Şişli

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Şişli
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Karte der Türkei, Position von Şişli hervorgehoben
Nişantaşı 2010-11 Yılbaşı Süslemeleri.jpg
Neujahrsdekorationen in Nişantaşı
Basisdaten
Provinz (il): İstanbul
Koordinaten: 41° 4′ N, 28° 59′ OKoordinaten: 41° 4′ 5″ N, 28° 58′ 55″ O
Höhe: 125 m
Telefonvorwahl: (+90) 212 (europäischer Teil)
(+90) 216 (asiatischer Teil)
Postleitzahl: 34 xxx
Kfz-Kennzeichen: 34
Struktur und Verwaltung (Stand: 2014)
Bürgermeister: Hayri Inönü (CHP)
Website:
Landkreis Şişli
Einwohner: 272.380[1] (2014)
Fläche: 30 km²
Bevölkerungsdichte: 9.079 Einwohner je km²
Kaymakam: Mehmet Öklü
Website (Kaymakam):

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Şişli ist einer von 39 Landkreisen Istanbuls, Türkei. Auf der europäischen Seite der Stadt gelegen, wird er von Beşiktaş im Osten, Sarıyer im Norden, Eyüp und Kağıthane im Westen, und Beyoğlu im Süden begrenzt. 2014 hatte Şişli 272.380 Einwohner.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Atatürk-Museum in Zentral-Şişli

Bis 1800 lag Şişli auf dem offenen Land, genutzt für die Jagd, Landwirtschaft und als letzte Ruhestätte der Städter. Noch heute gibt es eine Anzahl von Friedhöfen. In den letzten Jahren des Osmanischen Reiches und in den ersten Jahren der Republik (spätes 19./frühes 20. Jahrhundert) entwickelte sich Şişli zu einem Bezirk der Mittelschicht. Französische Kultur hatte den größten Einfluss zu dieser Zeit und die großen Avenuen erhielten einen europäischen Stil. Große Steingebäude mit hoher Geschosshöhe und eisernen Balkonen im Jugendstil und kleinen Liften innerhalb der Treppenanlagen sind dafür charakteristisch. Die im Handel tätige Mittelklasse bestand aus Juden, Griechen, Armeniern und Türken. Die meisten Häuser wurden nach einem großen Feuer im Bezirk Beyoğlu 1870 errichtet. Noch heute leben Istanbuls Armenier im Viertel Kurtuluş von Şişli. Attraktiv wurde das Gebiet für Kaufmannsfamilien aus der Levante. Aber auch Familien aus dem zerfallenen Osmanischen Reich zogen aus Griechenland und dem Balkan nach Şişli. Im späten 19. Jahrhundert war Şişli einer der ersten Stadtteile, die Straßenbahnlinien, Elektrizität und Gasversorgung erhielten. Das Waisenhaus von Darülaceze, die Armenische Privatschule Pangaltı, das Surp-Agop-Krankenhaus und das große Şişli-Etfal-Krankenhaus wurden in dieser Periode erbaut, auch bekannte französische Schulen wie Saint-Michel und Notre Dame de Sion.

Nach der Gründung der Türkischen Republik in den 20er Jahren wurden immer größere Gebäude entlang der breiten Boulevards errichtet, wie zum Beispiel der Halaskargazi Caddesi, der mitten durch Şişli führenden Hauptstraße, mit ihren kleinen Arkaden und Läden unterhalb von Wohn- und Büroanlagen. Auch in republikanischer Zeit war das Viertel von der Mittelschicht bewohnt, von Kaufleuten, aber auch von Schriftstellern und Dichtern. In Şişli entstanden Theater, Cafés und andere kulturelle Einrichtungen. Das Hilton Hotel wurde in den 1950er Jahren errichtet. Viele andere Hotels folgten.

Seit den 1950ern begann die Zuwanderung von Arbeitssuchenden aus Anatolien. In den meisten Fällen errichteten diese provisorische Behausungen auf unbeanspruchtem oder in staatlichem Besitz stehendem Land, die so genannten Gecekondus. Viele der Zugewanderten siedelten im nördlichen Teil von Şişli, insbesondere im Stadtteil Mecidiyeköy. Nachdem die reicheren Bewohner aus dem zentralen Şişli mehr nach Norden gezogen sind, werden die großen Gebäude entlang der Boulevards zunehmend durch Büros, Banken und Einkaufszentren genutzt. Seit den 1970er Jahren wurden die meisten älteren Gebäude durch neuere Mehrzweckgebäude ersetzt. Die Nebenstraßen behielten weiterhin Wohncharakter.

Der Stadtteil heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Şişli gehörte heute zu den attraktivsten Wohn-, Geschäfts- und Einkaufsvierteln Istanbuls, allerdings bestehen innerhalb des Bezirks große soziale Unterschiede. Im Norden Şişlis leben viele Arbeiterfamilien und Studenten, inzwischen ist auch ein Großteil dieses Gebietes ein Wohnviertel der Mittelschicht. Wie in den meisten Teilen Istanbuls verändert die vermehrte Anzahl von Menschen, die in den Häuserblocks wohnen und arbeiten, die bestehende Infrastruktur; so herrscht vor allem ein großer Mangel an Parkplätzen und der Verkehr kommt zur Hauptverkehrszeit zum Stillstand. Für die Einwohner von Şişli steht eine Vielzahl von Läden, Cafés, Kneipen und anderen Annehmlichkeiten zur Verfügung. Im Stadtbezirk befindet sich auch das zweitgrößte Einkaufszentrum Europas, Cevahir Alışveriş Merkezi. Hinzu kommt, dass Şişlis zentrale Lage zu anderen wichtigen Teilen Istanbuls attraktiv ist. Nur im äußersten Norden besteht mit dem Viertel Kuştepe noch ein Gecekondu.


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister von Şişli war der landesweit bekannte Mustafa Sarıgül (CHP). Unter dem Slogan Smiling Happy Şişli hat er eine Kampagne initiiert, die dem früheren glamourösen Viertel ein neues Image verschaffen sollte, so wie es das luxuriöse Einkaufsviertel Nişantaşı im Süden des Stadtbezirks schon heute hat. Er ist Mitglied des Fußballvereins Galatasaray. Der Stellvertretende Bürgermeister war Vasken Barın, der armenischen Hintergrund hat. Seit 2014 ist Hayri Inönü der neue Bürgermeister von Şişli.

Der Vizebürgermeister Cemil Candas wurde nach dem Putschversuch in der Türkei 2016 von Unbekannten in seinem Büro niedergeschossen.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Şişli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Türkisches Institut für Statistik, 2014 (Memento vom 10. Februar 2015 auf WebCite), abgerufen 9. Mai 2015
  2. 2009 Census of Turkey. Turkish Statistical Institute, archiviert vom Original am 21. Dezember 2012; abgerufen am 11. März 2010 (englisch).
  3. http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.nach-kopfschuss-in-lebensgefahr-vize-stadtteilbuergermeister-von-istanbul-angeschossen.6a1d616c-f7be-4c61-b605-8644356ec718.html