Wiener Akademikerball

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Wiener Korporations-Ball 2002 in der Hofburg

Der Wiener Akademikerball ist ein seit 2013 jährlich stattfindender Ball in der Wiener Ballsaison, der von der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), Landesgruppe Wien, organisiert wird. Er ist der inoffizielle Nachfolger des Wiener Korporations-Balls (auch Ball des Wiener Korporationsrings oder kurz WKR-Ball), der von 1952 bis 2012 jährlich von farbentragenden und mehrheitlich schlagenden Hochschulkorporationen ausgerichtet wurde.

Organisation und Geschichte[Bearbeiten]

Wiener Korporations-Ball (1952–2012)[Bearbeiten]

Der Wiener Korporations-Ball wurde von dem im Zentralen Vereinsregister des österreichischen Bundesministeriums für Inneres (BMI) als Wiener Korporations-Ring, Ballausschuss – Verein für Brauchtumspflege eingetragenen Verein organisiert.[1] Erstmals fand der WKR-Ball am 4. Februar 1952 im Wiener Konzerthaus statt, das zu dieser Zeit im britischen Sektor lag. Als Gründer der Veranstaltung gelten Viktor Hafner, Robert Drachus, Walter Wirth und Karl Bartl. Ab dem 16. Ball war bis auf 1987 der Festsaaltrakt der Wiener Hofburg der Veranstaltungsort.[2] Nach Kritik an der Betreibergesellschaft der Hofburg kündigte diese an, ihre Räumlichkeiten im Jahr 2012 zum letzten Mal an den WKR zu vermieten.[3] Dies wurde Ende November 2011 von der Wiener Kongresszentrum Hofburg Betriebsgesellschaft m.b.H. beschlossen, der Ball hatte für 2012 jedoch noch einen gültigen Vertrag.[4][5]

Wiener Akademikerball (seit 2013)[Bearbeiten]

Um die Wiener Hofburg als Veranstaltungsort nicht zu verlieren, wurde 2012 die Organisation des Balles von der Wiener Landesgruppe der FPÖ übernommen und in Wiener Akademikerball umbenannt. Am 1. Februar 2013 fand somit der 1. Wiener Akademikerball statt. Auf Nachfrage, ob darin nicht ein Widerspruch zu sehen sei, argumentierte die Betreibergesellschaft der Hofburg, dass die Hofburg als ein Haus der Republik allen im österreichischen Parlament vertretenen Parteien offenstünde.[6] Die Hofburg-Betreibergesellschaft wurde kritisiert, da sie für den ersten Akademikerball den vereinbarten Termin des Balles der Universität für Bodenkultur verschob.[7]

2014 nahmen laut dem Bündnis Jetzt Zeichen setzen! 400 Ballbesucher teil, laut Spiegel 400 bis 900, laut Angaben des Veranstalters 1.500 bis 2.000.[8][9]

Rezeption[Bearbeiten]

Seit einigen Jahren kam es jährlich zu Demonstrationen[10] und heftiger Kritik an dem Ball, etwa durch die Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH) der Universität Wien, die Grünen[11], die Grüne & Alternative StudentInnen (GRAS),[12] oder die SPÖ,[13] die unter anderem mit der Teilnahme hochrangiger Vertreter rechter und rechtsextremer europäischer Parteien begründet wurden.[14][15] Der Veranstalter versicherte dagegen 2010, dass keine rechtsnationalen Gruppen eingeladen würden[16] und distanzierte sich von jeder Form von Extremismus.[17]

Laut dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) haben allerdings zwischen 2009 und 2011 Persönlichkeiten wie Markus Beisicht, Patrik Brinkmann, Filip Dewinter, Alexander Dugin, Matthias Faust, Bruno Gollnisch und Enrique Ravello an mindestens einem Ball teilgenommen.[18]

Auch der Veranstaltungsort des Balls wurde durch die ÖH kritisiert; dieser sei einer der repräsentativsten Prunkräume der Republik.[19] Der Betreiber Hofburg Vienna teilte hingegen mit, dass der WKR-Ball ein Ball mit jahrzehntelanger Tradition am Austragungsort sei und unter dem Ehrenschutz offizieller politischer Vertreter der Republik stehe.[16] Im Dezember 2011 änderte sie jedoch ihre Haltung und kündigte an, dass die Hofburg ab 2013 nicht mehr für den Ball vermietet werde.[5] Dieser Schritt erfolgte aufgrund einer Initiative der Casinos Austria, die die Hofburg mitbetreiben und erklärten, dass sie jede Form von Extremismus entschieden ablehnten und Organisationen, die die nötige Distanz zu einschlägigem Gedankengut vermissen ließen, keine Bühne geben wollten.[20]

Im Zusammenhang mit dem Ball 2012 wurde der WKR dafür kritisiert, diesen am 27. Jänner, dem internationalen Holocaustgedenktag abzuhalten.[21] Nach Auskunft des Veranstalters findet der Ball seit mehr als vierzig Jahren am letzten Freitag im Jänner statt und fällt damit gelegentlich auf den 27. Jänner.[3][22]

Im Jänner 2012 wurde bekannt, dass der WKR-Ball von der UNESCO auf einer Beispielliste des von dieser zum immateriellen Kulturerbe (IMK) ernannten Wiener Balls angeführt wurde. Nachdem dieser Umstand bekannt wurde, entfernte das österreichische UNESCO-Komitee den Eintrag Wiener Ball von der Liste des immateriellen Kulturerbes und gab an, dass die Beispielliste nicht von ihr, sondern vom Kontaktkomitee der Wiener Nobel- und Traditionsbälle zusammengestellt wurde und sie den WKR-Ball in dieser Liste übersehen habe.[23] Die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek bezeichnete die Eintragung des WKR-Balls in die Liste als „Verunglimpfung Österreichs“. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl sprach mit Blick auf die Kritiker des WKR-Balls hingegen von einem „Kesseltreiben der selbsternannten Zivilgesellschaft“, die ein „völlig unerträgliches Ausmaß an Unappetitlichkeit“ angenommen habe.[24] Die Washington Post bezeichnete am 19. Jänner 2011 die Entscheidung des österreichischen UNESCO-Komitees zur Entfernung des Elements Wiener Ball als symbolisch für den in den letzten Jahren einsetzenden kritischen Umgang mit dem Nationalsozialismus in Österreich.[25]

Die französische Politikerin Marine Le Pen (Front National) wurde 2012 von der französischen Zeitung Libération für die Teilnahme an dem „widerlichen Ball für Nostalgiker des 3. Reichs“ kritisiert.[26][27] In Österreich erwuchs Kritik am FPÖ-Klubobmann Heinz-Christian Strache, nachdem dieser die Demonstrationen gegen den Ball mit der Verfolgung der Juden verglichen hatte.[28][29] In der Zeit im Bild (ZiB2) des ORF vom 31. Jänner 2012 rechtfertigte sich Strache, er habe „den Vergleich nicht direkt“ gezogen.[30]

Proteste gegen den Ball[Bearbeiten]

Kundgebung "Jetzt Zeichen setzen" gegen den WKR-Ball 2012

Seit 2008 gibt es jährlich – teilweise behördlich untersagte – Demonstrationen gegen den Ball. Linksextreme Gruppierungen verlagerten dabei ihre Proteste vermehrt von der Opernballdemo zur WKR-Demo.[31] Bei den Demonstrationen kam es wiederholt zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Demonstranten.[10][32][33][34]

2010 wurde die Demonstration erstmals im Vorhinein untersagt. Am ursprünglich angemeldeten Kundgebungsort, dem Christian-Broda-Platz beim Westbahnhof, wurden rund 700 Personen gekesselt und wegen einer Verwaltungsübertretung (Verstoß gegen das Versammlungsgesetz) angezeigt.[35] Anlässlich dieser Demonstration sprach der Menschenrechtsbeirat des Bundesministeriums für Inneres eine Empfehlung zum Umgang mit sogenannten „Polizeikesseln aus.[36]

Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) erwähnte die Demonstrationen in seinen Jahresberichten 2009 und 2010.[37] Im Bericht 2011 wurde der „Protest gegen ‚Rechts‘“ als „zentrales Element linksextremistischer Aktivitäten“ genannt: „Relativ große Resonanz erreichten auch sogenannte antifaschistische Protestkundgebungen. Das größte Ereignis in diesem Zusammenhang war die Demonstration gegen den Ball des Wiener Korporationsringes (WKR), an der trotz behördlicher Untersagung mehrere hundert Menschen teilnahmen. Im Verlauf dieser Kundgebung kam es zu Sachbeschädigungen, der Verwendung von Brandsätzen sowie zu Körperverletzungen und Angriffen gegen Polizistinnen und Polizisten.“[34]

Als 2011 die Demonstration von der Polizei erneut am Vortag untersagt wurde, kam es noch am selben Abend zu einer Spontan-Demonstration mit etwa 150 Teilnehmern am Stephansplatz.[38] Parolen gegen die Polizei rufend, zog die überwiegend schwarz vermummte Menge durch den Ersten Bezirk und zerstreute sich schließlich beim Naschmarkt.[39] Am nächsten Tag schob die Polizei diese Spontandemonstration, bei der Mistkübel angezündet und Beamte attackiert worden sein sollen, als Begründung für das Demonstrationsverbot vom Vortag vor. Dennoch versammelten sich am Tag des Balles hunderte Demonstranten an verschiedenen Orten in der Stadt (Universitätscampus Uni Wien, U6-Station Alser Straße, Karlsplatz) und zogen auf spontanen Routen durch die Stadt, die nur teilweise von der Polizei blockiert werden konnten. Erneut gab es hunderte Anzeigen nach Kesselungen in der Westbahnstraße und in der Mariahilfer Straße. Etwa 1.200 Beamte waren laut Medienberichten im Einsatz.[40]

Im April 2013 erkannte der österreichische Verfassungsgerichtshof (VfGH), dass das Verbot der Anti-WKR-Demo im Jahr 2011 verfassungswidrig war und beruft sich dabei auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR), wonach eine Demonstration nicht wegen möglicher Zusammenstöße untersagt werden darf, sondern die Polizei sich im Fall des Risikos von Zusammenstößen zwischen die beiden Gruppen zu stellen habe, um die Versammlungsfreiheit zu gewährleisten.

„Würde nämlich allein der Umstand eines Risikos von Auseinandersetzungen bereits in jedem Fall erlauben, eine geplante Versammlung zu untersagen, liefe dies auf ein – mit verfassungsrechtlichen Grundsätzen nicht zu vereinbarendes – vorbeugendes Versammlungsverbot hinaus. Ein solcher Verstoß ist der belangten Behörde im vorliegenden Fall vorzuwerfen.“

VfGH[41]

Proteste 2012[Bearbeiten]

Der Schwarze Block bildet die Demo-Spitze (hier in der Mariahilfer Straße, 2012)[42]

2012 wurde die Demonstration erstmals seit 2009 wieder erlaubt. Aufseiten der Demonstranten kam es zu einigen organisatorischen Neuerungen. Erstmals riefen nun zwei Bündnisse - neben dem althergebrachten nowkr-Bündnis trat nun die Offensive gegen Rechts als neues Bündnis auf den Plan - zu den Protesten auf.[43] Neben dem Broda-Platz beim Westbahnhof als Versammlungsort des autonomen nowkr-Bündnisses gab es nun die Universität Wien als zweiten Ausgangsort für eine antifaschistische Demonstration. Weiters trat 2012 erstmals die Plattform Jetzt Zeichen setzen! (der unter anderem die Grünen, SPÖ, die Evangelische Kirche A. u. H. B. in Österreich sowie diverse Organisationen der römisch-katholischen Kirche angehören,[13]) in Erscheinung, das Redebeiträge auf einer Bühne am Heldenplatz organisierte. Nach Angaben der Veranstalter lag die Zahl der Teilnehmer zwischen 8.000 und 10.000, während die Polizei von 2.500 sprach.[44]

In der Herrengasse wurden zwei Busse blockiert; die Polizisten mussten die Besucher aus den Fahrzeugen in Richtung des Balles eskortieren, um einen Zusammenstoß mit den Demonstranten zu verhindern. Durch das vorzeitige Ende der Kundgebung am Heldenplatz – der Strom war ausgefallen – versuchten offenbar einige Teilnehmer, in der Innenstadt Gäste am Besuch des Balls zu hindern. Neun Personen wurden dabei wegen gerichtlich strafbarer Handlungen festgenommen, ihnen wird laut Polizei Körperverletzung, Widerstand gegen die Staatsgewalt sowie Gefährdung durch Sprengmittel vorgeworfen. Bei einem Tatverdächtigen wurde ein Sprengsatz in Dosenform gefunden. Laut Polizei handelte es sich dabei nach ersten Untersuchungen um ein hochexplosives Selbstlaborat mit einem Gewicht von 1,23 Kilogramm.[45] Elf Personen wurden wegen Sachbeschädigung festgenommen.[44] Im Zuge dieser Ereignisse wurden fünf Polizeibeamte und drei Ballbesucher verletzt. [45]

Laut Vertretern der Burschenschaft Bruna Sudetia kam es zu einem nächtlichen Brandanschlag auf ihr Verbindungshaus in der Wiener Strozzigasse. Mitglieder des „linken Blocks“ hätten versucht, die Türe einzubrechen, und diese dann in Brand gesteckt. Laut einem Mitglied der Burschenschaft musste die Feuerwehr ausrücken.[46] Die versuchte Brandstiftung wurde durch die Polizei bestätigt.[45] Ein Ballbesucher soll Pfefferspray gegen Teilnehmer der Demonstration eingesetzt haben. Der SPÖ-Politiker Albrecht Konecny wurde nach der Demonstration von Skinheads überfallen und verletzt[47], auf dem Portal Thiazi.net bekannten sich Rechtsextremisten zur Tat.[48] Laut Zeugenaussagen wurde der Vorfall von der Polizei beobachtet, die trotz mehrfacher Aufforderung durch die Zeugen nicht eingegriff. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf unterlassene Hilfeleistung eingeleitet.[49]

Proteste 2013[Bearbeiten]

Demonstration am Heldenplatz gegen den Akademikerball (2013)

Im Jahr 2013 beteiligten sich etwa 3.000 Personen an den Demonstrationen gegen den „Akademikerball“, der am 1. Februar stattfand. Über 1.000 Polizisten waren im Einsatz um die knapp 1.000 Ballbesucher zu schützen.[50] Ein Teil der Demonstranten blockierte den Zugang zur Hofburg, einer Ballbesucherin wurde ins Gesicht gespuckt, Andreas Mölzer wurde mit einem Farbbeutel beworfen.[51][52] Die Polizei sprach in einer Mitteilung davon, dass zwei Polizisten und zwei Ballgäste leicht verletzt wurden.[53] Die FPÖ bescheinigte der Wiener Polizeiführung „Totalversagen“.

Proteste 2014[Bearbeiten]

Im Jahr 2014 verhängte die Polizei ein Platzverbot über Teile der Innenstadt.[54] In den Bezirken 1 bis 9 wurde ein Vermummungsverbot verhängt.[55] Der Rechtswissenschaftler Bernd-Christian Funk kritisierte das Verbot als unverhältnismäßig und bezeichnete es als „Blankoschein“ für die Polizei. Eine auf dem Heldenplatz geplante Veranstaltung der Plattform „Jetzt Zeichen setzen“ wurde von der Polizei an diesem Ort untersagt und daraufhin von den Organisatoren abgesagt.[56] Die Tageszeitung Der Standard sah durch die Absperrungen die Pressefreiheit gefährdet;[57] auch die Journalistengewerkschaft, der Redakteursrat von Puls 4 und des ORF, sowie die Organisation Reporter ohne Grenzen forderten erfolglos die Rücknahme der Beschränkungen für die mediale Berichterstattung.

Laut Polizei nahmen 6.000 vorwiegend friedliche Menschen an den Demonstrationen gegen den Akademikerball 2014 teil, laut Veranstaltern 12.000.[58] Der von Wien Mitte losgehende Demonstrationszug des nowkr-Bündnisses wurde von einem etwa 100 Personen starken Schwarzen Block angeführt, während die Offensive gegen Rechts (OGR) bunt und unvermummt von der Universität Wien zum Stephansplatz zog.[59]

Die vom Platzverbot betroffenen Teile der Innenstadt waren mit mehr als 2.000 Polizisten abgeriegelt. Nachdem sich die OGR-Demo am Stephansplatz auflöste, gelang es jedoch gegen 18:30 Uhr einer Gruppe von mehreren Hundert Personen eine Polizeiabsperrung hinter der Staatsoper zu überrennen und somit in die Sperrzone einzudringen.[60] Als daraufhin die am Stephansplatz befindlichen Polizeieinheiten zur Staatsoper abgezogen wurden und nur noch 20-30 Beamte am Stephansplatz zurückließen, obwohl kurz darauf, um 18:50 Uhr, die vom Schwarzen Block angeführte nowkr-Demo von Wien Mitte ebenfalls (auf der angemeldeten Route) am Stephansplatz eintraf, eskalierte die Situation. Einigen Demonstrationsteilnehmern gelang es, die spärliche Polizeikette zu umlaufen und vermummte Personen attackierten die Beamten von allen Seiten, woraufhin sich diese zum Haas-Haus zurückzogen.[61] Die etwa 2.500 Personen umfassende Demonstration des nowkr-Zuges zerstreute sich nun fluchtartig, wobei ein Teil randalierend über den Graben und die Wipplinger Straße Richtung Schottentor zog.[62] Polizeibeamte entlang der Route schritten zunächst angesichts der randalierenden Menge nicht ein oder ergriffen die Flucht.

Beschädigte Auslage am Graben

Am Graben wurden einige Schaufensterscheiben eingeschlagen, unter anderem die eines Juweliers und eines Kaffeegeschäfts. Am Hof schlugen Randalierer mit ausgerissenen Baustellen-Straßenschildern die Scheiben der Polizeiinspektion ein. Ein Funkwagen des ORF, elf Einsatzfahrzeuge der Wiener Polizei und einige Privatautos wurden beschädigt. In der Wipplinger Straße wurden Scheiben einer OPEC- und EU-Niederlassung eingeschlagen.[63] Es kam zu mehreren Festnahmen.[64]

Hinter dem Burgtheater wurde eine Sitzblockade größeren Ausmaße veranstaltet, ebenso am Karl-Renner-Ring, wo zeitweise bis zu 2.000 Demonstranten versammelt waren. An beiden Orten kam es wiederholt zu Auseinandersetzungen, Schlagstock- und Pfefferspray-Einsatz und dadurch verletzte Polizisten und Demonstranten.[61] [65] Der Standard berichtete, dass einer seiner Fotografen von der Polizei angegriffen wurde.[66] Die Akademie der bildenden Künste, die am selben Tag einen Tag der offenen Tür veranstaltete, wurde von der Polizei eingekesselt, da diese 50 von ihr verfolgte Demonstranten in dem Gebäude vermutete. Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) kritisierte die Aktion scharf, die Rektorin Eva Blimlinger sprach von einem Skandal und forderte eine Entschuldigung der Polizei.[67]

Während der entstandene Sachschaden am Tag danach von der Polizei mit über einer Million Euro beziffert wurde, ging die Staatsanwaltschaft zwei Monate später von einem Gesamtschaden von 500.000 Euro aus.[68][69] Der Polizeieinsatz zur Sicherung des Balles soll etwa eine Million Euro gekostet haben.[70] Der an der Demonstration beteiligte Deutsche Josef S. aus Jena wurde am 22. Juli 2014 unter anderem wegen Landfriedensbruch zu einem Jahr teilbedingter Haft verurteilt.[71] Ein weiterer Demonstrant, Hüseyin S., wurde ein Monat später vom Vorwurf des Landfriedensbruchs freigesprochen, jedoch wegen schwerer Körperverletzung in erster Instanz verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.[72]

Nachdem auf der Website nowkr.at den Jungen Grünen der Satz „Unseren Hass könnt Ihr haben“ zu lesen war,[73] drohte die Grünen-Parteivorsitzende Eva Glawischnig mit dem Ausschluss aus der Partei.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wiener Akademikerball – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Abfrage im Zentralen Vereinsregister am 16. Februar 2011.
  2. Wiener Korporations-Ball: Über den WKR (Internet Archive)
  3. a b Letzter Korporationsball in der Hofburg. In: ORF. 1. Dezember 2011
  4. WKR-Ball 2012 zum letzten Mal in der Hofburg. In: Der Standard. 1. Dezember 2011
  5. a b Hofburg Vienna: Wiener Korporationsball 2012 zum letzten Mal in der Hofburg Vienna. 1. Dezember 2011
  6. Sebastian Pumberger: WKR-Ball-Nachfolger auch 2013 in der Hofburg. In: Der Standard. 9. März 2012
  7. Corinna Milborn: Boku-Ball muss FPÖ weichen. In: News. 15. März 2012
  8. Akademikerball: Massive Kritik an Polizei und Randalierern. In: Der Standard, 25. Jänner 2014.
  9. Fabian Kretschmer: Zu Gast auf Akademikerball, Der Spiegel, 25. Jänner 2014
  10. a b Riesiges Polizei-Aufgebot, 500 Demonstranten, vier Festnahmen. In: Der Standard. 29. Jänner 2011
  11. Proteste gegen „Burschenschafter Ball“ in Hofburg. In: Die Presse. 22. Jänner 2008
  12. Proteste angekündigt. In: Der Standard. 29. Jänner 2009
  13. a b Jetzt Zeichen setzen!: UnterstützerInnen
  14. Saskia Jungnikl & Sebastian Pumberger: Rechtsextremer Vlaams Belang-Chef am Hofburg-Ball. In: Der Standard. 9. Februar 2010
  15. Anita Zielina: Fünf Fragen und Antworten zum WKR-Ball. In: Der Standard. 28. Jänner 2011
  16. a b Österreichisches Parlament: WKR-Ball in der Hofburg (4430/AB): Anfragebeantwortung durch den Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend Dr. Reinhold Mitterlehner zu der schriftlichen Anfrage (4480/J) der Abgeordneten Mag. Dr. Wolfgang Zinggl, Kolleginnen und Kollegen an den Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend betreffend WKR-Ball in der Hofburg. 1. April 2010
  17. WKR-Ballausschuss: Zurückweisung falscher Behauptungen. 28. Jänner 2010
  18. Umstrittenster Ball Österreichs. In: Salzburger Nachrichten. 26. Jänner 2012
  19. Österreichische HochschülerInnenschaft: ÖHs Uni Wien und Bundesvertretung rufen zur Demo gegen den WKR-Ball auf. 27. Jänner 2011
  20. Casinos Austria gegen WKR-Ball in Wiener Hofburg. In: Der Standard. 30. November 2011
  21. Ralf Leonhard: Korporationsball Wien: Tanz der rechten Schläger. In: die tageszeitung. 19. Januar 2012, abgerufen am 23. Januar 2013.
  22. Ballausschuss des Wiener Korporationsballes: Gegendarstellung. 30. November 2011
  23. UNESCO streicht „Wiener Ball“ aus Weltkulturerbe. In: Kleine Zeitung. 19. Jänner 2012
  24. SOS Mitmensch: Elfriede Jelinek für Rücktritt der UNESCO Kommission nach WKR-Kulturerbe-Skandal. 19. Jänner 2012
  25. Committee strikes Vienna balls from culture list, citing concerns about extremism. In: The Washington Post. 19. Jänner 2011
  26. Blaise Gauquelin: Valse brune à Vienne. In: Libération. 28. Jänner 2012
  27. Scharfe Kritik an Le Pen wegen Besuchs von „widerlichem Ball“. In: Der Standard. 31. Jänner 2012
  28. Tobias Müller: Der letzte Tanz der „neuen Juden“ in der Hofburg. In: Der Standard. 29. Jänner 2012
  29. Breite Empörung über Straches Judenvergleich. In: Der Standard. 30. Jänner 2012
  30. „Völlig falsch und aus dem Zusammenhang“. In: ORF. 3. Februar 2012
  31. VERFASSUNGSSCHUTZBERICHT 2009, eingesehen am 3. Dezember 2014
  32. Burschenschafter-Ball sorgte wieder für Proteste. In: Kronen Zeitung. 28. Jänner 2011
  33. Klaus Stöger: Wien: Die Demometropole. In: Die Presse. 29. Jänner 2011
  34. a b Jahresbericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung für 2011
  35. 700 Anzeigen bei Demo gegen Ball, oe24.at, 1. Februar 2010 (abgerufen am 30. August 2014)
  36. Der Menschenrechtsbeirat: 2010/04 - Empfehlung zum Umgang mit sogenannten „Polizeikesseln“. Empfehlung Nr. 349
  37. Jahresberichte des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (jeweils für das Vorjahr): 2009, 2010
  38. Wien: Spontandemo nach no-WKR-Demo-Verbot, 28. Jänner 2011 (abgerufen am 30. August 2014)
  39. Spontane Demonstration gegen das Demonstrationsverbot, Daniel Hrncir, WienTV.org, 28. Jänner 2011 (abgerufen am 30. August 2014)
  40. No WKR 2011 - Die verbotene Demo, Freies Medium Ottensheim, 29. Jänner 2011 (abgerufen am 30. August 2014)
  41. Verbot der Anti-WKR-Demo 2011 verfassungswidrig. derStandard.at, 16. April 2013, abgerufen am 18. April 2013.
  42. Andreas Wetz: Demo-Touristen aus Deutschland bei WKR-Ball. In: Die Presse. 28. Jänner 2012
  43. Maria Sterkl: Fragen und Antworten zu Anti-WKR-Demos. In: Der Standard. 27. Jänner 2012
  44. a b WKR-Ball: 21 Festnahmen bei Demo. In: ORF. 28. Jänner 2012
  45. a b c WKR-Demo: Was wirklich passiert ist. In: Der Standard. 3. Februar 2012.
  46. WKR-Ball: Kritik an Polizei von allen Seiten. In: Die Presse. 28. Jänner 2012
  47. Strache auf WKR-Ball: „Wir sind die neuen Juden“. In: Der Standard. 29. Jänner 2012.
  48. Rechtswalzer, Profil, 4. Februar 2012
  49. Fall Konecny: Ermittlungen gegen Polizisten. In: Der Standard. 9. Februar 2012.
  50. Akademikerball: Schlagabtausch nach der Ballnacht. Vier Verletzte, zwölf Festnahmen – die FPÖ bescheinigt der Wiener Polizeispitze Totalversagen kurier.at, abgerufen am 30. Jänner 2014
  51. Ball konnte nur dank Polizei stattfinden. Die Wiener Exekutive weist FP- Attacken zurück, sie hätte beim Akademikerball versagt diepresse.com, abgerufen am 7. Februar 2013
  52. Akademikerball: Schlagabtausch nach der Ballnacht. Vier Verletzte, zwölf Festnahmen – die FPÖ bescheinigt der Wiener Polizeispitze Totalversagen kurier.at, abgerufen am 7. Februar 2013
  53. Massenprotest gegen den Akademikerball. In: Der Standard. 2. Februar 2013.
  54. Grafik: Hier gilt das Platzverbot, Die Presse, 23. Jänner 2014.
  55. Polizei verordnet Vermummungsverbot (22. Jänner 2014), wien.orf.at, abgerufen am 25. Jänner 2014.
  56. Platzverbot für Journalisten, Wiener Zeitung, 23. Jänner 2014.
  57. Großes Polizeiaufgebot bei Demonstrationen, Der Standard, 24. Jänner 2014.
  58. Fest der rechtspopulistischen FPÖ: Gegner des Akademikerballs randalieren in Wien. In: Spiegel Online. 24. Jänner 2014.
  59. Demo gegen tanzende Rechtspopulisten. In: tagesschau.de. 24. Jänner 2014.
  60. Alles Linkswalzer, Reportage von WienTV.org, 31. Jänner 2014 (abgerufen am 30. August 2014)
  61. a b vgl. Zeugenbefragung im "Josef S.-Prozess, Gericht: Josef S. ist schuldig, Berichterstattung aus dem Gerichtssaal (abgerufen am 30. August 2014)
  62. Akademikerball: "Polizei-Einsatz war ein riesiger Erfolg", kurier.at, abgerufen am 28. Jänner 2014.
  63. Akademikerball: Massive Kritik an Polizei und Randalierern auf derstandard.at, abgerufen am 29. Jänner 2014.
  64. Großes Polizeiaufgebot bei Demonstrationen, Der Standard, 24. Jänner 2014.
  65. Akademikerball der FPÖ: Gegner randalieren in Wien
  66. Polizei schlug Journalisten. In: WienerZeitung.at. 24. Jänner 2014.
  67. Punktuelle Eskalation in der Innenstadt, ORF, 25. Jänner 2014.
  68. Festnahmen, Verletzte, zerstörte Autos. ORF, 25. Januar 2014, abgerufen am 25. Januar 2014.
  69. Der Standard: Akademikerball-Proteste: Anklage gegen deutschen Aktivisten, 18. März 2014
  70. 2.000 Polizisten und eine Million € für Demo-Einsatz. In: Heute.at. 24. Jänner 2014.
  71. orf.at: Zwölf Monate Haft für Josef S., 22. Juli 2014, abgerufen am 22. Juli 2014.
  72. Sechs Monate bedingte Freiheitsstrafe für Hüseyin S. - Urteil nicht rechtskräftig, derstandard.at, 18. August 2014 (abgerufen am 30. August 2014)
  73. Wirbel um Website des grünen Nachwuchs auf orf.at, abgerufen am 28. Jänner 2014.