Chamerau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Chamerau
Chamerau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Chamerau hervorgehoben

Koordinaten: 49° 12′ N, 12° 45′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Cham
Höhe: 375 m ü. NHN
Fläche: 23,41 km2
Einwohner: 2602 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner je km2
Postleitzahl: 93466
Vorwahl: 09944
Kfz-Kennzeichen: CHA, KÖZ, ROD, WÜM
Gemeindeschlüssel: 09 3 72 117
Gemeindegliederung: 20 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 2
93466 Chamerau
Website: www.chamerau.de
Bürgermeister: Stefan Baumgartner (CSU/Freie Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Chamerau im Landkreis Cham
Lohberg (Bayern)LamArrachHohenwarth (Landkreis Cham)GrafenwiesenNeukirchen beim Heiligen BlutEschlkamFurth im WaldGleißenbergArnschwangBad KötztingRimbach (Oberpfalz)BlaibachWaldmünchenTreffelsteinTiefenbach (Oberpfalz)RötzSchönthal (Oberpfalz)Weiding (Landkreis Cham)ChamerauMiltachWillmeringStamsriedPösingZandtTraitschingChamerauRundingCham (Oberpfalz)PemflingWaffenbrunnSchorndorf (Oberpfalz)MichelsneukirchenRodingWalderbachReichenbach (Landkreis Cham)Rettenbach (Oberpfalz)Falkenstein (Oberpfalz)Zell (Oberpfalz)Wald (Oberpfalz)TschechienLandkreis SchwandorfLandkreis RegenLandkreis Straubing-BogenLandkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild
Die Pfarrkirche St. Peter und Paul

Chamerau ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Cham.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt im Naturpark Oberer Bayerischer Wald, einige Kilometer östlich der Kreisstadt Cham (Oberpfalz).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chamerau hat 20 Ortsteile[2].

Auf Gemeindegebiet bestehen vier Gemarkungen: Bärndorf, Chamerau, Lederdorn. Im Juli wurde die Gemeinde Haderstadl aufgelöst und auf die Gemeinden Chamerau und Chammünster (kam 1978 zu Cham) aufgeteilt, Teile der Gemarkung Haderstadl befinden sich deshalb heute in den beiden benachbarten Gemeinden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Adelsgeschlecht der Chamerauer hatte seinen Stammsitz in Chamerau. Urkundlich wird 1180 ein Puchard de Chamerave genannt. Frühzeitig verlegten die Chamerauer ihren Sitz auf den nahen Haidstein und ließen Chamerau durch Pfleger verwalten.
siehe auch Burgstall Chamerau, Burgstall Haidstein, Turmhügel Roßbach

Als Albrecht I. bei der Teilung Bayerns 1353 Herzog von Straubing-Holland wurde, lag die Verwaltung von Niederbayern-Straubing viele Jahre lang in den Händen der Chamerauer. 1452 starb Peter der Chamerauer. Die Burg kam durch Heirat 1474 an den Ritter Hans Türlinger, der sie 1495 an Herzog Albrecht IV. verkaufte. Sie verfiel nach 1500. Im Jahre 1811 kaufte der Schreiner Wolfgang Neumeier von Chamerau die Ruine vom bayerischen Staat um den Preis von 25 Gulden. 1817 fand man beim Wegräumen der damals noch kirchturmhoch stehenden Mauern viele Pfeile und einen goldenen Ring.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde ein Teil der aufgelösten Gemeinde Bärndorf eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam ein Teil der ehemaligen Gemeinde Haderstadl hinzu.[3] Lederdorn folgte am 1. Juli 1976.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder.

(Stand: Kommunalwahl am 16. Mai 2014)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Silber unter einem waagrecht liegenden blauen Schwert schwebend ein golden bewehrter roter Eberrumpf. Der Eberrumpf ist dem Wappen derer von Chamerau entlehnt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Burg Chamerau war der Sitz der Herren von Chamerau (1180 erstmals erwähnt). Bis auf wenige Spuren (Burgstall, Graben) ist nichts mehr von der Burg erhalten.

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde 1669 neu erbaut. Die Grundmauern des Turmes stammen aus dem 13. Jahrhundert. 1960 erhielt die Kirche eine Vergrößerung durch einen achteckigen Erweiterungsbau. Das Innere enthält Deckenfresken von 1753 und eine Rokokoausstattung. Bemerkenswert ist der große Taufstein aus dem 13. Jahrhundert mit Apostelfries.

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der sogenannte „Steinerne Ritter“ oder auch „Roßstein“, ein geschliffener Stein im Regen, bildet den Hintergrund zu einer bekannten Sage.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chamerau liegt an der neu ausgebauten Bundesstraße 85, circa zehn Kilometer von der Kreisstadt Cham entfernt.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chamerau besitzt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Cham–Lam, die von der Oberpfalzbahn betrieben wird.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Kiefl (* 1942), Politiker (CDU), Landtagsabgeordneter 1996 bis 2006

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Chamerau in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 5. Januar 2018.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 499.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 643.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chamerau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien