Jürgen Rose (Publizist)

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Jürgen Rose, Paul Schäfer und Ralf Siemens (v.l.n.r.), 2011

Hans-Jürgen Rose (* 18. Juli 1958 in Worms) ist ein Oberstleutnant i.R. der Bundeswehr und Publizist. 2007 verweigerte er als erster deutscher Soldat aus Gewissensgründen seine Beteiligung am Tornado-Einsatz in Afghanistan. In zahlreichen Publikationen legt er seine kritische Sicht der Sicherheits-, Verteidigungs- und Außenpolitik dar. Er ist Vorstandsmitglied des der Friedensbewegung nahestehenden Arbeitskreises Darmstädter Signal.

Herkunft und berufliche Laufbahn bei der Bundeswehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Rose wurde 1958 als Sohn des ehemaligen Jagdfliegers Unteroffizier Hans-Joachim Rose[1] in Worms geboren.[2][3] Sein Vater diente im Zweiten Weltkrieg im Jagdgeschwader 6 "Horst Wessel" (JG 6);[1] die beiden Großväter waren ebenso Militärs.[3] Er verpflichtete sich 1977[4] als Zeitsoldat und Offizieranwärter bei der Luftwaffe der Bundeswehr. Nach seiner militärischen Ausbildung, unter anderem am FlaRak-System Hawk[4] in Fort Bliss, Texas, absolvierte er ab 1983[5] ein Studium der Pädagogik an der Universität der Bundeswehr München, das er als Diplom-Pädagoge abschloss.[6]

Rose war von 1988 bis 1991 Mitarbeiter an der Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation in Waldbröl im Forschungsbereich Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Während dieser Zeit war er Ausbildungsleiter für die interaktive Simulation POL&IS. Von 1991 bis 1995 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Internationale Politik, Sicherheitspolitik, Wehrrecht und Völkerrecht an der Universität der Bundeswehr München.

Während dieser Zeit veröffentlichte er Beiträge u. a. über das Ende des Kalten Krieges und Nuklearstrategien in militärischen und sicherheitspolitischen Fachzeitschriften: Truppenpraxis (1989, 1993), Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift (1992), S+F (1992, 1995), Europäische Sicherheit (1993) und Österreichische Militärische Zeitschrift (1995).

Danach war er von 1995 bis 1998 wissenschaftlicher Mitarbeiter am deutsch-amerikanischen Studienzentrum George C. Marshall European Center for Security Studies in Garmisch-Partenkirchen und External Fellow am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH).[6]

Ab 1997 setzte sich Rose dienstlich und öffentlich immer kritischer mit der Bundeswehr und der Außen- und Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland auseinander, was zu Disziplinarverfahren, Versetzungen und Klagen beim Bundesverfassungsgericht und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte führte.

Der langjährige Berufssoldat Jürgen Rose trat im Januar 2010 als Oberstleutnant in den Ruhestand.

Konflikte mit der Bundeswehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Versetzung wegen kritischer Meinungsäußerung zur allgemeinen Wehrpflicht 1997[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1997 kritisierte er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die allgemeine Wehrpflicht, was ihn in Konflikt mit der Bundeswehrführung brachte. In der Folge wurde disziplinarisch gegen ihn bis zur fachfremden Versetzung vorgegangen.[7]

Nach Darstellung des Spiegel ließ Verteidigungsminister Volker Rühe Rose daraufhin "drangsalieren". Auch Bernhard Gertz, Vorsitzender des Bundeswehrverbands kritisierte, dass Rose "von oben" unter Druck gesetzt werde. Die Ermittlungen gegen Rose wurden wegen der Rechtmäßigkeit seiner Meinungsäußerung eingestellt, trotzdem wurde Rose auf Weisung "von höherer Stelle" 1999 in das Luftwaffenamt in Köln-Wahn "zum Sockenzählen abkommandiert"[8]. Gegen die von ihm als "Strafversetzung" wahrgenommene Maßnahme beschwerte sich Rose bei der Wehrbeauftragten Claire Marienfeld.[9] Das Verhalten Rühes wurde von Bernhard Gertz verurteilt. Horst Prayon, früherer Leiter der Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation, kritisierte das "Klima des Misstrauens" in der Bundeswehr: Statt des Geistes der Offenheit, den die Innere Führung eigentlich verlange, werde von der Bundeswehrführung "das Gegenteil praktiziert, dass man alles und jeden reglementieren will, damit nichts passiert".[10]

Bundeswehrkritische Publikationen bis 2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rose publizierte u. a. in Zeitschriften wie Blätter für deutsche und internationale Politik und Wissenschaft & Frieden. Im Januar 2003 wurde er in das Wehrbereichskommandos IV des Streitkräfteunterstützungskommandos (SKUKdo) in München abkommandiert. Im selben Jahr begann er sich regelmäßig öffentlichkeitswirksam in der Wochenzeitung der Freitag zu Wort zu melden.[11] So schrieb er 2005 bezugnehmend auf die deutsche Spezialeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) Beiträge unter dem Titel Kommando Spezialkiller. In einem Artikel vom 22. Juli 2005 kritisiert Rose den Einsatz von Kräften des Kommandos Spezialkräfte in Calw, bei dem Scharfschützen in Afghanistan nach seinen Angaben völkerrechts-, grundgesetz- und auftragswidrig zur Eliminierung von Drogenbossen eingesetzt würden.[12]

Verurteilung wegen Herabwürdigung von Vorgesetzten 2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Disziplinarbuße wegen ehrverletzender Herabwürdigung Vorgesetzter

2006 veröffentlichte Rose in der Zeitschrift „Ossietzky“ unter dem Titel „Geist und Ungeist der Generalität“ einen Beitrag, in dem er sich kritisch mit dem Verhalten der deutschen Generalität im Irak-Krieg auseinandersetzte. Der entscheidende Passus lautete: „Dass die Generalität auf Grund intellektueller Insuffizienz nicht hätte erkennen können, was da vor sich ging, wird man mit Fug und Recht ausschließen dürfen. […] Da Dummheit ergo auszuschließen ist, bleibt nur noch die zweite Alternative zur Erklärung – und die lautet: Opportunismus, Feigheit und Skrupellosigkeit. […] Hätte die deutsche Generalität auch nur einen Funken Ehrgefühl sowie Rechts- und Moralbewusstsein im Leibe, so hätte der Generalinspekteur im Verein mit seinen Teilstreitkraftinspekteuren sich geweigert, den völkerrechts- und verfassungswidrigen Ordres der rot-grünen Bundesregierung Folge zu leisten.“ Weil Rose damit Vorgesetzte „in ehrverletzender Weise“ herabgewürdigt habe, verhängte der Befehlshaber des Wehrbereichskommandos IV München als Disziplinarvorgesetzter am 24. Juli 2006 eine Disziplinarbuße in Höhe von 750 Euro. Die Rechtmäßigkeit seiner Entscheidung wurde später vom Truppendienstgericht Süd bestätigt. [13][14]

Kleine Anfrage im Bundestag und Antwort der Bundesregierung

Die Vorgänge führten zu einer Kleinen Anfrage der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag,[15] die von der Bundesregierung beantwortet wurde: Der Vorwurf Roses entbehre jeder Grundlage, da die Bundeswehr keine „Unterstützungsleistungen für den völkerrechtswidrigen Irak-Krieg“ erbracht habe. Die Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts im Falle Florian Pfaffs sei in der Völkerrechtslehre kontrovers. Artikel 4 Abs. 1 GG impliziere auch kein Recht eines Vorgesetzten, unter Berufung auf das eigene Gewissen von anderen eine gleichartige Gewissensentscheidung verlangen zu können. Die eigene höchstpersönliche Gewissensentscheidung schütze keine aktive Werbung (Propaganda) für ein bestimmtes Handeln anderer. Die Bundesregierung betrachte die Äußerungen Roses als Ehrverletzungen, die den Rahmen der Meinungsfreiheit überschreiten.[16]

Beschwerde von BVerfG und EGMR zurückgewiesen

Roses Verfassungsbeschwerde wegen Verletzung der Meinungsfreiheit vor der 3. Kammer des 2. Senats des Bundesverfassungsgerichts wurde im April 2007 von den Richtern als unbegründet zurückgewiesen. Dabei kritisierte das Gericht die ursprüngliche Begründung der Disziplinarstrafe: Es handele sich um eine erlaubte Meinungsäußerung, durch die die Menschenwürde der Betroffenen nicht, wie behauptet, verletzt worden sei. Trotzdem hielt das Gericht die Disziplinarstrafe für gerechtfertigt, weil im Soldatenrecht die freie Meinungsäußerung mit dem Ziele der Funktionsfähigkeit der Bundeswehr eingeschränkt sei. Die Kritik Roses gefährde die notwendige Autorität und Loyalität.[17] Auch seine Individualbeschwerde wurde in einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom September 2010 wegen Unzulässigkeit zurückgewiesen.[18] In der Begründung führten die Richter im Anschluss an die Bundesverfassungsgerichtsentscheidung aus, Rose sei nicht wegen seiner subjektiven Meinung, sondern aufgrund der ehrverletzenden und rufschädigenden Aussagen disziplinarrechtlich verurteilt worden.[18]

ISAF-Mission und "Operation Enduring Freedom" 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offener Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags

Im November 2006 wurde Rose Mitglied im Vorstand des „Arbeitskreises Darmstädter Signal“. Trotz seines Außenseiterstatuses kritisiert er über dieses Forum die aus seiner Sicht vorliegende „Militarisierung der Außenpolitik“.[19] Anfang 2007 unterzeichnete er mit Major Helmuth Prieß und Hauptfeldwebel Christiane Ernst-Zettl einen Offenen Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, in dem diese zur Ablehnung des Antrages der Bundesregierung zum Tornado-Einsatz in Afghanistan aufgefordert wurden.[20]

Bitte um Versetzung

Am 15. März 2007 bat Rose aus Gewissensgründen in einem Schreiben an seinen Vorgesetzten um Versetzung und Entbindung von allen Aufträgen, die seine Mitarbeit an logistischen Unterstützungsleistungen, die den Einsatz von Tornado-Jets des Aufklärungsgeschwaders 51 „Immelmann“[21] zur Kampfunterstützung in Afghanistan.[22]

Organ-Klage der Fraktion Die Linke

Im Juli 2007 reichte die Linksfraktion gegen den Einsatz von Tornados in Afghanistan Klage beim Bundesverfassungsgericht ein. Die erweiterte ISAF-Mission kooperiere mit der Operation Enduring Freedom, was dazu führe, dass den NATO-Staaten die Völkerrechtswidrigkeit dieser Operation zuzurechnen sei. Der Anwendung militärischer Gewalt fehle entweder ein Mandat des UN-Sicherheitsrats nach Kapitel VII der Satzung der Vereinten Nationen oder es müsse dazu ein Fall kollektiver Selbstverteidigung im Sinne von Art. 51 der Satzung der Vereinten Nationen vorliegen. Das Bundesverfassungsgericht lehnte die Anträge als unbegründet ab, Hauptpunkt des Urteils ist, dass ISAF und die Operation Enduring Freedom sich "nach getrennten Zwecksetzungen, unterschiedlichen Rechtsgrundlagen und klar abgegrenzten Verantwortungssphären" richteten. Von integrierten Kampfeinsätzen könne nicht gesprochen werden. Eine Zurechnung völkerrechtswidrigen Handelns im Einzelfall sei nicht auszuschließen; soweit etwa eine Aktion der Operation Enduring Freedom mit dem Völkerrecht nicht im Einklang stünde und sich auch auf Aufklärungsergebnisse der Tornados zurückführen ließe, könnte dies möglicherweise die völkerrechtliche Verantwortlichkeit der NATO oder ihrer Mitgliedstaaten auslösen. Diese möglichen punktuellen Verstöße könnten aber nicht den gesamten ISAF-Einsatz infrage stellen.[23]

Reaktionen von Politik und Militär

Verschiedene Medien u. a. das politische Fernsehmagazin Panorama berichteten über Roses Entscheidung; er gab mehrere Interviews. Sympathiebekundungen bekam er u. a. von Politikern der Grünen und Linken.[24] Der CSU-Verteidigungsexperte Hans Raidel meinte hingegen, dass er seine Kameraden „zu willfährigen Befehlsempfängern“ degradiere.[24] Der SPD-Wehrexperte Rainer Arnold forderte Rose auf, angesichts seiner massiven Vorbehalte den Dienst mit der Waffe zu quittieren und aus der Bundeswehr auszuscheiden. Dies lehnte Rose ab.[24]

Vorwurf der Abkehr vom Leitbild des "Staatsbürgers in Uniform"

In einem Interview mit der Onlinezeitung Telepolis im März 2007 warf Rose dem Inspekteur des Heeres General Hans-Otto Budde „wehrmachtsinspirierten Kämpferkult“ und „Latrinenparolen“ vor, da er die Abkehr vom unzeitgemäßen Leitbild des Staatsbürgers in Uniform und statt dessen den "archaischen Kämpfer" propagiert habe.[25] Darüber beschwerte sich der FDP-Bundestagsabgeordnete Rainer Stinner im Bundesministerium der Verteidigung.[25] Rose titulierte Stimmer dafür im Mai 2007 im Freitag als „Denunziant“.[25]

E-Mail eines KSK-Hauptmanns

Hauptmann Daniel K. vom Kommando Spezialkräfte in Calw schrieb Rose in Bezug auf seine Kritik der Bundeswehr im Juli 2007 in einer privaten E-Mail, er beurteile Rose als „Feind im Innern“ und werde sein Handeln danach ausrichten, „diesen Feind im Schwerpunkt zu zerschlagen.“[26] Er charakterisierte das Darmstädter Signal mit den Ausdrücken „linke(s) Zeitgeistkonglomerat uniformierter Verpflegungsempfänger“ und „Sümpfe des Steinzeitmarxismus“.[27] Am Ende drohte er „Sie werden beobachtet, nein nicht von impotenten instrumentalisierten Diensten, sondern von Offizieren einer neuen Generation, die handeln werden, wenn es die Zeit erforderlich macht.“[28] Der KSK-Hauptmann erhielt dafür einen dienstlichen Verweis. Der Wehrbeauftragte Reinhold Robbe (SPD) beurteilte den Verweis als "völlig unzureichend".[29] Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Winfried Nachtwei konstatierte eine deutliche Schräglage der Maßnahmen gegen Daniel K. und Rose, da Roses Äußerungen strenger bestraft worden seien als "eine verfassungsfeindliche und sogar strafrechtlich relevante Bedrohung".[25]

In seiner Reaktion auf die E-Mail des KSK-Hauptmanns bezeichnete Rose die Spezialeinheit des KSK-Offiziers als „Kloake“ und klagte rechte subversive Tendenzen in der Bundeswehr an.[30] Der Historiker Wolfram Wette ordnete den "Hetzbrief" des KSK-Hauptmanns historisch ein: "Da hören wir den Originalton der rechtsradikalen Freikorpskämpfer aus den frühen Jahren der Weimarer Republik, die später durchweg bei der NSDAP und der SS landeten."[31]

Disziplinarverfahren und Geldbuße 2007

Wegen dieser und anderen Verstöße gegen das Soldatengesetz („Pflicht zur Zurückhaltung“, „Verschwiegenheitspflicht“ und „Pflicht zum treuen Dienen“)[30] wurde Rose seitens der Bundeswehr erneut mit einer disziplinarrechtlichen Geldbuße, diesmal in Höhe von 3.000 € bedacht, wogegen Rose erfolglos Beschwerde einlegte.[25]

Überblick über publizistische Tätigkeit und öffentliche Auftritte nach 2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rose veröffentlichte rund 450 Beiträge, auch in Fachzeitschriften und überregionalen Tageszeitungen.[6] Regelmäßig schreibt er als Autor für Publikationen wie der Freitag, die NRhZ-Online und Ossietzky,[2] aber auch für WOZ Die Wochenzeitung, das Neue Deutschland[6], Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung[32] und spw – Zeitschrift für sozialistische Politik und Wirtschaft[33].

Bereits vor seiner Verweigerung hat er an einer Reihe von Institutionen im In- und Ausland Vorträge gehalten, unter anderem an den Universitäten in München, Oldenbourg, Birmingham, Budapest, Kassel und Hamburg, an verschiedenen Akademien und Stiftungen (u. a. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Landesverteidigungsakademie, Evangelische Akademie, Georg-von-Vollmar-Akademie, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Friedrich-Ebert-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung) sowie bei den Organisationen Geneva Centre for the Democratic Control of Armed Forces, International Association of Lawyers against Nuclear Arms und International Physicians for the Prevention of Nuclear War.[6]

Der Bürger- und Menschenrechts-Aktivist Rose trat wiederholt als Redner bei Friedensdemonstrationen (z. B. Ostermärsche) und am Volkstrauertag auf.[34][35][36]

Rose ist Mitglied der SPD (Stand 2007).[37]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demokratisierung der Bundeswehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Demokratisierungsfrage der Bundeswehr veröffentlichte Rose eine Monografie für das Zentrum für Konfliktforschung derPhilipps-Universität Marburg. Unter Berufung auf Wolf Graf von BaudissinJohann Adolf Graf KielmanseggTheodor Blank und andere vertritt Rose die Auffassung, dass - unbeschadet der Funktionserfordernisse einer Armee - die Gesinnungs- und Meinungsfreiheit gewährleistet werden könnten und müssten. Wie schon in anderen NATO-Streitkräften müsse auch in Deutschland die Gehorsamspflicht strikt auf die Befolgung ausschließlich rechtmäßiger Befehle beschränkt werden; in Deutschland existiere jedoch noch immer die "juristische Chimäre des rechtswidrigen, aber dennoch verbindlichen Befehls".[38]

Nukleare Bewaffnung Israels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeitschrift Wissenschaft und Frieden veröffentlichte Rose 2004 eine Darstellung seiner Sicht des israelischen Atomwaffenarsenals, der Funktion der atomaren Abschreckung in der Außenpolitik Israels und der bislang erwogenen atomaren Einsatzstrategien. Rose wollte damit auf die seiner Meinung nach drohende Gefahr einer Strategie des Einsatzes von Atomwaffen im Nahen Osten mit ihren Konsequenzen für den Weltfrieden aufmerksam machen. Zur Stützung seiner These bezog er sich unter anderem auf Äußerungen Martin van Crevelds und Amnon Lipkin-Schachaks hinsichtlich des möglichen Einsatzes von Atomwaffen.[39]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rose ist seit 1982 verheiratet und lebt in München-Harthof.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernstfall Angriffskrieg: Frieden schaffen mit aller Gewalt? Ossietzky, Hannover 2009, ISBN 978-3-9808137-2-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b John Manrho, Ron Pütz: Bodenplatte. The Luftwaffe's last hope. The attack on Allied airfields New Year's Day 1945. Hikoki Publications, Crowborough 2004, ISBN 1-902109-40-6, S. 212.
  2. a b Wolfgang Effenberger: Gegen die Uniformierung des Denkens. NRhZ-Online, Online-Flyer Nr. 229, 23. Dezember 2009.
  3. a b Ein Oberst für die Linke, in: taz, 17. Dezember 2010.
  4. a b Europäische Sicherheit, Band 41, 1992, S. 148.
  5. Österreichische Militärische Zeitschrift, Band 33, 1995, S. 234.
  6. a b c d e Lebenslauf von Jürgen Rose beim Aachener Friedensmagazin
  7. Paul Klein, Jürgen Kuhlmann: Germany and its Armed Forces in Transition. In: Jürgen Kuhlmann, Jean Callaghan (Hrsg.): Military and society in 21st century Europe. A comparative analysis. Transaction Publishers, Piscataway 2000, ISBN 3-8258-4449-8, S. 210.
  8. Charima Reinhardt: Abkommandiert zum Sockenzählen. In: Frankfurter Rundschau, 23. Dezember 1997, S. 3
  9. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8840731.html
  10. http://www.berliner-zeitung.de/archiv/unmut-ueber-ruehes-fuehrungsstil---prayon--selbstaendige-denker-sind-nicht-gefragt-ex-oberst-beklagt--klima-des-misstrauens-,10810590,9394040.html#plx876114880
  11. Jürgen Rose: Den Bruch riskieren. In: der Freitag, 19. Dezember 2003.
  12. Jürgen Rose: Kommando Spezialkiller, in: der Freitag, 22. Juli 2005.
  13. European Court of Human Rights - Application no. 51001/07
  14. http://lehofer.at/pdfs/Beschwerde_Rose_EGMR.pdf
  15. Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Sevim Dag˘delen, Wolfgang Gehrcke, Inge Höger, Dr. Norman Paech, Paul Schäfer (Köln) und der Fraktion DIE LINKE. (PDF; 77 kB) Deutscher Bundestag, Drucksache 16/4533.
  16. http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/047/1604726.pdf
  17. Helmut Kramer: Grundrechte für Soldaten? – Der Maulkorb als Herausforderung, in: FF2007-3.
  18. a b Entscheidung vom 14. September 2010, Rose gegen Deutschland (Appl. Nr. 51001/07).
  19. Wilfried von Bredow: Probleme der Transformation und das neue Bild des Soldaten. In: Angelika Dörfler-Dierken, Gerhard Kümmel (Hrsg.): Identität, Selbstverständnis, Berufsbild. Implikationen der neuen Einsatzrealität für die Bundeswehr (= Schriftenreihe des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr. Band 10). VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-17518-8, S. 122.
  20. Offener Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Darmstädter Signal, Februar 2009.
  21. Afghanistan: Bundeswehrsoldat verweigert "Tornado"-Einsatz, Spiegel Online, 15. März 2007.
  22. Matthias Gillner: Für einen „die ethischen Grenzmarken des eigenen Gewissens bedenkenden Gehorsam“. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Gewissensfreiheit des Soldaten und seine Konsequenzen für die Bundeswehr. In: Sabine Jaberg (Hrsg.): Auslandseinsätze der Bundeswehr. Sozialwissenschaftliche Analysen, Diagnosen und Perspektiven (= Sozialwissenschaftliche Schriften. H. 47). Duncker & Humblot, Berlin 2012, ISBN 978-3-428-13072-6, S. 212.
  23. BVerfG, 2 BvE 2/07 vom 3. Juli 2007.
  24. a b c Afghanistan: Erster deutscher Soldat verweigert erfolgreich Tornado-Einsatz, in: Spiegel Online, 16. März 2007.
  25. a b c d e Peter Mühlbauer: Archaische Kämpfer vs. Staatsbürger in Uniform, in: Telepolis, 4. Juli 2008.
  26. Wolfram Wette: Bundeswehr: Der Feind im Inneren. In: fr-online.de. 1. April 2008 (fr-online.de [abgerufen am 22. Oktober 2016]).
  27. Ulrike Demmer: Soldaten: Feind im Inneren, in: Der Spiegel, 13/2008.
  28. Peter Mühlbauer: „Es lebe das heilige Deutschland!“. In: Telepolis, 27. März 2008.
  29. Bernd Dörries: Mobbing in der Bundeswehr, in: Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010.
  30. a b Disziplinarbuße für KSK-Kritiker, in: Der Spiegel, 25/2008.
  31. http://www.fr-online.de/doku---debatte/bundeswehr-der-feind-im-inneren,1472608,2816858.html
  32. Jürgen Rose: „Dran, drauf, drüber!“ in: Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung, Nr. Z 94, Juni 2013.
  33. Jürgen Rose: Die Diffamierung der Inneren Führung hat lange Tradition in der Bundeswehr. In: spw - sozialistische Politik und Wirtschaft, 15. Februar 2005.
  34. Rede auf der Friedensdemonstration in Stuttgart am 13. Oktober 2001. Netzwerk Friedenskooperative, abgerufen am 25. August 2013.
  35. Rede zum Ostermarsch am 7.04.2007 auf dem Marienplatz Münchner Friedensbündnis, abgerufen am 25. August 2013.
  36. http://www.darmstaedter-signal.de/aktuell/20101114_Rose_Volkstrauertag_Mannheim.php
  37. Nicht mehr mitmachen! in: taz, 13. September 2007.
  38. Rose, Jürgen: Demokratisierung er Bundeswehr als Schritt auf dem Wer zum Frieden. Anmerkungen zu den Zivilisierungsperspektiven einer autoritären Institution. CCS Working Papers Nr. 14. Herausgeber: Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg Prof. Dr. Mathias Bös | Prof. Dr. Ulrich Wagner | PD Dr. Johannes M. Becker. 2011, Zentrum für Konfliktforschung ISSN 1862-4596 https://www.uni-marburg.de/konfliktforschung/publikationen/wp14.pdf, abgerufen am 22. November 2016
  39. Jürgen Rose | Die »Tempelwaffen«  (in 2004-4). In: www.wissenschaft-und-frieden.de. Abgerufen am 22. Oktober 2016.