Teufen AR

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AR ist das Kürzel für den Kanton Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Teufen zu vermeiden.
Teufen
Wappen von Teufen
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Appenzell Ausserrhoden Appenzell Ausserrhoden (AR)
Bezirk: ehemaliger Bezirk Mittellandw
BFS-Nr.: 3024i1f3f4
Postleitzahl: 9052 Niederteufen
9053 Teufen AR
9062 Lustmühle
UN/LOCODE: CH TFN
Koordinaten: 747153 / 250649Koordinaten: 47° 23′ 25″ N, 9° 23′ 16″ O; CH1903: 747153 / 250649
Höhe: 833 m ü. M.
Höhenbereich: 599–1042 m ü. M.[1]
Fläche: 15,25 km²[2]
Einwohner: 6364 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 417 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
12,5 % (31. Dezember 2020)[4]
Gemeindepräsident: Reto Altherr (FDP)
Website: www.teufen.ch
Teufen

Teufen

Lage der Gemeinde
Kanton Appenzell InnerrhodenKanton Appenzell InnerrhodenKanton St. GallenKanton St. GallenBezirk HinterlandBezirk VorderlandBühler ARGais ARSpeicher ARTeufen ARTrogen ARKarte von Teufen
Über dieses Bild
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Teufen ist eine politische Gemeinde im Mittelland des Kantons Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz. Teufen liegt durch eine Anhöhe getrennt unmittelbar südlich der Stadt St. Gallen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Herisau ist Teufen die zweitgrösste Gemeinde im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Sie besteht aus den Ortschaften Teufen AR, Niederteufen und Lustmühle und grenzt an die ausserrhodischen Gemeinden Speicher, Bühler und Stein, an den innerrhodischen Bezirk Schlatt-Haslen sowie an die Stadt St. Gallen. Das Dorf liegt zwischen 800 und 1000 m ü. M. Insgesamt hat Teufen eine Fläche von 1525 Hektaren, wovon 214 ha besiedelt sind. 848 ha dienen dem landwirtschaftlichen Nutzen und 456 Hektaren bilden Wald. Die übrigen 13 ha sind unproduktive Fläche.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Teufen erscheint erstmals in einer Urkunde von 1272 Tiuffen («in der Tiefe»). Vor 1300 zählte man in Teufen fünf Höfe.

1377 schlossen sich die Landleute von Appenzell, Urnäsch, Teufen und Gais mit Erlaubnis des Abtes dem Schwäbischen Städtebund an. Für Teufen, das noch kein Siegel hatte, siegelte der Ammann von Appenzell. Der Bär als Wappentier auf seinem Siegel ging auf allen vieren, wie er heute noch auf dem Teufner Gemeindewappen abgebildet ist.

1479 wurde Teufen durch den Abt von St. Gallen erlaubt, eine Kirche zu bauen. Sehr früh fand die Reformation im Appenzellerland Eingang, eine wichtige Rolle spielte Jakob Schurtanner, der Pfarrer von Teufen war. Nach dem Landsgemeindebeschluss von 1525, wonach jede Kirchhöri (Gemeinde) selber entscheiden konnte, ob sie beim alten Glauben bleiben oder den neuen annehmen wolle, wurden in Teufen Altar und Bilder entfernt. Gegen Ende des Jahrhunderts verschärften sich die Glaubensgegensätze wieder, was am 28. August 1597 zur Teilung des Landes führte.

1690 fand in Teufen die letzte Hexenhinrichtung im Kanton Appenzell Ausserrhoden statt. Thrina Wetter wurde im Feuer verbrannt.

Ab 1730 entwickelt sich Teufen zum Kurort. Ab dann werden Molkenkuren angeboten und ozonreiche Luft versprochen. Zu medizinischen und hygienischen Zwecken wurden Bäder im 19. Jahrhundert wichtig. 1814 eröffnete Hans Jakob Jüstrich-Frischknecht ein Bad in einem Bauernhaus. Das Wasser stammte aus einer «erdig-salinischen Quelle».[6] Dieses Wasser sollte bei Nervenschwäche und Krämpfen unterstützend wirken. Wegen des Ersten Weltkriegs kamen keine Gäste mehr in die Bäder, und die Anstalt wurde zu einem Sanatorium für Kinder mit Tuberkulose umgebaut. Ab 1890 bezeichnet sich die Gemeinde Teufen als klimatischen Luftkurort, dank der gesunden ozonreichen Luft.

Historisches Luftbild aus 400 m von Walter Mittelholzer von 1923

1776, während der Blütezeit der feinen Baumwollweberei (Mousseline), liess Teufen vom einheimischen Baumeister Hans Ulrich Grubenmann eine neue, grössere Kirche erstellen. 1779 wurde auf den Fundamenten der ersten Kirche eine zweite errichtet. Während der Helvetik war Teufen Hauptort des gleichnamigen Distrikts im Kanton Säntis. Teufen zählte nun bereits über 3500 Einwohner und war somit grösser als die heutige Stadt Winterthur. 1841 bot die Gemeinde das neue, stattliche Schulhaus am Dorfplatz dem Lande als Rathaus zum Geschenk an, wenn Teufen zum Kantonshauptort bestimmt werde. Die Landsgemeinde lehnte das Geschenk ab und erwarb in Trogen den Palast von Landammann Jakob Zellweger. Dafür erhielt Teufen einige Jahre später das kantonale Artilleriezeughaus, das heute der Gemeinde gehört.

Während der Wirtschaftskrise in den Dreissigerjahren litt auch die Gemeinde Teufen an Arbeitslosigkeit. Die Einwohnerzahl sank stark. Trotz der Krise ergriffen einige Bürger die Initiative, ein Freibad zu bauen.

Der wirtschaftliche Aufschwung von Teufen war der Leinen- und später der Baumwollweberei zu verdanken.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Wappen von Teufen ist ein Bär zu sehen. Ein solcher war früher das Wappentier des Klosters St. Gallen. 1914 wurde das Wappen für Teufen neu angefertigt. Der Bär soll an die Zeit erinnern, in der Teufen «sich unter das Siegel von Appenzell gebunden hatte».[7] Auf der unteren Hälfte steht der Buchstabe «T» geschrieben. Er stellt den Anfangsbuchstaben des Dorfnamens dar.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teufen verzeichnet, fast als eine der einzigen Ausserrhoder Gemeinden, eine praktisch ständig steigende Einwohnerzahl.[8]

Bevölkerungsentwicklung[9]
Jahr 1667 1850 1870 1900 1920 1950 1980 2000 2010 2018 2022
Einwohner 2070 4119 4765 4595 4726 4318 5027 5535 5763 6280 6434

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teufen galt bei der Landteilung noch als armes Dorf. Doch ab 1820 war Teufen eine der reichsten Gemeinden des Halbkantons. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden aus Teufen Sandsteinblöcke nach St. Gallen geliefert. Diese wurden für die Erbauung der dortigen Kathedrale genutzt. Doch es waren vorwiegend andere Wirtschaftszweige, die für den wirtschaftlichen Aufschwung der Gemeinde sorgten: die Müllerei, die Uhrenindustrie und die Textilindustrie. Sie ergänzten nach und nach die traditionellen Vieh- und Milchwirtschaftsbetriebe.[10]

In Teufen gab es vier Müllersfamilien, wobei eine von ihnen die Müllerei in der Region des Appenzellerlandes besonders mitgeprägt hat: die Familie Zürcher. Sie wird als «Müllerdynastie»[11] bezeichnet. Das Geschlecht wurde erstmals 1679/1680 erwähnt. Die Vertreter der Familie Zürcher besassen schon damals verschiedene Mühlen in der Ostschweiz. Später befanden sich ihre Mühlen in insgesamt dreizehn von 20 Ausserrhoder Gemeinden. Die Teufner Müller waren so erfolgreich, dass es von 1730 bis 1740 gar zu Konflikten zwischen den beiden Appenzell kam. Die Ausserrhoder hatten die Innerrhoder weitgehend auf dem appenzellischen Mehlmarkt verdrängt.[11]

Teufen war auch für seine Holzräderuhren bekannt. Im 18. Jahrhundert war es vor allem Jacob Schäfer-Zürcher, der für seine komplexen Uhrwerke berühmt war. Weitere namhafte Uhrmacher aus Teufen waren Emanuel Brugger und Ulrich Haas. Die Uhr in der Kirche Teufen wurde ebenfalls von einem Teufner – einem anderen Jacob Schefer – gefertigt.[11]

Es war aber vor allem das Textilgewerbe, das Teufen – wie dem ganzen Appenzellerland – zu seinem Wohlstand verhalf. Eine 2008 entdeckte Fassadenmalerei legt nahe, dass Teufen schon um 1670 im internationalen Textilhandel tätig gewesen sein könnte. Nachgewiesen ist, dass ab 1720 St. Galler Fabrikanten Seidenflor aus Teufen bestellten. Im Jahr 1760 erfand der Teufner Johannes Gmünder nahtlose Hemden, was Teufen ein erstes Mal europaweite Aufmerksamkeit einbrachte. Zu dieser Zeit war Teufen zwar eine Produktionsstätte des Trogner und Speicherer Textilgewerbes, konnte sich aber ab 1780 einen eigenen Namen im Bereich der Handstickereien machen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatten sich überdurchschnittlich viele Fabrikanten in der Gemeinde etabliert. Das Textilgewerbe war deren Haupterwerbszweig.[11] Um 1820 konstruierte der Teufner Johann Conrad Altherr den ersten Plattstich-Webstuhl, mit dem man im gleichen Arbeitsgang weben und den Stoff mit stickereiartigen Mustern versehen konnte. In den 1850er-Jahren wurden die ersten Handstickmaschinen aufgestellt. Die Zeitspanne von 1880 bis 1890 werden als die «goldenen Jahre der Stickerei» bezeichnet. In den Jahren danach erlebte die Textilindustrie eine schwere Krise, von der sie sich nur kurzfristig wieder erholte, um dann nach dem Ersten Weltkrieg endgültig zusammenzubrechen. An die Zeit der Stickerei erinnern in Teufen die stattlichen Geschäftshäuser im Eggli und die vielen Stickerhäuser entlang der Strassen.[12]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reto Altherr ist Gemeindepräsident der Gemeinde Teufen (Stand Juni 2022). Teufen verfügt über einen siebenköpfigen Gemeinderat, der unter der Leitung des Gemeindepräsidenten steht. Der Rat wird für eine vierjährige Amtszeit von den Einwohnerinnen und Einwohnern im Majorzverfahren bestimmt. Der Gemeinderat ist ein politisches Organ der Exekutive und kümmert sich im Rahmen seiner Kompetenzen um die laufenden Geschäfte der Gemeinde. Es gibt auf Gemeindeebene keine begrenzte Anzahl Amtszeiten. Folgende Personen bilden den Gemeinderat Teufen für die Amtszeit 2019–23 (Stand Juli 2022):[13]

  • Reto Altherr, Gemeindepräsident
  • Roger Stutz, Vizepräsident, FDP
  • Kathrin Dörig, Gemeinderätin, parteilos
  • Muriel Frei, Gemeinderätin, FDP
  • Peter Renn, Gemeinderat, FDP
  • Urs Spielmann, Gemeinderat, FDP
  • Marco Sütterle, Gemeinderat und Kantonsrat, FDP
  • Beatrice Weiler-Schober, Gemeinderätin, SP

Aufgrund der Einwohnerzahl darf Teufen sieben Personen im Kantonsrat in Herisau stellen, die die Legislative des Kantons bildet. Die Personen werden im Majorzverfahren von den Einwohnerinnen und Einwohnern für eine Amtszeit von vier Jahren bestimmt. Die Kantonsrätinnen und Kantonsräte vertreten die Interessen der Gemeinde auf kantonaler Ebene. Folgende Personen vertreten aktuell Teufen im Kantonsrat (Stand Juli 2022):[14]

  • Urs Alder, Kantonsrat, FDP
  • Patrick Kessler, Kantonsrat, FDP
  • Oliver Schmid, Kantonsrat, FDP
  • Peter Zeller, Kantonsrat, SVP
  • Hans Koller, Kantonsrat, FDP
  • Pascale Sigg, Kantonsrätin, parteilos
  • Marco Sütterle, Gemeinderat und Kantonsrat, FDP

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reformierte Kirche, 1776–1779
  • Katholische Kirche, 1970er-Jahre
  • Das Grubenmann-Museum im ehemaligen Zeughaus (seit Juni 2012 dort) zeigt Exponate zum Wirken der Baumeisterfamilie Grubenmann.
  • Westlich von Teufen, im Ortsteil Niederteufen, befindet sich das 1379 gegründete Kloster Wonnenstein, das eine Exklave des Kantons Appenzell Innerrhoden bildet.
  • Fröhlichsegg: Aussichtspunkt (998 M. ü. M.) auf bewaldetem Hügel nördlich von Teufen, benannt nach dem Apotheker Carl Friedrich Fröhlich (1802).[15][16]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freizeit und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teufen verfügt über Freizeiteinrichtungen, wie zum Beispiel einer Sportanlage mit einem Fussballfeld und einer 400-m-Laufbahn, sowie einem Freibad mit mehreren Schwimmbecken, die mit einer thermischen Solaranlage (Sonnenkollektor) beheizt werden. Ausserdem befindet sich ein Vitaparcours im Wald zwischen Teufen und Speicher.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Teufen hat eine Vielzahl an verschiedenen Vereinen. Der grösste ist der TVT (Turnverein Teufen). Er ist in verschiedene Kategorien unterteilt. Es gibt dreizehn verschiedene Riegen mit mehr als 600 Mitgliedern.[17] Der Turnverein gehört zu den grössten der ganzen Ostschweiz. Der Turnverein diente bei seiner Gründung im Jahr 1859 der Heimat und nicht dem Selbstzweck. Seit 1910 gibt es eine Damenriege. Heute wirbt der Turnverein damit, offen zu sein für alle Menschen.[11] Der zweitgrösste Verein ist der Fussballclub, der in der 3. Liga spielt. Weitere Vereine sind der Cevi, die BESJ, der Blauring, die Pfadi, die Harmoniemusik, die Guggenmusik (Tüüfner Südwörscht), der Jodlerclub und der Samariterverein.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Helvetik (1798–1803) besuchten im Sommer 50 bis 60 Kinder die Schulräume in Teufen. Im Winter kam nur noch die Hälfte der Schüler zur Schule, während in Niederteufen die Schule in den Wintermonaten komplett geschlossen war. Die Lehrer verdienten sehr wenig und waren auf die Anwesenheit der Schüler angewiesen.

1830 ging es mit dem Schulwesen aufwärts: Dank eines Fonds von Daniel Roth-Zuberbühler wurden die Lehrpersonen entlöhnt. Ab sofort mussten auch die Lehrer eine Ausbildung vorweisen. Da der Platz in den Schulräumen knapp wurde, sind auf der Ebne, im Tobel, im Dorf und in Niederteufen gemeindeeigene Schulhäuser gebaut worden. Durch den industriellen Aufschwung von 1830 bis 1860 stieg die Bevölkerungszahl an. Es lebten nun rund 5000 Menschen in Teufen, davon waren 800 Schüler. Die neuen Schulhäuser Bleiche und Blatten wurden erbaut. 1835 eröffnete die erste Realschule, heute Sekundarschule genannt. Die Schule wurde als Privatschule geführt.  

Am 18. September 2004 wurde das neue Primarschulhaus Landhaus eingeweiht. Durch den Neubau wurden die Aussenschulhäuser Bleiche und Tobel geschlossen. Der Bau dieses Schulhauses war das grösste Bauwerk in der Gemeinde Teufen. 2013 zählte Teufen insgesamt drei Schulhäuser: die Primarschule in Niederteufen, das Landhaus und die Sekundarschule Hörli. 560 Kinder gingen zu dieser Zeit in den Kindergarten oder in die Schule.[11]

Seit 2005 ist die Sekundarschule Teufen eine Partnerschule der Sportschule Appenzellerland. An der Schule werden junge Sportler gefördert und begleitet. Die Kinder werden jeweils in normale Regelklassen eingegliedert und erhalten die Möglichkeit, trotz Schule ihre sportlichen Fähigkeiten zu fördern.[18] Schul- und Sportangebote der Sportschule Appenzellerland (Landhausstrasse 1a) mit Schul- und Sportangeboten werden auch an der Kantonsschule Trogen und an den Sekundarschulen Teufen und Herisau angeboten.

ln Teufen hat zudem die Musikschule Appenzeller Mittelland (MSAM) ihren Sitz. Sie bietet seit ihrer Gründung 1984 Musikunterricht für alle Altersgruppen an. Als musikalisches Pendant zur Sportschule Appenzellerland gibt es die Talentschule: Diese ermöglicht es besonders musikalisch begabten Kindern, neben regulärem Unterricht (Sekundarstufe) zusätzlichen Musikunterricht und Theorieunterricht zu besuchen.

Kunst und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde führt ein sogenannter Kulturpfad. Auf diesem Pfad ist es möglich, die Geschichte des Dorfes besser kennenzulernen und die von Wohlstand zeugenden Häuser zu betrachten.

1905 beschloss die Lesegesellschaft «Tobel», eine Reisegesellschaft zu gründen. Daneben etablierte sich der Männerchor. Dessen Unterhaltungen waren beliebt. Gesungen wurden klassische Lieder, aber auch Schlager und Gospelsongs.

Eine Kunsthandwerkerin aus Teufen ist Gret Zellweger. Sie wurde 1945 in Teufen geboren. Bekannt ist sie vor allem für ihre Blecharbeiten. Zellweger macht daraus Figuren wie Kühe, Ziegen und Silvesterchläuse. Die Teufnerin machte zuerst eine Lehre bei der Post, bevor sie 1980 ihren Beruf zum Hobby machte. Im Jahr 1994 wurde sie zur ersten Präsidentin des Gewerbevereins Teufen gewählt.[11]

Institution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 öffnete im Zeughaus das Kunst- und Kulturzentrum. Im unteren Geschoss befindet sich ein Mehrzwecksaal. Das Obergeschoss ist mit Sammlungsstücken aus dem Bereich Architektur ausgestattet.

Bis 1776 gab es in Teufen eine erste spätgotische Kirche. Danach wurde von Hans Ulrich Grubenmann die evangelische Kirche erstellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aus Teufen stammende Baumeisterfamilie Grubenmann erbaute im 18. Jahrhundert in der ganzen Ostschweiz und im nahen Ausland viele Kirchen und Brücken. Bekannt ist auch die Magd Barbara Grubenmann, durch deren Einfluss das im oberschwäbischen gelegene Dorf Rottenacker zum Zentrum des separatistischen Radikalpietismus in Württemberg zwischen 1803 und 1816 aufstieg.[19]

Weitere Persönlichkeiten

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Schefer: Geschichte der Gemeinde Teufen, App.A.-Rh. Herausgegeben von der Lesegesellschaft Teufen. Teufen 1949.
  • Eugen Steinmann: Teufen AR (= Schweizerische Kunstführer, Nr. 268). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1980, ISBN 978-3-85782-268-1.
  • Eugen Steinmann: Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Ausserrhoden, Band 2: Der Bezirk Mittelland (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 97). Birkhäuser Verlag, Basel 1980, ISBN 3-7643-1174-6, S. 171–250. Digitalisat.
  • Hansjörg Werder: Zur Aktualdynamik der Kulturlandschaft des Appenzeller Mittellandes (= Publikation der Ostschweizerischen Geographischen Gesellschaft, Heft 1). St. Gallen 1984.
  • Die Gemeinde Teufen. Im Auftrage der Gemeinde zusammengestellt und herausgegeben von der Lesegesellschaft Teufen. (= Teufener Hefte. 1). 3. erg. Aufl. Teufen 1991.
  • Teufen: Wirtschaft, Schule, Internate, Medizin: Flurnamen, Kultur, Gasthäuser, Zeitungen: Fuhrleute, Äbte, Architekten, Söldner. Herausgegeben von der Gemeinde Teufen. VGS Verlagsgenossenschaft St. Gallen, St. Gallen 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Teufen AR – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS – generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. Zahlen und Fakten. In: Gemeinde Teufen. Gemeinde Teufen, abgerufen am 7. Juli 2022.
  6. Gottlieb F. Höpfli, Richi Küttel, Julianne Reckhaus, Martin Ruff, Franziska Schläpfer, Jörg H. Schoch, Christine Spring-Back, Roland Stieger: Teufen. Hrsg.: Gemeinde Teufen AR. Band 1. VGS Verlagsgenossenschaft St. Gallen, St. Gallen 2014, ISBN 978-3-7291-1141-7, S. 62.
  7. Lesegesellschaft Teufen: Die Gemeinde Teufen. Hrsg.: Bibliotheks- und Museumskommission Teufen. 2. Auflage. Band 1. Kunz Druck, Teufen 1979, S. 47.
  8. Zahlen + Fakten teufen.ch, abgerufen am 9. Mai 2020
  9. Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden (CSV-Datensatz) (CSV) In: Bundesamt für Statistik. Bundesamt für Statistik. 2019. Abgerufen am 7. Juli 2022.
  10. Teufen (AR). In: Historisches Lexikon der Schweiz HLS. Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften, abgerufen am 7. Juli 2022.
  11. a b c d e f g Gottlieb F. Höpfli, Richi Küttel, Julianne Reckhaus, Martin Ruff, Franziska Schläpfer, Jörg H. Schoch, Christine Spring-Back, Roland Stieger: Teufen. Hrsg.: Gemeinde Teufen AR. 1. Auflage. VGS Verlagsgenossenschaft St. Gallen, St. Gallen 2014, ISBN 978-3-7291-1141-7.
  12. Thomas Fuchs: Teufen (AR). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  13. Gemeinderat. In: Gemeinde Teufen. Teufen AR, abgerufen am 7. Juli 2022.
  14. Mitglieder des Kantonsrates. In: Appenzell Ausserrhoden. Abgerufen am 7. Juli 2022.
  15. ortsnamen.ch - Frölichsegg. Abgerufen am 11. März 2020.
  16. Bilder Frölichsegg - Wikimedia Commons. Abgerufen am 11. März 2020 (englisch).
  17. Geschichte. In: TV Teufen. Abgerufen am 7. Juli 2022.
  18. Philosophie, Sportschule. In: Appenzellerland Sportschule. Sportschule Appenzellerland, abgerufen am 7. Juli 2022.
  19. Eberhard Fritz: Separatisten und Separatistinnen in Rottenacker. Eine örtliche Gruppe als Zentrum eines «Netzwerks» im frühen 19. Jahrhundert. In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte. 98/1998. S. 66–158. – Eberhard Fritz: Die Separatistin Barbara Grubenmann aus Teufen und der radikale Pietismus in Württemberg. In: Appenzellische Jahrbücher. 127/1999. S. 21–44.