Trogen AR

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AR ist das Kürzel für den Kanton Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Trogen zu vermeiden.
Trogen
Wappen von Trogen
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Appenzell Ausserrhoden (AR)
Bezirk: ehemaliger Bezirk Mittellandw
BFS-Nr.: 3025i1f3f4
Postleitzahl: 9043
Koordinaten: 752907 / 252759Koordinaten: 47° 24′ 28″ N, 9° 27′ 53″ O; CH1903: 752907 / 252759
Höhe: 903 m ü. M.
Fläche: 10,01 km²
Einwohner: 1735 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 173 Einw. pro km²
Gemeindepräsidentin: Dorothea Altherr
Website: www.trogen.ch
Unterdorf Trogen mit Kirche

Unterdorf Trogen mit Kirche

Lage der Gemeinde
Kanton Appenzell InnerrhodenKanton Appenzell InnerrhodenKanton St. GallenKanton St. GallenBezirk HinterlandBezirk VorderlandBühler ARGais ARSpeicher ARTeufen ARTrogen ARKarte von Trogen
Über dieses Bild
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Trogen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Mittelland des Kantons Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz. Sie ist Sitz der kantonalen Justizbehörden von Appenzell Ausserrhoden.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trogen liegt im Appenzeller Mittelland, geprägt vom Hügel Gäbris. Der tiefste Punkt der Gemeinde befindet sich beim Chastenloch auf 693 Meter, der höchste Punkt befindet sich oberhalb des Sitz auf 1183 Meter. Trogen grenzt an die Gemeinden Wald, Oberegg (AI), Altstätten (SG), Gais, Bühler, Speicher und Rehetobel. Trogen ist zudem der Endpunkt der Bahnstrecke Appenzell–St. Gallen–Trogen der Appenzeller Bahnen (ehemalige Trogenerbahn).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild der Swissair Photo AG von 1949

Trogen wurde 1168 als Trugin erstmals erwähnt. Als sich das Land Appenzell 1597 in Ausser- und Innerrhoden teilte, wurde Trogen der Hauptort des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Stock und Galgen kamen nach Trogen; der Richtplatz befand sich westlich von Trogen im heutigen Ortsteil Gfeld.

Ab dem 16. Jahrhundert bis zur industriellen Revolution wurde Trogen, wie ein grosser Teil des Appenzellerlands, durch den Verkauf von Webereien und Stickereien wohlhabend. Dieser Trend wurde durch die Zellweger-Familie enorm verstärkt, welche mit dem Leinwandhandel zeitweise ein Vermögen machte. Aus jener Zeit stammen auch die Zellweger-Paläste in Trogen. Einige davon stehen auf der Liste der Kulturgüter von nationaler Bedeutung (siehe auch Bilder unter Commons). Die kunsthistorisch bedeutende reformierte Kirche und fünf Profanbauten stammen vom spätbarocken Baumeister Johann Ulrich Grubenmann von Teufen.

Die Landsgemeinde fand bis zu ihrer Abschaffung 1997 jedes zweite Jahr in Trogen statt. Wegen seiner Grösse, des Sitzes der Kantonsregierung und Teilen der Verwaltung wird heute jedoch meist Herisau als Hauptort bezeichnet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[2]
Jahr 1667 1734 1813 1850 1900 1950 1980 2000 2005 2010
Einwohner 2262* 2250** 2370 2611 2496 2142 1853 1867 1751 1687

*(inkl. Wald, Rehetobel)00000 **(exkl. Wald, Rehetobel)

Kantonsverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das kantonale Obergericht, das Kantonsgericht (Äquivalent zum Bezirksgericht in Kantonen mit Bezirken), das Verwaltungsgericht sowie das Jugendgericht haben ihren Sitz in Trogen. Obwohl der Kanton Appenzell Ausserrhoden laut Kantonsverfassung keinen Kantonshauptort kennt, teilen sich diesen Status de facto Herisau (Sitz der Legislative, der Exekutive und des Polizeiwesens) und Trogen (Sitz der Judikative).

In Trogen befindet sich auch die Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden.

Bis zur Abschaffung der Landsgemeinde waren Hundwil und Trogen die beiden alternierenden Versammlungsorte der Ausserrhoder Landsgemeinde.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sämtliche Stufen der obligatorischen Schulzeit können in Trogen absolviert werden. Zudem steht mit der 1821 gegründeten Kantonsschule Trogen (KST), kurz auch «Kanti Trogen», die einzige Mittelschule des Kantons Appenzell Ausserrhoden in Trogen. Zum Angebot der Kantonsschule gehören neben dem Gymnasium auch eine Wirtschafts- und Fachmittelschule. Seit 1907 wird an der KST ebenfalls die Sekundarschule für die Gemeinden Trogen, Wald und Rehetobel geführt.

Soziales und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Trogen befindet sich das über den Kanton hinaus bekannte Kinderdorf Pestalozzi. Seit einigen Jahren präsentiert sich das Dorf offiziell unter dem Namen «Kulturdorf im Appenzellerland». In der Reformierten Kirche Trogen finden die meisten Veranstaltungen zur Aufführung des gesamten Bachschen Vokalwerks durch die J. S. Bach-Stiftung statt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trogen: Hinterdorf mit Blick Richtung Bahnhof, rechts «Alte Drogerie». Linolschnitt von Otto Schmid, 1952

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trogen im Winter. Linolschnitt von Otto Schmid, 1923
  • Eugen Steinmann: Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Ausserrhoden, Band 2: Der Bezirk Mittelland. Birkhäuser Verlag, Basel 1980, ISBN 3-7643-1174-6. (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 97.) S. 23–170.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Trogen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. 1667–1950 siehe: Thomas Fuchs: Trogen. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 5. November 2013, abgerufen am 5. Juni 2019.
  3. Bernhard Anderes: Die Pfarrkirche Trogen. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 518). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1992, ISBN 978-3-85782-518-7.