Hohenwarth (Landkreis Cham)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hohenwarth
Hohenwarth (Landkreis Cham)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hohenwarth hervorgehoben
Koordinaten: 49° 12′ N, 12° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Cham
Höhe: 507 m ü. NHN
Fläche: 24,22 km2
Einwohner: 1887 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 93480, 93479
Vorwahl: 09946
Kfz-Kennzeichen: CHA, KÖZ, ROD, WÜM
Gemeindeschlüssel: 09 3 72 135
Gemeindegliederung: 19 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 7
93480 Hohenwarth
Webpräsenz: www.hohenwarth.de
Bürgermeister: Franz Xaver Gmach
Lage der Gemeinde Hohenwarth im Landkreis Cham
Lohberg (Bayern) Lam Arrach Hohenwarth (Landkreis Cham) Grafenwiesen Neukirchen beim Heiligen Blut Eschlkam Furth im Wald Gleißenberg Arnschwang Bad Kötzting Rimbach (Oberpfalz) Blaibach Waldmünchen Treffelstein Tiefenbach (Oberpfalz) Rötz Schönthal (Oberpfalz) Weiding (Landkreis Cham) Chamerau Miltach Willmering Stamsried Pösing Zandt Traitsching Chamerau Runding Cham (Oberpfalz) Pemfling Waffenbrunn Schorndorf (Oberpfalz) Michelsneukirchen Roding Walderbach Reichenbach (Landkreis Cham) Rettenbach (Oberpfalz) Falkenstein (Oberpfalz) Zell (Oberpfalz) Wald (Oberpfalz) Tschechien Landkreis Schwandorf Landkreis Regen Landkreis Straubing-Bogen Landkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild

Hohenwarth ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Cham.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohenwarth liegt im Bayerischen Wald in einem Talkessel zwischen Hohem Bogen und Kaitersberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohenwarth hat 19 Ortsteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Ansdorf, Gotzendorf und Hohenwarth. Seit Auflösung der Gemeinde Gotzendorf (1. Januar 1972) wird die Gemarkung Gotzendorf mit der Nachbargemeinde Rimbach geteilt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohenwarth um 1846

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohenwarth wird zum ersten Mal um 1180 in einer Urkunde des Klosters Reichenbach erwähnt. Nach 1280 war das Gebiet im Besitz der Hohenwarther. 1402 entstand eine geschlossene Hofmark mit vielen Rechten, ebenfalls ist erstmals eine Kirche erwähnt. In der Mitte des Jahrhunderts wurde eine Burg erbaut, die um 1550 aber schon Ruine war.

Hans der Hohenwarther übergab Anfang des 15. Jahrhunderts den Besitz an das Kloster Rott. Etwas später fiel Hohenwarth an die Notthafft, von denen es 1549 die Eyb erwarben. 1589 ließ Ludwig von Eyb die jetzige alte Kirche bauen.

Die Hofmark ging im 17. Jh. an die Kädinger, dann die Reittorner, vorübergehend die Gemmel und schließlich an die Poyßl über. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde von etwa 1650 bis 1655 das Schloss Hohenwarth gebaut. 1818 entstand die heutige politische Gemeinde. 1848 wurde das Patrimonialgericht aufgehoben. Das Schloss, zuletzt im Besitz der Hafenbrädl, ging in bürgerliche Hände über.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1860 wurde die 1922 zur Pfarrkirche erhobene Kirche St. Johannes erbaut. Von 1978 bis 1980 war die Gemeinde Hohenwarth Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Grafenwiesen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständige Gemeinde Ansdorf und Teile der Gemeinde Gotzendorf eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1854 Einwohner
  • 1970: 1904 Einwohner
  • 1987: 2129 Einwohner
  • 1991: 2236 Einwohner
  • 1995: 2207 Einwohner
  • 2000: 2182 Einwohner
  • 2005: 2101 Einwohner
  • 2010: 2008 Einwohner
  • 2015: 1887 Einwohner
Das Rathaus von Hohenwarth

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit Juli 2003 Franz Xaver Gmach.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Rot auf grünem Dreiberg zwischen zwei silbernen Kirchtürmen mit blauen Spitzdach ein goldener Zinnenturm. Wappen seit 1982.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche St. Johannes
  • Die Pfarrkirche Sankt Johannes Baptist wurde 1860 bis 1862 im neugotischen Stil erbaut und besitzt eine reiche neugotische Ausstattung. An den Seitenwänden zieht sich um den Hochaltar herum in Fensterhöhe ein gemalter Teppich.
  • Die alte Kirche (Schlosskapelle bzw. Friedhofskapelle) wurde 1589 fertiggestellt. Von der spätgotischen Anlage blieb nur der Chor erhalten. Sie hat einen barocken Altar des frühen 18. Jahrhunderts, aus dem auch einige Grabsteine stammen.
  • Die Hussitenkapelle hat ihren Ursprung möglicherweise in der Zeit der Hussitenkriege.
  • Das Schloss, heute Schlossgaststätte Vogl, entstand auf der Grundlage eines Vorgängerbaues in den Jahren 1650 bis 1655. Die Anlage besteht aus vier Flügeln um einen Hof. Die Brauerei wurde 1969 aufgegeben.
  • "Heigl-Linde", Naturdenkmal aus dem 30-jährigen Krieg. Unterschlupf des Michael Heigl, genannt der Räuber Heigl, vor seinen Verfolgern.

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 101 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 847. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999, 78 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1728 ha, davon waren 1394 ha Ackerfläche.

Neues Gewerbegebiet im Ortsteil Simpering.

Staatl. anerkannter Erholungsort mit 17 gewerblichen und privaten Betrieben.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohenwarth liegt an der Staatsstraße 2138, die von Lam nach Bad Kötzting führt, zwischen Arrach und Grafenwiesen.

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohenwarth liegt an der Bahnstrecke Lam - Bad Kötzting - Cham, die von der Oberpfalzbahn betrieben wird; auf dem Gebiet von Hohenwarth liegen die Bahnhöfe Hohenwarth sowie Hohenwarth-Campingplatz.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 52 Kindern
  • Gemeinschafts-Volksschule Grafenwiesen/Hohenwarth: eine mit 22 Lehrern und 351 Schülern
  • Kinder-Tagesstätte

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Brandl (* 22. Juli 1885 in Simpering; † 13. Dezember 1951 in Bad Kötzting), Politiker (BVP), Reichstagsabgeordneter
  • Oswald Fritz ( * 1900 - 1963), Heimatschriftsteller und Rektor in Hohenwarth

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. bayerische-landesbibliothek-online.de
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 499

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hohenwarth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien