Wilhelm von Kobell

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Wilhelm von Kobell: Selbstporträt, um 1800
Wilhelm von Kobell:Vieh und Reiter in italienischer Landschaft 1796
Auf der Sendlinger Haide, Radierung von 1812

Wilhelm Alexander Wolfgang Kobell, seit 1815 Ritter von Kobell (* 6. April 1766 in Mannheim; † 15. Juli 1853 in München) war ein deutscher Maler und Radierer.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn Ferdinand Kobells wurde zunächst durch seinen Vater, später durch Franz Anton Leitenstorffer und Egid Verhelst an der Mannheimer Zeichnungsakademie ausgebildet, studierte die Werke der Mannheimer und Düsseldorfer Galerie und folgte 1792 der Berufung als Hofmaler nach München. 1809/10 hielt sich Kobell in Wien und Paris auf und wirkte 1814–26 als Professor der Landschaftsmalerei an der Münchner Akademie.[1] 1815 wurde Kobell mit dem Ritterkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone ausgezeichnet und aufgrund der Ordensstatuten als Ritter von Kobell in den persönlichen Adelsstand erhoben. 1833 erhielt er durch König Ludwig I. den erblichen Adelsstand.

Wilhelm von Kobell heiratete Maria Anna Theresia von Krempelhuber (1773–1839), eine Tochter des durch den Kurfürsten Karl Philipp Theodor in den Adelsstand erhobenen vermögenden Münchener Bürgers Sebastian Ludwig von Krempelhuber (1739–1818) und der Maria Anna Benigna (1748–1814). Wilhelm von Kobells Sohn Franz, geboren am 19. Juli 1803 in München, war ein bedeutender Münchener Mineraloge und wurde zudem als Dichter hochdeutscher wie oberbayerischer und pfälzischer Gedichte und Mundartstücke bekannt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Kobell malte Tier- und Schlachtenbilder, Landschaften und Porträts, deren Stil zunächst noch unter dem Einfluss der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts (vor allem dem von Philips Wouwerman[2]) stand und über den romantisierenden Klassizismus zum vollendeten Biedermeier gelangte.

1808–1815 schuf er für den bayerischen Kronprinzen Ludwig einen Zyklus von Szenen aus den Napoleonischen Kriegen, darunter „Die Belagerung von Kosel (1808). Diese Reihe von zwölf Bildern beauftragte Ludwig I. nach dem Vorbild des Schlachtenzyklus von Franz Joachim Beich, den dieser für Maximilian II. Emanuel gemalt hatte.[3]

Zu seinen bekanntesten Bildern zählen „Vieh und Reiter in italienischer Landschaft” (1796), „Die Furt” (1799), „Pferderennen” (1811), „Ruhende Kühe” (1812), „Reiter am Tegernsee” (1832) und „Ansicht vom Tegernsee” (1838). Bedeutend sind auch seine zahlreichen Radierungen. Das grafische Werk Kobells umfasst 134 Blätter.

Rezeption[Bearbeiten]

Seine größeren Werke wurden im 19. Jahrhundert als wenig lebendig kritisiert, seine Radierungen und Aquatintablätter nach anderen Meistern galten als lebhafter.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wilhelm von Kobell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lexikon der Deutschen, Wiener Verlag (1999)
  2. a b Wilhelm von Kobell. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 9, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien 1885–1892, S. 0895.
  3. Ulrike von Hase-Schmundt: Joseph Stieler : 1781 - 1858. Sein Leben u. sein Werk. Krit. Verzeichnis d. Werke. Prestel, München 1971, ISBN 3-7913-0340-6, S. 91