Wietzen

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Wietzen in Niedersachsen. Siehe auch: Wietzen (Gemeinde Lichtenau) bzw. Vietzen.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wietzen
Wietzen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wietzen hervorgehoben
52.7116416666679.077391666666745Koordinaten: 52° 43′ N, 9° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Nienburg/Weser
Samtgemeinde: Marklohe
Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 40,41 km²
Einwohner: 2178 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31613
Vorwahl: 05022
Kfz-Kennzeichen: NI
Gemeindeschlüssel: 03 2 56 036
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstraße 14
31607 Marklohe
Webpräsenz: www.marklohe.de
Bürgermeister: Hans-Jürgen Bein (CDU)
Lage der Gemeinde Wietzen im Landkreis Nienburg/Weser
Steinhuder Meer Nordrhein-Westfalen Landkreis Diepholz Landkreis Oldenburg Landkreis Schaumburg Landkreis Heidekreis Landkreis Verden Region Hannover Balge Binnen Binnen Binnen Binnen Bücken Diepenau Drakenburg Estorf (Weser) Eystrup Eystrup Gandesbergen Hämelhausen Hämelhausen Haßbergen Haßbergen Hassel (Weser) Hassel (Weser) Heemsen Hilgermissen Hoya Hoyerhagen Husum (bei Nienburg) Landesbergen Leese Liebenau (Niedersachsen) Linsburg Linsburg Marklohe Nienburg/Weser Pennigsehl Raddestorf Rehburg-Loccum Rodewald Rohrsen Schweringen Steimbke Steyerberg Steyerberg Stöckse Stolzenau Uchte Warmsen Wietzen WarpeKarte
Über dieses Bild

Wietzen ist eine Gemeinde im Landkreis Nienburg/Weser, Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Wietzen liegt zwischen Wesermarsch und Geest und gehört zur Samtgemeinde Marklohe. Die Kreisstadt Nienburg liegt in 13 km Entfernung.

Südlich von Wietzen entspringt der in die Weser mündende Bückener Mühlenbach.

Geschichte[Bearbeiten]

Ende des 11. Jahrhunderts wurde im Gebiet der Gemeinde Wietzen die Burg Stumpenhusen erbaut. Von der ehemaligen Burg ist jedoch heute nichts mehr erhalten. Der Burghügel ist völlig einplaniert.[2] Etwa zur gleichen Zeit wurde die heute noch vorhandene St.-Gangolf-Kirche errichtet.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform schloss sich die Gemeinde Wietzen zum 1. April 1970 der Samtgemeinde Marklohe an. Am 1. März 1974 wurde die vorher selbstständige Gemeinde Holte in die Gemeinde Wietzen eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1961 1970 1987 1992 1997 2002 2007 2008 2009 2010 2011
Einwohner 2341 2287 2041 2133 2260 2213 2174 2148 2158 2145 2113

(1961 am 6. Juni, 1970 am 27. Mai, jeweils mit Holte[4]; ab 1987 jeweils am 31. Dezember[5])

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2011[6][7]
Wbt.: 56,95 % (2006: 54,74 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
66,75 %
33,24 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   2
   0
  -2
  -4
+1,13 %p
+0,73 %p
-1,85 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde besteht aus zwölf Ratsfrauen und Ratsherren sowie dem nebenamtlichen Bürgermeister.

  • CDU 9 Sitze (±0)
  • SPD 4 Sitze (±0)

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Bürgermeister[Bearbeiten]

In der aktuellen Kommunalwahlperiode (2011–2016) fungiert Hans-Jürgen Bein (CDU) als ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Heimatstube Wietzen: 1984 wurde im Auftrag des Gemeinderates Wietzen vom Heimatpfleger Heinrich Lüdeke eine Heimatstube in der "Alten Schule" eingerichtet. Hier sollten die bäuerliche Arbeitswelt, altes Handwerk und dörfliche Wohnkultur vorgestellt werden. 1995 zum ersten Mal räumlich erweitert, verfügt die Heimatstube heute u.a. über Tischler-, Maler-, Stellmacher- und Schmiedewerkstätten. Eine Backstube ist auch vorhanden. 2007 wurde der alte Bahnhofschuppen von 1922 durch den Förderverein der Heimatstube an diesen Standort versetzt und restauriert. Hier werden insbesondere große alte Landmaschinen ausgestellt. Mit der Grundschule Wietzen verbindet die Heimatstube Wietzen seit vielen Jahren eine Schul- und Museumspädagogische Zusammenarbeit.

Geschichtswerkstatt Wietzen: Sie wurde auf Initiative von Helmut Rode im Januar 2011 eröffnet und steht unter dem Motto der in den 1970er Jahren in Skandinavien gegründeten Geschichtswerkstätten: "Grabe - wo du steht". Die Dorfgeschichte von Wietzen soll sichtbar gemacht werden gemäß der Aussage des Hans von Keler "Geschichte ist nicht nur Geschehenes, sondern Geschichtetes - also der Boden auf dem wir stehen und bauen".

Die Geschichtswerkstatt Wietzen möchte den Strom der Dorfgeschichte erarbeiten, "um unserem Leben, dem Leben unserer Bezugsgruppe, unserer gegenwärtigen "Schicht" - einen Sinn zu geben" (Zit. Rode). Die Geschichtswerkstatt versteht sich als Bestandteil der Heimatstube Wietzen und arbeitet eng mit dem Dorfkulturkreis Wietzen e. V. zusammen. Bisher (Stand: Dezember 2011) wurde ein aktueller Flyer "Wietzener Geschichtszahlen", die Broschüre "Die St. Gangolf Kirche zu Wietzen - die Grafen von Stumpenhusen" und ein Band mit den Erzählungen und Gedichten von Elfriede Thies herausgeben.

Heimatpflege[Bearbeiten]

Dorfkulturkreis Wietzen: Die Landjugend Wietzen und der örtliche Gemischte Chor gründeten 1962 den Dorfkulturkreis Wietzen. Ihr Anliegen war die Errichtung einer Freilichtbühne, um durch Chorgesang und Volkstanz altes heimatliches und bäuerliches Kulturgut zu pflegen und zu erhalten.

Heute gestaltet der Dorfkulturkreis die Vortragsreihe "Wietzen - wie es früher war", berichtet auf plattdeutsch vom Leben alter Zeiten und stellt das Entstehen und den Werdegang Wietzener Betriebe dar. Jedes Jahr werden mehrere Wanderungen in der Ortschaft Wietzen und Holte und umzu angeboten. Im Sommer zieht ein Sommerfest mit Gottesdienst auf Plattdeutsch, viel kultureller Unterhaltung und dem berühmten Butterkuchen aus dem Steinbackofen alt und jung auf die Mühlbach-Freilichtbühne. So behalten Bürgersinn und Gemeinschaftsgeist immer eine Heimat im Dorf, und Wietzen bleibt Lebensraum von Rang.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt direkt an der Bundesstraße 6 von Bremen nach Hannover. In unmittelbarer Nähe führt außerdem die Bundesstraße 214 von Nienburg nach Sulingen durch die Gemarkung.

Der nächste Bahnhof ist in Nienburg an der Hauptstrecke Bremen–Hannover.

Wietzen liegt an der seit 1997 stillgelegten Bahnstrecke Nienburg–Sulingen. Der Personenverkehr wurde hier bereits am 27. September 1969 eingestellt, der Güterverkehr 1992. Der Bahnhof Wietzen wurde zwischenzeitlich abgerissen, die Bahnstrecke jedoch nicht abgebaut (Stand November 2011).

Wirtschaft[Bearbeiten]

Größter Arbeitgeber in der Gemeinde ist die Niederlassung der Wiesenhof Geflügelspezialitäten im Ortsteil Holte. Weitere Wirtschaftsfaktoren sind die Logistikbranche, das Bauhandwerk und der Einzelhandel. Es gibt Filialen der Sparkasse Nienburg und der Volksbank Aller-Weser eG. Zudem ist die Landwirtschaft wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Gemeinde, auch mit angegliederten Betrieben, wie Landtechnik und Vertrieb der erzeugten Produkte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ernst Thoms (1896–1983) war ein herausragender Maler der Neuen Sachlichkeit. Er verbrachte von 1978 bis zu seinem Tode den Lebensabend im Ortsteil Langeln.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Lüdeke und Hermann Claus (Hrsg.): Wietzen wie es früher war.
  • Heinrich-Detlev Gadesmann: „Nur malen, malen und allein sein“. Ernst Thoms. Historische Schriftenreihe des Landkreises Nienburg/Weser (Hrsg.). Sonderausgabe 1991.
  • Martin Last: Wietzen als Zentrum adliger Herrschaft des hohen Mittelalters. Burg/Hof – Eigenkirche/Grablege. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte (NsJbLG) 55, 1983, S. 139-180.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wietzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. http://www.burgeninventar.de/html/nie/NIEN_big.html
  3. http://www.stadtkontor.nienburg-online.de/de/cont/kultur/sehen/tour/tour.php3?ID=791
  4. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 199.
  5. LSKN-Online
  6. http://wahl.kdo.de/index.php?kommune=Samtgemeinde%20Marklohe&instflash=yes&noflash=&wahl=2011_____Wahl%20des%20Gemeinderates%20Wietzen%2011.09.2011_____110823093514942&showData=tabelle
  7. http://wahl.kdo.de/index.php?kommune=Samtgemeinde%20Marklohe&instflash=yes&noflash=&wahl=2006_____Wahl%20Gemeinderat%20Wietzen%2010.09.2006_____060719140375747&showData=tabelle