Grub AR

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AR ist das Kürzel für den Kanton Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Grub zu vermeiden.
Grub
Wappen von Grub
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton Appenzell AusserrhodenKanton Appenzell Ausserrhoden Appenzell Ausserrhoden (AR)
Bezirk: ehemaliger Bezirk Vorderlandw
BFS-Nr.: 3031i1f3f4
Postleitzahl: 9035
Koordinaten: 756160 / 257326Koordinaten: 47° 26′ 53″ N, 9° 30′ 34″ O; CH1903: 756160 / 257326
Höhe: 812 m ü. M.
Höhenbereich: 712–1115 m ü. M.
Fläche: 4,21 km²
Einwohner: 1008 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 239 Einw. pro km²
Gemeindepräsidentin: Katharina Zwicker
Website: www.grub.ch
Lage der Gemeinde
BodenseeÖsterreichKanton Appenzell InnerrhodenKanton Appenzell InnerrhodenKanton Appenzell InnerrhodenKanton St. GallenBezirk MittellandGrub ARHeiden ARLutzenberg ARLutzenberg ARRehetobelReute ARWald ARWalzenhausenWolfhaldenKarte von Grub
Über dieses Bild
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Grub ist eine politische Gemeinde und eine Ortschaft im Vorderland des Kantons Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grub liegt auf der Strasse zwischen Heiden und Rorschach östlich von Eggersriet. Der Mattenbach trennt die zwei Gemeinden Grub SG (nördlich) und Grub AR (südlich).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grub von Westen; Federaquarell von Johann Ulrich Fitzi, um 1850.
In der Bildmitte scharen sich die Häuser des kleinen Dorfs um die 1752 von Jakob Grubenmann gebaute reformierte Kirche. Rechts von ihr ist das barocke Pfarrhaus mit geschweif­tem Satteldach zu erkennen. Links im Bild hebt sich der Turm der 1754/55 erbauten katholischen Kirche in sankt-gallisch Grub mit seinem markanten Zwiebelhelm ab.[2]

Die Siedlung wurde 1488 als uss der Gruob erstmals urkundlich erwähnt. Die frühesten Hofnennungen im 13. und 14. Jahrhundert deuten auf Besiedlung von Rorschach und Goldach (Westteil) her hin. Die Edlen von Rorschach als Lehensleute des Klosters St. Gallen schienen dabei wirtschaftlichen Hauptnutzniesser gewesen zu sein. Nach den Appenzellerkriegen 1401 bis 1429 wurde Grub aufgeteilt zwischen dem neuen Land Appenzell und dem Kloster St. Gallen (Grub SG); appenzellisch Grub wurde an die Rhode Trogen angeschlossen. 1458 erfolgte eine Grenzbereinigung. Die eigentliche «Grub», eine Mulde im östlichen Gebiet, war bis 1495 Rorschacher Allmend.[2]

Reformierte Kirche Grub

Kirchgenössisch war das östliche Gebiet von Grub bis 1474 nach Rorschach, der Westteil bis 1603 nach Goldach. 1474 gab der Abt von St. Gallen die Erlaubnis zum Bau einer Kapelle als Tochterkirche Rorschachs in appenzellisch Grub. Dieses scheint seither auch über eigene Behörden verfügt zu haben. 1525 erfolgte der Übertritt zur Reformation. Von 1589 an bestand eine paritätische Kirche, an der auch die Katholiken von sankt-gallisch Grub das Benutzungsrecht hatten. Der Westteil des Gruber Gebiets kaufte sich 1603 in die reformierte Kirchhöri Grub ein. 1751 erfolgte die Auslösung der Katholiken und der Bau einer katholischen Kirche in sankt-gallisch Grub, 1752 der Neubau der reformierten Kirche in appenzellisch Grub.[2]

Das Gemeindezentrum um die Kirche entwickelte sich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom Weiler zum Dorf. Haupterwerbszweige bildeten wie überall in Ausserrhoden Landwirtschaft und Textilgewerbe. Die Einführung der Baumwolle um 1750 liess einige Bewohner von Grub zu Textilfabrikanten aufsteigen. Im 19. Jahrhundert bestanden eine Bleicherei und zwei Zwirnereien. Von ca. 1870 bis 1920 dominierten Plattstichweberei und Stickerei. In der Zwischenkriegszeit verarmte Grub. Ab 1964 erstellte Neubauquartiere zeugen von der zunehmenden Beliebtheit Grubs als Wohngemeinde. Grub wies von 1970 bis 1990 das höchste prozentuale Bevölkerungswachstum aller Ausserrhoder Gemeinden auf. 2000 waren zwei Drittel der in Grub wohnhaften Erwerbstätigen Wegpendler. Die Zahl der Bauernbetriebe sank von 1939 bis 2000 von 69 auf 16. Öffentliche Aufgaben werden seit 1970 vermehrt in Zweckverbänden wahrgenommen; so wird die Primarschule gemeinsam mit sankt-gallisch Grub geführt (seit 1978), die Sekundarschule in Wolfhalden besucht und das Grundbuch seit 2001 durch die Gemeinde Heiden betreut. Das Mineralbad in Unterrechstein ist seit 1982 ein modernes Heilbad.[2]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grub AR ist reformiert, im Gegensatz zu dem durch einen Bach getrennten Dorfteil Grub SG, welcher katholisch ist und zur politischen Gemeinde Eggersriet gehört.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1667 1734 1818 1850 1900 1950 1970 1980 2000 2010 2017
Einwohner 543 890 715 967 1017 702 623 833 1038 1017 1045
Quelle [2] [3]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grub liegt an der Landstrasse St.Gallen–Heiden und wird im öffentlichen Verkehr von der Postautolinie Heiden–St. Gallen–Engelburg im Halbstundentakt bedient.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 2019 eingeweihte Hängebrücke verbindet Grub AR mit Grub SG.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eugen Steinmann: Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Ausserrhoden, Band 3: Der Bezirk Vorderland. Birkhäuser AG, Basel 1981, ISBN 3-7643-1251-3. (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 72.) S. 111–150.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Grub – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. a b c d e Thomas Fuchs: Grub (AR). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  3. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geburtsort und Staatsangehörigkeit. Auf der Webseite des Bundesamts für Statistik, abgerufen am 20. Oktober 2020
  4. 80.120 Heiden - Eggersriet - St. Gallen - Engelburg. In: Kursbuch (online). Fahrplanjahr 2020
  5. Hängebrücke. Auf der Webseite der Gemeinde Grub (AR), abgerufen am 20. Oktober 2020