Blaibach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Blaibach
Blaibach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Blaibach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 10′ N, 12° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Cham
Höhe: 394 m ü. NHN
Fläche: 17,02 km²
Einwohner: 1923 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93476
Vorwahlen: 0 99 41
Kfz-Kennzeichen: CHA, KÖZ, ROD, WÜM
Gemeindeschlüssel: 09 3 72 115
Gemeindegliederung: 18 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 6
93476 Blaibach
Webpräsenz: www.blaibach.de
Bürgermeister: Wolfgang Eckl (CSU / Freie Bürger)
Lage der Gemeinde Blaibach im Landkreis Cham
Lohberg (Bayern) Lam Arrach Hohenwarth (Landkreis Cham) Grafenwiesen Neukirchen beim Heiligen Blut Eschlkam Furth im Wald Gleißenberg Arnschwang Bad Kötzting Rimbach (Oberpfalz) Blaibach Waldmünchen Treffelstein Tiefenbach (Oberpfalz) Rötz Schönthal (Oberpfalz) Weiding (Landkreis Cham) Chamerau Miltach Willmering Stamsried Pösing Zandt Traitsching Chamerau Runding Cham (Oberpfalz) Pemfling Waffenbrunn Schorndorf (Oberpfalz) Michelsneukirchen Roding Walderbach Reichenbach (Landkreis Cham) Rettenbach (Oberpfalz) Falkenstein (Oberpfalz) Zell (Oberpfalz) Wald (Oberpfalz) Tschechien Landkreis Schwandorf Landkreis Regen Landkreis Straubing-Bogen Landkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild
Die Pfarrkirche St. Elisabeth
Schloss Blaibach
Blaibach um 1900

Blaibach ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Cham.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blaibach liegt zwischen der Stadt Bad Kötzting und der Gemeinde Miltach am Regen im Bayerischen Wald rund 20 km von der tschechischen Grenze entfernt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blaibach hat 18 Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Allmannsdorf, Blaibach und Kreuzbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Nennung Blaibachs erfolgte im Jahr 1182. Das Kloster Reichenbach am Regen war lange ein wichtiger Grundbesitzer im Gemeindegebiet. Blaibach gehörte lange den Freiherren von Notthafft von Weißenstein. Schloss Blaibach wurde in seiner heutigen Form größtenteils 1604/05 durch Wolf Albrecht Notthafft von Wernberg erbaut. 1611 verkaufte Wolf Albrecht die Hofmark an Christoph Wieninger zu Wiesing. 1674 vermachte Sara Genovefa Notthafft, geb. Wieninger, die Hofmark testamentarisch an Johann Ernst Pelkhofer zu Stachesried. 1741 ging Blaibach wieder an die Weißensteiner Linie der Notthafft über.

Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark, deren Sitz Blaibach war. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Der TSV Blaibach wurde im Juli 1929 gegründet.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 1. Februar 1963 wurde die Gemeinde Allmannsdorf aufgelöst. In der Folge wurden die Ortsteile Untergschaidt und Wimbach in die Gemeinde Kreuzbach eingegliedert, die Ortsteile Allmannsdorf und Obergschaidt kamen zur Gemeinde Kreuzbach.[3]
  • Am 1. Januar 1972 wurden aus der aufgeteilten Gemeinde Kreuzbach die Orte Kreuzbach, Untergschaidt und Wimbach, nicht aber die Ortsteile Anzenberg, Höhenried und Dietersdorf (diese drei Orte wurden zeitgleich in die Gemeinde Miltach umgegliedert) in die Gemeinde Blaibach eingegliedert. Teile der Gemeinde Berndorf, die hauptsächlich Chamerau zugesprochen wurde, kamen ebenfalls hinzu.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1925: 0.843 Einwohner[4]
  • 1933: 0.909 Einwohner[4]
  • 1939: 0.904 Einwohner[4]
  • 1946: 1.131 Einwohner[4]
  • 1950: 1.157 Einwohner[4]
  • 1961: 1.105 Einwohner (VZ 1960)[5]
  • 1970: 1.278 Einwohner (VZ 1970)[5]
  • 1987: 1.913 Einwohner (VZ 1987)
  • 2000: 2.065 Einwohner
  • 2014: 1.939 Einwohner[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Wolfgang Eckl (CSU/Freie Bürger). Er wurde am 1. Mai 2014 Nachfolger von Ludwig Baumgartner(CSU/Freie Bürger). Altbürgermeister ist Karl Trenner sen. (CSU/Freie Bürger). Der Gemeinderat setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • 6 Sitze CSU/Freie Bürger
  • 4 Sitze SPD/Unabhängige Bürger
  • 4 Sitze Freie Wählergemeinschaft Blaibach

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 723.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 162.000 €.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Rot einen aufrechten silbernen Drachen mit Stachelschwanz, der im rechten Fang einen goldenen Klöpfel hält und den linken Fang auf einen goldenen Schild mit blauem Balken stützt.

Der Kirchturm

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche St. Elisabeth, eine spätbarocke Saalkirche, wurde 1779 erbaut. Ihr Zwiebelturm wird von einer Laterne bekrönt. Die Ausstattung stammt größtenteils aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die Bildfenster entstanden 1895 und 1910, die Deckenfresken 1895. Der Orgelprospekt ist ein Werk des frühen 18. Jahrhunderts. Die Kirche besitzt eine hl. Elisabeth aus der Zeit um 1500 sowie einige Grabdenkmäler aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Das ehemalige Hofmarkschloss von 1604 mit seinem Treppengiebel ist heute Gasthof.

Bürgerhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Umbau mit Erweiterung des „Blauen Hauses“, eines leerstehenden Wohngebäudes, zu einem Bürgerhaus im Jahr 2012 war das erste Projekt der Gemeinde Blaibach im Städtebau-Modellprojekt „Ort schafft Mitte“.[7] Dabei wollte man das alte Wohngebäude im Ortskern bestehen lassen und u. a. die Wände aus ungebrannten Lehmziegeln, den aus Granitsteinen gemauerten Keller und die Holzdachkonstruktion erhalten. Die Pläne dazu stammen vom Architekten Peter Haimerl aus München, der dabei vom architektonischen Konzept aus alter und neuer Hülle spricht.[8] Im neuen Bürgerhaus findet sich neben der Gemeindeverwaltung auch die Tourist-Info. Besonderes Schmuckstück ist der neue Bürgersaal, der zugleich als Trauzimmer fungiert. Im Zentrum des Saals findet sich ein energiesparender LED-Kronleuchter von Denise Hachinger Licht, der sich anhand seiner Mechanik individuell an Raumsituationen anpassen lässt.[9] Der Kronleuchter wurde mit dem Best of Design Plus Award Formgebung ausgezeichnet.[10] Die sonderangefertigten Möbel und schwellenlosen Türen im Bürgerhaus sind aus massivem regionalem Tannenholz, die Maserung des Holzes verläuft dabei stets in einer Linie. Regionalen Bezug nehmen auch die auffälligen, mit Rotkuhfell überzogenen Stühle.[11] Als Hingucker können auch die rahmenlosen Bilder einzelner Bürger, bzw. Gruppierungen, Vereine oder Verbände bezeichnet werden, die einen Querschnitt durch die Blaibacher Bevölkerung darstellen. Die Bilder wurden vom Münchner Fotografen Edward Beierle in Kooperation mit Jutta Görlich konzeptioniert und finden vorwiegend im großzügig gestalteten Bürgerbüro im Erdgeschoss wieder. Im Flurbereich wurden alte Granitsteinplatten aus Bayerwald-Granit, die zuvor als Fensterbretter gedient hatten, als Bodenplatten – in Anlehnung an die sogenannte »Flez«, den traditionellen Eingangsbereich von Bauernhäusern im Bayerischen Wald – wiederverwertet.[12] Als Kontrast können die in grell-pinkrot getünchten Sanitäranlagen im Obergeschoss bezeichnet werden.

Konzerthaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. September 2014 wurde das Blaibacher Konzert- und Kulturhaus eröffnet.[13] Der 560 Quadratmeter große Bau[14] bietet Platz für Klassikkonzerte, Kulturveranstaltungen und Ausstellungen. Der Initiator des Projekts, der ostbayerische Bariton Thomas E. Bauer, sicherte durch seine Kulturwald gGmbH vertraglich zu, 25 Jahre lang unentgeltlich für ein gutes Programm zu sorgen und gleichzeitig für die anfallenden Unterhaltskosten aufzukommen. Die Kulturwald gGmbH plant mit 50 Veranstaltungen jährlich. Hinzu kommen Darbietungen, bei denen die Gemeinde Blaibach als Veranstalter auftritt.[15]

Entworfen wurde das Konzerthaus, das 200 Besuchern Platz bietet, vom Münchner Architekten Peter Haimerl, der zuvor bereits das „Blaue Haus“ zu einem Bürgerhaus für die Gemeinde umgebaut hatte. Die Architektur des Baus ist minimalistisch gehalten, so besteht die Fassade aus einzelnen Granitsteinen und soll an die Wurzeln Blaibachs als Steinhauerdorf erinnern. Die puristische Innengestaltung ist geprägt durch hellen Glasbeton, der für eine exzellente Akustik sorgt, und durch Lärchenholz. Bauherrin des Gebäudes ist die Gemeinde Blaibach. Finanziell zu schultern war die – für eine kleine Gemeinde beachtliche – Investitionssumme nur durch die Teilnahme am Städtebau-Modellprojekt „Ort schafft Mitte“ des Freistaats Bayern, die die Gemeinde Blaibach in eine großzügige Förderlage versetzte. Der Freistaat ermöglichte den Bau mit 1 Million Euro Städtebauförderung und zusätzlichen 300.000 Euro aus dem Kulturfonds.[16] Zusätzlich wurde der Förderverein Konzerthaus Blaibach e. V. gegründet, der das Vorhaben ideell und finanziell unterstützt. Mit der Außenanlage des Konzert- und Kulturhauses, die u. a. als neuer Dorfplatz fungieren wird, wurde 2015 begonnen.[17]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 138 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 56 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 629. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier, im Bauhauptgewerbe keine Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 47 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 704 ha, davon waren 262 ha Ackerfläche und 440 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blaibach liegt an der Staatsstraße St 2140 zwischen Bad Kötzting und Miltach.

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blaibach besitzt seit 1891 einen Halt an der Bahnstrecke Cham–Lam. Die Oberpfalzbahn bedient ihn als Subunternehmen der DB Regio im Zwei-Stunden-Takt. Bis 1922 gab es in Pulling einen weiteren Halt in der Gemeinde. Von 1928 bis 1991 mündete hier die privat von der Regentalbahn errichtete Bahnstrecke Gotteszell–Blaibach in die oben genannte Strecke.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtung (Stand: 2009):

  • Kindergarten: 40 Kindergartenplätze mit 37 Kindern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier lebte von 1945 bis 1949 Albert Wass (1908–1998), einer der bekanntesten Prosaisten Ungarns. Er hat von 1945 bis zu seinem Tode in Deutschland und in den USA gelebt. In Blaibach schrieb er viele seiner bekanntesten Werke, z. B. das Gedicht Üzenet haza oder auch Hontalanság hitvallása, Láthatatlan lobogó, A bújdosó imája. Er hat auch mehrere Romane hier geschrieben. Darunter sind Adjátok vissza hegyeimet (Gib meine Berge wieder) und Elvész a nyom (Die Spur verliert sich) die bedeutendsten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Blaibach - (Bayerische Landesbibliothek Online)
  3. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 499
  4. a b c d e Historisches Gemeindeverzeichnis, die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952, München, 1953 [1], Spalte 481
  5. a b Historisches Gemeindeverzeichnis für die BRD – Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982
  6. Amtsblatt für den Ldkr. Cham Nr. 6 vom 19. Februar 2015
  7. Zwischenbericht „Ort schafft Mitte“: [2]
  8. Referenzbauten.de: [3]
  9. Denise Hachinger: Kronleuchter. [4]
  10. Denise Hachinger: Auszeichnungen. [5]
  11. Idowa Mediendienste: [6]
  12. db-bauzeizung.de: [7]
  13. Roman Deininger: Grüß Gott, Avantgarde. Ein hochmodernes Konzerthaus in Blaibach, mitten im Bayerischen Wald? Verrückte Idee. Nun ist sie Wirklichkeit. In: Süddeutsche Zeitung vom 20. September 2014, Wochenende, S. 4.
  14. http://www.archdaily.com/567635/concert-hall-blaibach-peter-haimerl-architektur
  15. Bayerischer Rundfunk: Heute Eröffnung mit Haydns Schöpfung und Jazz, 12. September 2014.
  16. Blaibach erhält kulturelles Zentrum von überregionaler Strahlkraft: [8]
  17. Abschlussbericht Ort schafft Mitte:[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Blaibach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Blaibach – Reiseführer