Ezzard Charles

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Ezzard Charles
Boxweltmeister im Schwergewicht
Boxer
Ezzard Charles.jpg
Daten
Geburtsname Ezzard Mack Charles
Gewichtsklasse Schwergewicht
Nationalität US-Amerikanisch
Geburtstag 7. Juli 1921
Geburtsort Lawrenceville
Todestag 27. Mai 1975
Todesort Chicago
Stil Linksauslage
Größe 1,83 m
Kampfstatistik
Kämpfe 119
Siege 93
K.-o.-Siege 52
Niederlagen 25
Unentschieden 1
Profil in der BoxRec-Datenbank

Ezzard Mack Charles (* 7. Juli 1921 in Lawrenceville, Georgia; † 27. Mai 1975 in Chicago) war ein US-amerikanischer Boxer und unumstrittener Schwergewichts-Boxweltmeister (1949 bis 1951). Sein Spitz- beziehungsweise Kampfname war Die Kobra von Cincinnati.

Amateur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1939 wurde Charles US-amerikanischer Meister im Mittelgewicht (-73 kg).

Profikarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinen ersten Profi-Kampf gewann er am 27. März 1940 gegen John Reeves in Cincinnati. Er begann im Mittelgewicht und konnte den dort überragenden Charley Burley gleich zweimal schlagen.

Vor allem das Halbschwergewicht wurde die Gewichtsklasse, in der Charles am beeindruckendsten auftrat. Er gilt beim Ring Magazine als bester Halbschwergewichtler aller Zeiten, im Besonderen wegen dreier Siege über Archie Moore, der an Nummer 2 geführt wird.

Ironischerweise konnte er zu seiner besten Zeit nie um den Halbschwergewichtstitel boxen, aber dafür um den Schwergewichtstitel, als er den Höhepunkt seiner Karriere und boxerischen Leistungsfähigkeit überschritten hatte.

Am 20. Februar 1948 kämpfte Charles in Chicago gegen den jungen Sam Baroudi. Ezzard gewann durch KO in der 10. Runde, Baroudi wurde so hart getroffen, dass er später im Krankenhaus den während des Kampfes erlittenen inneren Verletzungen erlag.[1] Charles erwog daraufhin, seine Boxkarriere zu beenden, ein Telegramm von Baroudis Vater überzeugte ihn jedoch, weiterzumachen. Er veränderte jedoch seinen Boxstil und entwickelte sich vom aggressiven Kämpfer zum vorsichtigeren, technisch besserem Boxer.[2]

Im Schwergewicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 22. Juni 1949 boxte er in Chicago gegen Jersey Joe Walcott um den nach dem Rücktritt von Joe Louis vakanten Weltmeistertitel im Schwergewicht und gewann nach 15 Runden. Das "Ring Magazine" war von dem Kampf jedoch so wenig angetan, dass es Charles nicht als Weltmeister bewerten wollte. Erst als Charles im September 1950 Joe Louis bei dessen Comeback besiegte, wurde er als Weltmeister anerkannt. Wie mehrfach in der Geschichte des Schwergewichtsboxens, wurde die Legitimation eines Titelträgers, der einer Box-Legende nachfolgte, in Zweifel gezogen. Vergleichbare Fälle waren Gene Tunney oder Larry Holmes.

Gegen Jersey Joe Walcott verlor Charles am 18. Juli 1951 in Pittsburgh nach sieben Runden durch KO den Titel. Anschließend fand er nie mehr zu seiner vollen Kampfkraft zurück. Den Rückkampf gegen Walcott im Juni 1952 verlor er nach Punkten, ebenso unterlag er gegen Rex Lane (siegte aber im Rückkampf), Niño Valdés und dem Halbschwergewichtler Harold Johnson.

Nun war er ein attraktiver Gegner für den amtierenden Schwergewichtsweltmeister Rocky Marciano, dem er 1954 in zwei Kämpfen einmal knapp nach Punkten und einmal klar durch KO unterlag. Charles, der im Verlauf dieser Kämpfe den in seiner Profi-Karriere nie besiegten Marciano vor einige Probleme stellte, blieb der "Ruhm", der einzige Boxer zu sein, der 15 Runden gegen Marciano durchgehalten hatte, auch wenn er nach dem ersten Kampf verlautbaren ließ, er fühle sich, als sei er "unter einen Mähdrescher geraten".

Nach den Marciano-Kämpfen konnte Charles keinen großen Kampf mehr gewinnen und beendete schließlich seine Karriere im Jahre 1959.

1990 fand Charles Aufnahme in die International Boxing Hall of Fame.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sam Baroudi dies of hemorraghe after knockout by Charles. Reading Eagle - 20. Februar 1948.
  2. Robert Sacchi: Friday's Heroes: Willie Pep Remembers... AuthorHouse, 2007, S. 119–120.