Gerzen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Ortsteil der Stadt Alfeld siehe Gerzen (Alfeld)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gerzen
Gerzen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gerzen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 30′ N, 12° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Landshut
Verwaltungs­gemeinschaft: Gerzen
Höhe: 433 m ü. NHN
Fläche: 17,02 km2
Einwohner: 1824 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner je km2
Postleitzahl: 84175
Vorwahl: 08744
Kfz-Kennzeichen: LA, MAI, MAL, ROL, VIB
Gemeindeschlüssel: 09 2 74 135
Gemeindegliederung: 28 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausplatz 1
84175 Gerzen
Webpräsenz: www.gerzen.de
Bürgermeister: Maximilian von Montgelas (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Gerzen im Landkreis Landshut
Adlkofen Aham Altdorf Altfraunhofen Baierbach Bayerbach bei Ergoldsbach Bodenkirchen Bruckberg Buch a.Erlbach Eching Ergolding Ergoldsbach Essenbach Furth Geisenhausen Gerzen Hohenthann Kröning Kumhausen Neufahrn Neufraunhofen Niederaichbach Obersüßbach Pfeffenhausen Postau Rottenburg a.d.Laaber Schalkham Tiefenbach Velden Vilsbiburg Vilsheim Weihmichl Weng Wörth a.d.Isar Wurmsham Landshut Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Erding Landkreis Freising Landkreis Kelheim Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Regensburg Landkreis Rottal-Inn Landkreis Straubing-BogenKarte
Über dieses Bild
Die Pfarrkirche St. Georg

Gerzen ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Landshut und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Gerzen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerzen liegt in der Region Landshut im Vilstal etwa zehn Kilometer nordöstlich der Stadt Vilsbiburg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerzen hat 28 Ortsteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Gerzen, Jesendorf und Lichtenhaag.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerzen (früher zuweilen auch Görzen[3][4]) ist einer der ältesten Orte im Vilstal. Es wurde erstmals 887 als „Jorcin“ erwähnt und war im Besitz der fränkischen Könige. Im frühen 14. Jahrhundert verlieh König Ludwig IV. Gerzen das Marktrecht. Nach 1521 wurde die Hofmark Gerzen gebildet, deren Zentrum das Schloss Gerzen und der rechteckige Marktplatz waren. Von 1597 bis 1819 übten in der Hofmark die Freiherren von Vieregg die niedere Gerichtsbarkeit und Grundherrschaft in Gerzen und Mangern aus.[5] 1833 wurde sie vom früheren bayerischen Staats- und Konferenzminister Maximilian von Montgelas erworben.[6]

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1978 wurde aus den Gemeinden Gerzen, Aham, Kröning und Schalkham die Verwaltungsgemeinschaft Gerzen gebildet.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindegebietsreform brachte am 1. Mai 1978 die Eingemeindung von Lichtenhaag und die Eingliederung von Gemeindeteilen der Nachbargemeinde Kröning.[7]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt:

Stand Einwohner
1960 1579
1970 1600
1980 1700
1990 1948
1995 1848
2000 1823
2005 1787
Stand Einwohner
2006 1773
2007 1745
2008 1748
2009 1710
2010 1695
2011 1709
2012 1725
Stand Einwohner
2013 1747
2014 1773
2015 1824

Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2015 um 195 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 11,97 Prozent. In den letzten zehn (fünf) Jahren wuchs die Einwohnerzahl um 2,88 (6,73) Prozent.

Altersstruktur der Bevölkerung Gerzens gemäß Zensus 2011.
Alter Einwohner nach Alter[8]
jünger als 18 18,0 %
18 bis 29 12,0 %
30 bis 49 28,0 %
50 bis 64 22,2 %
älter als 65 19,8 %

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[9][10]
Wahlbeteiligung: 67,8 %
(2008: 75,4 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
53,3 %
46,7 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
-18
-20
+10,1 %p
+9,4 %p
-19,6 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Freie Wähler Gerzen-Lichtenhag
c SPD/Parteilose Bürger-Liste

Acht Monate nach Kriegsende fanden am 27. Januar 1946 die ersten Kommunalwahlen (Gemeinderatswahlen) in den kreisangehörigen Gemeinden Bayerns statt. In den Monaten April und Mai 1946 folgten noch die ersten Wahlen der Bürgermeister, Landräte sowie Kreistage. 2006 wurde das 60-jährige Jubiläum begangen.[11]

Die Gemeinde Gerzen ist Mitglied in folgenden Zweckverbänden:[12]

  • Gewässerunterhaltungszweckverband Landshut-Kelheim-Dingolfing-Landau
  • Regionaler Planungsverband Landshut
  • Schulverband Gerzen
  • Zweckverband Kinderbildung und Betreuung Aham-Gerzen-Schalkham
  • Zweckverband Wasserversorgung Isar-Vils
  • Zweckverband zur Wasserversorgung Mittlere Vils

Gerzen gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Gerzen. Weitere Mitglieder sind:

Verwaltungsgemeinschaft Gerzen
Gemeinde Wappen Fläche
km²
Einwohner
31. Dezember 2013
EW-Dichte
EW je km²
Höhe
über NN
Aham Wappen von Aham.png 000000000000038.000000000038 000000000001958.00000000001.958 000000000000052.000000000052 000000000000420.0000000000420
Gerzen Wappen Gerzen (Landshut).svg 000000000000017.000000000017 000000000001824.00000000001.824 000000000000107.0000000000107 000000000000433.0000000000433
Kröning Kroening wappen.png 000000000000039.610000000039,61 000000000002011.00000000002.011 000000000000051.000000000051 000000000000458.0000000000458
Schalkham Wappen von Schalkham.png 000000000000022.710000000022,71 000000000000860.0000000000860 000000000000038.000000000038 000000000000430.0000000000430

Die Verwaltungsgemeinschaft erbringt 301 verschiedene behördliche Leistungen.[13]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 12 Personen. Nach der Kommunalwahl 2014 (zum Vergleich: Kommunalwahl 2008) sind darunter elf (zehn) Männer und eine (zwei) Frau.[9][10] Die Wahl führte zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat:

Bei der Gemeinderatswahl waren 1.485 (1.397) Bürger stimmberechtigt. 1.007 (1.054) davon haben als Wähler teilgenommen, was einer Wahlbeteiligung von 67,8 (75,4) Prozent entspricht. 986 (1.028) gültige und 21 (26) ungültige Stimmen wurden abgegeben.[9][10] Die nächsten Kommunalwahlen finden 2020 statt.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 2014 war Manfred Kaschel (CSU) Bürgermeister. Er wurde bei den Kommunalwahlen 2008 in seinem Amt bestätigt.[14] Bei den Kommunalwahlen 2014 wurde Maximilian von Montgelas (Freie Wähler) als Nachfolger gewählt.[10]

Ehemalige Bürgermeister
Amtszeit Bürgermeister
bis 2014 Manfred Kaschel

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inoffizielles Wappen[15]
Wappen von Gerzen
Wappenbeschreibung:

„In Silber drei, zwei zu eins gestellte, vorwärts gekrümmte schwarze Haken, jeder schräglinks belegt mit einem geraden schwarzen Haken.“[5]

Wappenbegründung:

Mit Beschluss des Gemeinderates und mit Zustimmung des Staatsministeriums des Innern führt Gerzen seit dem 12. Juni 1968 ein Wappen. Es entspricht dem Stammwappen der Grafen von Vieregg (etwa aus der Zeit um 1356 bis 1400), einem aus Mecklenburg stammenden Rittergeschlecht, welche die Hofmark 1597 kauften und 222 Jahre im Besitz derer war.[6]

Das von der Gemeinde inoffiziell verwendete Wappen[15] weicht von der amtlichen Blasonierung sowie dem historischen Wappen der Vieregg – vor allem im Hinblick der Tinktur (Farbe) der gemeinen Figuren – ab, zudem wird der heraldischen Farbregel widersprochen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Georg

Sie war ursprünglich spätromanisch: In den Jahren 1500 bis 1522 kam das nördliche Seitenschiff dazu, während das Mittelschiff erhöht und gewölbt wurde. 1872 bis 1882 erfolgte eine neugotische Umgestaltung, wobei das südliche Seitenschiff und der dreigeschossige Turm entstanden. Im Inneren ist vor allem ein Epitaph aus rotem Marmor für Alexander Leberskirchner († 1521), geschaffen von Stephan Rottaler aus Landshut von Bedeutung, außerdem eine spätgotische Pieta um 1500 und ein spätromanischer Taufstein.

Schloss Gerzen

Die Renaissance-Anlage des Schlosses stammt von 1562, die barocke Schlosskapelle von 1695. Der Schlosspark mit Umfriedung wurde 1903 angelegt. 1833 bis 2010 war es im Besitz der von Montgelas, wurde dann in einen Gastronomiebetrieb umgebaut und erhielt im Dezember 2014 den Bayerischen Denkmalpflegepreis.[16]

Schloss Lichtenhaag

Hierbei handelt es sich um ein ehemaliges Hofmarksschloss im Ortsteil Lichtenhaag.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 888 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 76 T€. Die anstehende Sanierung des Ortskerns wird mit Geldern des Stadtbauprogramms vom Bayerischen Staatsministerium des Innern gefördert.[17]

In Folge einer entsprechenden Bewertung der Wirtschaftskraft der Gemeinde Gerzen sind die Schlüsselzuweisungen von 279.700 Euro im Jahr 2015 um 13 Prozent auf 316.080 Euro für das Jahr 2016 gestiegen.[18]

Schlüsselzuweisungen
in Euro[18]
Zuweisungen an Jahr
2015 2016 2017
Gemeinde Gerzen 279.700 316.080 421.236[19]

Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestanden im Jahr 1999 noch 44 landwirtschaftliche Betriebe, ging deren Zahl bis 2010 auf 36 zurück.

Betriebsgrößenstruktur in der Landwirtschaft[20]
Betriebsgröße in ha Anzahl der Betriebe
1999 2010
unter 5 5 3
5 bis unter 10 7 3
10 bis unter 20 12 13
20 bis unter 50 18 14
50 oder mehr 2 3
Gesamt 44 36

Bauen und Wohnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodenrichtwerte 2011/2012[21]
Ortsteil Wohnbauflächen
ausgewiesene
Baugebiete
unbeplanter
Innenbereich
ausgewiesene
gewerbliche
Bauflächen
Ackerland
Gerzen 95 € 85 € 45 € 5,50 €
Lichtenhaag 80 € 80 € 45 € 5,50 €
Vilssattling 60 € 5,50 €

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dehio: Bayern II-Niederbayern. Darmstadt 1988, S. 168–170.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek: Suchergebnis – Gerzen. Online auf bayerische-landesbibliothek-online.de. Abgerufen am 12. April 2014.
  3. Alexander Schöppner: Bayerische Legenden: illustriert mit alter Grafik. Hrsg.: Emmi Böck. Pustet, University of California 1984, ISBN 978-3-7917-0896-6, S. 309 (S. 301. Digitalisat).
  4. Vom ganzen Bayerischen Hause und dessen sämtlichen Staaten, Andere Abtheilung, Die Wittelsbachischen Herren bis und mit Kayser, Ludwigen, auch dessen Kindern in sich enthaltende, Bände 2-3, S. 1107. (Digitalisat)
  5. a b Haus der Bayerischen Geschichte: Gemeinde Gerzen. Online auf www.hdbg.eu. Abgerufen am 14. Juli 2016.
  6. a b Verwaltungsgemeinschaft Gerzen/Gemeinde Gerzen: Geschichte der Gemeinde Gerzen. Online auf www.gerzen.de. Abgerufen am 24. Dezember 2016.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 616.
  8. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Personen nach Alter (5 Altersklassen) für Gerzen (Kreis: Landshut, Landkreis) –in %–. Online auf ergebnisse.zensus2011.de. Abgerufen am 26. April 2014.
  9. a b c Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Ergebnisse für einzelne Gemeinden, Landkreise, Regierungsbezirke und Bayern. Online auf statistikdaten.bayern.de, abgerufen am 12. April 2014.
  10. a b c d Verwaltungsgemeinschaft Gerzen/Gemeinde Gerzen: Kommunalwahlen 2014 16. März 2014 – Zusammenstellung der Ergebnisse der Bürgermeisterwahl und der Gemeinderatswahl. PDF. Online auf gerzen.de, abgerufen am 12. April 2014.
  11. INFORMATION (An alle Haushaltungen!); Hrsg. Gemeinde Adlkofen, Nr. XX/04 – 2006.
  12. Bayerischer Behördenwegweiser – Gemeinde Gerzen: Mitgliedschaften in Zweckverbänden. Online auf verwaltungsservice.bayern.de. Abgerufen am 28. Juli 2015.
  13. Bayerischer Behördenwegweiser – Verwaltungsgemeinschaft Gerzen. Online auf verwaltungsservice.bayern.de. Abgerufen am 28. Juli 2015.
  14. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Erste Bürgermeister/Oberbürgermeister in kreisangehörigen Gemeinden. Online auf statistikdaten.bayern.de, abgerufen am 12. April 2014.
  15. a b Verwaltungsgemeinschaft Gerzen/Gemeinde Gerzen: Wappen der Gemeinde Gerzen. Online auf www.gerzen.de. Abgerufen am 24. Dezember 2016.
  16. Landshuter Zeitung: Rettung eines Baudenkmals, 9. Dezember 2014.
  17. Landshuter Wochenblatt: Geld für Gerzen und Rottenburg, 27. August 2014.
  18. a b Landshuter Zeitung: Vitaminspritze für finanzschwache Kommunen, 12. Dezember 2015.
  19. Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2017 der Gemeinden, 17. Dezember 2016.
  20. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik kommunal 2015 – Gemeinde Gerzen 09 274 135 - Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten. PDF, online auf www.statistik.bayern.de, abgerufen am 3. Januar 2017.
  21. Landratsamt Landshut (Gutachterausschuss): Aufstellung der Bodenrichtwerte für die Kalenderjahre 2011 und 2012. Online auf landkreis-landshut.de. Abgerufen am 19. Dezember 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gerzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien