Carolin Emcke

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Carolin Emcke auf der re:publica 2016

Carolin Emcke (* 18. August 1967 in Mülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen) ist eine deutsche Publizistin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emcke studierte in London, Frankfurt am Main und an der Harvard-Universität Philosophie, Politik und Geschichte. Sie war Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes und promovierte in Philosophie über den Begriff „kollektive Identitäten“. Von 1998 bis 2006 war sie in der Auslandsredaktion des Spiegel tätig und berichtete aus vielen Krisengebieten. 2003/2004 lehrte Emcke als Gastdozentin Politische Theorie an der Yale University in Seminaren über „Theorien der Gewalt“ und „Zeugenschaft von Kriegsverbrechen“. Seit 2004 moderiert sie in Berlin die monatliche Diskussionsveranstaltung „Streitraum“ an der Schaubühne. 2006 und 2007 arbeitete Emcke als Beraterin des Studiengangs Journalismus der Hamburg Media School, seit 2007 ist sie freie Publizistin, u. a. für die ZEIT und die Süddeutsche Zeitung. Seit 2014 gehört sie der Jury des Bayerischen Buchpreises an.[1] Sie lebt in Berlin.[2]

Zu Themen wie Globalisierung, Theorien der Gewalt, Zeugenschaft, Fotografie, kulturelle Identitäten hält sie regelmäßig Seminare und Vorträge und publiziert dazu. 2008 überraschte die Journalistin durch einen Bericht und Rückblick auf den 30. November 1989 und ihren Patenonkel Alfred Herrhausen, den damaligen Vorstandssprecher der Deutschen Bank, den die Rote Armee Fraktion in einem Attentat ermordete. Emcke plädiert in ihrem persönlichen Text Stumme Gewalt[3][4] für einen gesellschaftlichen Dialog. „Freiheit gegen Aufklärung“ ist ihr Plädoyer, das Schweigen zu brechen, auf Gewalt, aber auch auf Rache und Verachtung zu verzichten. Sie erhielt den Theodor-Wolff-Preis dafür.

Carolin Emcke auf der Leipziger Buchmesse 2012

In ihrem autobiographischen Buch Wie wir begehren (2012) beschreibt Emcke die Entdeckung ihrer eigenen Homosexualität. Sie beschreibt darin ihre eigenen Wünsche, aber auch die soziale Ausgrenzung als Ergebnis ihres Coming-out.[5] Im Januar 2014 führte sie für Die Zeit ein Interview mit Thomas Hitzlsperger über dessen Coming-Out.[6] Im Oktober 2014 erhielt Emcke den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, im Januar 2015 den Lessing-Preis des Freistaates Sachsen.[7] Im Jahr 2016 erhält sie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels; die Verleihung findet zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am 23. Oktober 2016 in der Paulskirche in Frankfurt am Main statt.[2]

Carolin Emcke (2010)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Carolin Emcke – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website Bayerischer Buchpreis 2016, abgerufen am 26. Juni 2016.
  2. a b c Carolin Emcke erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2016. friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de, abgerufen am 24. Juni 2016.
  3. Carolin Emcke: Stumme Gewalt. In: Die Zeit, 6. September 2007. Abgerufen am 6. Juli 2010.
  4. Interview: „Ich möchte, dass die Täter sprechen“. In: Die Zeit vom 14. Mai 2008; abgerufen am 6. Juli 2010.
  5. „Wie wir begehren“ – Carolin Emcke über homosexuelles leben in Deutschland. In: Der Tagesspiegel, 28. November 2013, abgerufen am 26. Juni 2016.
  6. Bernd Ulrich: Homosexualität im Fußball – Thomas Hitzlsperger: Aus dem Abseits. In: Der Tagesspiegel, 28. November 2013, abgerufen am 26. Juni 2016
  7. a b Lessing-Preis 2015 geht an Reporterin Carolin Emcke, Kurznachrichten des Deutschlandradio Kultur, 24. August 2014; Abgerufen am 24. August 2014.
  8. Ernst-Bloch-Preis 2006 (pdf). Abgerufen am 8. Januar 2014.
  9. Theodor-Wolff-Preis 2008, prämiierter Text, Bewertung der Jury und Vita. Abgerufen am 8. Januar 2014.
  10. Carolin Emcke: Islamgegner: Liberaler Rassismus. In: Die Zeit. 25. Februar 2010, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 21. Februar 2016]).
  11. Annette Milz: Die Journalisten des Jahres 2010. 21. Dezember 2010, abgerufen am 22. Dezember 2010.
  12. Dokumentation des Merck-Preises für Carolin Emcke auf der Website der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung