Fips Asmussen

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Fips Asmussen in Rostock (2012)

Fips Asmussen (eigentlich Rainer Pries; * 30. April 1938 in Hamburg)[1] ist ein Komiker und Alleinunterhalter.

Leben[Bearbeiten]

Nur wenige biographische Details sind öffentlich dokumentiert. Nach den Liner Notes der 1969 erschienenen LP Lektion für Sexmuffel[2] war Asmussens Vater Bankkaufmann in Lübeck und bestand darauf, dass sein Sohn eine Schriftsetzerlehre absolvierte, die er mit der bestandenen Gesellenprüfung abschloss und nach der er in die Werbebranche wechselte (auf Asmussens Webseite ist hierzu vermerkt, er studierte mit Diplom an der Werbe-Akademie in Hamburg). Durch die Tätigkeit auf dem Gebiet der Werbung kam er mit Künstlern in Kontakt, nahm hierdurch angeregt eine zweijährige Gesangsausbildung und erlernte das Gitarrenspiel.

Ende der 1960er Jahre eröffnete er in der Ifflandstraße 90 in Hamburg-Hohenfelde die Kabarett-Kneipe Violette Zwiebel, in der er sowohl als Wirt als auch als Interpret tätig war; zu jener Zeit umfasste sein Repertoire kabarettistische Lieder, Chansons und Gedichte von beispielsweise Kurt Tucholsky, Erich Kästner oder Kurt Weill und Bertolt Brecht. Asmussen führte die Violette Zwiebel einige Jahre, ehe er den Betrieb wegen der einhergehenden Belastungen aufgab: Vier Jahre lang habe ich jede Nacht bis früh um fünf den Alleinunterhalter gespielt. Das gibt man irgendwann auf, da kommt die Sauferei dazu, ist ja logisch.[3] Nach dieser frühen Phase, die von anspruchsvollen kabarettistischen Gesangsvorträgen geprägt war, löste er sich 1973 von seiner bisherigen humoristischen Ausrichtung und verlegte sich auf das für ihn charakteristisch gewordene Erzählen von Witzen in rascher Folge. Die inhaltliche Veränderung lässt sich auch an den Tonträgern ablesen: Zu Beginn seiner Tätigkeit als Komiker verwendete er noch seinen bürgerlichen Namen, unter dem er auch seine frühen LPs Lektion für Sexmuffel (1969, mit Beate Hasenau) und Live in Violett – Eine Nacht in der „Violetten Zwiebel“ (1970) veröffentlichte. Von der 1973 erschienenen LP Witze am laufenden Band an hingegen trat er unter dem Künstlernamen Fips Asmussen in Erscheinung.

Mittlerweile ist er seit über vierzig Jahren als Komiker tätig und geht mit seinen humoristischen Bühnenprogrammen sowohl in Deutschland als auch im Ausland auf Tournee. Daneben trat er in Hörfunk- und Fernsehsendungen auf. Zudem werden seine Auftritte seit den frühen 1970er Jahren auch auf Tonträgern veröffentlicht.

Zwischenzeitlich ließ sich der gebürtige Hamburger in Wolfenbüttel und in Niendorf an der Stecknitz nieder. Nach der Wiedervereinigung zog Asmussen Ende der 1990er Jahre zu seiner Frau Barbara nach Querfurt.

Humor[Bearbeiten]

In seinen Shows erzählt Asmussen Witze und Pointen, die oft in eine Erzählung eingebunden sind, z. B. über sein Alltagsleben. Gern bedient Asmussen dabei Klischees und Ressentiments, z. B. gegen Schwule, Ausländer und Frauen.

Musik[Bearbeiten]

Asmussen versuchte sich ab den 1970er Jahren als Stimmungssänger mit Liedern wie Ein Korn im Feldbett (eine Coverversion von Ein Bett im Kornfeld), das 1976 Platz 35 der deutschen Single-Charts erreichte. Seine Version von Mike Krügers Mein Gott Walter! erschien ebenfalls als Single. In den vergangenen 30 Jahren verkaufte Asmussen sieben Millionen Platten, Kassetten und CDs (für Aufnahmen von Herrenabenden teilweise unter dem Pseudonym Karl Ludwig). Er bekam drei Goldene Schallplatten für seine allesamt bei Europa erschienenen Veröffentlichungen Witze am laufenden Band (1978), Witze am laufenden Band II (1979), Eine Mütze voller Witze (1982) und schließlich Platin für Witze am laufenden Band (1978).

Werbung[Bearbeiten]

Ab 2006 warb Asmussen im Fernsehen für das „Lustige Taschenbuch“ (Ehapa Verlag). Hierbei erzählte er betont schlechte Witze, um eine bessere Qualität der Witze im Lustigen Taschenbuch zu suggerieren.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles
Ein Korn im Feldbett
  DE 35 06.09.1976 (3 Wo.) [4]
[4]

MCs[Bearbeiten]

  • Witz mit Fips
  • In der Haifisch-Bar
  • Heute wird gelacht
  • Witze am laufenden Band Teil 1 und 2
  • Kennen Sie den?
  • Balla Balla
  • Eine Mütze voller Witze
  • Das halt’ ich im Kopf nicht aus
  • Ab heute wird gelacht Teil 1–3
  • Au weia
  • Aber Hallo…

CDs[Bearbeiten]

Sortiert nach Folgennummer:

  1. Witze am laufenden Band 1
  2. Witze am laufenden Band 2
  3. Eine Mütze voller Witze
  4. Au weia!
  5. Aber Hallo …
  6. Das halt’ ich im Kopf nicht aus!
  7. Balla balla
  8. In der Haifischbar
  9. Schlag auf Schlag
  10. Kennen Sie den?
  11. Er nun wieder!
  12. Von Vegesack bis Titisee
  13. Auch das noch!
  14. … aus dem Leben gegriffen
  15. Spaß muss sein
  16. Jetzt geht’s rund
  17. Da bleibt kein Auge trocken
  18. Gnadenlos witzig
  19. Grobe Feinheiten
  20. Frei nach Schnauze!
  21. Ausgefallene Einfälle
  22. Das pralle Leben
  23. Saustark
  24. Ein echter Hammer (2014)

Ohne Folgennummern: (größtenteils Best-Of-Zusammenstellungen)

  • Humor ohne Grenzen – Live in der DDR
  • Fips ist Trumpf
  • Fips Asmussen Witze – der Quasselfilou vom Dienst
  • … nur vom Feinsten (Zusammenstellung/Best-Of)
  • Ein Feuerwerk neuer Witze (Zusammenstellung/Best-Of)
  • Das Beste / Folgen 1-2 (2012)
  • Das Beste - Humor,Power Non-Stop (Doppel-CD 2013)

Sonstiges[Bearbeiten]

Laut der NDR-Sendung „Die größten Komiker im Norden“[5] spielt die Gästetoilette in Fips Asmussens Haus nach Betätigung der Spülkette lediglich Musik, bis man den versteckten, tatsächlichen Spülknopf gefunden hat.

Fips Asmussen ist eines der Lieblingsopfer von Oliver Kalkofe, der sich in seiner Sendung Kalkofes Mattscheibe regelmäßig über Erscheinungsbild sowie über den aus Kalkofes Sicht primitiven Humor von Asmussen lustig macht und ihn als "Fips Arschmuskel" bezeichnet. Asmussen revanchierte sich dafür, indem er eine zeitlang bei seinen Liveauftritten Witze über Kalkofe erzählte.

Asmussen bezichtigte den Entertainer und Komiker Dieter Hallervorden mehrfach, verschiedene Gags ohne seine Zustimmung übernommen zu haben, so auch den bekannten Sketch „Flasche Pommes Frites“ („Palim-Palim“), den Hallervorden für sein Programm von dem Entertainer Heinz Quermann gekauft hatte. Diese Kontroverse wurde schließlich von Harald Schmidt und Oliver Pocher in der Sendung „Schmidt & Pocherpersifliert.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fips Asmussen: Neue Witze am laufenden Band 4. Europa 111 109.4 (1979)
  2. Beate Hasenau & Rainer Pries: Lektion für Sexmuffel. Fontana 885 447 (1969)
  3. Süddeutsche.de, 17. Mai 2010: Komiker Fips Asmussen - Ein Ringbuch voller Witze
  4. a b Hit-Bilanz, deutsche Chart-Singles auf CD-Rom, Taurus Press
  5. http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/1,5089,OID1294138_REF4130,00.html