Felixdorf

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Felixdorf
Wappen von Felixdorf
Felixdorf (Österreich)
Felixdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Wiener Neustadt-Land
Kfz-Kennzeichen: WB
Fläche: 2,54 km²
Koordinaten: 47° 53′ N, 16° 14′ OKoordinaten: 47° 53′ 0″ N, 16° 14′ 0″ O
Höhe: 282 m ü. A.
Einwohner: 4.351 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 1713 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2603
Vorwahl: 02628
Gemeindekennziffer: 3 23 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 31
2603 Felixdorf
Website: www.felixdorf.gv.at
Politik
Bürgermeister: Walter Kahrer (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
14
8
2
1
14 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Felixdorf im Bezirk Wiener Neustadt-Land
Bad Erlach Bad Fischau-Brunn Bad Schönau Bromberg Ebenfurth Eggendorf Felixdorf Gutenstein Hochneukirchen-Gschaidt Hochwolkersdorf Hohe Wand Hollenthon Katzelsdorf Kirchschlag in der Buckligen Welt Krumbach Lanzenkirchen Lichtenegg Lichtenwörth Markt Piesting Matzendorf-Hölles Miesenbach (Niederösterreich) Muggendorf Pernitz Rohr im Gebirge Schwarzenbach Sollenau Theresienfeld Waidmannsfeld Waldegg Walpersbach Weikersdorf am Steinfelde Wiesmath Winzendorf-Muthmannsdorf Wöllersdorf-Steinabrückl Zillingdorf Wiener Neustadt NiederösterreichLage der Gemeinde Felixdorf im Bezirk Wiener Neustadt-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Felixdorf ist eine Marktgemeinde im Bezirk Wiener Neustadt-Land in Niederösterreich mit 4351 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marktgemeinde Felixdorf liegt im südlichen Industrieviertel im Steinfeld rund 10 km nördlich von Wiener Neustadt in Niederösterreich. Mit 2,48 Quadratkilometer ist sie die flächenmäßig viertkleinste Gemeinde Niederösterreichs. 10,66 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Es existieren neben Felixdorf keine weiteren Katastralgemeinden. Felixdorf Markt ist die einzige Ortschaft sowie der einzige Siedlungsname.[1]

Die südliche Gemeindegrenze verläuft teilweise entlang eines Nebenzweigs des Tirolerbachs. Entlang des Nordrands der Gemeinde fließt der Hauptlauf der Piesting, deren Wasser knapp westlich des Brückenübergangs der Mohrstraße die Turbine eines Kleinwasserkraftwerks treibt. Die mit dem Kraftwerk in Verbindung stehende Wehranlage teilt die Piesting in zwei Seitenarme, zwischen denen sich eine vollständig mit Auwald bewachsene Insel befindet. Knapp vor der Brücke der Südbahn, unter welcher die Piesting am nordwestlichen Ende des Gemeindegebiets abfließt, treffen beide Seitenarme wieder aufeinander.

Entlang des gesamten Bachverlaufes wächst dichter, natürlicher Auwald, welcher im südlichen Wiener Becken rar geworden ist. Teile dieses Waldes waren bereits mehrmals Thema der örtlichen Politik, Flächenumwidmungen sollten einen Ausbau der Gemeinde ermöglichen. Dagegen formierte sich eine Bewegung, welche schließlich zur Bildung des Verein zum Schutz des Auwaldes und der Umwelt in Felixdorf führte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Felixdorf (links unten) und Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
K.u.k. Artillerie-Kaserne (1902: Kaserne für die Schießversuchscommission)

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Felixdorf dann in der Provinz Pannonia.

Das Gemeindegebiet von Felixdorf ist Teil des Steinfelds und gehörte ursprünglich zur Gemeinde Wiener Neustadt. Um dieses Gebiet zu nutzen, wurden auf Initiative des Wiener Neustädter Bürgermeisters Felix Mießl im Jahr 1821 die Ortschaft Felixdorf gegründet. Die Ansiedlung hätte ursprünglich zu Ehren des Kaisers Franz I. „Franzensdorf“ heißen sollen; da aber bezweifelt wurde, dass die Siedlung überlebensfähig sei, wurde dieses Ansinnen abgelehnt und die Siedlung nach dem Gründer Felixdorf benannt.[2] Den Namen „Franzensdorf“ erhielt später eine Siedlung in der Nähe von Groß-Enzersdorf.

Am 1. Jänner 1889 wurde Felixdorf, das bis dahin zur Stadtgemeinde Wiener Neustadt gehört hatte, selbständige Gemeinde.[3]

Auf dem Artillerie-Schießplatz Felixdorf[Anm. 1] wurde unter anderem 1911 der 30,5-cm-M.11-Mörser eingeschossen.

In der Nacht vom 5. auf den 6. Februar 1921 stießen im Bahnhof Felixdorf bei starkem Schneefall ein aus Italien kommender Schnellzug mit einem Güterzug zusammen. Sieben Reisende starben, 14 wurden schwer verletzt.

1940 entstand in Felixdorf auf Anregung von Hermann Oberth ein Raketenversuchsplatz.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Felixdorf verfügt über eine römisch-katholische Pfarre, eine evangelische Kirche sowie eine Moschee.

53,5 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 17,0 % gehören dem Islam an, 6,5 % sind evangelisch. Ohne religiöses Bekenntnis sind 19,5 %. Felixdorf ist hinter Waldegg die österreichische Gemeinde mit dem zweithöchsten Moslemanteil bei der Volkszählung 2001.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,10 %
(-0,95 %p)
31,24 %
(+0,76 %p)
10,14 %
(-4,33 %p)
4,51 %
(n. k.)
UBF
2010

2015


SPÖ 14, Liste ÖVP 8, FPÖ 2 und Unabhängige Bürgerliste Felixdorf 1.

Am 14. März 2010 waren 3754 Personen wahlberechtigt, davon nahmen 2442 von ihrem Wahlrecht Gebrauch (= 65,05 %). 37 Personen wählten ungültig. 55,05 %, das sind 1324 Personen, gaben der als Wahlsieger aus den Gemeinderatswahlen gehenden SPÖ ihre Stimme, die zweitplatzierte ÖVP erzielte 30,48 % der Stimmen (= 733 Personen). Die restlichen der gültigen Stimmen gingen an die dritte Fraktion, FPÖ, welche bei dieser Wahl 348 Personen für ihre Stimme gewinnen konnten (= 14,47 %). Durch den Stimmengewinn von 275 Stimmen im Vergleich zur Gemeinderatswahl 2005 gelang der FPÖ der Einzug in den Gemeinderat.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Felixdorf

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 136, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 2. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1817. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 43,42 Prozent.

Wirtschaftsbund Felixdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wirtschaftsbund Felixdorf wurde von Alexander Smuk im Jahre 2010 gegründet. Er wurde als Gemeindeorganisation des Österreichischen Wirtschaftsbundes ins Leben gerufen. Erster Obmann wurde ebenfalls Alexander Smuk. Weiters wurden Richard Buchberger als Obmann Stellvertreter, Karin Kunz als Finanzreferent und Christian F. Kunz als Schriftführer gewählt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt an der Südbahn, es halten Regionalzüge und die S-Bahn Linien S3 und S4. So gibt es jeden Tag etwa drei Züge die Stunde Richtung Wien und Wiener Neustadt. Außerdem beginnen die meisten Regionalzüge der inneren Aspangbahn, welche über Traiskirchen bis zum Wiener Hauptbahnhof führt. Der Ort liegt an der Wiener Neustädter Straße B 17, sodass sowohl Wien als auch die Bezirkshauptstadt Wiener Neustadt gut erreichbar sind. Auch die nächsten Auffahrten auf die westlich des Ortes verlaufende Südautobahn A2 sind in wenigen Minuten erreichbar.

Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein zum Schutz des Auwaldes und der Umwelt in Felixdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Verein existiert seit dem 5. April 2007 und konnte bereits einige Bauvorhaben ändern bzw. deren Umsetzung verhindern. Es handelt sich dabei um einen überparteilichen und nicht auf Gewinn gerichteten Verein. Obmann des Vereins ist Gustav Schranz. Unterstützt wird er von den Stellvertretern Fritz Harrer und Bernd Hrabal, der Kassierin Susanna Stöger und zahlreichen weiteren Mitgliedern.

Der Verein beschreibt sich selbst sowie seine Tätigkeiten wie folgt:

Der Verein bemüht sich insbesondere um den Schutz und die Erhaltung des Felixdorfer Auwaldes und aller als Grünland-Forst gewidmeten Flächen der Gemeinde. Darüber hinaus will der Verein als Selbsthilfeorganisation der Bürger im Zusammenhang mit ihren natürlichen Lebensgrundlagen wirken.

Unser Wald ist in Felixdorf eine wesentliche Lebensgrundlage. Er nimmt nicht nur Wasser bei heftigen Regenfällen auf und schützt unsere Siedlungen vor Wind und Lärm, sondern produziert für uns Sauerstoff bzw. staubfreie Luft und schafft für uns wichtigen Naherholungsraum.

Die Vereinstätigkeiten sind vielfältig, unter anderem übernimmt der Verein Au-Reinigungen, die Aufstellung von Sitzbänken und Mistkübeln, Au-Wandertage mit Spiel und Spaß für Kinder und viele weitere Projekte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten (nach 1945):

  • Franz Staffa (1907–1970) Abgeordneter zum Nationalrat, Gemeinderat in Felixdorf
  • Franz Stöhr (1921–1970) Abgeordneter zum NÖ.Landtag, Gemeinderat in Felixdorf
  • Johann Farnleitner (* 1938) ehemaliger Bundesminister und Gemeinderat in Felixdorf
  • Traude Votruba (* 1942) ehemalige Landesrätin in der NÖLR. und Gemeinderätin in Felixdorf

Ehrenbürger (nach 1945):

  • Karl Renner (1870–1950) Bundespräsident
  • Oskar Helmer (1887–1963) Bundesminister
  • Bruno Kreisky (1911–1990) Bundeskanzler
  • Hans Czettel (1923–1980) Landeshauptmannstellvertreter NÖ.
  • Heinrich Ramoser (1925–1993) Bürgermeister von Felixdorf
  • Erwin Buchta (* 1935), Kommerzialrat, ehemaliger Geschäftsführender Gemeinderat in Felixdorf
  • Karl Stieber (* 1939) ehemaliger Bürgermeister von Felixdorf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Felixdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 4. Teil: Gemeinden Niederösterreich 107. Felixdorf. In: Österreichischer Amtskalender online. Jusline Österreich (Verlag Österreich), Wien 2002–, ZDB-ID 2126440-5.
  2. Gertrud Gerhartl, Wiener Neustadt. Geschichte, Kunst, Kultur, Wirtschaft 2. Aufl., ISBN 3 7003 1032 3, S. 376.
  3. Gerhartl, S. 429
  4. Lukas Kapeller: Die wollen sich nicht anfreunden, Der Standard, 22. und 23. September 2007, S 10. online-Version

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der bis heute so genannte, jedoch inzwischen weitgehend unbeachtet offiziell in Schießversuchsplatz Steinfeld umbenannte, östlich von Sollenau gelegene Schießplatz ist nie Teil des Gemeindegebiets von Felixdorf gewesen. Seine Bezeichnung dürfte im Wesentlichen drei Umständen zu verdanken sein: nach Gründung der Ortsgemeinde Felixdorf der Benennung des Heidegebiets des Steinfeldes als Felixdorfer Haide, der seit Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1945 in Felixdorf (Bahnstraße 2; ab 1902: Kaserne für die Schießversuchscommission) angesiedelten militärischen Verwaltung des Schießplatzes sowie der Postpraxis, gemäß der das Felixdorfer Postamt (PLZ 2603) auch für die Gemeinden Ebenfurth sowie Matzendorf-Hölles Zustellamt ist. Der Schießplatz Felixdorf (Welt-Icon) ist Teil der Katastralgemeinde Haschendorf der politischen Gemeinde Ebenfurth, seine Postanschrift lautet gemäß DKM (Hasch)endorf (sic!), Großmittler Straße 20, 2603 Felixdorf. – (Ad Kaserne aus:) Die Kasernen in Felixdorf. In: Rudolf F. Marwan-Schlosser: Kasernen, Soldaten, Ereignisse. Kasernen und militärische Einrichtungen in Wiener Neustadt, Bad Fischau, Wöllersdorf, Katzelsdorf, Felixdorf-Grossmittel-Blumau. Weilburg-Verlag, Wiener Neustadt 1983, ISBN 3-900100-09-8, S. 130–134.