Barby

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Barby (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Barby
Barby
Deutschlandkarte, Position der Stadt Barby hervorgehoben
Koordinaten: 51° 58′ N, 11° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Salzlandkreis
Höhe: 51 m ü. NHN
Fläche: 152,75 km²
Einwohner: 8665 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 39249,
39240 (Breitenhagen, Groß Rosenburg, Lödderitz, Sachsendorf, Zuchau)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 039298, 03928 (Gnadau), 039294 (Breitenhagen, Groß Rosenburg, Lödderitz), 039295 (Sachsendorf, Zuchau)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SLK, ASL, BBG, SBK, SFT
Gemeindeschlüssel: 15 0 89 026
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 14
39249 Barby
Webpräsenz: www.stadt-barby.de
Bürgermeister: Jens Strube (parteilos)
Lage der Stadt Barby im Salzlandkreis
Barby Seeland Seeland Bördeaue Seeland Börde-Hakel Börde-Hakel Ilberstedt Borne Seeland Seeland Wolmirsleben Giersleben Seeland Güsten Plötzkau Alsleben (Saale) Nienburg (Saale) Egeln Barby Bernburg Calbe (Saale) Schönebeck (Elbe) Bördeland Könnern Hecklingen Aschersleben StaßfurtKarte
Über dieses Bild

Barby ist eine Stadt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt. Bis zur Neubildung der Stadt am 1. Januar 2010 aus den Gemeinden der ehemaligen Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Saale (außer Gnadau)[2] hieß die Stadt Barby (Elbe). Gnadau wurde am 1. September 2010 nach Barby eingemeindet.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barby liegt am linken Ufer der Elbe. Unweit der Stadt mündet die Taube in die Saale und diese in die Elbe. Die Stadt bildet die westliche Grenze des Biosphärenreservats Mittelelbe. Nordwestlich und südöstlich der Stadt liegen aus ehemaligem Kiesabbau entstandene Seen.

Stadtgliederung

Barby besteht aus den Stadtteilen Kolphus, Monplaisir, Weinbergsiedlung und Zeitz sowie aus folgenden Ortschaften:

PLZ Ortschaft Einwohner Ortsteile
Breitenhagen Glinde Gnadau Groß Rosenburg Lödderitz Pömmelte Sachsendorf Tornitz Wespen Zuchau Barby SalzlandkreisDistricts of Barby.svg
Über dieses Bild
Die Ortschaften von Barby
(anklickbare Karte)
39240 Breitenhagen 492 Alt Tochheim
39249 Glinde 304
39249 Gnadau 523 Döben
39240 Groß Rosenburg 1680 Klein Rosenburg
39240 Lödderitz 230 Rajoch
39249 Pömmelte 644 Neue Siedlung und Zackmünde
39240 Sachsendorf 307 Patzetz
39249 Tornitz 566 Werkleitz
39249 Wespen 229
39240 Zuchau 318 Colno
Blick auf Barby

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barby wurde am 23. April 961 erstmals in einer Urkunde von Kaiser Otto I. als „barbogi“ erwähnt, was im Althochdeutschen „Ort an der waldlosen Flusskrümmung“, wörtlich: „barer Bogen“, bedeutet. Die Stadt umgab eine Mauer mit fünf Stadttoren. Reste der Stadtmauer sind noch erhalten. Das Barbyer Territorium wurde 1497 zur Reichsgrafschaft erhoben und befand sich im Besitz der Grafen von Barby. Diese führten 1540 die lutherische Reformation ein. Nach dem Tod des letzten Grafen von Barby 1659 fiel Barby an den Herzog August von Sachsen-Weißenfels, dessen Sohn Heinrich ließ das Schloss 1687–1715 erbauen.

1660 geriet Maria Kühne aus Barby, genannt Fischer, Witwe des Andres Grosse, Magd im Haus des Fährmeisters Palm Gräfe, 73 Jahre alt, im Rahmen der Hexenverfolgung unter dem Vorwurf des Krankheitszaubers in einen Hexenprozess.[3] In den Ortsteilen Breitenhagen und Glinde kam es zu weiteren fünf Verfahren.

Barby war im 18. Jahrhundert jahrzehntelang Sitz der evangelischen Brüdergemeine (Herrnhuter Brüder-Unität); hier war das Predigerseminar und die leitende Behörde der weltweiten Arbeit der Herrnhuter. Einer der berühmtesten Schüler war Friedrich Schleiermacher, der die Schule von 1785 bis 1787 besuchte.

Im Oktober 1806 überschritt das französische Korps Bernadotte bei Barby („Heerstraße“) auf seinem Weg von Halle nach Lübeck die Elbe.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Adolf Krummacher Oberpfarrer in Barby, der als Kirchenliederdichter („Stern, auf den ich schaue“) und Verfasser des Studentenliedes „Und wenn sich der Schwarm verlaufen hat“ bekannt geworden ist.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges verhinderte der evangelische Pfarrer Ludwig Fuchs unter Einsatz seines Lebens die gewaltsame Einnahme der Stadt von US-Truppen durch die Anbringung von Kirchenfahnen und weißen Tüchern.[4]

Einwohnerentwicklung

Im Jahr 1970 hatte Barby 6320 Einwohner, 2005 waren es dann nur noch 4586 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wurden 20 Stadträte gewählt. Die Wahl ergab folgende Zusammensetzung des Stadtrats:[5]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 48,2 % (2009: 37,9 %)
 %
40
30
20
10
0
32,4 %
12,6 %
10,3 %
3,5 %
2,8 %
30,5 %
8,0 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
f WG = Wählergruppen
g EB = Einzelbewerber
Rathaus
Partei / Liste Sitze 2014
CDU 6
Linke 2
SPD 2
FDP 1
Grüne 1
Wählergruppen 6
Einzelbewerber 2
Gesamt 20
Wappen von Barby bis 1998

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 25. März 1998 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung:"In Blau eine silberne Burg mit gezinnten, schwarz gefugten Mauern und drei Türmen mit roten, golden beknauften Spitzdächern; der überhöhte größere Mittelturm (Wartturm) mit offenem Rundbogentor, schwarzer Rundbogenfensteröffnung und drei Erkern mit roten, golden beknauften Dächern und schwarzen rechteckigen Fensteröffnungen, im mittleren Erker zwei, in den äußeren Erkern je eine; die äußeren Türme mit je drei (2:1) schwarzen Rundbogenfensteröffnungen. Vor dem Tor silberne Stufen."

Das Wappen wurde 1998 vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch im Zuge der Flaggengenehmigung nach Widerspruch der Kommunalaufsicht überarbeitet.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johanniskirche
Marienkirche
Aufnahmeheim im Schloss (Foto 1960)
Herrenhaus der Domäne Barby, nach 1868, Sammlung Alexander Duncker (nicht identisch mit dem Schloss)

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichtsdenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Barby, nördliche Ausfahrt
südliches Stellwerk Barby

Barby ist über Landstraßen mit Schönebeck (Elbe), Calbe (Saale) sowie über die nahegelegene Gierseilfähre über die Elbe mit Güterglück und der B184 verbunden.

Der heute einzige Personenbahnhof in Barby ist der Bahnhof Sachsendorf (b Calbe) an der Bahnstrecke Magdeburg–Leipzig, der stündlich durch Regionalbahnen bedient wird. Der ehemalige Bahnhof Barby an der Bahnstrecke Berlin–Blankenheim wurde bis 2003 von einer Regionalbahn der Linie Magdeburg – Schönebeck (Elbe) – GüterglückBad Belzig angefahren. Der Personenverkehr auf dieser Strecke ist jedoch mittlerweile eingestellt worden. Das im für die Kaiserzeit typischen Stil als Gelbziegelbau errichtete Bahnhofsgebäude verfällt zunehmend.

Von 1884 bis 1922 fuhr im heutigen Stadtgebiet von Barby die Pferdebahn Patzetz–Breitenhagen, die die Ortsteile Patzetz, Groß Rosenburg, Klein Rosenburg und Breitenhagen an den Bahnhof Sachsendorf anband.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1923 wurde im Maizena-Werk Traubenzucker hergestellt; das Werk hieß in der DDR „Maisan“. 1993 baute das Unternehmen Cerestar (2002 von Cargill übernommen) neben dem 1992 stillgelegten Werk ein neues Weizenstärkewerk. Daneben ist das Unternehmen Maxit Baustoffwerke in Barby angesiedelt, das inzwischen zu Saint-Gobain Weber gehört. Erwähnenswert ist weiterhin die Elbe-Saale Klinik, eine Rehaklinik für Herz- und Kreislauferkrankungen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Barby, Germany – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Barby in der Topographia Superioris Saxoniae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2015 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. a b StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  3. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 463; Monika Lücke, Dietrich Lücke: Ihrer Zauberei halber verbrannt. Hexenverfolgungen in der Frühen Neuzeit auf dem Gebiet Sachsen-Anhalts. Halle 2011, S. 95–98.
  4. Gisela Reller: Zwischen den Kreuzen, in: Die Stunde Null, Berlin 1966, S. 88
  5. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt