Gaißau

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Gaißau
Wappen Österreichkarte
Wappen von Gaißau
Gaißau (Österreich)
Gaißau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bregenz
Kfz-Kennzeichen: B
Fläche: 5,79 km²
Koordinaten: 47° 28′ N, 9° 36′ OKoordinaten: 47° 27′ 58″ N, 9° 35′ 51″ O
Höhe: 400 m ü. A.
Einwohner: 1.827 (1. Jän. 2018)
Bevölkerungsdichte: 316 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6974
Vorwahl: 05578
Gemeindekennziffer: 8 02 14
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 3
6974 Gaißau
Website: www.gaissau.at
Politik
Bürgermeister: Reinhold Eberle (ÖVP)
Gemeindevertretung: (2015)
(18 Mitglieder)
12
3
3
12 
Insgesamt 18 Sitze
Lage der Gemeinde Gaißau im Bezirk Bregenz
AlberschwendeAndelsbuchAuBezauBildsteinBizauBregenzBuchDamülsDorenEggEichenbergFußachGaißauHardHittisauHöchstHörbranzHohenweilerKennelbachKrumbachLangen bei BregenzLangeneggLauterachLingenauLochauMellauMittelbergMöggersReutheRiefensbergSchnepfauSchoppernauSchröckenSchwarzachSchwarzenbergSibratsgfällSulzbergWarthWolfurtVorarlbergLage der Gemeinde Gaißau im Bezirk Bregenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Ortsbild aus südlicher Richtung
Ortsbild aus südlicher Richtung
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Kirchdorf mit Pfarrkirche Gaißau

Gaißau ist eine Gemeinde mit 1827 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018) im Nordwesten des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gaißau erstreckt sich zwischen Bodensee und dem in Mäandern dahinfließenden Alten Rheins bis zu dessen Mündung im Rheinholz direkt an der Staatsgrenze zur Schweiz. Das Gemeindegebiet liegt zwischen 400 m Seehöhe ü.A. im Ortszentrum und 396 m ü. A. am Bodenseeufer. Von 579 ha Gesamtfläche sind 20,4 % Gewässer, 7,7 % sind bewaldet.

Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden in Gaißau.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch ihre Lage im äußersten Westen des Rheindeltas grenzt die Gemeinde Gaißau an drei Schweizer und eine österreichische Gemeinde sowie an den Bodensee. Im Osten grenzt Gaißau an die ebenfalls im Bezirk Bregenz liegende Gemeinde Höchst an, im Westen an die Gemeinden Thal, Rheineck und St. Margrethen im Schweizer Kanton St. Gallen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erstmalige urkundliche Erwähnung von Gaißau fand um 900 n. Chr. in einer Beschreibung des Gemeindebezirkes „Mark der Höchster“ statt.

Genauere Bezeichnungen über „Gaysowe“ beginnen erst im 14. Jahrhundert, als die Au zwischen Rheineck (heute auf dem Gebiet der Schweiz), St. Margrethen und Höchst zur „Mark Höchst“ gehörend, über die Grafen von Feldkirch zu Österreich kam. Nach den neuesten Geschichtsforschungen ist erwiesen, dass „Gaißow bi Rinegg“ ein Doppelhof war.

Der Name Gaißau entstand um 1400 und steht seitdem für das heutige Gemeindegebiet.

Wechselnder Besitz und Zugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1405 bis 1408 war das Gebiet der Rheinmündung bis Fußach als zu Feldkirch gehörend im Bund ob dem See unter St.Galler und Appenzeller Herrschaft.[1] Besitzer waren in der Folge die Herren von Rheineck, später ging der Besitz an das Kloster St. Gallen über. Auch nach dem Frieden von Basel im Jahre 1499 behielt das Kloster St. Gallen die meisten Rechte bis zur Auflösung 1798. Im Archiv des Klosters ist zu lesen: „Gaißawer gehörent zue Höchst in die Pfarrkirchen, zue Bregentz in Krieg, zue Rorschach ins Gricht, zue Gaißaw in Kirchhoff, zu Veldtkich an Galgen.“

Ab 1500 ist Gaißau eigenständig. 1755 bestätigte der Abt von St. Gallen die Gemeindeordnung, hatte jedoch das letzte Wort bei Gemeindebeschlüssen. Spätestens 1783 gehörte das Gebiet vermutlich schon zur – bereits 1765 an die Habsburger gefallenen – Grafschaft Hohenems.[2] 1798 wechselte Gaißau endgültig unter die vollständige Hoheit Österreichs.

Jüngere Änderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wurde die Gemeinde vor 1934 von einem Ammann, Hauptmann oder Vorsteher geleitet, so war dies ab 1934 ein Bürgermeister.

Bis zum 31. Dezember 1929 war Gaißau der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch und dem Bezirksgericht Dornbirn zugeordnet, wechselte aus verkehrstechnischen Gründen am 1. Jänner 1930 aber in die Zuständigkeit der Bezirkshauptmannschaft und des Bezirksgerichtes Bregenz. Von 1938 bis 1946 war Gaißau mit den Nachbargemeinden Fußach und Höchst in der Gemeinde Rheinau zusammengeschlossen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausländeranteil lag Anfang 2018 bei 13,1 Prozent.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Gaißau besteht aus 18 Mitgliedern. Nach der Gemeindevertretungswahl 2015 entfallen auf die ÖVP 12 Mandate und auf die FPÖ sowie die SPÖ je 3 Mandate. Als Bürgermeister der Gemeinde wurde Reinhold Eberle von der Volkspartei mit einer Zustimmungsquote von 84,06 % in der Bürgermeisterdirektwahl wiedergewählt.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grenzübergang Gaißau/Rheineck auf der österreichischen Seite des Alten Rheins

In Gaißau gab es im Jahr 2016 75 Unternehmen bzw. 87 Arbeitsstätten mit 678 Beschäftigten.[5] Die Erwerbstätigenquote (15 bis 65 Jährige) lag bei 77,1 %, die Auspendlerquote bei 80,2 %. Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle. 2010 gab es in Gaißau 14 land- und forstwirtschaftliche Betriebe mit einer Gesamtfläche von 184 ha bzw. 31,8 % der Gemeindefläche.[6]

Gaißau, Pfarrgemeindehaus und Kirche St. Othmar

Durch Gaißau führt die Landesstraße 19, die Gaißauer Straße, die in Höchst von der L202 Schweizer Straße abzweigt und bis zum Grenzübergang führt. Der Grenzübergang Gaißau/Rheineck für den Straßenverkehr über den Alten Rhein ist ein kleinerer Grenzübergang zwischen Österreich und der Schweiz. Es handelt sich um die nördlichste Grenzübertrittsmöglichkeit an der Staatsgrenze zwischen Vorarlberg und der Schweiz auf dem Landweg.

In Gaißau gibt es eine Volksschule mit 83 Schülern (Stand September 2017) sowie einen Kindergarten.

1904 wurde im Gaissau die erste österreichische Niederlassung der Kongregation Franziskaner Missionsschwestern von Maria Hilf errichtet[7]. Im Missionshaus St. Josef wurden die Schwestern auf ihren Einsatz in der Mission vorbereitet, 1980 baute der Orden das Alten- und Pflegeheim.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Gaißau

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruno Oberhammer (* 1946), Komponist, Organist und Musikpädagoge
  • Ivo Brunner (* 1952), Schulpädagoge, Anglist, Lehrerbildner und Hochschulprofessor

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gaißau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volaucnik: alle woltent Appenzeller sin. In: Feldkirch Aktuell /6.2005, S. 46 ff. (PDF). Stadt Feldkirch, Juni 2005, abgerufen am 8. Oktober 2018 (PDF).
  2. Karte Vorarlbergs (von 1783) In: Wikimedia Commons.
  3. Statistik des Bevölkerungsstandes – Bevölkerung am 1.1.2018 nach detaillierter Staatsangehörigkeit und Bundesland. In: http://www.statistik.at/. Statistik Austria, 17. Mai 2018, abgerufen am 8. Oktober 2018.
  4. Amtliches Wahlergebnis im Internetauftritt der Vorarlberger Landeswahlbehörde.
  5. Abgestimmte Erwerbsstatistik 2016, Arbeitsstättenzählung 2016, mit Stichtag 31.10.2016. Gebietsstand 2018. In: http://www.statistik.at/. Statistik Austria, 19. September 2018, abgerufen am 8. Oktober 2018.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Gaißau - 7.1 Land- und forstwirtschaftliche Betriebe und Flächen nach Erwerbsart. In: http://statistik.at/. Statistik Austria, 2010, abgerufen am 8. Oktober 2018 (PDF).
  7. http://kulturgueter.kath-orden.at/franziskaner-missionsschwestern-von-maria-hilf-provinz-europa