Zabeltitz

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Dieser Artikel behandelt den Ortsteil Zabeltitz der Stadt Großenhain. Zum preußischen Oberst Zabeltitz siehe Friedrich Ernst von Zabeltitz, zum königlich preußischen Generalmajor Zabeltitz siehe Johann Ernst von Zabeltitz.

51.35333333333313.499166666667106Koordinaten: 51° 21′ 12″ N, 13° 29′ 57″ O

Zabeltitz
Wappen von Zabeltitz
Höhe: 106 m
Fläche: 52,81dep1
Einwohner: 1037 (1. Jan. 2010)
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 01561
Vorwahl: 03522
Bild von Zabeltitz

Zabeltitz ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Großenhain an der Nordgrenze des Landkreises Meißen, Sachsen.

Geografie[Bearbeiten]

Klimadiagramm von Zabeltitz

Geografische Lage und Naturraum[Bearbeiten]

Zabeltitz liegt etwa 9 Kilometer von Großenhain entfernt an der Großen Röder in der Großenhainer Pflege. Die B 101 tangiert den Ort. Am östlichen Ortseingang existiert eine Haltepunkt der Bahnstrecke Berlin–Dresden.

Die nähere Umgebung von Zabeltitz wird von der Auenlandschaft der Röderaue geprägt. Ursprünglich eine Sumpflandschaft, wird das Gebiet heute von ausgedehnten Hartholzauwäldern (Erle, Ulme, Eiche, Buche) dominiert. In der Elligastniederung zwischen Nasseböhla und Zabeltitz ist ein großräumiger Komplex von eng miteinander verzahnten Naßwiesen und Niedermooren erhalten geblieben, der einen hochwertigen Lebensraum für zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten darstellt und demnächst als Naturschutzgebiet ausgewiesen wird.

Früher fand man in der Nähe von Zabeltitz Bergkristalle, die so genannten Zabeltitzer Kiesel[1] oder Zabeltitzer Diamanten[2].

Klima[Bearbeiten]

Zabeltitz liegt mit seinem humiden Klima in der kühl-gemäßigten Klimazone, jedoch ist ein Übergang zum Kontinentalklima spürbar.[3] Die nächsten Wetterstationen befinden sich in Richtung Norden in Doberlug-Kirchhain, westlich des Ortes in Torgau sowie südlich in Oschatz und Dresden.

Geschichte[Bearbeiten]

Deutung des Ortsnamens[Bearbeiten]

Die Ämter Hayn und Zabeltitz um 1752

Der Name Zablatwiz kommt aus dem altsorbischen und bedeutet soviel wie ‚Hinter den Sümpfen‘.

Entwicklung des Ortsnamens[Bearbeiten]

  • 1207: Zablatwitz[4]
  • 1210: Zabulotiz
  • 1288: Zabeltiz
  • 1350: Zcabilticz
  • 1381: Zcabilwicz
  • 1396: Sabelticz
  • 1437: Czobelticz
  • 1540: Zabeltitz

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Zabeltitz wurde erstmals im Jahr 1207 als Zablatwiz urkundlich erwähnt.[4] Im Mittelalter stand dort eine Wasserburg, welche die alte Salzstraße, an der Zabeltitz lag, schützte. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts war Zabeltitz im Besitz der Familie von Zobeltitz. Im Jahr 1588 kaufte der sächsische Kurfürst Christian I. das Gut. Zu jener Zeit existierte (am Standort des heutigen Palais auf der Röder-Insel) die 1565 von Nickel Pflugk zu einem Wohnschloss (im Renaissancestil) umgebaute Wasserburg. Der Kurfürst baute daneben das jetzt so genannte Alte Schloss als kurfürstliches Stallgebäude sowie zur Unterbringung von Gästen und Gefolge. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Zabeltitz 1637 von den Schweden geplündert und verwüstet.

1728 schenkte August der Starke das Gut seinem Minister August Christoph von Wackerbarth, der an der Stelle des Pflugk'schen Renaissanceschlosses in den Jahren 1728–1730 das heutige Palais errichtete und einen Barockpark anlegte.

Im Jahr 1808 wurde der Ort von einem Großbrand verwüstet. Ab 1875 kam es durch den Eisenbahnanschluss zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Der Kammerherr Arnhold von Frege-Weltzin kaufte Ende des 19. Jahrhunderts das Gut Zabeltitz. 1912 besuchte Sachsens letzter König, Friedrich August III., Zabeltitz. Der damalige Bürgermeister Hirschnitz hatte vor diesem Besuch eine Audienz beim König und als dieser fragte, wo denn „Zabeltitz” liege, antwortete Hirschnitz: „Was, das kennen sie nicht? Das ist doch die Krone von Deutschland!”.

Am 1. Januar 1994 erfolgte der Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Zabeltitz-Treugeböhla, Görzig, Nasseböhla (mit Stroga), Skäßchen (mit Krauschütz, Skaup und Uebigau) und Strauch zur Gemeinde Zabeltitz.[5] Als solche existierte sie bis zum 31.Dezember 2009. In einem Bürgerentscheid am 7. Juni 2009 entschieden sich 81,22 Prozent der Zabeltitzer Wähler für eine Eingemeindung nach Großenhain. Diese wurde zum 1. Januar 2010 vollzogen.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke und Parks[Bearbeiten]

Kurfürstliches Stallgebäude im Renaissancestil (Altes Schloss genannt)[Bearbeiten]

Kurfürstliches Stallgebäude, „Altes Schloß“ genannt

Kurfürst Christian I. übernahm 1588 das Rittergut Zabeltitz für 80.000 Gulden. Seine besondere Leidenschaft galt der Jagd. Die alte Wasserburg auf der Röderinsel wurde neu hergerichtet; für prunkvolle kurfürstliche Jagden und deren Gefolge war sie jedoch zu klein. Es musste ein neues, größeres Gebäude für die Unterbringung der Gäste samt Dienerschaft, mit Ställen für die Pferde und Wirtschaftsräumen geschaffen werden. Der Bau des kurfürstlichen Stallgebäudes im Renaissancestil begann 1588 unter Aufsicht des Oberlandbaumeisters Paul Buchner, bekannt durch seine Dresdner Bauten (Zeughaus, Stallhof). Im Jahr 1591 waren beim Bau ständig 1 Steinmetz, 26 Maurer, 29 Zimmerleute, 1 Ziegeldecker und 4 Handarbeiter beschäftigt. Außerdem arbeiteten noch 128 Handfröner und 24 Teichknechte. 34 Wagen schafften Baumaterialien heran. Kleinholz lieferte der nahe gelegene Röderwald, schlagen mussten es die Untertanen (Bauern). Ziegel bezog man aus Großenhain und Kalk aus Dresden. Um die gesamte Schlossanlage wurde nach holländischem Vorbild ein Wassergraben gezogen. Bereits im Sommer 1591 ging man an die innere Ausgestaltung des Stallgebäudes. Heinrich Göding, Christoph Grohmann und Hans Fasolt bemalten Wände und Gewölbe mit Jagdbildern, entsprechend der Bestimmung von Zabeltitz als Jagdsitz.

Im Herbst 1591 starb der Kurfürst. Der nachfolgende Administrator, Friedrich Wilhelm, ließ den Bau sofort einstellen. Nur unter großer Anstrengung setzte Paul Buchner durch, dass wenigstens die halbvollendeten Bauten gedeckt und gegen Witterung geschützt wurden. Die Witwe Christians I., Sophie, hatte keine Mittel für größere Baumaßnahmen an ihrem Wittumssitz Zabeltitz zur Verfügung. Erst der junge Kurfürst Christian II. vollendete 1598 die Pläne seines Vaters. Fast alljährlich hielt Christian II. mit seinen Brüdern ein Jagdlager in Zabeltitz ab.

In den folgenden Jahrhunderten gehörte das Alte Schloss gemeinsam mit dem Palais (siehe unten) den jeweiligen Eigentümern des Rittergutes. 1949 zog das erste Landambulatorium in das Alte Schloss ein. Nach den sozialistischen Jahren im Volkseigentum war erst die Gemeinde Zabeltitz, nun die Stadt Großenhain Eigentümer. Heute beherbergt es eine Arztpraxis, eine Zahnarztpraxis, Wohnungen, Büroräume, Fremdenverkehrsamt, Standesamt, Jägersaal und einen größeren Konferenzraum (früher Kulturraum) genannt.

Barockschloss Zabeltitz (im Volksmund Palais genannt)[Bearbeiten]

Palais Zabeltitz

An der Stelle des heutigen Palais befand sich im Mittelalter eine Wasserburg mit Wallgraben zum Schutz der alten Salzstraße. 1565/66 ließ Nickel Pflugk die alte wehrhafte Wasserburg zu einem Wohnschloss im Renaissancestil umbauen. Neben neuen Wirtschaftsgebäuden ließ er außerdem auch die heutige Kirche St. Georgen neu errichten. Durch die umfangreiche Bautätigkeit war der Besitz stark verschuldet und wurde deshalb nach dem Tod des Nickel Pflugk und seiner Frau Elisabeth von den Erben 1588 an Kurfürst Christian I. von Sachsen verkauft. Deshalb wurde das Wohnschloss, erst wenige Jahre zuvor durch Nickel Pflugk erbaut, als Jagdschloss neu eingerichtet.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Zabeltitz 1637 von den durchziehenden Schweden geplündert und verwüstet. Nachdem 1655 einige Reparaturen an den verfallenen Gebäuden in Zabeltitz durchgeführt wurden, hielt Johann Georg II. 1657 und 1659 wieder Jagdlager in Zabeltitz ab. Ab 1699 wurde das Rittergut verpachtet. Das Schloss blieb jedoch den Kurfürsten vorbehalten. Später diente es als Wittumssitz der verwitweten Kurfürstin Anna Sophie (Mutter August des Starken). Da die Pächter oft den festgesetzten Pachtzins nicht zahlten und 1727 infolge einer Missernte fünf Dörfer die Steuern nicht aufbringen konnten, versuchte August der Starke den unrentablen Besitz so schnell wie möglich loszuwerden. August hatte schon 1717 seinem treuen Weggefährten, dem Generalfeldmarschall Graf August Christoph von Wackerbarth, ein Rittergut versprochen. Jetzt bot sich die Gelegenheit, Zabeltitz zu verschenken, da bereits ein Tausch Pillnitz gegen Zabeltitz mit der Gräfin Cosel fehlgeschlagen war. Am 16. Februar 1728 erhielt Graf von Wackerbarth das Rittergut Zabeltitz im Tausch gegen zwei Dresdner Häuser mit Mobiliar, die der König ihm kurzfristig übereignet hatte, da im Monat zuvor Wackerbarths Dresdner Amts- und Wohnsitz, das Gouvernementshaus, bis auf die Grundmauern niedergebrannt war.

Unter dem neuen Besitzer wurde nun fast der gesamte herrschaftliche Besitz zügig umgestaltet. Wackerbarth baute das Schloss auf der Insel (das "Palais") völlig neu und legte einen prächtigen Barockgarten an - wie er bereits 1719 bis 1723 den Barockgarten Großsedlitz geschaffen hatte. Innerhalb von nur zwei Jahren mussten alle Bauarbeiten weitgehend abgeschlossen sein, denn 1730 fand ein großes Manöver der sächsischen Truppen, das sogenannte Zeithainer Lustlager unter der Führung des Generalfeldmarschalls Wackerbarth statt, wo das neue Anwesen den hohen Gästen bereits präsentiert werden sollte. Diese Baumaßnahmen erfolgten unter Leitung von Johann Christoph Knöffel, der zu dieser Zeit Oberlandbaumeister in Sachsen war und schon seit einigen Jahren vom Generalbauintendanten Wackerbarth gefördert wurde. Die zahlreichen erhalten gebliebenen Pläne zeigen, dass Wackerbarth ursprünglich das Palais vergrößern wollte. Ob aus Geldmangel oder Zeitnot, das neu entstandene barocke Schloss wurde letztendlich auf den Grundmauern des alten Schlosses errichtet und behielt damit nahezu denselben Grundriss wie sein Vorgängerbau. Auch die alten Wirtschaftsgebäude aus der Zeit Christians I., Ende des 16. Jahrhunderts gebaut, wurden mit Ausnahme des kurfürstlichen Stallgebäudes abgerissen. An deren Stelle wurde eine neue Zufahrt zum Palais geschaffen, deren Beginn durch zwei Torpfeiler und „Torhäuschen“ betont wurde.

Nachdem der Alte Wackerbarth 1734 gestorben und in der Zabeltitzer St. Georgenkirche bestattet worden war, erbte der Junge, also sein Stief- und Adoptivsohn Graf Joseph Anton Gabaleon von Wackerbarth-Salmour dessen sämtliche Besitzungen. Während er Schloss Wackerbarth in Radebeul selbst nutzte, verkaufte er das Kurländer Palais in Dresden und schenkte Zabeltitz seinem im Piemont aufgewachsenen Neffen Giuseppe Antonio Gabaleone, Conte di Salmour, zur Hochzeit mit Gräfin Helena Isabella Lubieńska; nach dessen alsbaldigem Tode im Jahre 1759 verwaltete die Gräfin Salmour es für ihre Kinder; sie lebte in Prag als Hofdame einer Schwester des Kaisers Joseph II., der höchstselbst auf einer Reise in Zabeltitz Besuch machte. Sie galt als recht fromm und sittenstreng: Giacomo Casanova (1725−1798) hat sich in seinen Memoiren „Histoire de ma vie beklagt, sie habe dafür gesorgt, dass er aus Wien ausgewiesen wurde. Auf Wunsch des Prinzen Xaver von Sachsen, des zeitweiligen Regenten des Kurfürstentums, hin verkaufte sie jedoch 1768 den Besitz zurück an die Wettiner; sie erwarb dafür die Güter Schloss Kittlitz und Unwürde bei Löbau. Prinz Xaver lebte sodann bis zu seinem Tod 1806 auf Schloss Zabeltitz.

Anschließend wechselten die Besitzer. 1816 erwarb der Kammerherr Friedrich Freiherr von Weissenbach Zabeltitz. 1889 ging es an den Kammerherrn Arnold Woldemar Freiherr von Frege-Weltzin, der den Besitz vor dem drohenden Verfall rettete. Er erneuerte 1897 die Kirche und ließ 1898 verschiedene Umbauten im Palais vornehmen. Im 19. Jahrhundert wurde auch der um das Palais führende Wassergraben teilweise verfüllt. Bis zu diesem Zeitpunkt umschloss die Große Röder das gesamte Palais, danach floß diese nur noch an der vorderen Palaisseite entlang. 1932 wurde die Gutsanlage geteilt, die Familie Jay erhielt das Palais und der Kommerzienrat Paul Habich das Alte Schloss. 1945 erfolgte die Enteignung der Besitzerfamilien.

Nach 1945 diente das Palais zeitweilig als Unterkunft für Umsiedler und als Kinderheim für griechische Kinder. Ab 1955 befand sich in dem Gebäude eine Schulungsstätte (Institut für sozialistische Fortbildung im Verkehrswesen). Eine grundlegende Rekonstruktion erfolgte nach 1989 durch den neuen Eigentümer, die Deutsche Bahn. Diese nutzte es als Schulungsstätte. Die Stadt Großenhain kaufte im Dezember 2010 Palais und Barockgarten. Am 15. April 2011 erfolgte die symbolische Schlüsselübergabe.

Barockgarten Zabeltitz[Bearbeiten]

Spiegelteich im Barockgarten Zabeltitz

August Christoph von Wackerbarth legte 1728 den Barockgarten in Zabeltitz, ähnlich wie schon einige Jahre zuvor den Barockgarten Großsedlitz, nach dem Vorbild des Parks von Schloss Versailles an. Er zog für die Planung und Ausführung des Gartens in Zabeltitz Johann Christoph Knöffel heran, der auch barocke Gestaltungselemente seines Lehrmeisters Zacharias Longuelune umsetzte.

Der Mittelpunkt der Anlage ist das Palais. Von der Terrasse aus führt der Blick über das Parterre, den Spiegel- und Flaschenteich in die freie Landschaft. Rechts und links des Spiegelteiches bilden Lindenallee und Hainbuchenhecke eine Blickbegleitung bis zum Abschluss der Gartenanlage. Im Mittelteil wird durch die Anordnung der Wasserbecken, Wege und Rasenflächen sowie der Hecken und Bäume die strenge Regelmäßigkeit der barocken Gestaltung sichtbar. Die Gestaltung des Inselteiches mit Insel und Pavillon stammen aus den Jahren um 1800 und entsprechen einschließlich des Parkteils „Wildnis“ der englischen Gartenkunst.

Die Skulpturen wurden zwischen 1730 bis 1800 von verschiedenen Künstlern geschaffen, wobei die bekannteste Figurengruppe „Die Riesenkinder“ in der Werkstatt von Balthasar Permoser entstanden sein soll. In jüngster Vergangenheit konzentrierte sich die Arbeit im Barockgarten auf die Rekonstruktion von verschiedenen Gartenteilen.

St.-Georgen-Kirche[Bearbeiten]

St.-Georgen-Kirche Zabeltitz

Eine hölzerne Dorfkirche gab es bereits im Jahr 1495. Der Bau der heutigen Kirche geht auf Nickel Pflugk zurück. Sie wurde 1580/81 an Stelle der alten Holzkirche im spätgotischen Stil, aber bereits von der Renaissance beeinflusst, gebaut. Die spätgotische Dorfkirche St. Georgen ist heute das älteste erhalten gebliebene Bauwerk in Zabeltitz, da es alle Kriege und den Großbrand von 1808 nahezu unbeschadet überstand. Während des Baues, am 4. Oktober 1580, starb Nickel Pflugk. Seine Frau Elisabeth, eine geborene von Schönberg auf Purschenstein, ließ den Bau vollenden. Durch die rege Bautätigkeit war der Besitz unter Nickel Pflugk stark verschuldet. 1588 musste sein Sohn Caspar Pflugk auf Gauernitz auf Grund der hohen Schulden das Rittergut Zabeltitz an den Kurfürsten Christian I. von Sachsen verkaufen.

Die Erbauer der Kirche, Nickel und Elisabeth Pflugk, wurden zusammen mit weiteren sechs Angehörigen in der Kirche beigesetzt. Auch der für die Zabeltitzer Geschichte bedeutsame August Christoph Reichsgraf von Wackerbarth wurde 1734 in der Dorfkirche bestattet, jedoch ohne Grabmal. Die Gruft ist heute nicht mehr zugänglich. Der Kirchturm wurde 1735 umgebaut und in die heutige Form gebracht. Im Gewölbe des Chores fallen zwei Schlusssteine auf, auf denen die Wappen der Familien Pflugk und von Schönberg zu sehen sind. Das Grabmal (Epitaph) der Erbauer dient seit 1839 als Altar. Der Altar hat einen predigtartigen Aufbau und zeigt in Sandstein die Einsetzung des Heiligen Abendmahls, die Kreuzigung Jesu, die Auferstehung Jesu und die Dreifaltigkeit Gottes. Neben dem Altar stehen die Grabplatten der Erbauer der Kirche. Der ursprüngliche Altar von 1581 gelangte nach 1945 über einige Umwege aus dem Palais von Zabeltitz in die Johannes-Kirche von Hoyerswerda. Die Kirche wurde mit Werken der Renaissancekunst reich ausgestattet. Der heutige Altar und der Taufstein sind Arbeiten aus der Werkstatt des Dresdner Bildhauers Christoph Walther II. Die aus Holz geschnitzte Kanzel zeigt den Vertreter des alten Bundes, Moses mit den Gesetzestafeln und für den neuen Bund die vier Evangelisten mit ihren dazugehörigen Symbolen. Bemerkenswert und vermutlich einmalig ist, dass die Gesetzestafeln des Moses 11 Gebote enthalten.

Die Orgel ist 1897 eingebaut worden von der Firma Kreuzbach aus Borna bei Leipzig. In den 1990er Jahren wurde sie generalüberholt. Die Außenrenovierung der Kirche erfolgte zur 400-Jahrfeier 1981, die Innenrenovierung in den Jahren nach 1990. Der Innenraum gibt durch seine freundliche Helligkeit und Geschlossenheit einen harmonischen Gesamteindruck und vermittelt das Gefühl der Geborgenheit.

Die große und mittlere Glocke aus dem 16. bzw. 18. Jahrhundert wurden im Ersten Weltkrieg vom Turm geholt, zerschlagen und vermutlich eingeschmolzen. Die kleine Glocke wurde 1922 verkauft, als die Kirche das jetzige Geläut erhielt. Das Geläut, eine Arbeit der Bochumer Gußstahlfabrik, umfasst drei Glocken mit je einem Spruch. Sie wiegen 1165.5 kg, 682.5 kg und 442 kg.

Museen[Bearbeiten]

Spielmannszug Zabeltitz
Bauernmuseum Zabeltitz
Haltepunkt Zabeltitz

Das Bauernmuseum Zabeltitz befindet sich in einem Dreiseitenhof. Es wurde 1982 eingerichtet und umfasst vor allem alte ländliche Arbeitsgeräte, wie sie für die Umgebung des Ortes einst typisch waren.

Musik[Bearbeiten]

  • Kirchenchor Zabeltitz
  • Chorgemeinschaft Zabeltitz e.V.
  • Spielmannszug Zabeltitz,[7] 11-maliger sächsischer Landesmeister der Spielmannszüge

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Januar: Hochzeitsmesse
  • März: Schauvorführung sorbischer Ostereier
  • April: Saisoneröffnung des Bauernmuseums mit Handwerkermarkt
  • August: Parkfest
  • September: Bauernmarkt zum Tag des offenen Denkmals
  • Oktober: Hubertusfest
  • Dezember: Weihnachtsmarkt

Sport[Bearbeiten]

  • SSV Zabeltitz Treugeböhla e.V. mit Handball, Volleyball, Popgymnastik, allg, Sportgruppe und Spielmannszug
  • Fußballverein Zabeltitz e.V.
  • Kneippverein Riesa-Großenhain e.V.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Luise Grundmann, Dietrich Hanspach (Verf.), Institut für Länderkunde Leipzig und der Sächsischen Akad. der Wissenschaften zu Leipzig (Hrsg.): Der Schraden. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Elsterwerda, Lauchhammer, Hirschfeld und Ortrand. Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 2005, ISBN 3-412-10900-2.
  •  Hans-Jürge Hardtke, Manfred Ranft: Der Röderwald bei Zabeltitz, ein geplantes Naturschutzgebiet. In: Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz 1. 1995, S. 47 bis 52.
  • Cornelius Gurlitt: Zabeltitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 37. Heft: Amtshauptmannschaft Großenhain (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1914, S. 473.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zabeltitz. In:  Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Bd. 19, Altenburg 1865, S. 481 (online bei zeno.org).
  2. Zabeltitzer Diamanten. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon. 5. Auflage. Bd. 2, F. A. Brockhaus, Leipzig 1911, ‎ S. 1010.
  3. Geoklima 2.1
  4. a b Zabeltitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  6. www.koitzsch.info
  7. http://www.spielmannszug-zabeltitz.de/

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zabeltitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Zabeltitz – Quellen und Volltexte