Beykoz

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Beykoz
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Karte der Türkei, Position von Beykoz hervorgehoben
Anadolu Kavagina Sis Inerken - panoramio.jpg
Beykoz im Nebel
Basisdaten
Provinz (il): İstanbul
Koordinaten: 41° 8′ N, 29° 6′ OKoordinaten: 41° 7′ 30″ N, 29° 6′ 20″ O
Höhe: 124 m
Fläche: 310,36 km²
Einwohner: 246.110[1] (2020)
Bevölkerungsdichte: 793 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+90) 212 (europäischer Teil)
(+90) 216 (asiatischer Teil)
Postleitzahl: 34 xxx
Kfz-Kennzeichen: 34
Struktur und Verwaltung (Stand: 2021)
Gliederung: 45 Mahalle
Bürgermeister: Murat Aydın (AKP)
Postanschrift: Gümüşsuyu Mah.,
Kelle İbrahim Caddesi No: 43
34820 Beykoz / İstanbul
Website:
Landkreis Beykoz
Einwohner: 246.110[1] (2020)
Fläche: 239,22 km²
Bevölkerungsdichte: 1.029 Einwohner je km²
Kaymakam: Esengül Korkmaz Çiçekliın
Website (Kaymakam):
Vorlage:Infobox Ort in der Türkei/Wartung/Landkreis

Beykoz ist eine Stadtgemeinde (Belediye) im gleichnamigen Ilçe (Landkreis) der Provinz Istanbul in der türkischen Marmararegion und gleichzeitig ein Stadtbezirk der 1984 gebildeten Büyükşehir belediyesi İstanbul (Großstadtgemeinde/Metropolprovinz). Beykoz liegt auf der asiatischen (anatolischen) Seite der Großstadt und ist seit der Gebietsreform ab 2013 flächen- und einwohnermäßig identisch mit dem Landkreis.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beykoz ist nach Sile der zweitgrößte Stadtbezirk auf der asiatischen Seite von Istanbul. Er erstreckt sich vom Schwarzen Meer im Norden und vom Bosporus im Westen bis zu den Bezirken Üsküdar und Ümraniye im Südwesten, Çekmeköy im Südosten und Sile im Osten. In der Rangliste der bevölkerungsreichsten Gemeinden/Stadtbezirke von Istanbul belegt Beykoz seit drei Jahren Platz 32, Tendenz fallend.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis entstand 1928 und bestand (bis) Ende 2012 aus der Kreisstadt und 20 Dörfern (Köy), die während der Verwaltungsreform 2013/2014 in Mahalle (Stadtviertel/Ortsteile) überführt wurden. Die bestehenden Mahalle der Kreisstadt blieben erhalten, durch Herabstufung der Dörfer zu Mahalle stieg deren Anzahl von 25 auf 45. Ihnen steht ein Muhtar als oberster Beamter vor.

Ende 2020 lebten durchschnittlich 5.469 Menschen in jedem Mahalle, 21.740 Einw. im bevölkerungsreichsten (Kavacık Mah.).[2]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volkszählungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ergebnisse der Volkszählungen aus E-Books der Originaldokumente.[3]

Jahr İlçe (Kreis)
gesamt
Şehir
(Kreisstadt)
Ländlicher
Anteil (in %)
1935 21.308 15.103 29,12
1940 41.492 25.970 37,41
1945 32.813 25.611 21,95
1950 37.152 31.236 15,92
1955 48.832 36.859 24,52
1960 58.317 45.679 21,67
1965 67.758 51.689 23,72
1970 76.385 61.206 19,87
1975 92.767 76.804 17,21
1980 114.812 94.101 18,04
1985 136.063 118.697 12,76
1990 163.786 142.075 13,26
2000 210.832 172.291 18,28

Bevölkerungsfortschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachfolgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsentwicklung des Kreises Beykoz und der Kreisstadt. Die Daten wurden durch Datenabfrage über das MEDAS-System des Türkischen Statistikinstituts TÜIK[4] nach Auswahl des Jahres und der Region ermittelt.

Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Ilce (Kreis) 241.833 243.454 244.137 246.136 247.284 246.352 248.056 248.071 249.727 250.410 251.087 246.700 248.260 246.110
Sehir (Kreisstadt) 200.572 219.960 220.008 221.542 222.075 220.364
ländlicher Anteil 8,98 9,65 9,88 9,99 10,19 10,55 Eingliederung der Dörfer

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beykoz hieß in der Antike Amikos, griechisch Αμνικός, benannt nach einem thrakischen König

Beykoz ist eine der letzten grünen Lungen von Istanbul. In keinem anderen Stadtbezirk von Istanbul gibt es so viele Waldflächen und Villen. Einige der Sehenswürdigkeiten in Beykoz sind der ägyptische Turm (Hıdiv Kasrı) von Abbas II., der osmanische Sommerpalast Küçük Su Kasrı, die alte Burganlage in Anadolu Hisarı, die Kirche des Heiligen Nikolaus und der Vehbi-Koç-Naturpark. Wegen des Plans, eine größere Fläche Wald in Beykoz für Bauprojekte abzuholzen und zusätzlich eine Grünfläche (Çayır) umzubauen, kommt es dort seit längerer Zeit zu Protesten.[5][6][7][8]

In Beykoz ist auch eine alte Schuhfabrik (Beykoz Kundura)[9], auf deren Gelände mittlerweile seit vielen Jahren türkische und ausländische Filme und Serien gedreht werden. Auf dem weitläufigen Gebiet gibt es auch ein Kino[10], eine Bühne[11], ein Restaurant sowie ein Hotel und ein Museum, das über die alte Schuhfabrik informiert.[12] In Beykoz gibt es auch ein Glas- und Kristallmuseum.[13][14] In Kanlica kann man Joghurt mit fester Kruste, der mit Puderzucker bestreut wird, essen.[15]

„Kiraz“-Festival in Polonezköy

Außerhalb Beykoz an der Straße zum Badeort Riva befindet sich eines der Kuriosa Istanbuls, Polonezköy (polnisch Adampol), das Polendorf. Gegründet wurde es nach dem Krimkrieg von polnischen, tschechischen und böhmischen Soldaten, die beschlossen, nicht in die Heimat zurückzukehren. Sie bauten ihr Dorf nach heimischer Art mit Fachwerkhäusern und umzäunten Gärten, in die sie vertraute Obstbäume und Sträucher pflanzten. Die Einwohner pflegen bis heute ihre Sprache und beliefern die in Istanbul lebenden Nichtmuslime mit Schweinefleisch, das sonst kaum erhältlich ist. Polonezköy ist ein beliebtes Ausflugsziel geworden, doch mit dem Zustrom der Besucher geht die einstige Idylle langsam verloren. Heute wohnt auch eine geringe Anzahl Bosporus-Deutscher dort. Polonezköy ist einer der kleinsten Mahalle (Stadtviertel/Ortsteile) von Beykoz, Ende 2020 wurden 361 Bewohner gezählt.

Der Weg vom Zentrum Istanbuls nach Norden ist umsäumt von einer Reihe Yalıs, die aufwändig restauriert worden sind. In Anadolu Hisarı befindet sich die erste osmanische Festung, die der Eroberung von Byzanz dienen sollte. Sie wurde im Jahre 1395 vom Sultan Bayezid I. erbaut. Die Festung ist gut erhalten.

Etwas außerhalb in Anadolu Kavağı wurde einst von den Griechen ein Zeus-Tempel errichtet, später dann von den Byzantinern im 13. Jahrhundert eine Verteidigungsanlage (Yorus Kalesi) gebaut, dann 1305 von den Osmanen erobert, im Jahr 1350 von den Genuesern eingenommen und Ende des 14. Jahrhunderts im Jahre 1395 von Sultan Bayezid I. zurückerobert. 1783 wurde sie noch mal ausgebaut und ab dem 19. Jahrhundert verlassen. Etwas außerhalb kann man auch Joshuas Grab besichtigen.[16]

Beykoz beherbergt drei Universitäten, die İstanbul Medipol Üniversitesi, die Türkisch-Deutsche Universität und die Beykoz-Universität.[17][18][19]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fußballclub Beykozspor kommt aus diesem Stadtteil und spielt momentan in der dritthöchsten türkischen Liga.

Persönlichkeiten der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Beykoz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Beykoz Nüfusu, İstanbul, abgerufen am 16. Juni 2021
  2. Mahallelere göre İstanbul Bakirköy nüfusu – Liste der Mahalle, abgerufen am 28. Juni 2021
  3. Bücherei des Türkischen Statistikinstituts TÜIK, abrufbar nach Suchdateneingabe
  4. Merkezi Dağıtım Sistem
  5. Beykoz’da ranta karşı çevre forumu - HABERLER Son Dakika. Abgerufen am 14. November 2021.
  6. Ormanı yok edip 553 villa yapmaya hazırlanan Kalyon İnşaat’a protesto. Abgerufen am 14. November 2021 (türkisch).
  7. Gazete Duvar: Beykozlular polise rağmen yürüdü: Ormanımız kesilmesin. 14. März 2021, abgerufen am 14. November 2021 (türkisch).
  8. Millet Bahçesi yapılmak istenen asırlık Beykoz Çayırı için nöbet başladı - Yeşil Gazete. Abgerufen am 14. November 2021 (türkisch).
  9. Beykoz Kundura. Abgerufen am 12. Januar 2022.
  10. Beykoz Kundura. Abgerufen am 12. Januar 2022.
  11. Beykoz Kundura. Abgerufen am 12. Januar 2022.
  12. Beykoz Kundura. Abgerufen am 12. Januar 2022.
  13. Webseite des Museums. Abgerufen am 12. Januar 2022.
  14. Yüzlerce yıllık nadide eserler Beykoz Cam ve Billur Müzesi’nde. Abgerufen am 12. Januar 2022 (türkisch).
  15. Eberhard von Elterlein: Türkei: So haben Sie Istanbul bestimmt noch nie gesehen. In: DIE WELT. 26. November 2012 (welt.de [abgerufen am 12. Januar 2022]).
  16. Eberhard von Elterlein: Türkei: So haben Sie Istanbul bestimmt noch nie gesehen. In: DIE WELT. 26. November 2012 (welt.de [abgerufen am 12. Januar 2022]).
  17. Ulaşım ve İletişim. In: medipol.edu.tr. Abgerufen am 7. Januar 2022.
  18. İletişim. In: www.tau.edu.tr. Abgerufen am 7. Januar 2022.
  19. Webseite der Beykoz Universität. Abgerufen am 12. Januar 2022.
  20. T.C. Beykoz Belediyesi Resmi Web Sitesi. Abgerufen am 29. November 2021 (türkisch).