Anetta Kahane

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Anetta Kahane (2016)

Anetta Kahane (geboren am 25. Juli 1954 in Ost-Berlin) ist eine deutsche Journalistin und Autorin. Sie ist Diplom-Lateinamerikanistin und war als Übersetzerin tätig. 1990 war sie die erste Ausländerbeauftragte des Ost-Berliner Magistrats, baute nach der Wiedervereinigung die Regionale Arbeitsstelle für Ausländerfragen in Berlin mit auf und setzte sich für eine interkulturelle Bildung an Schulen in den neuen Bundesländern ein. Sie engagiert sich gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Ende 1998 war sie Mitgründerin der Amadeu Antonio Stiftung, deren hauptamtliche Vorsitzende sie seit 2003 ist. Von 1974 bis 1982 war sie Inoffizielle Mitarbeiterin (IM) der DDR-Staatssicherheit. Seit diese frühere Tätigkeit 2002 bekannt wurde, benutzen Rechtsextremisten und Rechtspopulisten sie zu Kampagnen gegen Kahane und die Stiftung.

Leben und Wirken

Familie

Anetta Kahane ist das jüngste Kind des kommunistischen Journalisten Max Kahane und der Künstlerin Doris Kahane, geborene Machol. Beide Eltern waren säkulare Juden und flohen 1933 vor dem nationalsozialistischen Regime aus Deutschland. Max Kahane kämpfte als Interbrigadist ab 1938 im spanischen Bürgerkrieg für die Zweite Spanische Republik, dann in der französischen Résistance.[1] Doris Machol schloss sich in Frankreich 1940 einer kommunistischen Organisation der Résistance an.[2][3] In einem Internierungslager des Vichy-Regimes lernten sie sich kennen. Nach Kriegsende heirateten sie und zogen 1945 nach Ost-Berlin, um am Aufbau der DDR mitzuwirken. Sie wurden als „politisch und rassisch“ Verfolgte des Naziregimes (VdN) eingestuft.[4] Einer der Brüder Anetta Kahanes ist der Filmregisseur Peter Kahane.

Kindheit und Jugend

Sie wuchs in Berlin-Pankow auf.[5] Als der Vater 1957 der erste Auslandskorrespondent der Nachrichtenagentur ADN der DDR in Indien wurde, lebte die Familie drei Jahre in Neu-Delhi und Anetta Kahane besuchte eine indische Vorschule. 1961 wurde sie in Berlin eingeschult und kam zu den Jungen Pionieren. 1963 zog die Familie für neun Monate nach Rio de Janeiro, wo der Vater für die DDR-Zeitung Neues Deutschland als Auslandskorrespondent arbeitete.[6]

Wie andere Vertreter der Holocaust-Nachfolgegeneration wuchs Anetta Kahane unter dem prägenden Eindruck der Traumata ihrer Eltern auf.[7][8][9] Während ihrer Schulzeit in der DDR trug sie laut ihrer Autobiografie, gegen den Willen ihrer Eltern, öffentlich eine Halskette mit Davidstern.[10][11]

Ausbildung und Tätigkeiten bis 1990

Anetta Kahane legte 1973 das Abitur ab und absolvierte anschließend ein Volontariat in der Lateinamerika-Redaktion des Senders Radio Berlin International. Von Herbst 1974 bis 1979 studierte sie Lateinamerikanistik an der Universität Rostock.[12] Nach dem Diplomabschluss wurde sie der Humboldt-Universität zu Berlin zugeteilt, wo sie von 1980 bis 1983 portugiesischen Sprachunterricht gab.[13]

Im Alter von 19 Jahren wurde Anetta Kahane vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) angeworben. Nachdem eine Freundin bei einem Fluchtversuch verhaftet worden war, verhörte das MfS sie als mögliche Mitwisserin der Flucht. In dem Zusammenhang willigte sie in die Zusammenarbeit ein.[14][15] Das MfS führte sie von 1974 bis 1982 als IM Victoria und setzte sie vor allem auf Westdeutsche und in der DDR lebende Ausländer an. Laut ihrer Autobiografie traf sie ihren Führungsoffizier Hartung während ihres Studiums in Rostock etwa alle vier bis sechs Wochen in Berlin.[16] In den MfS-Akteneinträgen wurde sie als „unzuverlässig, politisch-ideologisch unausgereift und schwer zu führen“ eingestuft,[17] so dass das MfS ihr zunächst die Erlaubnis zu Auslandsreisen verwehrte. Nach Angaben ihres Führungsoffiziers habe sie mündlich in den Anfangsmonaten auch „belastend“ über Freunde und Studienkollegen berichtet.[18] Nach einem Artikel von Uwe Müller in der Welt gehe aus den Stasi-Akten hervor, dass sie Dutzende Personen aus ihrem Umfeld bespitzelt habe, darunter Künstler, einen ZDF-Reporter und Westberliner Studenten der FU. Die Brüder Thomas und Klaus Brasch soll sie 1976 als „Feinde der DDR“ bezeichnet haben.[19]

Anetta Kahane durfte 1979 nach São Tomé und Príncipe (Westafrika) reisen, um als Dolmetscherin für Portugiesisch der DDR im dortigen Staatlichen Planungsministerium zu arbeiten; 1981 begleitete sie Tiefbauingenieure in Mosambik. Nach ihren Angaben erlebte sie die vorgebliche „sozialistische Bruderhilfe“ als rassistischen und paternalistischen Umgang der DDR-Vertreter mit der Bevölkerung. Darin habe sie das Versagen und die Verlogenheit des staatlich verordneten Antifaschismus erkannt.[20] Ein weiterer Grund für ihren Bruch mit der DDR sei die Unterstützung der SED-Führung für das gewaltsame Vorgehen gegen polnische Oppositionelle der Solidarność, mit der sie sympathisierte, gewesen. 1982 brach sie die Zusammenarbeit mit dem MfS ab.[21] Sie wurde daraufhin von der Reisekaderliste gestrichen,[18] verlor ihre Anstellung an der Universität und erhielt nur noch eingeschränkt Übersetzungsaufträge.[22] Ab 1983 bis 1989 arbeitete sie freiberuflich als literarische Übersetzerin.[23] Kahane stellte 1986 einen Ausreiseantrag.[24] Vom Abbruch ihrer IM-Tätigkeit an wurde sie nach Aktenlage selbst vom MfS beobachtet, besonders seit ihrem Ausreiseantrag.[18][25] Nach der Wende habe sie ihren engsten Mitarbeitern gegenüber ihre Stasitätigkeit bekannt, sich jedoch gegen eine Selbstanzeige entschieden.[26]

In der aufkommenden Bürgerrechtsbewegung in der DDR setzte sie sich für Ausländer und Minderheiten ein. Sie nahm für das Neue Forum an der Arbeitsgruppe Ausländerfragen des Runden Tisches teil.[27] Von Mai bis Oktober 1990 wurde sie die erste und zugleich letzte Ausländerbeauftragte im Magistrat von Ost-Berlin.[28] Nachdem sie erlebt hatte, dass Sinti und Roma, Schwarzafrikaner und Vietnamesen auf offener Straße zusammengeschlagen wurden und den Behörden zu dem Problem keine Lösungen einfielen, hat laut Heribert Prantl ihr „Kampf gegen den alltäglichen Rassismus“ begonnen. Nach ihrer Meinung habe das Problembewusstsein gefehlt. Das sogenannte Ausländerproblem sei zuallererst ein Inländerproblem gewesen. Als Tausende von Migranten aus Osteuropa mit ihren Kindern am Bahnhof Berlin-Lichtenberg lagerten, weil es keine Unterkünfte für sie gab, versuchte sie zu organisieren, dass die ehemaligen NVA-Kasernen in Wohnungen umgewandelt werden.[29]

Tätigkeiten seit 1991

Das Land Berlin beauftragte 1991 Kahane, die zu dem Zeitpunkt Verwaltungsangestellte war, mit Unterstützung der Freudenberg Stiftung die Regionale Arbeitsstelle für Ausländerfragen in Berlin aufzubauen. Weitere 17 Projekte entstanden in den darauf folgenden Jahren in Ostdeutschland.[30][31] Treibende Kräfte waren Christian Petry von der Freudenberg Stiftung und Anetta Kahane.[32] Sie gründete den Verein RAA e. V. (Regionale Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule) als Träger aller Regionalen Arbeitsstellen in den neuen Bundesländern. Deren wichtigste Schwerpunkte waren vom Beginn der 1990er Jahre an die Bekämpfung des Rechtsextremismus, die Erziehung zur Demokratie und interkulturelle Bildung. Für die Umsetzung der Ziele entwickelte die RAA Berlin Kriterien. Kahane war überzeugt, dass eine demokratische, zur Nachbarschaft offene Schule der Weg sei, der Gefahr der Ethnisierung von Konflikten und der sozialen Ausgrenzung entgegenzuwirken.[33] Für Anetta Kahane ist das Gegenteil von Faschismus nicht Antifaschismus, sondern die demokratische Kultur.[34] Bernd Wagner und Kahane, die in den Regionalen Arbeitsstellen und dem Zentrum Demokratische Kultur zusammenarbeiteten,[35] vertraten seit 1990, Rechtsextremismus in Ostdeutschland nach der Wende lasse sich nicht nur ökonomisch und sozialpsychologisch erklären, sondern müsse historisch aus der DDR-Geschichte begriffen werden. Dort habe es lange vor 1989 Ausländerfeindlichkeit und eine rechte Jugendszene gegeben.[36] Ihre Thesen werden erst seit Ende der 1990er Jahre in der Forschung stärker beachtet.[37] Als die Fremdenfeindlichkeit und der Rechtsextremismus in Ostdeutschland weiter eskalierten, gründete Kahane zusammen mit anderen 1998 die Amadeu Antonio Stiftung mit dem Anliegen, die demokratische Zivilgesellschaft gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus zu stärken. Bis 2003 war sie Leiterin der RAA Berlin und Geschäftsführerin des RAA e. V.[23] Im selben Jahr wurde sie hauptamtliche Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung.

In Veröffentlichungen und Projekten setzt sich Anetta Kahane mit dem Antisemitismus in Deutschland auseinander und entwickelte pädagogische Praxisangebote mit.[38] Die Amadeu Antonio Stiftung sammelt seit den 2000er Jahren Meldungen über antisemitische Vorfälle. Antisemitismus sei für Kahane, so Heribert Prantl, „das Exempel und Lehrfeld für alle anderen rassistischen Angriffe“.[39] Sie thematisierte insbesondere Judenfeindlichkeit in der DDR, über die sie in einem Interview mit der Jüdischen Allgemeine sagte:

„Alles Jüdische, einschließlich der Judenfeindschaft, war dort ein Tabu […] Man hat das Thema quasi unsichtbar gemacht. Und damit den Bürgern die Möglichkeit genommen, sich mit Juden auseinanderzusetzen. Der Antisemitismus, den es in der DDR auf jeden Fall gab, war sehr subtil und trat vorrangig durch politische, kulturelle und israelfeindliche Stereotype zutage.“[40]

Nach der Dritten Weltkonferenz gegen Rassismus 2001 in Durban, auf der gefordert wurde, die UN-Resolution 3379 wieder in Kraft zu setzen, in der Zionismus als eine Form des Rassismus bezeichnet wurde, gehörte Kahane mit Julius H. Schoeps u. a. zu den deutsch-jüdischen Protagonisten, die die global auftretende Feindschaft gegen Israel als einen Angriff auf den „kollektiven Juden“ bezeichneten.[41] In einem Gespräch mit dem Journalisten Philipp Gessler 2014 im Deutschlandfunk Kultur antwortete sie auf die Frage, wo ihrer Meinung nach Israelkritik in Antisemitismus umschlägt, dass sie das Wort ‚Israelkritik‘ nicht verstehe. „Es gibt einen Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern und zwischen Israel und der arabisch-muslimischen Welt, und da kann man natürlich Partei ergreifen, muss man aber nicht.“ Es gebe ein immer wiederkehrendes Argumentationsmuster: „So, wie die Israelis sich den Palästinensern gegenüber verhalten, kann man gut verstehen, dass einem die Juden unsympathisch sind. Da wird eine direkte Verbindung zwischen Juden und Israel hergestellt. Diese Verbindung ist ja vorhanden, natürlich haben alle Juden in irgendeiner Weise was mit Israel zu tun, weil das Wort Israel in jedem Gebet vorkommt. Aber wenn man Juden […] mit dem Staat Israel gleichsetzt, dann kann man das natürlich sofort übertragen auf die Frage, ob die zu uns gehören oder nicht. Und dann ist es antisemitisch.“[42] Zusammen mit Deidre Berger, Micha Brumlik, Stephan J. Kramer und Julius H. Schoeps initiierte sie 2015 das „Netzwerk zur Erforschung und Bekämpfung des Antisemitismus“ (NEBA).[43][44][45] Laut Kahane ist Antisemitismus von heute ein „weltweites Unbehagen am Jüdischen“. Es könne sich „in den unterschiedlichsten Formen Bahn brechen, von diffusen Verschwörungstheorien gegenüber einer vermeintlichen jüdischen Machtelite bis zur Israelkritik in ‚das wird man ja wohl noch sagen dürfen‘-Manier“.[46]

Privates

Anetta Kahane lebt in Berlin. Sie ist geschieden und hat eine Tochter.[47]

Reaktionen und rechte Kampagnen nach Bekanntwerden der IM-Tätigkeit

In einem Radiointerview gab die Sozialsenatorin des Landes Berlin, Heidi Knake-Werner, am 8. Oktober 2002 bekannt, dass Kahane ihre Wunschkandidatin als Nachfolgerin von Barbara John sei, der Ausländerbeauftragten des Berliner Senats.[48] Daraufhin machten Zeitungsberichte bekannt, dass Kahane von 1974 bis 1982 als IM der Stasi gearbeitet hatte, und kritisierten, dass diese Bekanntmachung nicht vorher erfolgt sei.[49] Am 10. Oktober erklärte Kahane, sie stehe für das Amt der Ausländerbeauftragten des Senats nicht zur Verfügung.[50]

In ihrer 2004 erschienenen Autobiografie Ich sehe was, was du nicht siehst gibt sie über ihre IM-Tätigkeit ausführlich Auskunft.[51][17] Darin lässt sie laut Peter Schneider keinen Zweifel daran, „dass sie sich ihres Irrwegs bei der Stasi schämt“.[52] 2012 beauftragte sie den Politikwissenschaftler Helmut Müller-Enbergs Art und Folgen ihrer Tätigkeit als IM zu untersuchen.[53] Er legte im November 2014 seine zusammenfassende gutachterliche Stellungnahme vor: Die Akten, die das BStU zur Verfügung gestellt hatte, seien nahezu vollständig und zeigten nicht, dass Kahane als IM von 1974 bis 1982 anderen Menschen Nachteile zugefügt habe. Auch eine Vorteilsnahme Kahanes sei darin nicht zu erkennen. Jedoch habe jede Art von Informationen an das MfS das Risiko einer Benachteiligung der Betroffenen enthalten.[18] Das Gutachten zur früheren IM-Tätigkeit Kahanes ist seit 2016 auf der Website der Amadeu Antonio Stiftung veröffentlicht.

Rechtskonservative bis rechtsextreme Akteure instrumentalisieren Kahanes IM-Vergangenheit für kampagnenartige Angriffe gegen sie und die Stiftung. So bezeichnete Thorsten Hinz Anetta Kahane 2007 in der neurechten Jungen Freiheit als keine starke intellektuelle Begabung bzw. mediokre Natur und erwähnte mehrfach ihre jüdische Herkunft bzw. ihre Hinwendung zum jüdischen Glauben. Er schuf damit laut Britta Schellenberg „ein klassisches rechtsextremes Feindbild: Jüdisch, Spitzel und Bolschewiki.“[54] Nachdem Bundesjustizminister Heiko Maas Kahane als Vertreterin der Amadeu Antonio Stiftung 2015 eingeladen hatte, an einer Task-Force zum „Umgang mit rechtswidrigen Hassbotschaften im Internet“ beratend mitzuwirken, erklärte Vera Lengsfeld, Kahane würde „nun wieder mit Ausarbeitung von Spitzel-Richtlinien“ beschäftigt. „In rechten Blogs, auf Facebook-Seiten von Privatpersonen und Organisationen, auf Twitter und diversen Homepages, aber auch in direkt an die Stiftung gerichteten E-Mails“ eskalierten die Attacken.[55] Sie haben zum Teil antisemitische Züge und gehen bis zu Morddrohungen.[56][57] Rechtsextreme „Identitäre“ blockierten zeitweise die Stiftungsräume. Antisemitische Foto-Montagen verbreiteten im Netz auch AfD-Politiker, wie der Bundestagsabgeordnete Petr Bystron.[58] Der Historiker Götz Aly kommentierte im Oktober 2018 die Angriffe auf Kahane: „Weil die Stiftung gegen Rassismus und neonationalistische Ressentiments anarbeitet, wird Frau Kahane seit Jahren zum Ziel des Hasses, der sich immer stärker gegen sie als Jüdin richtet.“[17]

Über Kahanes Mitwirkung bei der Task-Force stritten die Historiker Hubertus Knabe und Jens Gieseke. Knabe hatte 2016 in einem Gastbeitrag im Focus unter der Überschrift „Stasi-IM als Netz-Spionin?“ kritisiert, dass Kahane ihre MfS-Biographie jahrelang verschwiegen hatte. Es sei unverständlich, warum das Bundesjustizministerium ihre Stiftung für „eine sensible Aufgabe wie die Kontrolle des Internets“ herangezogen habe. Ähnlich äußerten sich Vera Lengsfeld, die die kampagnenartigen Angriffe gegen Kahane und die Stiftung 2015 angestoßen hatte,[55] und Beatrix von Storch. Gieseke hielt Knabe entgegen, dass seine Argumentation dem Muster folge, „ausgerechnet der Stasi das letzte Wort über das Schicksal von heutigen politischen Akteuren zuzusprechen“. Knabe spiele mit der im Internet gängigen Unterstellung, dass es sich bei dem vom Bundesjustizministerium geförderten Projekt gegen Hassrede um eine Art „Stasi 2.0“ handle. Es gehe Knabe nicht um Anetta Kahane, sondern darum, die Amadeu-Antonio-Stiftung als Ganzes aus dem Projekt zur Bekämpfung von Hasskampagnen im Internet zu drängen.[59]

Rezeption der Autobiografie

In ihrer Autobiografie Ich sehe was, was du nicht siehst. Meine deutschen Geschichten erinnert sich Kahane in der ersten Hälfte des Buches an ihre Kindheit und Jugend in der DDR. Im zweiten Teil berichtet sie von ihrem Kampf gegen Rechtsextremismus im vereinten Deutschland.

Aufschlussreicher als historische Fakten über die DDR fand Viola Roggenkamp (in: Die Welt) „die durchfühlten Erinnerungen“, „das subjektive Erleben“, das Kahane auf ihre Weise versuche. Kahane dokumentiere ihr eigenes Dilemma mit den Worten: «Mir sind die Motive suspekt, aus denen viele Menschen mit der DDR abrechnen wollen, doch mindestens genauso suspekt ist es mir, wenn sie es nicht tun.» Roggenkamp fragt sich, warum deutsche Juden, wie Kahanes Eltern, in die DDR gegangen sind. Sie hätten doch nicht übersehen können, dass die DDR genauso „Nazi-Land“ gewesen war wie die BRD. Die aus dem Exil zurückgekehrten Juden, „ohne dass es das Wort Jude gab“, hätten als ‚Opfer des Faschismus‘ weniger gegolten als ‚Kämpfer gegen den Faschismus‘. Doch sie seien nun auch als die besseren Deutschen erlebt worden, die ein besseres Deutschland aufbauen wollten und dafür seien sie „mehr oder weniger gehasst“ worden.[60]

Kahane habe sich als junge Frau in der DDR bewähren, den Idealen ihrer Eltern, deren „unpathetischen, antifaschistischen Heroismus“ sie bewunderte, und des antifaschistischen Staates gleichermaßen gerecht werden wollen, schrieb Martin Jander (in: H-Soz-Kult). Dazu habe auch die „erpresste Verpflichtung zur Spitzeltätigkeit für das MfS“ gehört. Ihr „zunächst nur zögernd und dann radikaler vollzogene Ausbruch aus der «Antifaschismusfalle»“ mache ihre Autobiografie „zu einer ungewöhnlichen Dokumentation des Alltags in der nachnationalsozialistischen DDR“, so Jander.[20]

Uwe Stolzmann (in: Neue Zürcher Zeitung) fragte sich, woher Kahanes „Tunnelblick“ auf die DDR komme. „Das Wort ‚Privilegien‘ mag Anetta Kahane nicht hören, doch es gab sie: Reisen nach Indien und Brasilien (wo der Vater Korrespondent wurde), Ferienplätze auf Schloss Wiepersdorf und an der Schwarzmeerküste, dann das Studium der Lateinamerikanistik und ein Job beim Aussenhandel in Sao Tomé und Moçambique.“ In Kahanes Erinnerung sei „der kleine deutsche Staat ein abstossendes Gebilde: kalt und eng, spiessig und rassistisch, ein Quell für Hass und dauerhafte Frustration“. Er vermutet dahinter „Wut auf den Vater“, der sich nach Meinung von Kahane zu sehr anpasste, oder „Scham darüber, dass sie gelegentlich der Staatssicherheit zu Diensten war“. Ein „Dokument eines außergewöhnlichen Lebens“, als das die Verlagswerbung es ankündigte, sei ihr Buch dadurch nicht geworden.[61]

Micha Brumlik (in: Die Tageszeitung) las Kahanes Geschichte der „Kindheit und Jugend eines jüdischen Mädchens in der Nomenklatura der DDR“ als „Fallstudie über jüdische Identitätsbildung“. Nachdem die Hoffnungen auf „einen besseren, einen antirassistischen deutschen Staat restlos verflogen“ waren, sei der Versuch geblieben, „in der maroden DDR zu einem neuen, einem jüdischen Selbstverständnis zu finden“. In ihren Schilderungen ließe sich nachvollziehen, „wie viele verschiedene innere und äußere, psychische, soziale und politische Motive zusammenwirken müssen, damit ein deutsch-jüdisches Selbstverständnis wiedererfunden werden konnte“.[62]

Für Andreas Bock (in: Süddeutsche Zeitung) ist Kahanes Autobiografie „ein Buch über den Zustand der Zivilgesellschaft im wiedervereinigten Deutschland“. Das alte Kinderspiel, das dem Buch den Titel gab, Ich sehe was, was du nicht siehst werde bei ihr zu einer gesamtgesellschaftlichen Diagnose. Die Erfahrung des Rassismus in der DDR habe zu Kahanes Bruch mit dem Regime geführt. Nach ihrer Erzählung habe der Staat, der sich den Stempel „antifaschistisch“ aufgedrückt hat, eine Auseinandersetzung mit Schuld und Verantwortung für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus von Grund auf verhindert und „so die Saat für neuen alten Ausländerhass gelegt“. Kahanes Buch hält laut Bock „der deutschen Gesellschaft den Spiegel vor“.[63]

Auszeichnungen

Mitgliedschaften

Veröffentlichungen

Autobiografie

Herausgeberin und Autorin

  • Nach Auschwitz. Schwieriges Erbe DDR. Plädoyer für einen Paradigmenwechsel in der DDR-Zeitgeschichtsforschung. Mit Enrico Heitzer, Martin Jander, Patrice G. Poutrus, Wochenschau Verlag Wissenschaft, Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-7344-0705-5[68]
  • Geteilte Erinnerung? Zum Umgang mit Nationalsozialismus in Ost und West. Amadeu Antonio Stiftung, Berlin 2011, ISBN 978-3-940878-10-6.
  • Das hat's bei uns nicht gegeben! Antisemitismus in der DDR. Buch zur Ausstellung der Amadeu Antonio Stiftung, mit Annette Leo und Heike Radvan, Berlin 2010, ISBN 3-89331-176-9
  • Begegnungen, die Hoffnung machen. Grenzen gegenüber Ausländern überwinden. Mit Eleni Torossi, Herder, Freiburg 1993, ISBN 978-3-451-04236-2

Buchbeiträge

  • Rechtsextremismus. Herausforderungen für die ganze Gesellschaft. In: W. Frindte, D. Geschke, N. Haußecker, F. Schmidtke (Hrsg.): Rechtsextremismus und „Nationalsozialistischer Untergrund“, Springer VS, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-09997-8, S. 303–307
  • Das deutsche Opfertum. In: Liske, Markus, Präkels, Manja (Hrsg.): Vorsicht Volk! Oder: Bewegungen im Wahn? Verbrecher Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-95732-121-3, S. 137–139
  • Der Partisan aus Chemnitz. In: Gisela Dachs (Hrsg.): Proteste. Jüdische Rebellion in Jerusalem, New York und andernorts. Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-633-54261-1, S. 59–71.
  • Erinnern heißt Leben. In: Beatrice von Weizsäcker, Hildegard Hamm-Brücher (Hrsg.): Demokratie ist keine Glücksversicherung: vierzig Jahre Theodor-Heuss-Preis, 1965 bis 2005: Chronik und Zeitansage. Hohenheim, 2005, ISBN 3-89850-129-9, S. 227 ff.
  • Jeckes in der DDR. In: Gisela Dachs (Hrsg.): Die Jeckes. Jüdischer Verlag im Suhrkamp-Verlag, 2005, ISBN 3-633-54219-1
  • Ich habe die Möglichkeit, etwas zu tun. In: Elmar Balster (Hrsg.): Augenblicke. Portraits von Juden in Deutschland. Mosse, Berlin 2003, ISBN 3-935097-08-5, S. 45–46
  • Handeln für Demokratie ist Handeln gegen Rechtsextremismus. In: Jens Mecklenburg (Hrsg.): Was tun gegen Rechts, Elefanten Press, Berlin 1999, ISBN 978-3-88520-749-8, S. 58–71
  • Ich durfte, die anderen mußten … In: Vincent von Wroblewsky (Hrsg.): Zwischen Thora und Trabant. Juden in der DDR. Aufbau, Berlin 1993, ISBN 3-7466-7011-X, S. 124–144
  • Fremdheit mit Folgen: Geschichte einer Ausländerbeauftragten. In: Namo Aziz, Thea Bauriedl (Hrsg.): Fremd in einem kalten Land: Ausländer in Deutschland. Herder, Freiburg 1992, ISBN 3-451-04130-8, S. 137 ff.

Artikel (Auswahl)

Artikel in Bulletin. Schriftenreihe des Zentrum Demokratische Kultur[69]:

  • Antisemitismus als Herausforderung für die Demokratie. 2004/5, S. 5–6
  • Was ist Zivilgesellschaft ? 2000/1, S. 6–11
  • Zivilgesellschaft und Barbarei 2000/1, S. 11–12
  • Die reine Lehre ist die reine Lehre. Zur Kritik der akzeptierenden Sozialarbeit. 1999/1, S. 5–7
  • Ferch – Ein Orts des Glücks? 1998/4, S. 41–44
  • Unsere Schule ist wie Schoko mit Vanille – ein Beispiel aus B-Lichtenberg. 1998/4, S. 16
  • Handeln für mehr Demokratie ist Handeln gegen Rechtsextremismus. 1998/4, S. 8–16 (mit Bernd Wagner, Sylke Kirschnick)
  • Protest!? 1998/2, S. 24–25
  • Gedanken zum Gedenken 1998/2, S. 18–19
  • Solidarität neu denken 1998/1, S. 3–4

Literatur

  • Peter Schneider: Anetta Kahane und die Amadeu Antonio Stiftung. In: Peter Schneider: An der Schönheit kann’s nicht liegen. Berlin – Porträt einer ewig unfertigen Stadt. btb, München 2016, ISBN 978-3-442-71379-0, S. 228–238.
  • Esther Schapira, Georg M. Hafner: Sie halten einfach einen starken Juden nicht aus – Zu Besuch bei Anetta Kahane. In: Esther Schapira, Georg M. Hafner: Israel ist an allem schuld: Warum der Judenstaat so gehasst wird. Bastei Lübbe, Köln 2015, ISBN 978-3-7325-0596-8, S. 190–194.
  • Heribert Prantl: Anetta Kahane. Den Mond nach Berlin holen. In: ders.: Was ein Einzelner vermag. Politische Zeitgeschichten. Süddeutsche Zeitung Edition, München 2016, ISBN 978-3-86497-352-9, S. 194–209

Weblinks

Commons: Anetta Kahane – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Annette LeoKahane, Max Leon. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  2. Ulla Plener (Hrsg.): Frauen aus Deutschland in der französischen Résistance. Eine Dokumentation. Edition Bodoni, Berlin 2005, ISBN 3-929390-90-6, S. 284
  3. Rita Thalmann: Jewish Women exiled in France After 1933. In: Sibylle Quack (Hrsg.): Between Sorrow and Strength. Women Refugees of the Nazi Period, Cambridge University Press, 2002, ISBN 978-0-521-52285-4, S. 55–56
  4. Anetta Kahane: Ich sehe was, was du nicht siehst. Meine deutschen Geschichten. Rowohlt Verlag, Berlin, 2004, ISBN 978-3-87134-470-1, S. 36
  5. Sabine am Orde: „Ich war nicht gemacht für die DDR“: Anetta Kahane. In: taz.de, 30. August 2004
  6. Anetta Kahane: Vorsitzende Amadeu Antonio Stiftung im Gespräch mit Jochen Kölsch alpha-Forum, br.de, 24. April 2014, PDF-Datei
  7. Anetta Kahane: Ich sehe was, was du nicht siehst. Meine deutschen Geschichten. Rowohlt Verlag, Berlin, 2004, ISBN 978-3-87134-470-1, S. 34–44
  8. Gerald Beyrodt: Stumme Ausgrenzung. Juden in der DDR, Deutschlandfunk Kultur, 6. November 2009
  9. Antisemitismus in Deutschland, Anetta Kahane im Interview mit Gerald Beyrodt, Deutschlandfunk, 9. November 2017
  10. Anetta Kahane: Ich sehe was, was du nicht siehst. Meine deutschen Geschichten. Rowohlt Verlag, Berlin, 2004, ISBN 978-3-87134-470-1, S. 52
  11. Mary Fulbrook: The People's State. East German Society from Hitler to Honecker, Yale University Press, New Haven 2005, ISBN 978-0300144246, S. 264, Zitat: „Even the children of survivors had ambivalent experiences with respect to their identity und heritage. Anetta Kahane, for example, recounts the difficulties of being ’different’ at school, and of being treated with hostility by a parent of a schoolfriend when she came to her house wearing a Star of David on a necklace.“
  12. a b Zur Person: Kahane, Anetta, BR alpha, 1. April 2014
  13. Anetta Kahane: Vorsitzende Amadeu Antonio Stiftung im Gespräch mit Jochen Kölsch alpha-Forum, br.de, 24. April 2014, PDF-Datei zum Download
  14. Heribert Prantl: Anetta Kahane. Den Mond nach Berlin holen. In: ders.: Was ein Einzelner vermag. Politische Zeitgeschichten. Süddeutsche Zeitung Edition, München 2016, ISBN 978-3-86497-352-9, S. 205
  15. Arbeitgeber stellt sich hinter Anetta Kahane, Der Tagesspiegel, 12. Oktober 2002
  16. Anetta Kahane: Ich sehe was, was du nicht siehst. Meine deutschen Geschichten. Rowohlt Verlag, Berlin, 2004, ISBN 978-3-87134-470-1, S. 98
  17. a b c Götz Aly: Der antisemitische Hass gegen Anetta Kahane. Berliner Zeitung, 2. Oktober 2018
  18. a b c d Helmut Müller-Enbergs: Zusammenfassende gutachterliche Stellungnahme zu Frau Anetta Kahane und die DDR-Staatssicherheit. (PDF, Amadeu Antonio Stiftung, 26. November 2014)
  19. Uwe Müller: Birthler-Behörde ließ Stasi-Spitzel einladen. In: Die Welt, 25. September 2007.
  20. a b Martin Jander: Rezension zu: Kahane, Anetta: Ich sehe was, was du nicht siehst. Meine deutschen Geschichten. Berlin 2004, in: H-Soz-Kult, 3. November 2004
  21. Peter Schneider: Anetta Kahane und die Amadeu Antonio Stiftung. In: Peter Schneider: An der Schönheit kann's nicht liegen, München 2016, S. 232
  22. Anetta Kahane im Gespräch mit Jochen Kölsch. In: Bayerischer Rundfunk, alpha-Forum, 1. April 2014
  23. a b Rupert Strachwitz, Florian Mercker: Stiftungen in Theorie, Recht und Praxis: Handbuch für ein modernes Stiftungswesen. Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 978-3-428-11680-5, S. 1135
  24. Video: Auslandskader - Reportage & Dokumentation - ARD | Das Erste. Abgerufen am 12. Februar 2019 (Min. 41:03).
  25. Helmut Müller-Enbergs: Ergänzung zur zusammenfassenden gutachterlichen Stellungnahme zu Frau Anetta Kahane und die DDR-Staatssicherheit. (PDF, Amadeu Antonio Stiftung, 17. Januar 2017); Maritta Tkalec: Die „deutschen Geschichten“ der Anetta Kahane: Die Seherin und ihr blinder Fleck. Berliner Zeitung, 16. August 2004
  26. Peter Schneider: Anetta Kahane und die Amadeu Antonio Stiftung. In: Peter Schneider: An der Schönheit kann’s nicht liegen. Berlin – Porträt einer ewig unfertigen Stadt. btb, München 2016, ISBN 978-3-442-71379-0, S. 234
  27. Teilnehmerliste der Sitzung AG-Ausländerfragen am 2. Jan. 1990. Sitzungen. - Protokolle und Vorlagen der 1. bis 10. Sitzung. In: Arbeitsgruppen des Zentralen Runden Tisches – Arbeitsgruppe Ausländerfragen. Bundesarchiv, abgerufen am 25. August 2018.
  28. Andrea Böhm: “...enorm viel Verständnis auch für die Deutschen“, Interview mit der neuen Ostberliner Ausländerbeauftragten Anetta Kahane / Ihre Zielrichtung: „Inländer müssen begleitet werden, weil sie keine Erfahrung haben, was es heißt, mit Ausländern zusammenzuleben“ / Schlechte Startbedingungen. aus: taz, Berlin lokal, 10. Mai 1990. Online veröffentlicht auf ddr89.de
  29. Heribert Prantl: Anetta Kahane. Den Mond nach Berlin holen. In: ders.: Was ein Einzelner vermag. Politische Zeitgeschichten. Süddeutsche Zeitung Edition, München 2016, ISBN 978-3-86497-352-9, S. 200f
  30. Britta Kollberg, Cordula Mäbert, Herbert Weber: „- dann hab' ich mir das Hitlerbärtchen abrasiert“: Exit – Ausstieg aus der rechtsextremen Szene. In: Rechtsextremismus, Jugendgewalt, Neue Medien, Band 2. Zentrum Demokratische Kultur, Klett Schulbuchverlag, 2002, ISBN 3-12-060202-7, S. 3–5
  31. Barbara Junge: John-Nachfolge: Kandidatin war Stasi-IM. In: Der Tagesspiegel, 9. Oktober 2004
  32. Klaus Peter Wallraven: Handbuch politische Bildung in den neuen Bundesländern. Wochenschau Verlag, 2003, ISBN 978-3-87920-627-8, S. 74
  33. Silke Kirschnik: Rechtsextremismus an Schulen. Was tun? Anregungen und Argumente für Lehrer/innen, in: Christoph Butterwegge, Georg Lohmann (Hrsg.): Jugend, Rechtsextremismus und Gewalt: Analyse und Argumente, Leske & Budrich, Opladen 2001, S. 147
  34. Anetta Kahane: Ich sehe was, was du nicht siehst. Meine deutschen Geschichten. Rowohlt Verlag, Berlin, 2004, ISBN 978-3-87134-470-1, S. 229.
    Zitiert in: Der Tagesspiegel, 22. März 2004.
    Zitiert in: Thomas Beutelschmidt, Rüdiger Steinlein: Realitätskonstruktion. Faschismus und Antifaschismus in Literaturverfilmungen des DDR-Fernsehens, Leipziger Univ.-Verlag, Leipzig 2004, ISBN 978-3-937209-78-4, S. 7
  35. Jeanette Goddar: Menschenrechtlerin mit Akte, Taz, 10. Oktober 2002
  36. Michael Hammerbacher: Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit: Handlungsstrategien gegen eine rechtsextreme Jugendkultur und fremdenfeindliche Einstellungen. Diplomica, Hamburg 2015, ISBN 978-3-95934-688-7, S. 67 f.
  37. Wolfgang Edelstein: Die Ausbreitung rechter Jugendkultur in Deutschland, in: Felix Büchel u. a. (Hrsg.): Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus. Dokumentation einer multidisziplinären Vortragsreihe, Leske und Budrich, Opladen 2002, ISBN 978-3-8100-3542-4, S. 20
  38. Anetta Kahane: Praxisangebote gegen Antisemitismus, Dossier Rechtsextremismus, Bundeszentrale für politische Bildung, 17. Januar 2007
  39. Heribert Prantl: Anetta Kahane. Den Mond nach Berlin holen. In: ders.: Was ein Einzelner vermag. Politische Zeitgeschichten. Süddeutsche Zeitung Edition, München 2016, ISBN 978-3-86497-352-9, S. 194
  40. Katrin Richter: Interview: „Alles Jüdische war in der DDR ein Tabu“. (Memento des Originals vom 12. Juni 2018 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.juedische-allgemeine.de In: Jüdische Allgemeine, 23. Dezember 2010
  41. Sergey Lagodinsky: Deutschlands neues Judentum und das veränderte Verhältnis zu Israel. In: Olaf Glöckner, Julius H. Schoeps (Hrsg.): Deutschland, die Juden und der Staat Israel. Eine politische Bestandsaufnahme, Georg Olms Verlag, Hildesheim/Zürch 2016, ISBN 978-3-487-08580-7, S. 208
  42. „Die Juden wissen genau, wer sie angespuckt hat.“ Anetta Kahane von der Amadeu Antonio Stiftung über den aktuellen Antisemitismus. Moderation: Philipp Gessler, Deutschlandfunk Kultur, 3. August 2014
  43. Antisemitismus-Experten geben Gründung von Netzwerk bekannt. In: haGalil, 26. Februar 2015
  44. Martin Krauss: „Einen anderen Akzent setzen“. Neues Netzwerk will Antisemitismus erforschen und bekämpfen. In: Jüdische Allgemeine, 5. März 2015
  45. Alice Lanzke: Netzwerk gegen Antisemitismus. »NEBA«-Gründungskonferenz entwickelt Forderungskatalog für Bundestagsabgeordnete, Jüdische Allgemeine, 3. Juli 2015
  46. Dundula Haage: Konferenz zum Antisemitismus. „Unbehagen am Jüdischen“, taz, 15. Dezember 2017
  47. Anetta Kahane: Vorsitzende Amadeu Antonio Stiftung im Gespräch mit Jochen Kölsch alpha-Forum, br.de, 24. April 2014, PDF-Datei, S. 8
  48. Sabine am Orde: Kandidatin wider Willen. In: taz vom 9. Oktober 2002. Online.
  49. Barbara Junge: John-Nachfolge: Kandidatin war Stasi-IM. Tagesspiegel, 9. Oktober 2002.
  50. Kahane sagt ab. John-Nachfolge wieder offen. Tagesspiegel, 11. Oktober 2002.
  51. Offene Worte zur IM-Tätigkeit. Tagesspiegel, 24. März 2004
  52. Peter Schneider: Anetta Kahane und die Amadeu Antonio Stiftung. In: Peter Schneider: An der Schönheit kann’s nicht liegen. Berlin – Porträt einer ewig unfertigen Stadt. btb, München 2016, ISBN 978-3-442-71379-0, S. 231
  53. Klaus Pokatzky: Anetta Kahane. Unbeirrbares Engagement gegen rechten Hass. Deutschlandradio Kultur, 6. Juni 2016
  54. Britta Schellenberg: Die Rechtsextremismus-Debatte: Charakteristika, Konflikte und ihre Folgen. 2. Auflage, Springer VS, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-658-04176-2, S. 208 f. und Fn. 843
  55. a b Matthias Meisner: Trotz „rechter Kampagne“: Weiter Staatsgeld für Amadeu-Antonio-Stiftung. Tagesspiegel, 7. Dezember 2016
  56. Hanna Spanhel: Rechtsextremismus: Wenn Helfer Opfer rechter Übergriffe werden. Süddeutsche Zeitung, 26. April 2016; Konrad Litschko: Drohungen im Netz, Kleber an der Tür. Taz, 25. April 2016; Wolfram Wette: Franco A. und die anderen. Zeit Online, 12. Mai 2017
  57. Angriffe gegen Amadeu-Antonio-Stiftung: Volle Kanne Hass. Tagesspiegel, 3. August 2016
  58. Katrin Bischoff: Antisemitische Darstellung. AfD-Fraktion verbreitet Karikatur von Anetta Kahane. Berliner Zeitung, 21. September 2018
  59. Matthias Meisner: Streit um die Stasi-Vergangenheit von Anetta Kahane. Tagesspiegel, 13. Dezember 2016
  60. Viola Roggenkamp: Deutschstunde, Die Welt (Literarische Welt), Jg. 59, 3. April 2004, Nr. 80, S. 7
  61. Uwe Stolzmann: Was, Sie sind keine Ost-Frau? Neue Zürcher Zeitung, Nr. 239, Feuilleton, S. 45, 13. Oktober 2004
  62. Micha Brumlik: Iphigenie in der Uckermark, Taz (Archiv), 26. Juni 2004
  63. Andreas Bock: Antifaschismus reicht nicht. Das Leben von Anetta Kahane in beiden Deutschlands, Süddeutsche Zeitung, Ressort Politisches Buch, 25. Oktober 2004, S. 18
  64. Theodor Heuss Stiftung: Preisträger 1991
  65. Aufrechter Gang. Theodor-Heuss-Preis für Bürgerrechtler, Zeit Online, Die Zeit 12/1991 vom 15. März 1991
  66. Amory Burchard: Einsatz inmitten der braunen Flut. Anetta Kahane wird heute der Moses-Mendelssohn-Preis für ihr Engagement gegen Rechts verliehen, Der Tagesspiegel, 5. September 2002
  67. Der Tagesspiegel, 19. März 2001
  68. Rezensionen: Henrike Voigtländer in Sehepunkte, Ausgabe 19 (2019), Nr. 4 Julia Haak in Berliner Zeitung, 21. November 2018
  69. Norbert Madloch: Rechtsextremismus in der DDR und in den neuen Bundesländern. Auswahl–Bibliographie.