Alsleben (Saale)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Alsleben (Saale)
Alsleben (Saale)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Alsleben (Saale) hervorgehoben
51.711.66666666666785Koordinaten: 51° 42′ N, 11° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Salzlandkreis
Verbandsgemeinde: Saale-Wipper
Höhe: 85 m ü. NHN
Fläche: 23,64 km²
Einwohner: 2510 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 106 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06425
Vorwahl: 034692
Kfz-Kennzeichen: SLK, ASL, BBG, SBK, SFT
Gemeindeschlüssel: 15 0 89 005
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
06425 Alsleben (Saale)
Webpräsenz: www.alsleben-saale-online.de
Bürgermeister: Reinhard Schinke
Lage der Stadt Alsleben (Saale) im Salzlandkreis
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Rathaus
Saalebrücke

Alsleben (Saale) ist eine Stadt in der Verbandsgemeinde Saale-Wipper im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt am Westufer der unteren Saale, 51 km vor deren Mündung in die Elbe. Westlich von Alsleben steigt das Gelände allmählich an und geht in die Vorberge des Unterharzes über. Im Norden beginnt die Magdeburger Börde, ein flachwelliges, landwirtschaftlich intensiv genutztes Gebiet. Östlich und südöstlich von Alsleben schließt sich hügeliges Gelände links und rechts der Saale an. Die Stadt liegt im Naturpark Unteres Saaletal.

Geschichte[Bearbeiten]

Alsleben wurde schon früh besiedelt und diente als Grenzburg gegen die Sorben. In deren Nähe befand sich das Dorf Alt-Alsleben und eine zweite Siedlung, aus der sich die spätere Stadt entwickelte. Gero von Alsleben gründete im Jahr 979 ein vom Nienburger Mutterkloster abhängiges Benediktinerkloster, das dem Nienburger Annalista Saxo zufolge im Jahr 1104 abbrannte. Gero von Alsleben war vermutlich ein Verwandter des Markgrafen Gero der Ostmark. Burg und Siedlung Alsleben waren vermutlich Anfang des 10. Jahrhunderts durch Schenkung von Otto I. in den Besitz des Grafen Gero gelangt.

Die reichsunmittelbare „Grafschaft Alsleben“ regierte nach Geros Tod dessen Schwiegersohn Siegfried I. Nach dem Tod des letzten Grafen von Alsleben, Heinrich I. im Jahr 1126 kam die Grafschaft 1128 an das Erzstift Magdeburg. Durch den Erzbischof Günther II. von Schwarzburg wurde sie im Jahr 1438 an Karl von Krosigk verpfändet. 1479 erfolgte die Belehnung der Familie von Krosigk mit der Grafschaft. Seit dem 12. Jahrhundert, spätestens seit 1479 verfügte Alsleben über Stadtrecht. Zur Stadtflur gehören die Wüstungen Börnicke, Drosine, Wirl und Bornstädt. Mit dem Anfall des Erzstifts Magdeburg an Brandenburg-Preußen wurden 1680 die Kurfürsten von Brandenburg (ab 1701 Könige in/von Preußen) neue Landesherren des nun „Herzogtum Magdeburg“ genannten Gebiets. Alsleben gehörte zum Saalkreis. Der Besitz der Familie von Krosigk kam im Jahr 1747 durch Verkauf an Fürst Leopold von Anhalt-Dessau, ohne dass davon die preußische Landeshoheit berührt wurde. [2]

Unmittelbar neben der Stadt Alsleben gab es das gleichnamige Dorf, das auch das alte Dorf vor Alsleben oder Altdorf Alsleben genannt wurde. Zu diesem einstigen Pfarrdorf gehörte auch ein Rittergut bzw. ein Ökonomieamt des Herzogs von Anhalt-Dessau. Dem „Fürstlich Anhalt-Dessauischen Amt Alsleben“ mit Sitz im Dorf Alsleben gehörten die Gerichtsbarkeit über Stadt und Dorf Alsleben, über einen Gasthof in Mukrena sowie über einige Häuser in Alsleben an.[3] Mit dem Frieden von Tilsit wurden Stadt und Dorf Alsleben im Jahr 1807 dem Königreich Westphalen angegliedert und dem Distrikt Halle im Departement der Saale zugeordnet. Die Orte kamen zum Kanton Alsleben.[4] Nach der Niederlage Napoleons und dem Ende des Königreichs Westphalen befreiten die verbündeten Gegner Napoleons Anfang Oktober 1813 den Saalkreis.

Bei der politischen Neuordnung nach dem Wiener Kongress 1815 wurden Stadt und Dorf Alsleben im Jahr 1816 dem Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen angeschlossen und dem Mansfelder Seekreis zugeordnet.[5] 1822 lebten in Alsleben 1474 Einwohner in 218 Häusern, im Dorf Alsleben 970 Einwohner in 146 Häusern. 1893/95 wurden das Dorf Alt-Alsleben am Schlackenbach, der Schlossbezirk und die nördlich davon entwickelte Stadt zur Stadt Alsleben zusammengeführt.[6] 1908 erhielt die Stadt mit der Verlängerung der Kleinbahn Bebitz-Beesenlaubingen bis Alsleben Anschluss an das Eisenbahnnetz. Somit war die Stadt von 1908 bis 1966 (Personenverkehr) bzw. 1994 (Güterverkehr) Endpunkt der Kleinbahn Bebitz–Alsleben.

Im Jahr 1928 wurde die Saalebrücke errichtet. Die Baukosten betrugen 692.000 Reichsmark. Das Bauwerk quert den Fluss mit einer 68 Meter weitspannenden Stahlbeton-Bogenbrücke, die Franz Dischinger entwarf. Dabei kam erstmals ein vorgespanntes Zugband zur Anwendung. In der Nacht vom 13. auf den 14. April wurde die Brücke von der Wehrmacht gesprengt. Am 21. Oktober 1945 wurde sie wieder dem Verkehr übergeben. Eine Instandsetzung erfolgte von 1997 bis 2000.[7]

Am 1. Juli 1950 erfolgte die Umgliederung vom Mansfelder Seekreis in den Landkreis Bernburg, der 1952 als Kreis Bernburg zum Bezirk Halle kam.[8] Mit dem 1990 in Landkreis Bernburg umbenannten Kreis kam Alsleben im Jahr 2007 zum Salzlandkreis. Bis 31. Dezember 2004 gehörte Alsleben zur Verwaltungsgemeinschaft Alsleben, danach zur Verwaltungsgemeinschaft Saale-Wipper mit Verwaltungssitz in Güsten. Seit 1993 ist Gnölbzig Ortsteil von Alsleben. Die Verwaltungsgemeinschaft, wurde wiederum durch die Neue Gebietsreform in Sachsen-Anhalt, durch die Verbandsgemeinde Saale-Wipper abgelöst. Die Gründung war am 1. Januar 2010, der Hauptsitz ist weiter in Güsten.

Von 1992 bis 2003 wurden im Stadtgebiet umfangreiche städtebauliche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, die im Auftrage der Stadt von der Sachsen-Anhaltinischen Landesentwicklungsgesellschaft (SALEG) betreut wurden. Außer Instandsetzungsmaßnahmen bei zahlreichen sanierungsbedürftigen Gebäuden wurde dabei insbesondere das frühere Stadtbild wiederhergestellt, wie zum Beispiel durch Rekonstruktion der Fassade des ehemaligen Hotelgebäudes Hotel Deutsches Haus am Markt gegenüber dem Rathaus.[9]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber drei (2:1) schneckenförmig gewundene rote Aale.“ Die Aale sind nicht das einzige Wappen, das die Stadt Alsleben führte. In den Jahren 1500 bis 1734 ist nachweislich die Führung von drei Roten Rosen (stilisiert) 2:1 im Wappen gewesen.

In den „Mansfelder Blättern“, Jahrgang 1902, Seite 1953, ist ein Vortrag von Hermann Größler enthalten, aus dem u. a. hervorgeht, dass die älteste bekannte Darstellung auf einem Siegelstempel vom Jahre 1734 zu finden sei. „Dieser zeigt auf einem mehrfach ausgeschweiften barocken Schilde drei ringförmig gewundene, zwei über einen gestellte Aale und zwar, wie sich aus andersweitigen Darstellungen ergibt, von schwarzer Farbe auf rotem Felde.“

Weiter wird in diesem Vortrag erklärt, dass die Aale nicht echt, sondern das Erzeugnis eines Missverständnisses und eigentlich rote Rosen seien, welche dem Wappen der Herren von Alsleben, die nach Ausweis von Brakteaten drei rote Rosen in weißem Felde als Wappen führten.

Einer anderen Quelle kann entnommen werden, dass das Wappen der Stadt von einem Grafen Heinrich herrührt, der 1126 starb. Sein Siegel war ein quergestelltes Schild. Im oberen roten Felde ist ein aufsteigender Löwe, im unteren weißen Felde drei heraldische Rosen. Das Geschlecht der Grafen von Alsleben-Stade, das noch in der Altmark ansässig war, führte dasselbe Wappen[10].

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Stadt Alsleben (Saale) zeigt die Farben Rot-Weiß mit dem Wappen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Partnergemeinde der Stadt Alsleben ist Rhauderfehn im südlichen Ostfriesland.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1935: Theodor Siebert, gründete 1896 in Alsleben eine Körperschule, die er bis 1913 leitete
  • Brigitte Haberland, Ortschronistin

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Alsleben gelebt haben oder leben[Bearbeiten]

  • Johann Friedrich Ahlfeld (1810–1884), lutherischer Theologe und beliebter volkstümlicher Prediger und Autor, Pfarrer in Alsleben.
  • Werner Kriesel (* 1941), Ingenieur, Professor für Automatisierungstechnik in Leipzig und Merseburg, Pionier der Industriellen Kommunikationstechnik.

Literatur[Bearbeiten]

  • Brigitte Haberland: Chronik der Stadt Alsleben a. d. Saale. Hrsg. von der Stadt Alsleben, 2. Aufl., Alsleben 1998

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alsleben (Saale) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2013 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Alsleben im Sachsen-Anhalt-Wiki
  3. Das Amt Alsleben im Buch "Geographie für alle Stände", S.129
  4. Beschreibung des Saale-Departements
  5. [ http://www.gemeindeverzeichnis.de/gem1900/gem1900.htm?sachsen_provinz/mansfelder-seekreis.htm Der Mansfelder Seekreis im Gemeindeverzeichnis 1900]
  6. Alsleben im Sachsen-Anhalt-Wiki
  7. Friedrich Standfuß: Die Saale-Brücke in Alsleben - Dokumentation der Baugeschichte. Tagungsband 10. Dresdner Brückenbausymposium 1998, S. 39–63.
  8. [ http://gov.genealogy.net/item/show/object_1053395 Alsleben auf gov.genealogy.net]
  9. Vgl. Stadt Alsleben (Hrsg.): Stadt Alsleben. 1030jähriges Stadtjubiläum (973–2003). 11 Jahre Städtebauliche Sanierung im ländlichen Bereich (1992–2003). Faltblatt, Stadt Alsleben, März 2003“; PDF-Dokument, abgerufen am 9. April 2011.
  10. Auszug aus einem Schriftwechsel mit dem Rat des Kreises Bernburg vom 19. Januar 1983.