Dürbheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dürbheim
Dürbheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dürbheim hervorgehoben

Koordinaten: 48° 3′ N, 8° 48′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Tuttlingen
Höhe: 727 m ü. NHN
Fläche: 14,82 km2
Einwohner: 1698 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km2
Postleitzahl: 78589
Vorwahl: 07424
Kfz-Kennzeichen: TUT
Gemeindeschlüssel: 08 3 27 011
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Probststraße 2
78589 Dürbheim
Website: www.duerbheim.de
Bürgermeister: Andreas Häse
Lage der Gemeinde Dürbheim im Landkreis Tuttlingen
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Über dieses Bild
Der Ortsteil Risiberg im Winter

Dürbheim ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dürbheim liegt am Fuß der Schwäbischen Alb in 677 bis 973 m ü. NHN, etwa neun Kilometer nördlich der Kreisstadt Tuttlingen. Im Osten von den Wäldern des Albtraufs umgeben, ziehen sich Neubaugebiete halbkreisförmig um den älteren Ortskern der industrialisierten Gemeinde. Der Weiler Risiberg auf der Albhochfläche gehört bereits zum Großen Heuberg. Die Gemeinde liegt auf der Europäischen Hauptwasserscheide Rhein-Donau. Dort befindet sich die Quelle des Faulenbachs, der über die Elta in die Donau fließt; gut einen Kilometer nördlich entspringt die Prim, die in Rottweil in den Neckar mündet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Böttingen, im Osten an Mahlstetten, im Südosten an Mühlheim an der Donau und über den Stadtteil Nendingen an Tuttlingen, im Süden an Wurmlingen und Rietheim-Weilheim und im Nordwesten an Balgheim. Dabei berührt Dürbheim die Gemarkungen von Wurmlingen und Mühlheim nur an einem einzigen Punkt im Ursental.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Dürbheim gehören das Dorf Dürbheim und der Weiler Risiberg. Im Gemeindegebiet liegen die abgegangenen Burgen Burghalde und Wallenburg.[2]

Schutzgebiete, Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Westen von Dürbheim unmittelbar an der europäischen Wasserscheide liegt das Naturschutzgebiet Dürbheimer Moos, das Quellgebiet des Faulenbachs, ein Hochmoor mit einer außergewöhnlichen botanischen und zoologischen Vielfalt, das auch den Egelsee umfasst. Neben der moortypischen Pflanzengesellschaft lassen sich hier einige seltene Vogelarten beobachten.[3]

Außerdem bestehen das Naturschutzgebiet Grasmutter sowie das Landschaftsschutzgebiet Dürbheimer Berg. Dürbheim hat zudem Anteil am FFH-Gebiet Großer Heuberg und Donautal sowie am Vogelschutzgebiet Südwestalb und Oberes Donautal. Darüber hinaus gehört Dürbheim zum Naturpark Obere Donau.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dürbheim wurde im Jahre 786 erstmals im Zusammenhang mit Besitztümern des Klosters St. Gallen urkundlich erwähnt. Ein kürzlich aufgefundener kleiner Begräbnisplatz, der zu einem Einzelhof eines Adligen gehörte, und Spuren einer kleinen Holzkirche aus der Zeit um 700 weisen auf eine frühere Besiedlung hin. Die Ruine Burghalde Dürbheim liegt auf der Gemarkung. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Schwaben. Nach der Auflösung des Stammesherzogtums gehörte der Ort zum Gebiet der Grafen von Hohenberg. Als Teil der oberen Grafschaft Hohenberg verblieb das Dorf bei Vorderösterreich, ehe es 1805 württembergisch wurde.

Im Königreich Württemberg war der Ort dem Oberamt Spaichingen zugeordnet. Bei der Gebietsreform 1938 gelangte der Ort zum Landkreis Tuttlingen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1962–2004 Horst Fechter (1936–2015, CDU), zugleich Bürgermeister von Balgheim 1967–2004[5]
  • 2004–2014: Alfred Pradel (war ab Juli 2013 krankgeschrieben)[6]
  • seit 2014: Andreas Häse (parteilos)[7], war seit Dezember 2013 Amtsverweser an Stelle des krankgeschriebenen Alfred Pradel[8]

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Spaichingen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DEU Duerbheim COA.svg
Blasonierung: „In Silber (Weiß) ein springender roter Hirsch.“
Wappenbegründung: Das zuerst 1930 und zuletzt am 20. September 1967 verliehene Wappen ist abgeleitet von einem Siegel, der den Hirsch zeigte. Der Wappenentwurf war mit der Archivdirektion Stuttgart vereinbart worden. Die Farben Rot und Silber beziehen sich auf die früheren Herrschaften Grafschaft Hohenberg und Österreich.

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Banner Duerbheim.svg 00Banner: „Das Banner ist rot-weiß längsgestreift mit dem aufgelegten Wappen oberhalb der Mitte.“
Flagge Duerbheim.svg 00Hissflagge: „Die Flagge ist rot-weiß quergestreift mit dem Wappen in der Mitte.“

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Dorffest im Jahre 2006 sind Dürbheim und Fertőd Partnergemeinden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verkehrsverbund TUTicket ist Dürbheim mit der Buslinie 19 Bubsheim–Rietheim–Spaichingen und Buslinie 42 Spaichingen–Tuttlingen erreichbar. In Rietheim besteht die Möglichkeit zum Umstieg in den Ringzug Richtung Rottweil bzw. Tuttlingen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Peter und Paul

Dürbheim liegt an der Schwäbischen Albstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.

Sportverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sportverein Dürbheim besteht aus mehreren Abteilungen. Am erfolgreichsten ist bisher die Abteilung Ringen. Die Dürbheimer Ringer schafften in der Saison 2008/2009 den Aufstieg in die Landesliga Württemberg. Daraufhin folgte in der Saison 2009/2010 mit der Vizemeisterschaft in der Landesliga der „Durchmarsch“ in die Verbandsliga Württemberg. Die Vizemeisterschaft in der Saison 2014/15 sorgte für den Aufstieg in die Oberliga.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der berühmteste Sohn Dürbheims war Bischof Johann I. (1265–1328) von Dirpheim, der um 1300 Hofsekretär und Kanzler am Hofe des Königs Albrecht I. war und 1305 zum Bischof geweiht wurde. Als Bischof von Straßburg (1306–1328) förderte er maßgeblich den Bau des dortigen Münsters.[9]
  • Bernd Glemser (* 1962), Pianist und Hochschullehrer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2019 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 660.
  3. Steckbrief des Naturschutzgebietes im Schutzgebietsverzeichnis der LUBW.
  4. Daten- und Kartendienst der LUBW.
  5. Lebensdaten nach Archivportal der Deutschen Digitalen Bibliothek; Fechter war am Ende seiner Amtszeit mit rund 42 Dienstjahren der Dienstälteste Bürgermeister Baden-Württembergs, siehe Michael Hochheusser, Horst Fechter stirbt mit 79 Jahren, Heuberger Bote, 30. Juli 2015.
  6. Schultes erneut krankgeschrieben, Südwest Presse, 4. März 2014; Pradel hatte 2009 als Bürgermeister in Spraitbach (Ostalbkreis) kandidiert, konnte sich aber 31,7 % der Stimmen nicht gegen den Amtsinhaber Ulrich Baum durchsetzen, siehe Kandidatenvorstellung für die Bürgermeisterwahl in Spraitbach gestern in der vollen Gemeindehalle, Rems-Zeitung, 22. September 2009, Ulrich Baum bleibt Bürgermeister von Spraitbach, Schwäbische Post, 6. Dezember 2009.
  7. Wahlergebnis vom 13. Juli 2014 im Staatsanzeiger.
  8. Andreas Häse bewirbt sich auf Bürgermeister-Stelle, Schwäbische Zeitung Tuttlingen, 13. Mai 2014.
  9. Offizielle Website von Dürbheim, Geschichte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dürbheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Wikisource: Dürbheim in der Beschreibung des Oberamts Spaichingen von 1876