Hochstift Konstanz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Fürstbistum Konstanz)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Flag-Holy-Roman-Empire.png
Territorium im Heiligen Römischen Reich
Hochstift Konstanz
Wappen
Wappen Bistum Konstanz.png
Karte
Reilly 196 HAAB.jpg
Alternativnamen Fürstbistum Konstanz
Herrscher/Regierung Fürstbischof
Heutige Region/en DE-BW
Reichstag 1 Virilstimme auf der geistlichen Bank im Reichsfürstenrat
Reichskreis Schwäbischer Reichskreis
Kreistag 1 Virilstimme auf der geistlichen Bank
Hauptstädte/Residenzen Meersburg; Konstanz
Konfession/Religionen katholisch
Sprache/n deutsch
Fläche 400 km² (1802)[1]
Einwohner 14 000 (1802)
Aufgegangen in Säkularisation 1803;

Markgrafschaft Baden

Siehe auch Bistum Konstanz
Das Neue Schloss in Meersburg, Residenz der Fürstbischöfe von Konstanz

Das Hochstift Konstanz (auch als Fürstbistum Konstanz bezeichnet) war der weltliche Herrschaftsbereich der Fürstbischöfe von Konstanz. Im Gegensatz zum Bistum Konstanz war das Hochstift zersplittert und wesentlich kleiner; die Besitzungen waren beidseits des Bodensees und Hochrheins verteilt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Urkunde Kaiser Friedrichs I. von 1155 gilt als erste Bestätigung der Besitztümer des Hochstifts. Bischof Eberhard von Waldburg konnte den Besitz beidseits von Bodensee und Hochrhein noch einmal entscheidend vermehren. Durch die Lage des Hochstifts zwischen der expandierenden Eidgenossenschaft, dem Reich und dem Haus Habsburg war der politische Spielraum ab Mitte des 15. Jahrhunderts dann aber stark eingeschränkt.

Mit der Reformation waren zwar keine territorialen Verluste verbunden, die mit den Pfarreien und Klöstern verbundenen Einkünfte der reformierten Gebiete gingen jedoch verloren. Außerdem musste der Bischofssitz aus der Stadt Konstanz verlegt werden. Residenzstadt wurde Meersburg am Nordufer des Bodensees.

Säkularisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der von Napoleon eingeleiteten Säkularisation fiel das Fürstbistum Konstanz gemäß § 5 des Reichsdeputationshauptschluss von 1803 als Ganzes an die Markgrafschaft Baden; bereits durch Patent vom 16. September 1802 hatte der Markgraf von Baden das Hochstift provisorisch in Besitz genommen. Letzter Fürstbischof war Karl Theodor von Dalberg.

Bischöfliches Rundschreiben zum Übergang des Hochstifts Konstanz an Baden vom 30. November 1802

Die Fürstbischöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reichsrechtliche Stellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hochstift Konstanz hatte Sitz und Stimme im Reichsfürstenrat. Es hatte dort eine Virilstimme und nahm einen Sitz auf der geistlichen Fürstenbank ein. Als katholischer Reichsstand gehörte das Hochstift auch dem Corpus Catholicorum an.

Im Kreistag des schwäbischen Reichskreises hatte das Hochstift ebenfalls eine Virilstimme und den Vorsitz auf der geistlichen Fürstenbank. Gemeinschaftlich mit dem Herzog von Württemberg nahm der Fürstbischof von Konstanz das Kreisausschreibamt wahr, das wichtigste Amt im Reichskreis. Das Hochstift gehörte zudem dem Ausschuss der Kreisversammlung (Ordinari-Deputation) an.

Wirtschaftliche Grundlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dem Bischof zugehörigen Bauern von der „Bischofshöri“, einem Gebiet im Dreieck Konstanz - Münsterlingen - Ottenberg TG, dem Hausberg von Weinfelden - Gottlieben, hatten dem Bischof und seinen Klerikern Naturalien und Zinsabgaben zu leisten.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hansmartin Schwarzmaier: Hochstift Konstanz. In: Meinrad Schwab, Hansmartin Schwarzmaier (Hrsg.): Handbuch der baden-württembergischen Geschichte. Band 2: Die Territorien im alten Reich. Im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg herausgegeben. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3-608-91371-8, S. 466–480.
  • Franz Xaver Bischof:Das Ende des Bistums Konstanz. Hochstift und Bistum Konstanz im Spannungsfeld von Säkularisation und Suppression (1802/03-1821/27), Stuttgart Berlin, Köln 1989, ISBN 3-17-010575-2.
  • M. Fleischhauer: Das geistliche Fürstentum Konstanz beim Übergang an Baden, Heidelberg 1934.
  • Ludger Beckmann: Konstanzer Bischöfe vom 13. zum 14. Jahrhundert, Freiburg im Breisgau 1995.
  • Konstantin Maier: Das Domkapitel von Konstanz und seine Wahlkapitulationen. Ein Beitrag zur Geschichte von Hochstift und Diözese in der Neuzeit, Stuttgart 1990, ISBN 3-515-04362-4.
  • Rudolf Reinhardt: Die Beziehungen von Hochstift und Diözese Konstanz zu Habsburg-Österreich in der Neuzeit, Wiesbaden 1966.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ohne die im Bereich der Eidgenossenschaft gelegenen Besitzungen, die bereits 1798 der Helvetischen Republik zugeschlagen wurden; s. Schwarzmaier S. 479
  2. Ralf Seuffert: Konstanz. 2000 Jahre Geschichte. UVK Verlagsgesellschaft, Konstanz, 2. Auflage 2013, S. 16.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bistum Konstanz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien