Anno 1800

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Anno 1800
1800 Logo 297544.png
StudioDeutschlandDeutschland Blue Byte Mainz
PublisherFrankreichFrankreich Ubisoft
Erstveröffent-
lichung
16. April 2019[1]
PlattformMicrosoft Windows
GenreAufbauspiel mit Echtzeit-Strategie-Elementen
SpielmodusEinzelspieler, Mehrspieler
SteuerungMaus, Tastatur
Systemvor-
aussetzungen
OS: Windows 7/8.1/10 64-Bit CPU: 3,20 GHz RAM: 8 GB Grafikkarte: 2 GB Speicherbedarf (HDD): 60 GB
SpracheDeutsch, Englisch
Aktuelle VersionGame Update 10.1 (10. März 2021)
Altersfreigabe
USK ab 6 freigegeben
PEGI ab 12 Jahren empfohlen
PEGI-Inhalts-
bewertung
Schimpfwörter, In-Game-Käufe

Anno 1800 ist ein in der Zeit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert angesiedeltes Aufbauspiel, das vom deutschen Entwicklerstudio Ubisoft Blue Byte Mainz (ehemals Related Designs) entwickelt und vom französischen Publisher Ubisoft veröffentlicht wurde.

Anno 1800 ist der siebte Teil der Anno-Reihe und der Nachfolger des 2015 erschienenen Anno 2205. Anno 1800 wurde erstmals im Rahmen der Spielemesse Gamescom im Jahr 2017 der Öffentlichkeit präsentiert und angekündigt. Es kam am 16. April 2019 auf den Markt,[1] sieben Wochen später als im August 2018 angekündigt.[2]

Spielszenario[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die beiden letzten Titel Anno 2205 und Anno 2070 ein Zukunftsszenario zum Inhalt hatten, geht die Anno-Reihe mit Anno 1800 erneut zurück in die Vergangenheit. Anno 1800 ist in der Zeit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert angesiedelt.[3]

Anno Union[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Ankündigung des Spiels wurde zudem auch die sogenannte Anno Union ins Leben gerufen. Entwickler Ubisoft Blue Byte Mainz plant im Rahmen der Anno Union engagierten Spielern die Möglichkeit zu geben, auf die Entwicklung des kommenden Spiels Einfluss zu nehmen. So sollen beispielsweise Einblicke in die Entwicklung und frühes Gameplay gewährt werden und kommende Features teilweise von der Spielerbasis ausgewählt werden können. Um eine Einflussnahme der Spieler überhaupt zu ermöglichen, wurde das Spiel in einem vergleichsweise frühen Stadium der Entwicklung angekündigt.[4]

Spielprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel besitzt wieder, wie der vorletzte Ableger der Reihe, Anno 2070, zwei verschiedene Spielmodi für Einzelspieler. Einerseits die Kampagne, die einem engen Handlungsstrang folgt und andererseits den freien Spielmodus, der durch vorgegebene oder benutzerdefinierte Einstellungen frei spielbar ist. Im freien Spielmodus besteht außerdem die Möglichkeit keine Bedingungen für den Sieg festzulegen, wodurch ein Endlosspiel möglich ist.

Das Ziel eines freien Spiels besteht im Ausbau und der Neugründung von Siedlungen, sowie der Erreichung einer bestimmten Zivilisationsstufe. Weitere Ziele können die militärischen Vernichtung der computergesteuerten Kontrahenten oder das Erreichen einer bestimmten Bevölkerungsanzahl sein. Dabei müssen vom Spieler umfangreiche Produktionsketten aufgebaut werden, welche zunehmend komplexer werden und den Transport von Waren aus exotischen Regionen notwendig machen. Einige NPCs agieren dabei wie der Spieler selbst und besiedeln die Inselwelt, andere fungieren nur als Piratenflotte oder Händler an festen Handelskontoren. Ein wichtiges Gameplay-Element ist die Größen- und Ressourcenbeschränkung der Inseln, welche im späteren Spielverlauf vermehrt das Optimieren der Spielersiedlung hinsichtlich des Platzes und der Warenproduktion erfordert.

Zusätzlich zu den Spielmodi für Einzelspieler gibt es auch einen Koop- beziehungsweise Multiplayer-Modus in Anno 1800. Im Koop-Modus können bis zu vier Spieler gleichzeitig eine Fraktion steuern. Der Multiplayer-Modus ermöglicht es, dass vier Teams mit jeweils bis zu vier Spielern gegeneinander antreten.[5]

Erweiterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung wurde der Anarchist-DLC für das Jahr 2019 angekündigt, der das Spiel mit neuen Inhalten in Form von Aufträgen, Gegenständen und mehr Personalisierungsmöglichkeiten erweitert.[6] Am 15. April 2019 kündigte BlueByte auf der Anno Union umfangreiche Post-Launch Spielinhalte an, darunter die drei DLCs „Gesunkene Schätze“, „Botanica“ und „Die Passage“ sowie kosmetische Gegenstände.[7] Die drei Erweiterungen erweitern das Spiel um neue Sitzungen in Europa sowie der Arktis, einen botanischen Garten und Ornamente. Zugleich wurde angekündigt, das Spiel fortlaufend mit neuen Gebäuden und Features zu versorgen, um damit auf das Feedback innerhalb der Anno Union einzugehen. Der Season Pass 1 bündelt alle drei Erweiterungen und schaltet weitere Personalisierungsmöglichkeiten frei. Der Anarchist-DLC ist kein Inhalt des Season Passes 1.[8] Inhalt des Season Passes 2 sind „Paläste der Macht“, „Reiche Ernte“ und „Land der Löwen“.[9] Der Season Pass 3 enthält die bereits veröffentlichte Erweiterung „Speicherstadt“ und die noch folgenden Erweiterungen „Reisezeit“ und „Dächer der Stadt“.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bewertungen
PublikationWertung
4Players88/100[11]
GameSpot7/10[12]
GameStar90/100[13]
IGN8,1/10[14]
PC Games9/10[15]
Metawertungen
Metacritic81/100[10]

Die im Spiel nur am Rande behandelte Sklaverei- und Kolonialismus-Thematik sorgte für Diskussionen über die Geschichtsvermittlung des Spiels. Bereits lange vor der Veröffentlichung äußerte sich Blue Bytes Creative Director Dirk Riegert bezüglich der Sklaverei im 19. Jahrhundert dahingehend, dass diese damals nicht mehr allzu relevant gewesen sei und somit zwar auftauchen, jedoch keine zentrale Rolle spielen werde. Er begründete dies damit, dass sich die Spieler durch eine solche Spielmechanik unwohl fühlen könnten. Tatsächlich finden sich Verweise auf die Thematik nur in Beschreibungstexten im Spiel. Der Historiker Jürgen Zimmerer kritisierte, dass Anno 1800 als historische Simulation die Sklaverei-Thematik quasi aus der Geschichte ausblenden würde. Felix Zimmermann vom Arbeitskreis Geschichtswissenschaft und Digitale Spiele deutete an, dass ein Spiel dieser Reichweite die Geschichtsbilder einer Gesellschaft beeinflussen könne. Ebenfalls verwies Jürgen Zimmerer auf die im Spiel vorkommenden Jornaleros und Obreros, also die Bevölkerung der vom Spieler erschlossenen Kolonien, welche praktisch Zwangsarbeit leisten müssten.[16][17]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits ein halbes Jahr vor Veröffentlichung wurde Anno 1800 auf der Gamescom 2018 als bestes PC-Spiel honoriert.[18] Beim Deutschen Entwicklerpreis 2019 wurde das Spiel in den Kategorien Bestes Deutsches Spiel, Bestes Gamedesign, Beste Grafik und Bester Sound ausgezeichnet.[19] Für The Game Awards 2019 war das Spiel in der Kategorie Bestes Strategiespiel (Best Strategy Game) nominiert.[20]

Anno 1800 gewann den Deutschen Computerspielpreis 2020 in den Kategorien Bestes Deutsches Spiel und Bestes Gamedesign.[21]

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Soundtrack des Spiels stammt von Dynamedion und zeichnet sich durch orchestrale Klänge aus. Er wurde zusätzlich als Musikstreaming und auf Schallplatte veröffentlicht.[22]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Anno 1800 erscheint am 16. April. 24. Januar 2019, abgerufen am 30. Januar 2019.
  2. Bastian Thun: Anno 1800 Release Datum und Vorbestellung. 20. August 2018, abgerufen am 30. Januar 2019.
  3. Ubisoft kündigt Anno 1800 für Windows-PCs an. In: heise.de. Heise online, 22. August 2017, abgerufen am 2. Januar 2018.
  4. Anno Union – Entwickler-Trailer zur Community-Plattform von Anno 1800 – GameStar. In: heise.de. Gamestar, 22. August 2017, abgerufen am 2. Januar 2018.
  5. Fabian Rossbach: Anno 1800: Multiplayer und Koop-Modus. Keyfuchs, 22. Februar 2020, abgerufen am 22. Dezember 2020.
  6. Anno 1800: Ubisoft nennt Release-Datum, Editionen und Vorbesteller-Boni. In: PC Games Hardware. (pcgameshardware.de [abgerufen am 28. August 2018]).
  7. Fabian Vecellio del Monego: Anno 1800: Season Pass bringt Arktis-Karte und neue Quests. Abgerufen am 15. April 2019.
  8. Der Anno 1800 Season Pass und kostenlose Inhalte sind auf dem weg – Anno Union. Abgerufen am 15. April 2019 (deutsch).
  9. Heiko Klinge: Anno 1800: Alle Infos zum Start des Season Pass 2 und seinen DLCs. In: GameStar. 27. März 2020, abgerufen am 11. April 2020.
  10. Metawertung „Anno 1800“ (Windows). In: Metacritic. CBS Corporation, abgerufen am 9. März 2020 (englisch).
  11. Marcel Kleffmann: Test: Anno 1800. In: 4Players. 17. April 2019, abgerufen am 9. März 2020.
  12. David Wildgoose: Anno 1800 Review – The Prettiest Spreadsheet. In: GameSpot. CBS Corporation, 28. Mai 2019, abgerufen am 9. März 2020 (englisch).
  13. Heiko Klinge: Anno 1800 im Test – Das Aufbauspiel-Eldorado. In: GameStar. Webedia, 15. April 2019, abgerufen am 3. September 2020.
  14. Charles Singletary Jr.: Anno 1800 Review. In: IGN. Ziff Davis, 27. Mai 2019, abgerufen am 9. März 2020 (englisch).
  15. Matthias Dammes: Anno 1800 im Test: Ein Aufbauspiel der Spitzenklasse – Update: Jetzt mit Video. In: PC Games. Computec Media Group, 18. April 2019, abgerufen am 9. März 2020.
  16. Dominik Schott: Sklavenhandel und Kolonialismus: Anno 1800 schreibt die Geschichte um. In: Golem.de. 7. Mai 2019, abgerufen am 20. Juni 2019.
  17. Streit um Computerspiel Anno 1800: Verschenktes Potential. In: Deutschlandfunk. 23. Mai 2019, abgerufen am 20. Juni 2019.
  18. Mike Spyridis: Gamescom Award 2018: Die Gewinner! In: Computer Bild Spiele. 27. August 2018, abgerufen am 12. Dezember 2019.
  19. Elena Schulz: Anno 1800 räumt beim Deutschen Entwicklerpreis 2019 ab, alle Gewinner im Überblick. In: GameStar. 12. Dezember 2019, abgerufen am 12. Dezember 2019.
  20. The Game Awards 2019: Disco Elysium ist der große Gewinner. In: PC Games. 13. Dezember 2019, abgerufen am 31. März 2020.
  21. Markus Böhm: Computerspielpreis – „Anno 1800“ ist das beste deutsche Videospiel des Jahres. In: Spiegel.de. Spiegel online, 27. April 2020, abgerufen am 28. April 2020.
  22. Michael Miskulin: Anno 1800 Devblog: Ubisoft stellt Soundtrack vor. In: PC Games Hardware. 20. April 2019, abgerufen am 4. April 2021.