Gertrude Belle Elion

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Dieser Artikel behandelt die amerikanische Nobelpreisträgerin; zum estnischen Festnetz-Betreiber Elion siehe Eesti Telekom.
Gertrude Belle Elion

Gertrude Belle Elion (* 23. Januar 1918 in New York; † 21. Februar 1999 in Chapel Hill, North Carolina) war eine US-amerikanische Biochemikerin, Pharmakologin und Nobelpreisträgerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gertrude Elion wurde als Tochter von Bertha (geb. Cohen) und Robert Elion (Zahnarzt) geboren. Ihre Eltern emigrierten im Kindesalter aus Polen, bzw. Litauen.[1] Als sie fünfzehn Jahre alt war, starb ihr Großvater an Krebs, woraufhin sie beschloss, Chemie zu studieren, um an einer Heilung für Krebs zu forschen.[2] Sie schloss ihr Bachelor-Studium am Hunter College 1937 ab und nahm, nachdem es ihr nicht gelang eine Anstellung als Chemikerin zu finden, ein Master-Studium an der New York University auf, das sie 1941 erfolgreich abschloss. Anschließend arbeitete sie als unbezahlte Laborassistentin, Oberschullehrerin und nach Kriegseintritt der USA als analytische Chemikerin in der Lebensmittelindustrie. 1944 akzeptierte sie das Angebot als Laborassistentin beim Biochemiker George H. Hitchings bei dem britischen Arzneimittelunternehmen Burroughs-Wellcome & Company (heute GlaxoSmithKline) wurde. Sie forschte hier, bis sie 1983 in den Ruhestand ging. Sie war zwar anfangs als Doktorandin am Brooklyn Polytechnic Institute (heute Polytechnic University of New York) eingeschrieben, hat jedoch nicht abgeschlossen, da ihr die Forschung bei Burroughs-Wellcome wichtiger war. Sie erhielt jedoch 1989 die Ehrendoktorwürde der Polytechnic University of New York und 1998 die der Harvard University.[3] Gertrud Elion leitete ab 1966 die Abteilung für experimentelle Therapie der Wellcome-Laboratorien.

1983 bis 1984 war sie Präsidentin der American Association for Cancer Research. Sie war Mitglied der National Academy of Sciences, der American Academy of Arts and Sciences sowie auswärtiges Mitglied der Royal Society.[4] Sie war auch weiterhin als Beraterin für GlaxoSmithKline erfolgreich tätig.

Sie entwickelte zusammen mit George H. Hitchings eine Vielzahl neuer pharmakologischer Wirkstoffe:

Zusammen mit George H. Hitchings und James W. Black erhielt sie 1988 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für ihre Entdeckungen zu wichtigen biochemischen Prinzipien der Arzneimitteltherapie.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Birgit Sickenberger: Die wahre Belohnung ist die Heilung von Patienten. In: Charlotte Kerner (Hrsg.): Madame Curie und ihre Schwestern - Frauen, die den Nobelpreis bekamen. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1997, ISBN 3-407-80845-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gertrude Elion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Read "Biographical Memoirs V.78" at NAP.edu. In: nap.edu. 19. Februar 2016, abgerufen am 16. September 2016 (englisch).
  2. Jewish Women's Archive: Bertha and Gertrude Elion
  3. Staff: The Nobel Prize in Physiology or Medicine 1988: Sir James W. Black, Gertrude B. Elion, George H. Hitchings. Nobelprize.org. 1988. Abgerufen am 20. Oktober 2012.
  4. Eintrag zu Elion, Gertrude Belle (1918 - 1999) im Archiv der Royal Society, London