Gelsenkirchen-Hassel

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Wappen von Gelsenkirchen
Hassel
Stadtteil von Gelsenkirchen
Lage von Hassel im Norden Gelsenkirchens
Koordinaten 51° 36′ 11″ N, 7° 2′ 59″ OKoordinaten: 51° 36′ 11″ N, 7° 2′ 59″ O
Höhe 44 m ü. NN
Fläche 7,556 km²
Einwohner 15.147 (1. Mrz. 2017)
Bevölkerungsdichte 2005 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1928
Postleitzahl 45896
Vorwahl 0209
Gliederung
Stadtbezirk Nord
Stadtteile

Buer, Hassel, Scholven

Politik
Bezirksvorsteher Klasmann, Thomas (SPD)
Verkehrsanbindung
Autobahn A52
Bundesstraße B224
S-Bahn S 9
Quelle: Statistikamt Gelsenkirchen

Hassel ist ein nördlicher Stadtteil der kreisfreien Stadt Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen und hat 15.147 Einwohner (Stand 31. März 2017).[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hassel liegt im Norden Gelsenkirchens und wird im Norden von der Stadt Marl, im Osten von der Stadt Herten, beide im Kreis Recklinghausen, begrenzt. Im Süden und Westen grenzt Hassel an die Gelsenkirchener Stadtteile Buer und Scholven. Zusammen mit diesen beiden Stadtteilen bildet Hassel den Stadtbezirk Gelsenkirchen-Nord; sie nehmen nicht nur den äußersten Norden Gelsenkirchens ein, sondern auch den Norden der ehemaligen Stadt Buer, die erst im Jahre 1928 mit dem eigentlichen Gelsenkirchen vereint wurde.

Die innerstädtische Grenze wird im Süden von der Straße Nordring und nach Westen hin von der Autobahn A52 und die alte Bundesstraße B224 gebildet. Durch die Aus- und Auffahrt 44 der Autobahn A52 hat Hassel direkten Zugang zum deutschen Autobahnnetz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 13. Jahrhundert war Hassel eine von zwölf Bauerschaften rund um das Dorf und Freiheit Buer.

In der Nähe entstand im 15. Jahrhundert die Wasserburg Haus Lüttinghof.

Erst mit der zunehmenden Industrialisierung am Ende des 19. Jahrhunderts nahm die Einwohnerzahl Hassels deutlich zu. Wesentlicher Anschub hierfür war das Abteufen der Doppelschachtanlage der Zeche Bergmannsglück im Südosten des Stadtteils ab 1903. 1905 wurde die Zeche Bergmannsglück in Betrieb genommen. Von da an wuchs Hassel stetig weiter. Arbeiter der Zeche siedelten sich im Stadtteil an und die verschiedene Zechensiedlungen entstanden im Laufe der nun folgenden Jahre und Jahrzehnte. 1910 wurde die Mährfeldschule errichtet. 1918 wurde der Gartenbauverein Hassel gegründet. Der SC Hassel wurde 1919 gegründet. Am 17. September 1953 wurde auf der Kokerei Hassel der erste Koks gepresst. 1961 wurde die Zeche Bergmannsglück stillgelegt. 1963 wurde eine Zweigstelle der Stadtbücherei in Hassel eröffnet. Am 16. November 1982 weiste das Bundesverfassungsgericht die Beschwerde der evangelischen Lukaskirchengemeinde in Hassel zurück, die nur noch einen Teil ihrer Stromrechnung bezahlen wollte, um gegen die Nutzung der Atomenergie zu protestieren. 1999 wurde die Kokerei Hassel geschlossen. Auf dem Gelände der einstigen Kokerei wird seit 2017 der Stadtteilpark Hassel angelegt, der 2019 fertiggestellt sein soll.[2]

Denkmäler Hassel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Gelsenkirchen

Denkmalliste A - Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehemalige Bergarbeitersiedlung Am Schlagbaum 1 - 56
  • Evangelisches Gemeindezentrum mit Kirche, Turm, Haus, Kindergarten u. a.
  • Siedlung "Spinnstuhl"
  • Haus Lüttinghof
  • Eingangsbereich der ehem. Kokerei Hassel,
  • Kath. Pfarrkirche St. Theresia Hassel
  • Realschule Hassel

Denkmalliste B - Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bodendenkmal Haus Oberfeldingen
  • Bodendenkmal Haus Lüttinghof

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirchengemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Markuskirche wurde 1953/1954 mit 250 Sitzplätzen erbaut. Die Einweihung fand 1955 statt. Zwischen 1953 und 1955 entstand das „Gemeindezentrum Markuskirche“ an der Biele. Pastor Friese war erster Seelsorger der Gemeinde.

Über dem Eingangsbereich befindet sich ein großes Fenster mit roten fünfeckigen Scheiben. Sie stellen die Feuerzungen dar bei der Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Menschen am Pfingstfest. An der rechten Altarseite ist in einem weiteren großen Glasfenster der Evangelist Markus dargestellt.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1961 wurde die bisherige „Evangelische Kirchengemeinde Hassel“ in zwei selbständige Gemeinden aufgeteilt. Seitdem existiert in Hassel die „Evangelische Lukas-Kirchengemeinde“ und die „Evangelische Markusgemeinde“.

Die evangelische Lukas-Kirchengemeinde errichtete 1961 ein erstes Gemeindezentrum mit einem Kindergarten, mit dem „Dietrich-Bonhoeffer-Haus“, welches das erste „Haus der offenen Tür“ für Kinder und Jugendliche in NRW wird, mit einer Schule, der damaligen Hauptschule am Eppmannsweg, mit Versammlungsräumen für Gruppen, mit einer Bücherei, und mit der Lukas-Kirche als spiritueller Mitte und damals größtem Versammlungsraum im Stadtteil.

Von den vier evangelischen Kirchengemeinden (Buer, Hassel-Markus, Hassel-Lukas, Scholven) fusionierten drei im Jahr 2007 zur Trinitatis Kirchengemeinde.

Die Lukas-Kirchengemeinde bleibt aufgrund eigener Vorstellungen und Konzepte autark und hat nach der Gründung der Bürgerstiftung "Leben in Hassel" (2011) in den vergangenen 10 Jahren eine Entwicklung vom evangelischen Gemeindezentrum zum neuen Stadtteil- und Begegnungszentrum im nördlichen Hassel rund um die Ansiedelungen des Eppmannsweges vollzogen.

Am 2. November 2014 wurde die evangelische Markuskirche entwidmet und das Kirchengebäude soll zukünftig einer anderen Nutzung zugeführt werden. Geplant ist das Projekt „Wohnen in der Markuskirche“. Hierfür wurde ein Architektenwettbewerb durchgeführt. Die Entwürfe der zwo+ architekten in Bochum haben für das Projekt „Wohnen in der Markuskirche“ den 1. Preis bekommen. Anschließend wird in der Markuskirche auf Ihre Bausubstanz hin untersucht und geprüft, ob die notwendigen Bauvoraussetzungen gegeben sind.

Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen wurde 2015 das „Neue Stadtteilzentrum“ („Das neue Bonni“) eröffnet.

Katholische Kirchengemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Kirche St. Michael an der Valentinstraße in Gelsenkirchen-Hassel ist eine Tochtergründung der Buerschen Muttergemeinde St. Urbanus. Ihre Entstehung beginnt ab 1911, als sich die Bewohnerzahl in Hassel infolge der Abteufung der Schächte der beiden staatlichen Zechen Bergmannsglück und Westerholt in den Jahren 1903 bzw. 1907 auf 10.000 zubewegte.

Die römisch-katholischen Pfarrgemeinden wurden im Jahr 2007 neu strukturiert. Mit der Gründung der Großpfarrei St. Urbanus wurden die ehemals selbständigen Pfarreien St. Michael, St. Theresia und St. Pius aufgelöst.

Die katholische Pfarrkirche St. Theresia wurden am 17. Juni 2007 im Zuge der Umstrukturierung der Pfarrgemeinden des Bistums Essen geschlossen.

Die älteste der drei katholischen Kirchen, St. Michael, im Zentrum des Stadtteils, wurde am 9. September 2007 geschlossen und St. Pius verblieb als einzige katholische Kirchengemeinde des Stadtteils Hassel am Eppmannsweg. Nachdem sich die Entscheidung St. Michael zu schließen, als nachhaltiger Fehler erwiesen hat, wurde die Kirche nach umfassenden Modernisierungsarbeiten im Juni 2014 wiedereröffnet. Im August 2014 wurde die katholische St. Pius-Kirche in Hassel abgerissen.

Islamische Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben christlichen Kirchen steht in Hassel auch die im Jahr 1994 eröffnete El-Aksa-Moschee (Mescid-i Aksa Camii). Sie hat ein etwa 20 Meter hohes Minarett, von dem zum Freitagsgebet gerufen wird.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größter und ältester Sportverein im Stadtteil ist der 1919 gegründete SC Hassel, in dem nicht nur Fußball gespielt, sondern auch Breiten- und Behindertensport betrieben wird. Mit Ende der Spielsaison 2015/2016 ist die 1. Mannschaft des SC Hassel nach zehn Jahren in der Westfalenliga wieder in die Oberliga Westfalen Nord aufgestiegen. Er ist damit der höchstplatzierte Fußballclub Gelsenkirchens in der Amateurliga. Das Stadion des SC Hassel liegt an der Lüttinghofstraße 3 in 45896 Gelsenkirchen-Hassel. Hier liegt auch die vereinseigene Tennisanlage.

Der zweite Traditionsverein in Hassel ist die DJK Arminia Hassel mit einer Fußball- und einer Breitensportabteilung. Er wurde 1924 ins Leben gerufen. Das Stadion der DJK befindet sich an der Valentinstraße 74 in 45896 Gelsenkirchen.

Ein weiterer Fußballverein ist der YEG Hassel (Yunus Emre Genclik), der allerdings noch über keine eigene Sportanlage verfügt und das Stadion des SC Hassel mitnutzen darf.[3]

1957 gründete sich der Billiard Club BC Grün-Weiß Hassel 57 e.V.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im öffentlichen Personennahverkehr Hassels verkehren die Buslinien 211, 212, 222, 243, 244, 248 und der Nachtexpress NE9 der Vestischen Straßenbahnen GmbH (Vestische) sowie die Schnellbuslinie SB 28 der Busverkehr Rheinland GmbH (BVR). Zusätzlich verkehrt eine S-Bahn der S-Bahn Rhein-Ruhr (S9) am nördlichen Stadtrand von Hassel.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelsenkirchen-Hassel im Kulturatlas Westfalen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beiträge zur Geschichte Buer – Horst – Gelsenkirchen. Band 25, 2006, ISBN 3-938152-14-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.gelsenkirchen.de/de/stadtprofil/stadtfakten/statistiken/
  2. Frank Schwarz: Baustellenführung über den Stadtteilpark Hassel. In: Steinkohle. Das Mitarbeitermagazin der RAG Aktiengesellschaft, Jg. 2017, Heft 8, S. 34.
  3. YEG Hassel: Trotz Landesliga – Training nur auf Asche. RevierSport. 5. September 2013. Abgerufen am 16. Februar 2015.