Hausen ob Verena

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Wappen Deutschlandkarte
Hausen ob Verena
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hausen ob Verena hervorgehoben

Koordinaten: 48° 3′ N, 8° 44′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Tuttlingen
Höhe: 806 m ü. NHN
Fläche: 5,87 km2
Einwohner: 780 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 133 Einwohner je km2
Postleitzahl: 78595
Vorwahl: 07424
Kfz-Kennzeichen: TUT
Gemeindeschlüssel: 08 3 27 023
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 34
78595 Hausen ob Verena
Website: www.hausen-ob-verena.de
Bürgermeister: Jochen Arno
Lage der Gemeinde Hausen ob Verena im Landkreis Tuttlingen
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Über dieses Bild

Hausen ob Verena ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hausen ob Verena liegt am Rand der Baarhochebene am Fuß der Schwäbischen Alb zwischen 740 und 860 m ü. NHN, gut zehn Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Tuttlingen und zwei Kilometer südwestlich von Spaichingen. Auf dem Gemeindegebiet liegt der 912 Meter hohe Hohenkarpfen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Stadt Spaichingen, im Osten an Rietheim-Weilheim, im Süden an Seitingen-Oberflacht und im Westen an Gunningen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Hausen ob Verena gehören das Dorf Hausen ob Verena, das Gehöft Hohenkarpfen und das Haus „Hausener Mühle“.[2]

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hausen ob Verena liegen die Natur- und Landschaftsschutzgebiet Hohenkarpfen sowie das Landschaftsschutzgebiet Heckenlandschaft oberhalb der Hausener Mühle in Heeräcker, Ried, Buchreute und Schildbühl. Der Hohenkarpfen und die Wiesenlandschaft südlich der Ortschaft gehören zudem zum FFH-Gebiet Großer Heuberg und Donautal.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter und frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hausen wurde im Jahre 1092 erstmals urkundlich erwähnt. In einer Urkunde von 1275 taucht es als Husen apud Kalphen auf, ein Hinweis auf den Hausberg Hohenkarpfen. Wie es zu dem späteren Namenszusatz ob Verena zu Ehren der heiligen Verena kam, ist nicht mehr feststellbar. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag Hausen im Herzogtum Schwaben. Auf der Gemarkung sind noch Reste der Burg Hohenkarpfen zu finden, zu deren Herrschaft Hausen gehörte. Die Grafschaft Württemberg erwarb im Jahre 1444 den Ort Hausen mit Burg und Herrschaft Hohenkarpfen. Von 1491 bis 1663 belehnten die Württemberger das aus ihrem Haus hervorgegangene jüngere Adelsgeschlecht der Herren von Karpfen mit der Herrschaft. Im Dreißigjährigen Krieg zerstörten die Truppen des römisch-deutschen Kaisers gemeinsam mit Söldnern der Stadt Villingen die Burg auf dem Hohenkarpfen, ebenso wie den Ort Hausen ob Verena. Die Burg blieb zerstört und wurde nie mehr aufgebaut. Der Ort Hausen gehörte seither zum Stabsamt Hohenkarpfen im württembergischen Amt Tuttlingen.

Zeit des Königreichs Württemberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im 1806 gegründeten Königreich Württemberg wurde Hausen von 1806 bis 1810 kurzzeitig dem Oberamt Spaichingen zugeordnet, kam dann aber 1810 für mehr als ein Jahrhundert wieder zum Oberamt Tuttlingen.

Zeit der Weltkriege und Nachkriegsära[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Hausen 1938 zum erweiterten Landkreis Tuttlingen. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs fiel der Ort 1945 in die Französische Besatzungszone und kam somit zum Nachkriegsland Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Bundesland Baden-Württemberg aufging.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hausen ist ein traditionell evangelisch geprägter Ort. Die Kirchengemeinde Hausen ob Verena gehört zum Kirchenbezirk Tuttlingen der Württembergischen Landeskirche.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Hausen ob Verena hat acht Mitglieder. Er besteht aus den ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde der Gemeinderat durch Mehrheitswahl gewählt[4]. Mehrheitswahl findet statt, wenn kein oder nur ein Wahlvorschlag eingereicht wurde. Die Bewerber mit den höchsten Stimmenzahlen sind dann gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 72,8 % (2014: 67,8 %).

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2015 wurde Jochen Arno zum Nachfolger von Gustav Schlecht gewählt.[5]

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Spaichingen.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Gemeinde Zeithain in Sachsen ist Partnergemeinde von Hausen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunstmuseum Hohenkarpfen

Bei Hausen ob Verena befindet sich das Museum der Kunststiftung Hohenkarpfen. Hier finden jährlich zwei bis drei Wechselausstellungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts im deutschen Südwesten statt.

Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hausen ob Verena ist mit der Buslinie 130 des Verkehrsverbundes des Landkreises Tuttlingen (TUTicket) zu erreichen. An den jeweiligen Endpunkten der Linie 130, in Spaichingen bzw. in Trossingen, besteht Anschluss an den Ringzug.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten mit Verbindung zur Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thilo Koch (1920–2006), Fernsehjournalist, lebte während seines Ruhestands in Hausen und ist hier gestorben.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2020 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 661–663
  3. Daten- und Kartendienst der LUBW
  4. Vorläufiges Ergebnis der Gemeinderatswahlen 2019 beim Statistischen Landesamt
  5. https://www.schwaebische.de/landkreis/landkreis-tuttlingen/spaichingen_artikel,-jochen-arno-beerbt-in-hausen-gustav-schlecht-_arid,10355713.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hausen ob Verena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Hausen ob Verena in der Beschreibung des Oberamts Tuttlingen von 1879 auf Wikisource