DDR-Fußball-Oberliga 1978/79

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Saison 1978/79 war die 30. Auflage der DDR-Oberliga. Meister wurde zum ersten Mal der Berliner FC Dynamo, der damit den Beginn seiner zehn Jahre andauernden Dominanz im DDR-Fußball markierte. Die Saison begann am 19. August 1978 und endete am 9. Juni 1979.

Saisonverlauf[Bearbeiten]

Der BFC gewann seine erste Meisterschaft in souveräner Manier vor dem Meister der Vorjahre Dynamo Dresden und setzte dabei viele neue Bestmarken: Die Gesamtpunktzahl von 46:6 war der höchste Punkteschnitt (1,77 pro Spiel), der in der Oberliga jemals erreicht wurde und wurde auch nur durch den BFC selbst noch einmal (1982/83) erreicht. Die 75 geschossene Tore in 26 Spielen waren der beste zweitbeste Torschnitt (2,88 pro Spiel) in der Geschichte der Oberliga (hinter der SG Friedrichstadt mit 3,35 Toren pro Spiel in der Saison 1949/50). Die einzige Saisonniederlage gab es am 23. Spieltag gegen Magdeburg – auch dies war bis dahin unerreicht.

Für die Berliner war es der erste von insgesamt zehn aufeinander folgenden Meistertiteln. Die zweitplatzierten Dresdner dagegen erlebten nach drei erfolgsverwöhnten Spielzeiten die erste titellose Saison. Die folgende Dekade wurde vom Zweikampf zwischen den beiden Dynamo-Mannschaften aus Berlin und Dresden geprägt, wobei die Sachsen erst 1989 wieder einen Oberligatitel erreichten. Carl Zeiss Jena und der 1. FC Magdeburg – neben Dresden die anderen beiden Spitzenteams der 1970er – folgten auf dem dritten und vierten Rang.

Den Gang in die zweitklassige Liga mussten der Aufsteiger Hansa Rostock (zum vierten Mal) und der Vorjahresneuling Chemie Böhlen antreten. Auch die Oberliga-Gründungsmitglieder Zwickau und Aue mussten lange um den Klassenerhalt zittern, konnten sich an den letzten beiden Spieltagen noch retten. Der zweite Aufsteiger Stahl Riesa dagegen landete auf dem neunten Platz.

DDR-Fußball-Oberliga 1977/78
Abschlusstabelle
Platz Mannschaft Sp S U N Tore Diff. Punkte
1. Berliner FC Dynamo 26 21 4 1 75:18  +57 46-6  
2. SG Dynamo Dresden (M) 26 15 9 2 59:19  +40 39-13
3. FC Carl Zeiss Jena 26 14 6 6 38:21  +17 34-18
4. 1. FC Magdeburg (P) 26 14 5 7 63:32  +31 33-19
5. 1. FC Lokomotive Leipzig 26 11 7 8 41:40  +1 29-23
6. Hallescher FC Chemie 26 10 7 9 36:32  +4 27-25
7. FC Rot-Weiß Erfurt 26 9 6 11 37:46  -9 24-28
8. FC Karl-Marx-Stadt 26 9 4 13 32:38  -6 22-30
9. BSG Stahl Riesa (N) 26 8 5 13 33:47  -14 21-31
10. 1. FC Union Berlin 26 7 7 12 22:39  -17 21-31
11. BSG Wismut Aue 26 8 3 15 34:49  -15 19-33
12. BSG Sachsenring Zwickau 26 7 4 15 23:63  -40 18-34
13. BSG Chemie Böhlen 26 5 6 15 33:66  -33 16-36
14. FC Hansa Rostock (N) 26 5 5 16 30:46  -16 15-37
Legende
Meister und Teilnehmer am Europapokal der Landesmeister 1979/80
Pokalsieger und Teilnehmer am Europapokal der Pokalsieger 1979/80
Teilnehmer am UEFA-Pokal 1979/80
Absteiger in die Liga
(M) Meister der letzten Saison
(P) Pokalsieger der letzten Saison
(N) Aufsteiger der letzten Saison
Aufsteiger aus der DDR-Fußball-Liga 1978/79: FC Vorwärts Frankfurt, BSG Chemie Leipzig

Statistik[Bearbeiten]

Die Meistermannschaft[Bearbeiten]

BFC Dynamo
Bodo Rudwaleit (26 Spiele / - Tore)

Norbert Trieloff (26/-)
Michael Noack (25/8), Rainer Troppa (21/2), Artur Ullrich (25/1)
Frank Terletzki (26/12), Reinhard Lauck (21/3), Lutz Eigendorf (16/3)
Hans-Jürgen Riediger (24/20), Hartmut Pelka (20/4), Wolf-Rüdiger Netz (22/8)

Trainer: Jürgen Bogs
außerdem: Reinhard Schwerdtner (Tor, 3/-); Bernd Brillat (12/2), Ralf Sträßer (18/4), Roland Jüngling (17/1), Rainer Ernst (2/-), Albert Ullrich (2/-), Dietmar Labes (1/-)

Tore[Bearbeiten]

Torschützenliste
Spieler Mannschaft Tore
1. Joachim Streich 1. FC Magdeburg 23
2. Hans-Jürgen Riediger BFC Dynamo 20
3. Dieter Kühn 1. FC Lok Leipzig 17
4. Wolf-Rüdiger Netz BFC Dynamo 16
5. Martin Hoffmann 1. FC Magdeburg 12

Fußballer des Jahres 1979[Bearbeiten]

Spieler Mannschaft
1. Joachim Streich 1. FC Magdeburg
2. Hans-Jürgen Dörner SG Dynamo Dresden
3. Wolfgang Seguin 1. FC Magdeburg

FDGB-Pokal[Bearbeiten]

Der FDGB-Pokal wurde in dieser Spielzeit erneut vom 1. FC Magdeburg gewonnen. Der Titelverteidiger besiegte dabei im Finale den BFC Dynamo, der zuvor bereits in der Liga seine einzige Saisonniederlage gegen Magdeburg erlitt. Es war bereits Magdeburgs sechster Pokaltriumph.

Internationale Wettbewerbe[Bearbeiten]

Wie schon im Vorjahr erreichte der 1. FC Magdeburg ein Europapokalviertelfinale. Dieses Mal war im Pokalsiegerwettbewerb Baník Ostrava zu stark. Auch Dynamo Dresden erreichte das Viertelfinale im Landesmeister-Cup und schied dort gegen Austria Wien aus. Im UEFA-Cup scheiterten der BFC und Lok Leipzig jeweils an ihren Erstrundengegnern Roter Stern Belgrad bzw. Arsenal London. Besonders bitter war das Ausscheiden für die Berliner, die nach einem 5:2-Heimerfolg in Belgrad erst in der 90. Minute das 1:4 durch ein Eigentor von Lauck hinnehmen mussten. Jena schaffte es eine Runde weiter und unterlag dort dem MSV Duisburg. Der vor Saisonbeginn ausgetragene Intertoto-Cup 1978 fand erneut ohne DDR-Beteiligung statt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]