Annette Focks

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Annette Focks (* 28. August 1964 in Thuine, Niedersachsen) ist eine deutsche Musikerin und Komponistin von Filmmusik.

Werdegang[Bearbeiten]

Annette Focks begann im Alter von fünf Jahren Klavier zu spielen, später kamen Orgel, Trompete, Schlagzeug und Mallets dazu. Sie studierte in den Jahren 1985 bis 1993 Musik an der Musikhochschule Köln. In dieser Zeit trat sie mit Bands verschiedener Musikrichtungen auf; mit der Band Die Weißen Männer spielte sie zwei Alben ein. 1994 und 1995 war sie zweimalige Stipendiatin der European Biennial for Music. Von 1996 bis 1998 absolvierte sie ein Kompositionsstudium für Film und Fernsehen an der Hochschule für Musik und Theater München, das sie 1998 mit einem Diplom im Fach Komposition für Film und Fernsehen abschloss. Im Jahr 2002 ging sie nach Los Angeles und nahm an einem dreitägigen Workshop für Orchestrierung bei Steven Scott Smalley teil. 2005 wurde Focks ausgezeichnet mit dem Deutschen Fernsehpreis für die beste Filmmusik. 2007 war sie nominiert für den Europäischen Filmpreis in der Kategorie Prix d'Excellence für Vier Minuten von Chris Kraus sowie 2008 für den Deutschen Filmpreis Lola für Ein fliehendes Pferd von Rainer Kaufmann. Sie erhielt den Grand Prix spécial du Jury für beste Musik für den Film Vier Minuten beim 8e Festival International Musique & Cinema D'Auxerre. Marco Kreuzpaintners Krabat brachte ihr 2009 eine erneute Nominierung für den Deutschen Filmpreis ein.[1] 2010 wurde der Score Poll auf dem Festival Internazionale Del Film Di Roma für die „Beste Filmmusik“ mit dem Preis des Teatro Politeama di Catanzaro ausgezeichnet. 2013 wurde Annette Focks mit dem Gema-Autorenpreis für ihre Arbeit als Filmkomponistin ausgezeichnet.

Focks steuerte zu zahlreichen deutschen Kino- und Fernsehproduktionen die Musik bei, z. B. zu Marias letzte Reise und Ein starker Abgang von Rainer Kaufmann oder Auf ewig und einen Tag, Regie: Markus Imboden. Bekannt sind, neben den oben genannten preisgekrönten und nominierten Arbeiten, vor allem die Soundtracks zu den Kinofilmen Malunde von Stefanie Sycholt, Die Wilden Hühner und Die Wilden Hühner und die Liebe nach den Kinderbüchern von Cornelia Funke, Die Drei Fragezeichen von Florian Baxmeyer, Der Liebeswunsch von Torsten C. Fischer, Der Architekt von Ina Weisse, John Rabe von Florian Gallenberger, Dschungelkind von Roland Suso Richter, Dreiviertelmond von Christian Zübert, Simon von Lisa Ohlin und Ruhm von Isabel Kleefeld. 2013 kamen u.a. die Kinofilme "Ostwind" von Katja van Garnier und "Night Train to Lisbon/Nachtzug nach Lissabon" von Bille August dazu.

Neben Filmmusiken komponiert Annette Focks auch für den Konzertsaal. So komponierte sie 2008 ein Konzert für Cello und Orchester mit dem Titel Ein musikalischer Brief ohne Worte. Uraufführung der Auftragsarbeit des Mozartfestivals Augsburg 2008 war am 31. Mai 2008 mit der Bayerischen Kammerphilharmonie unter der Leitung von David Stern (Sohn des Geigers Isaac Stern) und der Münchner Solistin Anja Lechner. 2011 komponierte sie im Auftrag des WDR Rundfunkorchesters die Musik für die Janosch-Geschichte Onkel Poppoff kann auf Bäume fliegen für Sprecher und großes Orchester (Uraufführung Februar 2012).

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1995: Das Blau des Himmels
  • 1996: Der Tod ist nicht jedermanns Sache
  • 1997: Bodo
  • 1997: Der Durchbruch
  • 1997: Kleiner Stürmer
  • 1997: Ohne den Anderen
  • 1998: Baby
  • 1998: Luna
  • 1999: Lost
  • 2000: Schwiegermutter (TV)
  • 2000: Küss mich, Frosch (TV)
  • 2000: Unter der Erde
  • 2000: Verspiegelte Zeit
  • 2001: Als Großvater Rita Hayworth liebte
  • 2001: Lara tödliche Eifersucht
  • 2001: Nass
  • 2001: Bella Block: Bitterer Verdacht (TV)
  • 2001: Malunde
  • 2001: Marie muß rennen …
  • 2001: Vampirwind
  • 2002: Der Tod ist kein Beweis (TV)
  • 2002: Der Morgen nach dem Tod (TV)
  • 2002: Hurensohn
  • 2002: Snipers Alley
  • 2002: Jenseits der Ferne
  • 2002: Der Job seines Lebens (TV)
  • 2002: Der Seerosenteich (TV-Zweiteiler)
  • 2002: Morgenstund
  • 2002: So ist das Leben
  • 2003: Papa Löwe und die glücklichen Kinder (TV)
  • 2003: Wenn Sie brennen, legen Sie auf!
  • 2003: Ins Leben zurück (TV)
  • 2003: Raus ins Leben (TV)
  • 2003: Hunger auf Leben (TV)
  • 2003: Das Paradies auf Erden
  • 2003: Märchenprinz
  • 2004: Bella Block: Das Gegenteil von Liebe (TV)
  • 2004: Die Kirschenkönigin (TV-Dreiteiler)
  • 2004: Der Job seines Lebens 2 – Wieder im Amt (TV)
  • 2004: Wie Schnee hinter Glas
  • 2004: Marias letzte Reise (TV)
  • 2005: Arnies Welt (TV)
  • 2005: Das Gespenst von Canterville (TV)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2005 – nominiert für den europäischen Fernsehpreis Fipa D’or (Biarritz) für die Beste Filmmusik für: Wellen
  • 2005 – Deutscher Fernsehpreis für die beste Musik für: Bella Block: ... denn sie wissen nicht, was sie tun, Das Gespenst von Canterville, Die Kirschenkönigin, Marias letzte Reise und Wellen.
  • 2007 – nominiert für den Europäischen Filmpreis in der Kategorie Prix d’excellence 2007 für Vier Minuten
  • 2007 – Grand Prix spécial du Jury für Beste Musik für den Film Vier Minuten von Chris Kraus beim 8e Festival International Musique & Cinema D’Auxerre (Frankreich)
  • 2008 – Nominierung Deutscher Filmpreis Lola für die beste Musik für: Ein Fliehendes Pferd
  • 2009 – nominiert für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Beste Filmmusik für Krabat
  • 2010 – Beste Filmmusik beim Festival Internazionale del Film di Roma für Poll
  • 2012 – Nominierung für den schwedischen Filmpreis Guldbagge in der Kategorie beste Musik für Simon
  • 2013 – Gema-Autorenpreis für die Kategorie Filmmusik

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Deutscher Filmpreis: Die Nominierungen im Überblick bei welt.de, 13. März 2009

Weblinks[Bearbeiten]