Bernardo Alberto Houssay

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Bernardo Alberto Houssay

Bernardo Alberto Houssay (* 10. April 1887 in Buenos Aires, Argentinien; † 21. September 1971 ebenda) war ein argentinischer Physiologe und Nobelpreisträger für Medizin. Houssay lieferte wesentliche Arbeiten über Zuckerkrankheit und Zuckerstoffwechsel sowie über die innere Sekretion. Im Jahr 1932 wurde Houssay zum Mitglied der Leopoldina gewählt.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Houssays Eltern wanderten aus Frankreich nach Argentinien ein. Seine Brüder wurden zum Studium nach Frankreich zurück geschickt.[2] Hossay war frühbegabt und studierte ab dem Alter von 14 Jahren Pharmakologie und danach Medizin an der Universität von Buenos Aires, wo er Assistent in der Abteilung Physiologie wurde und 1911 mit einer Dissertation über Hypophysen-Hormone promoviert wurde. Seine ersten Artikel über die Hypophyse publizierte er bereits im Jahr 1910.[2]Während des Studium arbeite Houssay in der Apotheke des Französischen Krankenhauses in Buenos Aires.[2] Unmittelbar nach dem Studium wurde er Professor für Physiologie an der Veterinärmedizin-Fakultät. Gleichzeitig praktizierte er als Arzt und war Assistenzarzt am städtischen Krankenhaus von Buenos Aires. 1913 wurde er Chefarzt am Alvear Hospital 1915 Leiter der Abteilung experimentelle Pathologie bei den öffentlichen Gesundheitslaboratorien von Buenos Aires. 1919 wurde er ordentlicher Professor für Physiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität. Wichtige Ergebnisse seiner Forschungen veröffentliche er im Jahr 1924 in einer klassischen Arbeit über die Therapie des Diabetes Mellitus bei einem bereits pankreatektomierten Hund („Houssay's dog;“„Houssay Syndrome“) durch Entfernung der Hypophyse.[2]

Während der Ära von Peron war er von 1943 bis 1955 entlassen aufgrund seiner liberalen politischen Ansichten und forschte in dieser Zeit an einem von ihm gegründeten privaten Forschungsinstitut. Danach nahm er wieder seine Professur an. Ab 1957 war er Direktor des nationalen Forschungsrats.

Er forschte zu vielen Bereichen der Physiologie (Verdauungssystem, Atmung, Herz-Kreislauf, Nervensystem). Seine bedeutendste Entdeckung wurde im Jahr 1947[2] mit dem Nobelpreis geehrt, die Rolle der Hormone des vorderen Hypophysenlappens im Zuckerstoffwechsel und bei Diabetes.

Er schrieb ein in Lateinamerika einflussreiches Lehrbuch der Physiologie und hatte viele bedeutende Schüler in Argentinien und Lateinamerika.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le rôle des universités en présence des transformations matérielles et morales provoquées dans les sociétés contemporaines par les progrès scientifiques et techniques; exposé fait à la Conférence internationale des Universités, à Nice; Paris, Bureau Internationale des Univ, 1925.
  • Fisiologia Humana, Buenos Aires 1951.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cori, Carl F. (Hrsg.): Perspectives in biology. A collection of papers dedicated to Bernardo A. Houssay on the occasion of his 75. birthday, Festschrift Bernardo A. Houssay, Elsevier Amsterdam 1963.

Mitgliedschaften und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1941 wurde Houssay in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.[3]
  • Houssay war auswärtiges Mitglied der Royal Society (1943).
  • Houssay erhielt 1947 neben Carl Ferdinand Cori und dessen Frau Gerty Cori den Nobelpreis für Medizin „für seine Entdeckung der Bedeutung der Hormone des Hypophysenvorderlappens für den Zuckerstoffwechsel“.[4]
  • 1948 erhielt Houssay die James Cook Medal der Royal Society of New South Wales, Australien.
  • 1960 erhielt Houssay die Dale Medal.
  • Houssay publizierte mehr als 800 Artikel und wurde von 28 Universitäten der Welt zum Ehrendoktor ernannt.[2]
  • Der Mondkrater Houssay ist nach Houssay benannt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bernardo Houssay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitgliedseintrag von Bernardo Alberto Houssay (mit Bild und CV) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 8. April 2017.
  2. a b c d e f g Leopoldo Acuña: Bernardo Alberto Houssay, in: Wolfgang U. Eckart und Christoph Gradmann (Hrsg.): Ärztelexikon. Von der Antike bis zum 20. Jahrhundert, 1. Aufl. 1995 C. H. Beck München S. 197+198, Ärztelexikon. Von der Antike bis zur Gegenwart, 2. Aufl. 2001, S. 169+170, 3. Aufl. 2006 Springer Verlag Heidelberg, Berlin, New York S. 176+177. Ärztelexikon 2006, doi:10.1007/978-3-540-29585-3.
  3. Members of the American Academy. Listed by election year, 1900–1949 (PDF). Abgerufen am 27. September 2015
  4. DHM