Prinzeninseln (Istanbul)

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Prinzeninseln
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Karte der Türkei, Position von Prinzeninseln hervorgehoben
Basisdaten
Provinz (il): İstanbul
Koordinaten: 40° 53′ N, 29° 6′ O40.87527777777829.094444444444Koordinaten: 40° 52′ 31″ N, 29° 5′ 40″ O
Fläche: 11,05 km²
Einwohner: 16.052[1] (2014)
Bevölkerungsdichte: 1.453 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+90) 212 (europäischer Teil)
(+90) 216 (asiatischer Teil)
Postleitzahl: 34 xxx
Kfz-Kennzeichen: 34
Struktur und Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Mustafa Farsakoğlu (CHP)
Webpräsenz:
Landkreis Prinzeninseln
Kaymakam: Mevlüt Kurban
Webpräsenz (Kaymakam):
Kınalıada, Burgazada, Kaşık, Heybeliada

Die Prinzeninseln (türk. Prens Adaları, meist nur Adalar) sind eine kleine Inselgruppe im Marmarameer in einer Entfernung von 10 bis 23 Kilometer südöstlich des Bosporus, und zugleich ein Stadtteil auf der asiatischen Seite der türkischen Millionenstadt İstanbul und damit ein Landkreis der Provinz İstanbul. Die Inseln hatten 2014 zusammen 16.052 Einwohner.

Namensbedeutung[Bearbeiten]

Bereits seit dem 6. Jahrhundert, als Kaiser Justinian I. seinem Neffen Justin II. einen Palast auf der größten Insel der Inselgruppe bauen und ihn dort wohnen ließ, erhielt diese Insel den Namen Insel des Prinzen (gr. Νήσος του Πρίγκηπου - Nisos tou Pringipou) beziehungsweise Prinzeninsel (gr. Πριγκηπόννησος). Mit der Zeit wurde die ganze Inselgruppe Prinzeninseln benannt, auch da sie schon damals häufig der Verbannungsort von Fürsten und Fürstenkinder waren.[2] Der größten Insel verblieb zuletzt vom obengenannten Namen nur der Hauptteil Pringipos (gr. Πρίγκηπος), wie sie heute noch auf griechisch heißt.[3]

Im Osmanischen Reich wurden zur Vermeidung von Thronstreitigkeiten unter den in der Regel zahlreichen männlichen Kindern eines Sultans (siehe auch Harem) diese noch bis Mehmed III. vom Thronfolger bei seinem Regierungsantritt ermordet. Spätere Herrscher stellten ihre jüngeren Brüder in der Regel lebenslang unter strengen Hausarrest.[4] Wurden die potentiellen Nachfolger von Ahmed I. noch in einem „Prinzenkäfig“ genannten Teil des Serails untergebracht, so sind sie später auch auf die Prinzeninseln verbannt worden.

Gemeinden[Bearbeiten]

Zur Inselgruppe und zum Landkreis Adalar gehören neun Inseln, von denen vier bewohnt sind. Sitz der Verwaltung ist Büyükada.

Insel griechischer
Name
Fläche
km²
Gipfel Höhe
m
Bevölkerung
Büyükada Πρίγκηπος (Pringipos) 5,4 Yücetepe 203 7.335
Heybeliada Χάλκη (Chalki) 2,3 Değirmentepe 136 5.529
Burgazada Αντιγόνη (Αndigoni) 1,5 Bayraktepe 170 1.578
Kınalıada Πρώτη (Proti) 1,3 Çınartepe 115 3.318
Sedef Adası (Perleninsel) Αντιρόβυθος (Androvithos)
Τερέβινθος (Terebinthos)
0,157 55 -
Yassıada Πλάτη (Plati) 0,05 46 -
Sivriada Οξειά (Oχeia) 0,05 90 -
Tavşan Adası (Kanincheninsel) Νέανδρος (Neandros) 0,004 40 -
Kaşık Adası (Löffelinsel) Πίτα (Pita) 0,008 13 -
Prens Adaları (Prinzeninseln) Πριγκηπόννησα (Pringiponnisa)
Πριγκηπονήσια (Pringiponisia)
10,77 Yücetepe 203 17.760

Auf Heybeli Ada (gr. Chalki) liegt das Priesterseminar der griechisch-orthodoxen Kirche der Türkei, welches dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel untersteht. Seit 1971 dürfen keine Seminaristen mehr ausgebildet werden. Die Bibliothek ist weiterhin geöffnet.

Bis ins 11. Jahrhundert gab es mit Vordones (gr.: Βόρδωνες, in osmanischen Quellen später mit Vordonisi bezeichnet) noch eine 10. Insel in dieser Inselgruppe. Auf ihr befand sich ein byzantinisches Kloster, als Vordonisi im Jahr 1010 bei einem Erdbeben versank.[5]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Prinzeninseln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Türkisches Institut für Statistik, 2014 (Memento vom 10. Februar 2015 auf WebCite), abgerufen 25. April 2015
  2. Matthäus von Collin, Friedrich von Gentz: Jahrbücher der Literatur. Band 65, Gerold, Wien 1833, S. 60 (bei Google-books).
  3. Studienreise Türkei, Reisebericht Istanbul mit via-cultus. Abschnitt Die Prinzeninseln. Auf: via-cultus.de vom 12. Mai 2015 ; zuletzt abgerufen am 17. Januar 2016.
  4. Badisches Landesmuseum, Karlsruhe: Ahmet I. Sultan. Auf: tuerkenbeute.de von 2003 ; zuletzt abgerufen am 31. Oktober 2015.
  5. Doğan News Agency: Istanbul’s lost island may come to light. Auf: hurriyetdailynews.com vom 13. September 2011; zuletzt abgerufen am 19. Oktober 2015.