Eesti Rahvusringhääling

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Das Logo des Senders

Eesti Rahvusringhääling (ERR; deutsch: Estnischer Rundfunk) ist die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt von Estland. Sie wurde am 1. Juni 2007 gegründet und löst die beiden früheren Anstalten Eesti Raadio und Eesti Televisioon ab. Die rechtliche Grundlage, das Estnische nationale Rundfunkgesetz, wurde vom estnischen Parlament (Riigikogu) am 18. Januar 2007 verabschiedet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte des Hörfunks in Estland begann im Herbst 1921 mit der Verbreitung der ersten Empfangsgeräte. Nach zahlreichen Testläufen und der Gründung von Radioclubs und -gesellschaften, wurde sechs Jahre später, am 18. Dezember 1926 der regelmäßige Rundfunkbetrieb aufgenommen. Einer der Rundfunkpioniere war Felix Moor, der für seine Verdienste um den Hörfunk 2001 auf einer estnischen Briefmarke verewigt wurde. Im Februar 1928 wurde das erste Hörspiel gesendet.

Am 1. Juni 1932 wurde Eesti Raadio Mitglied der Internationalen Rundfunkunion (IBU), einem Vorläufer der Europäischen Rundfunkunion (EBU).

Die gesetzlichen Grundlagen für den Betrieb von Eesti Raadio und dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Eesti Televisioon sind im Rundfunkgesetz vom 19. Mai 1994 verankert. Die Sender haben unter anderem den Auftrag, die estnische Kultur zu fördern, die Informationsbedürfnisse aller Bevölkerungsschichten mit Nachrichten zu befriedigen, Ereignisse des öffentlichen und kulturellen Lebens dauerhaft zu archivieren und die staatliche Einheit zu stärken. Die Sender werden von einem neunköpfigen Rundfunkrat überwacht, dessen Mitglieder vom Parlament ernannt werden.

etv+[Bearbeiten]

Seit Oktober 2015 wird etv+ als das dritte Programm im öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Estland ausgestrahlt. Die Sprache des Senders ist ausschließlich Russisch. Etwa 30 Prozent der insgesamt 1,3 Millionen Einwohner Estlands sind ethnische Russen. Ein russischsprachiges Programm war schon länger angedacht, die Pläne wurden aber 2015 zum einen wegen der die Ukraine-Krise und zum anderen wegen Russlands Medienarbeit beschleunigt. Der Kremel versuchte über Fernsehen (RT, Rossija Sewodnja u.a.) und soziale Medien Meinungen zu beeinflussen. „Die großen russischen Kanäle zeigen nichts über das Leben in Estland, und wenn doch, dann mit einer bestimmten Tendenz“, erklärte der stellvertretende Intendant Ainar Ruussaar.[1] Der eigene Anspruch des Senders ist es, mit größtmögliche Objektivität und Unabhängigkeit zu berichten. Über Internet ist etv+ weltweit zu empfangen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.tagesschau.de/ausland/estland-russland-101.html