Durchhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Durchhausen
Durchhausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Durchhausen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 2′ N, 8° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Tuttlingen
Höhe: 715 m ü. NHN
Fläche: 8,99 km²
Einwohner: 938 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 104 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78591
Vorwahl: 07464
Kfz-Kennzeichen: TUT
Gemeindeschlüssel: 08 3 27 012
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfstraße 51
78591 Durchhausen
Webpräsenz: www.durchhausen.de
Bürgermeister: Simon Axt (CDU)
Lage der Gemeinde Durchhausen im Landkreis Tuttlingen
Landkreis Konstanz Landkreis Rottweil Landkreis Sigmaringen Schwarzwald-Baar-Kreis Zollernalbkreis Aldingen Balgheim Bärenthal Böttingen Bubsheim Buchheim Deilingen Denkingen Dürbheim Durchhausen Egesheim Emmingen-Liptingen Fridingen an der Donau Frittlingen Geisingen Gosheim Gunningen Hausen ob Verena Immendingen Irndorf Königsheim Kolbingen Mahlstetten Mühlheim an der Donau Neuhausen ob Eck Reichenbach am Heuberg Renquishausen Rietheim-Weilheim Seitingen-Oberflacht Spaichingen Talheim (Landkreis Tuttlingen) Trossingen Tuttlingen Wehingen Wurmlingen (Landkreis Tuttlingen)Karte
Über dieses Bild

Durchhausen ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg. Zur Gemeinde Durchhausen gehören außer dem gleichnamigen Dorf keine weiteren Ortschaften.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durchhausen liegt auf der Baarhochebene im Schönbachtal etwa fünf Kilometer südöstlich von Trossingen eingebettet zwischen den Zeugenbergen der Baaralb, des 977 m hohen Lupfen und nur wenige Kilometer entfernten 912 m hohen Kegelbergs Hohenkarpfen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Durchhausen grenzt von Norden im Uhrzeigersinn an folgende Gemeinden: Gunningen, Seitingen-Oberflacht (Ortsteil Oberflacht), Talheim, Tuningen und Trossingen-Schura.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durchhausen wurde im Jahr 1295 erstmals urkundlich erwähnt, jedoch lassen Funde den Schluss zu, dass es bereits in der Römerzeit besiedelt wurde. Anfangs hieß das Ort noch Husen bzw. Husen prope Lupfen, im 16. Jahrhundert wandelte sich der Name dann langsam nach Durchhausen.

Im Jahre 1399 verkauften die Grafen Friedrich, Konrad und Eberhard von Nellenburg Durchhausen an den wohlhabenden Rottweiler Bürger Endinger. Im 15. Jahrhundert kam es dann in den Besitz der Herren Bletz von Rothenstein. Diese verkauften das Dorf im Jahre 1534 an Jakob Gut von Sulz. Dessen Nachfahren verkauften Durchhausen schließlich 1602 an die Herrschaft Konzenberg des Bistums Konstanz. Nach den napoleonischen Kriegen und dem Reichsdeputationshauptschluss kam Durchhausen mit dem gesamten Territorium des Hochstifts Konstanz 1803 zu Baden und 1806 mit der übrigen Herrschaft Konzenberg zum Königreich Württemberg.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Trossingen.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da bislang bei keiner Gemeinderatswahl ein Wahlvorschlag abgegeben wurde, wird der Gemeinderat durch Mehrheitswahl gewählt. Die acht Mitglieder haben sich nicht in Fraktionen organisiert.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Durchhausen ist seit 1. Februar 2016 Simon Axt, der sich bei der Wahl am 29. November 2015 mit 62,9 % der abgegebenen gültigen Stimmen gegen zwei andere Kandidaten bereits im ersten Wahlgang durchsetzen konnte. Er löste Erwin Link ab, der seit 1992 ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde war. Bürgermeister in Durchhausen waren:

  • bis 1976 Karl Wintermantel
  • 1976-1992 Heinz Mecherlein
  • 1992-2016 Erwin Link
  • seit 2016 Simon Axt

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige örtliche Dorfschmiede wurde originalgetreu im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck wiederaufgebaut.[2] Die säkularisierte, ehemalige St.-Otmars-Kirche sowie die ehemalige Pfarrscheuer befinden sich unter Denkmalschutz.

Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Lupfenhang befindet sich das Landschaftsschutzgebiet Lupfen, an dessen Rand der Riedwiesensee mit Angelmöglichkeit zur Naherholung angelegt wurde. Ein weiteres Naherholungsgebiet wurde am Ortsausgang Richtung Oberflacht im Zuge der Anlage eines Regenrückhaltebeckens eingerichtet.

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Anhöhe des Scheckenbühls befindet sich der Baumstumpf einer als „Friedenslinde“ bekannt gewordenen alten Ulme, die aufgrund Schädlingsbefalls Ende des vorigen Jahrhunderts gefällt werden musste.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fanfarenzug Durchhausen war bereits mehrfach baden-württembergischer Meister der Fanfarenzüge.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größter Sportverein ist die Sportvereinigung Durchhausen mit Turnierbetrieb der Fußball- und Tennisabteilungen. Der Radfahrverein Durchhausen richtet jährlich Straßenrennen sowie Kunstrad-Turniere aus und nimmt im Renn- und Mountainbike-Sport an Wettkämpfen teil. Die örtliche Gleitschirmfliegergruppe startet vom Gewann Schecken aus ihre Flüge.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Internationales U17-Junioren-Fußballturnier mit Zeltlager, an dem schon mehrfach Nachwuchsmannschaften von Bundesligavereinen und aus den Junioren-Regionalligen teilgenommen haben.
  • Die Durchhausener Fasnet mit Zunftmeisterempfang und Umzug am Fasnetdienstag als Höhepunkt findet überregionale Beachtung.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft in Durchhausen wird durch mehrere mittelständische Betriebe der Feinmechanik, Chirurgiemechanik, Elektrotechnik und des Handwerks geprägt. Seit 2009 besteht ein interkommunales Gewerbegebiet mit der Stadt Trossingen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Durchhausen befindet sich ein Entwicklungs- und Produktionsstandort des zum Mischkonzern Allegion gehörenden Spezialisten für Zutrittskontrolle Interflex.

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der landwirtschaftlichen Nutzung, für die 50 % der Gemarkungsfläche ausgewiesen ist, dominiert die Milchviehhaltung.

Forsten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

38 % der Gemeindefläche sind bewaldet, vorwiegend Fichtenbestand, der in Durchhausen besonders günstige Wachstumsbedingungen vorfindet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durchhausen liegt fünf km von der Anschlussstelle Tuningen der A 81 Stuttgart-Singen entfernt und befindet sich im Tarifgebiet des Nahverkehrsverbundes TUTicket. Anschluss an die Gäubahn besteht über Tuttlingen und Rottweil. Die Flugplätze in Donaueschingen und Schwenningen sind in einer Viertelstunde, die Flughäfen in Stuttgart, Zürich und Friedrichshafen in einer Autostunde erreichbar.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokalausgaben der Schwäbischen Zeitung und der Südwestpresse berichten regelmäßig über Durchhausen. Ein im Bereich der Akkordeon-Musik renommierter Musikverlag ist in Durchhausen ansässig, eine örtliche Mundart-Comedygruppe trifft auf überregionale Akzeptanz.

Öffentliche Einrichtungen und Nahversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindeverwaltung befindet sich im zum Rathaus umgebauten ehemaligen Lehrerhaus. Die Gemeinde ist Trägerin eines kommunalen Kindergartens. Eine Mehrzweckhalle mit Feuerwehrhaus, ein als Vereinshaus genutztes ehemaliges Schulgebäude, ein Bauhof, die 1957 errichtete katholische Pfarrkirche Zu den hl. Engeln, ein Wanderheim der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins, zwei Bank-Filialen, eine Kneipe, ein Friseursalon, eine TCM-Praxis sind weitere Infrastruktureinrichtungen.

Freizeiteinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Freizeitgestaltung stehen ein arrondiertes Sportgelände mit zwei Fußballplätzen, einem Tennisplatz, einem Spielplatz und einem bewirteten Vereinsheim sowie ein 2007 erbautes Jugendhaus zur Verfügung. Ein ausgedehntes Flur- und Waldwegenetz kann zum Fahrradfahren, Joggen und Skaten genutzt werden. 2007 siedelte sich ein Reiterhof mit Appaloosa-Pferden auf der Gemarkung an.

Versorgungsnetze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durchhausen ist Mitglied des Zweckverbands Baarwasserversorgung und bezieht damit sein Trinkwasser sowohl aus dem Bodensee als auch aus den Keckquellen auf der Gemarkung Deißlingen. Das Abwasser wird vom Abwasserzweckverband Ostbaar über die Elta geklärt, das örtliche Stromnetz ist im Besitz der EnBW; die Erdgas-Versorgung wird im derzeit erschlossenen Baugebiet auf der Basis von Erdgastanks realisiert. Seit Februar 2013 besteht über einen Outdoor-DSLAM ein VDSL-Breitband-Internetzugang mit Glasfaseranbindung. Im Bereich mobiler Datendienste ist durch mehrere Netzbetreiber eine teilweise Abdeckung mit HSPA und LTE vorhanden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dorfschmiede Durchhausen im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Durchhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Durchhausen – in der Beschreibung des Oberamts Tuttlingen von 1879