehungen der Europäischen Union zur Russischen Föderation und der Ukraine, die Lage im Nahen Osten, der Fortbestand des europäischen Sozialmodells und der Gipfel der Vereinten Nationen.[1]

Anfang 2006 zweifelte der damalige polnische Staatspräsident Lech Kaczyński Sinn und Zweck des trilateralen Debattierens im Rahmen des Weimarer Dreiecks an, da es nicht mit konkreten Ergebnissen aufwarten könne. Das für den 3. Juli 2006 geplante Gipfeltreffen mit Angela Merkel und Jacques Chirac sagte Kaczyński kurzfristig wegen einer plötzlichen Magenverstimmung ab. Das Treffen wurde am 5. Dezember 2006 an der Saarschleife im saarländischen Mettlach nachgeholt. Dabei haben sich die drei Staats- und Regierungschefs des Weimarer Dreiecks vor allem über aktuelle europäische und internationale Themen ausgetauscht.[2]

Am 23. November 2007 warb der neugewählte polnische Ministerpräsident Donald Tusk in seiner ersten Regierungserklärung für eine Wiederbelebung des Weimarer Dreiecks.[3] Mittlerweile haben auf organisatorischer und Außenministerebene mehrere Treffen stattgefunden. Der letzte Gipfel mit Teilnahme des französischen Außenministers Laurent Fabius, seines polnischen Amtskollegen Radosław Sikorski, sowie des deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier fand vom 31. März bis 1. April 2014 in Berlin und Weimar statt.

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Blaesheim-Prozess zu den regelmäßigen, informellen Deutsch-Französischen Treffen

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.diplomatie.gouv.fr/de/landerinformationen_1/polen_21/index.html
  2. VII. Gipfeltreffen zum Weimarer Dreieck – Gemeinsame Erklärung (5. Dezember 2006)
  3. „Tusk will Nachbarschaft zu Deutschland verbessern“ (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung Tagesschau, 23. November 2007