Grävenwiesbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Grävenwiesbach
Grävenwiesbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Grävenwiesbach hervorgehoben
Koordinaten: 50° 23′ N, 8° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Hochtaunuskreis
Höhe: 296 m ü. NHN
Fläche: 43,16 km2
Einwohner: 5278 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 122 Einwohner je km2
Postleitzahl: 61279
Vorwahl: 06086
Kfz-Kennzeichen: HG, USI
Gemeindeschlüssel: 06 4 34 004
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofsweg 2a
61279 Grävenwiesbach
Webpräsenz: www.graevenwiesbach.de
Bürgermeister: Roland Seel (CDU)
Lage der Gemeinde Grävenwiesbach im Hochtaunuskreis
Frankfurt am Main Lahn-Dill-Kreis Landkreis Limburg-Weilburg Main-Taunus-Kreis Rheingau-Taunus-Kreis Wetteraukreis Wiesbaden Bad Homburg vor der Höhe Friedrichsdorf Glashütten (Taunus) Grävenwiesbach Königstein im Taunus Kronberg im Taunus Neu-Anspach Oberursel (Taunus) Schmitten (Hochtaunus) Steinbach (Taunus) Usingen Weilrod WehrheimKarte
Über dieses Bild

Grävenwiesbach ist eine Gemeinde im Hochtaunuskreis in Hessen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Grävenwiesbacher Gemeindegebiet liegt in 240 bis 500 m ü. NN im östlichen Hintertaunus, nördlich des Taunushauptkamms. Nächste größere Städte sind Wetzlar (20 km) im Norden, Limburg an der Lahn (32 km) im Westen und Frankfurt am Main (40 km) im Süden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteil Hundstadt

Grävenwiesbach grenzt im Norden an die Gemeinden Weilmünster (Landkreis Limburg-Weilburg) und Waldsolms (Lahn-Dill-Kreis), im Osten an die Städte Butzbach (Wetteraukreis), und Usingen, im Süden und Westen an die Gemeinde Weilrod (beide im Hochtaunuskreis).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Grävenwiesbach umfasst neben der Stadt selbst noch 5 weitere Stadtteile. Die Gemeinde Usingen

Stadtteil Wappen Einwohner Entfernung Richtung
Heinzenberg Wappen von Heinzenberg 418 3,9 km WSW
Hundstadt Wappen von Hundstadt 879 2,1 km OSO
Laubach Wappen von Laubach 608 3,6 km SW
Mönstadt Wappen von Mönstadt 421 2,2 km W
Naunstadt Wappen von Naunstadt 405 1,5 km SSW

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grävenwiesbach wurde im Jahre 1280 als Wiesinbach erstmals urkundlich erwähnt, eine weitere historische Namensform ist Grebenwiesbach (1493).[2]. Seit 1326 gehörte der Ort zur Grafschaft, später Fürstentum Nassau-Weilburg mit dem es 1806 zum neu geschaffenen Herzogtum Nassau kam. 1866 wurde Grävenwiesbach preußisch.

Bis 1925 und für mindestens 200 Jahre wurde der Jüdische Friedhof Grävenwiesbach als Grablege für jüdische Gemeindeglieder genutzt.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich am 31. Dezember 1971 die Gemeinden Grävenwiesbach, Heinzenberg, Hundstadt, Laubach, Mönstadt und Naunstadt freiwillig zur Gemeinde Grävenwiesbach zusammen.[3]

Für das Gebiet der sechs früheren Gemeinden wurden per Hauptsatzung Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet. Die Grenzen der Ortsbezirke sind nicht besonders definiert und folgen daher den seitherigen Gemarkungsgrenzen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Plateau eines Hügels liegt die nach allen Himmelsrichtungen gut sichtbare Evangelische Kirche Grävenwiesbach. Sie wurde 1737/38 im klassizistischen Stil erbaut und überrascht mit ihrer für eine Dorfkirche ungewöhnlichen Größe, mit ihrer Schlichtheit und Innenraumaufteilung.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[4] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[5][6]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
     
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2016
Sitze
2016
 %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
FWG Freie Wählergemeinschaft Grävenwiesbach 30,7 7 24,4 6 37,0 8 33,9 8
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 13,5 3 19,9 5 25,0 6 30,6 7
UB Unabhängige Bürger 18,8 4 15,5 3
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 26,0 6 22,2 5 26,0 6 25,5 6
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 10,9 3 13,2 3 8,8 2 7,6 2
FDP Freie Demokratische Partei 4,8 1 3,2 1 2,5 0
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 53,2 51,0 49,6 57,6

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das älteste bekannte Siegel der Stadt (aus 1534, ist aber im 15. Jahrhundert datiert) zeigt schon den Adler und die Sterne. Alle späteren Siegel zeigten ebenfalls diese Anordnung. 1952 wurde das heutige Siegel genehmigt.

Der Adler ist ein Reichsadler und verweist darauf, dass die Stadt einst eine freie Reichsstadt gewesen ist. Der Ursprung der Sterne ist nicht bekannt. Die blaue Farbe wurde 1952 gewählt, da sie die Farbe von Nassau ist, wozu die Stadt für viele Jahrhunderte gehörte.[7]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grävenwiesbach unterhält seit dem 6. September 1980 partnerschaftliche Beziehungen zu Wuenheim im Elsass.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 456 führt direkt durch Grävenwiesbach, die Autobahn A 5 Frankfurt–Kassel ist in ungefähr 25 km Entfernung über die Anschlussstelle Ober-Mörlen zu erreichen.

Bahnhof Grävenwiesbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grävenwiesbach ist ein Betriebsmittelpunkt der von der Hessischen Landesbahn GmbH betriebenen Taunusbahn Bad Homburg–Usingen–Brandoberndorf.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1915 besteht die Raiffeisenbank Grävenwiesbach.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Grävenwiesbach gibt es eine Grundschule. Haupt- und Realschule sowie Gymnasium stehen in Usingen und Neu-Anspach zur Verfügung. Seit 1981 ist der Ort Sitz der Hotelfernschule Poppe & Neumann.

Jugendherberge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Rande von Grävenwiesbach liegt die Richard-Schirrmann-Jugendherberge, eine von drei Jugendherbergen im Hochtaunuskreis. Bereits im Jahre 1937 wurde diese Jugendherberge geplant. Aber erst nachdem die Stadt Rüsselsheim ein Fünftel der Baukosten bereitstellte, um einen Teil der Herberge als Schullandheim zu nutzen, konnte der Bau am 5. August 1964 eröffnet werden. Heute stehen 162 Betten in Zwei- bis Acht-Bettzimmern zur Verfügung.[8] Grävenwiesbach beheimatet zudem das Richard Schirrmann Privatmuseum, welches dem Gründer des deutschen Jugendherbergswerks, der in Grävenwiesbach seinen Lebensabend verbrachte, gewidmet ist. Nach Richard Schirrmann wurde auch eine Straße benannt, die Richard-Schirrmann-Straße.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert Helff (1861–1945), Landesvorsitzender der FVP in Hessen-Nassau, Abgeordneter im Provinziallandtag und Frankfurter Stadtverordneter, Anwaltskammerpräsident

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere, die vor Ort gelebt oder gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Buro (1928–2016), Politikwissenschaftler, Friedensforscher und Mentor der deutschen Friedens- und Menschenrechtsbewegung

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • So war es einst. Grävenwiesbach im Wandel der Zeiten. Herausgeber: Heimat- und Geschichtsverein Grävenwiesbach e. V. ISBN 3-00-010271-X.
  • Unsere Bahn. Herausgeber: Heimat- und Geschichtsverein Grävenwiesbach e. V.
  • Grävenwiesbach Gestern und Heute. Eine Zeitreise durch die letzten Jahrhunderte. Herausgeber: Heimat- und Geschichtsverein Grävenwiesbach e. V.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grävenwiesbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2015 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. „Grävenwiesbach, Hochtaunuskreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 11. Juli 2014 (Stand: 22. April 2014).
  3. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 266
  4. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  7. Grävenwiesbach - Wappen von Grävenwiesbach (coat of arms). In: www.ngw.nl. Abgerufen am 28. Oktober 2016.
  8. Gudrun Schirrmann: Unsere Jugendherbergen; in: Ingrid Berg: Heimat Hochtaunus; Frankfurt 1988; ISBN 3-7829-0375-7, Seite 486