Landkreis Meißen
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Sachsen |
| Verwaltungssitz: | Meißen |
| Fläche: | 1.452,39 km² |
| Einwohner: |
251.328 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 173 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | MEI, GRH, RG, RIE |
| Kreisschlüssel: | 14 6 27 |
| Kreisgliederung: | 31 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Brauhausstraße 21 01662 Meißen |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Arndt Steinbach (CDU) |
| Lage des Landkreises Meißen in Sachsen | |
Der Landkreis Meißen ist ein Landkreis im Freistaat Sachsen. Er umfasst das Kerngebiet der einstigen Markgrafschaft Meißen und besteht seit dem 1. August 2008.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Der Landkreis Meißen ist ein Landkreis in der nördlichen Mitte des Freistaates Sachsen, durch den die Elbe fließt. Nachbarkreise sind im Norden die brandenburgischen Landkreise Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster, im Osten der Landkreis Bautzen, im Südosten die kreisfreie Stadt Dresden, im Süden der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, im Südwesten der Landkreis Mittelsachsen, sowie im Nordwesten der Landkreis Nordsachsen.
Geschichte [Bearbeiten]
Der Landkreis entstand im Zuge der sächsischen Kreisgebietsreform 2008 aus der Vereinigung des „alten“ Landkreises Meißen mit dem Landkreis Riesa-Großenhain. Die beiden Vorgängerkreise wurden 1994 bzw. 1996 in der ersten sächsischen Kreisreform nach der Wende gebildet.
Politik [Bearbeiten]
Landrat [Bearbeiten]
Am 8. Juni 2008 fand die Landratswahl im Landkreis Meißen statt. Arndt Steinbach (CDU) konnte sich im ersten Wahlgang mit 56,7 % der Stimmen gegen fünf Mitbewerber durchsetzen[2]. Er ist somit erster Landrat des neu gebildeten Landkreises.
Kreistag [Bearbeiten]
Der Kreistag des Landkreises Meißen wurde ebenfalls am 8. Juni 2008 gewählt. Die 92 Sitze im Kreistag verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Parteien[3]:
| Partei | Stimmen (%) | Sitze |
|---|---|---|
| CDU | 44,8 | 43 |
| Die Linke | 18,1 | 17 |
| SPD | 10,0 | 9 |
| FDP | 8,5 | 8 |
| NPD | 5,7 | 5 |
| Bündnis 90/Die Grünen | 5,0 | 4 |
| FW | 4,1 | 3 |
| DSU | 3,3 | 3 |
Fraktionsvorsitzende im Kreistag:
- Margot Fehrmann – CDU
- Bärbel Heym – Die Linke
- Udo Schmidt – SPD
- Dr. Andreas Timmler – FDP
- Mirko Beier – NPD
- Walfriede Hartmann – Bündnis 90/Die Grünen
Die Fraktionen CDU und FDP haben gemeinsam mit den 3 Kreisräten der Freien Wähler eine Zusammenarbeit für die Amtsperiode beschlossen, SPD und Grüne bilden eine Zählgemeinschaft.
Wappen [Bearbeiten]
Das Landkreiswappen stellt einen auf goldenem Hintergrund innerhalb eines roten Innenbordes aufrecht stehenden, nach rechts gewendeten, rotbewehrten, schwarzen Löwen mit rot ausschlagender Zunge dar. Es greift das Wappen der einstigen Markgrafen von Meißen auf und ergänzt es um den Innenbord. Die Wahl dieses Wappens drückt aus, dass der Landkreis Meißen ein Gebiet umfasst, das mit dem historischen Zentrum der früheren Markgrafschaft Meißen gleichbedeutend ist. Die modifizierte Version wurde am 19. März 2009 durch den Landkreis angenommen, weil durch die vorherige Version Rechte der heraldischen Gesellschaft „Schwarzer Löwe“ verletzt wurden.
Logo [Bearbeiten]
Die blaue Welle symbolisiert den Fluss Elbe, der den Landkreis durchzieht, das grüne Häkchen die malerischen Elbhänge, an denen schon seit 800 Jahren der von Kennern geschätzte Meißner Wein gedeiht.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Wirtschaft [Bearbeiten]
Die Region wurde durch das Wegbrechen des bisherigen Wirtschaftsgefüges nach der Wende völlig verändert. So sind zwar seit der Mitte der 90er Jahre des vorherigen Jahrhunderts zahlreiche Unternehmen entstanden, diese konnten aber nicht die weggefallenen Arbeitsplätze kompensieren. Durch die Nähe zu Dresden, aber auch im Zuge großer wirtschaftspolitischer Anstrengungen der vergangenen Jahre nimmt der Landkreis eine Spitzenposition unter den sächsischen Landkreisen ein. Die Wirtschaftsstruktur ist zu etwa gleichen Teilen vom produzierenden und verarbeitenden Gewerbe, von Landwirtschaft und Weinbau sowie vom Tourismus geprägt. Anballungen von Industrie und Gewerbe existieren vor allem um die fünf Großen Kreisstädte Meißen, Riesa, Großenhain, Coswig und Radebeul, es sind aber auch zahlreiche, gut ausgelastete Gewerbegebiete entstanden. Die Landwirtschaft ist vor allem durch den Anbau von Obst- und Gemüsesorten geprägt, während der unter Kennern geschätzte und weithin bekannte Wein der Region an den nördlichen Elbhängen gedeiht.
Folgende Firmen besitzen überregionale Bedeutung:
- Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer AG – Werk Radebeul (ehemals Planeta) in Radebeul
- Arevipharma in Radebeul
- RIBE Elektroarmaturen Radebeul in Radebeul
- Vodafone D2 in Radebeul
- Vadossi in Radebeul
- Teehaus in Radebeul
- GFC AntriebsSysteme in Coswig
- ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi Riesa
- Schmiedewerke Gröditz GmbH
- SALZGITTER Mannesmann Rohr Sachsen GmbH in Zeithain bei Riesa
- WACKER-Chemiewerk in Nünchritz
- Teigwaren Riesa
- Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH (ehem. Pneumant Riesa)
- BuS Elektronik Riesa
- Kappus Seifen Riesa
- Ölwerke Riesa
- Elbbinnenhafen Riesa
- STEMA Metalleichtbau Großenhain
- Polartherm Flachglas Großenhain
- Fischbach Kunststofftechnik
- Eickhoff Wind Power GmbH in Klipphausen
- KRONOSPAN GmbH Lampertswalde
Gesundheitswesen [Bearbeiten]
In Meißen wurde 1863 ein „Arbeits- und Versorgehaus“ erbaut. Aus der dort befindlichen Krankenstube für akut erkrankte Insassen entstand das Krankenhaus in der Hospitalstraße, welches 1998 vom Neubau in Meißen-Bohnitzsch abgelöst wurde. Seit 1992 gehört zum Meißner Krankenhaus eine Medizinische Berufsfachschule.
In Radebeul war es ein Verein für Heilwesen und Naturkunde, der 1849 im so genannten Steinernen Haus in Niederlößnitz das erste Krankenhaus in der Umgebung von Dresden eröffnete. Das Gebäude ist immer noch Bestandteil des heutigen Elblandklinikums. Es wurde vor einigen Jahren umfassend saniert.
Die Riesaer Krankenhauswurzeln gehen ins Jahr 1861 zurück, in dem ein Armen- und Krankenhaus entstand. 1880 wurde in der heutigen Hauptstraße ein Johanniter-Krankenhaus gebaut, welches 1902 geschlossen wurde. Dem folgte dann das Städtische Krankenhaus am heutigen Standort, das einzige Krankenhaus der Schwerpunktversorgung im Landkreis. Es wird derzeit für knapp 70 Mill. Euro modernisiert und erweitert.
1868 wurde mit einem Hospital unweit der heutigen Klinik in Großenhain der Grundstein für die medizinische Versorgung gelegt. Das jetzige Haus wurde 1962 erbaut.
Während sich bereits 2002 die Häuser Meißen und Radebeul zu den Elblandkliniken[4] zusammenschlossen, wurden Riesa und Großenhain 2007 zu einem Plankrankenhaus zusammengeführt. Seit April 2008 bilden alle vier Häuser gemeinsam mit der Elbland Rehabilitations- und Präventionsklinik Meißen die heutige Elblandkliniken-Gruppe mit über 1300 Betten. Gesellschafter ist der Landkreis.
Das Akutkrankenhaus in Großenhain wird geschlossen, stattdessen wird eine Rehaklinik in Kooperation mit der Recura Kliniken GmbH Radeburg und ein Facharztzentrum neu errichtet.[5]
Die Recura Kliniken betreiben auch das Fachkrankenhaus für Pneumologie, Allergologie, Beatmungsmedizin sowie Thorax- und Gefäßchirurgie in Coswig mit ca. 200 Betten sowie die Geriatrische Rehabilitationsklinik Radeburg.
Die Fachklinik Weinböhla ist eine Einrichtung zur Entwöhnungstherapie von alkohol- und/oder medikamentenabhängigen Patienten. Träger ist der Ev.-Luth. Diakonenhaus Moritzburg e.V.
Verkehr [Bearbeiten]
- Autobahnen
- A 4, Aachen – Görlitz, Dreieck Nossen
- A 13, Berlin – Dresden, AS Radeburg
- A 14, Magdeburg – Nossen (AS Nossen-Nord, AS Nossen-Ost, Dreieck Nossen)
- Bundesstraßen
- B 6, Cuxhaven – Görlitz (ehem. Reichsstraße 6)
- B 98, Zeithain – Laußnitz
- B 101, Berlin – Aue (basiert im Bereich Sachsens auf der ehem. „Silberstraße“ aus dem 12. Jh., die durch die Markgrafschaft Meißen ins Erzgebirge führte)
- B 169, Neuensalz – Cottbus
- B 175, Pöllnitz – Nossen
- B 182, Wittenberg – Riesa
- Wasserstraßen
- Öffentlicher Personennahverkehr
- Regionale Buslinien der Verkehrsgesellschaft Meißen
- Zugverbindung: Dresden – Riesa – Leipzig
- Zugverbindung: Dresden – Döbeln – Leipzig
- S-Bahn S1: Meißen – Coswig – Dresden – Pirna – Schöna
- Straßenbahnlinie 4 der Dresdner Straßenbahn: Dresden-Laubegast – Radebeul – Coswig – Weinböhla
- Flughäfen
Bildung [Bearbeiten]
Der Landkreis Meißen ist Träger einer Reihe von Schulen:
- Musikschule des Landkreises Meißen
- Berufliches Schulzentrum Radebeul mit Fachoberschule für Wirtschaft und Verwaltung
Tourismus [Bearbeiten]
Fremdenverkehr und Tourismus sind Lebensadern für den Landkreis. Der Landkreis genießt touristisch einen guten Ruf. Jedes Jahr übernachten mehr als 1/2 Million Personen im Landkreis. Im Jahr 2000 wurde eine Bettenauslastung von fast 40 Prozent erreicht. Damit liegt diese Region an vierter Stelle in Sachsen. Der Anteil des Landkreises am Gesamtvolumen der Region „Sächsisches Elbland“ beträgt zirka 37–40 Prozent. Einige der berühmtesten Bauwerke im Landkreis Meißen sind zum Beispiel Albrechtsburg, Schloss Moritzburg, Schloss Schönfeld, Schloss und Palais Zabeltitz, Schloss (Bergfried) Großenhain, Schloss Wackerbarth, Hoflößnitz, Schloss Nossen, Klosterpark Altzella oder Schloss Heynitz.
| Beherbergungsstatistik LK Meissen | 2008 | 2011[6] |
|---|---|---|
| Ankünfte: | 278.030 | 284.131 |
| geöffnete Betriebe (Juli): | 136 | 143 |
| durchschnittliche Auslastung: | 29,1 % | 31,2 % |
| durchschnittliche Aufenthaltsdauer: | 2,2 Tage | 2,4 Tage |
| Übernachtungen: | 618.191 | 691.008 |
Städte und Gemeinden [Bearbeiten]
Der Landkreis besteht aus 31 Gemeinden, von denen zehn das Stadtrecht besitzen. Die Städte Coswig, Großenhain, Meißen, Radebeul und Riesa tragen den Sondernamen Große Kreisstadt. Zu den Städten kommen 21 Gemeinden ohne Stadtrecht, die sich untereinander und teilweise auch mit Städten zu Verwaltungsgemeinschaften zusammengeschlossen haben. Derzeit gibt es fünf Verwaltungsgemeinschaften im Landkreis Meißen.
Größte Stadt war am 31. Dezember 2011 Radebeul mit rund 33.800 Einwohnern, gefolgt von Riesa mit zirka 33.500 Einwohnern und der Kreisstadt Meißen mit etwa 27.600 Einwohnern. Die einwohnerstärkste Nicht-Stadt ist Klipphausen mit etwa 10.500 Einwohnern, vor Weinböhla mit rund 10.300 Einwohnern und Moritzburg mit zirka 8.300 Einwohnern. Die Einwohnerschwächste Gemeinde ist Leuben-Schleinitz, die Stadt mit den wenigsten Einwohnern ist Strehla.
Die flächenmäßig größte Gemeinde ist die Große Kreisstadt Großenhain, gefolgt von Klipphausen und der Gemeinde Ebersbach.
(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2011[7])
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Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Webseite des Landkreises Meißen
- Offizielles GeoPortal des Landkreises Meißen
- Offizielle Downloadseite für Landkreiskarten (unter CC-Lizenz)
- Umfangreiche Webseite zum Landkreis
- Website für Statistische Daten des Landkreises
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
- ↑ Ergebnis der Landratswahl 2008. Abgerufen am 8. Dezember 2008.
- ↑ Ergebnis der Kreistagswahl 2008. Abgerufen am 8. Dezember 2008.
- ↑ Internetauftritt des Klinikums
- ↑ Reha-Klinik für Großenhain genehmigt. In: Sächsische Zeitung. 27. Oktober 2009.
- ↑ Statistik Sachsen, LK Meissen 2008 erstmals in der aktuellen Größe (PDF-Datei; 76 kB)
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden
Coswig | Diera-Zehren | Ebersbach | Glaubitz | Gröditz | Großenhain | Hirschstein | Käbschütztal | Ketzerbachtal | Klipphausen | Lampertswalde | Leuben-Schleinitz | Lommatzsch | Meißen | Moritzburg | Niederau | Nossen | Nünchritz | Priestewitz | Radebeul | Radeburg | Riesa | Röderaue | Schönfeld | Stauchitz | Strehla | Tauscha | Thiendorf | Weinböhla | Wülknitz | Zeithain
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