Jan Hudec

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Jan Hudec Ski Alpin
Nation KanadaKanada Kanada
Geburtstag 19. August 1981
Geburtsort Šumperk, Tschechoslowakei
Größe 183 cm
Gewicht 93 kg
Karriere
Disziplin Abfahrt, Super-G
Verein Banff Alpine Racers
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Weltmeisterschaften 0 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Bronze Sotschi 2014 Super-G
FIS Alpine Skiweltmeisterschaften
Silber Åre 2007 Abfahrt
Platzierungen im alpinen Skiweltcup
 Debüt im Weltcup 2. Februar 2002
 Weltcupsiege 2
 Gesamtweltcup 16. (2011/12)
 Abfahrtsweltcup 9. (2011/12)
 Super-G-Weltcup 6. (2011/12)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Abfahrt 2 0 1
 Super-G 0 2 0
letzte Änderung: 16. Februar 2014

Jan Hudec (* 19. August 1981 in Šumperk, Tschechoslowakei) ist ein kanadischer Skirennläufer. Er gehört seit 1999 der kanadischen Skinationalmannschaft an und ist auf die Disziplinen Abfahrt und Super-G spezialisiert.

Biografie[Bearbeiten]

Hudec wurde als Sohn des Abfahrers Jan Hudec sen. und dessen Ehefrau Vladi, einer Skilangläuferin, in der Tschechoslowakei geboren. Als er ein Jahr alt war, verließ seine Familie mit ihm das Land und ließ sich in Deutschland nieder. Dort verbrachte sie viereinhalb Jahre und siedelte 1986 nach Kanada über, wo sein Vater in Red Deer eine Anstellung als Skitrainer fand. 1993 zog die Familie nach Banff, wo beide Eltern an der Mountain Ski Academy arbeiteten.

Bereits in Deutschland stand Hudec im Alter von zwei Jahren erstmals auf Skiern und bestritt mit drei Jahren sein erstes Rennen. Sein alpines Talent entwickelte er in Kanada weiter und wurde schließlich Schüler der Mountain Ski Academy. Von 1996 an ging er regelmäßig bei den in Nordamerika ausgetragenen FIS-Rennen an den Start und gab Ende 1997 sein Debüt im Nor-Am Cup. Es dauerte zwei Jahre, bis er sich im Nor-Am Cup erstmals unter den besten Zehn platzieren konnte. Im Februar 2002 gelang ihm als 20-Jähriger bei der Abfahrt von Le Massif sein erster Sieg.

International machte er erstmals im Februar 2001 auf sich aufmerksam, als er bei der Juniorenweltmeisterschaft im schweizerischen Verbier Vierter in der Abfahrt wurde. Zwei Jahre später erreichte er bei der Weltmeisterschaft in St. Moritz überraschend den siebten Platz. Im gleichen Jahr unterbrach eine schwere Knieverletzung seine Karriere. Bei seinem Comeback im November 2004 in der Weltcupabfahrt von Lake Louise fuhr er mit Startnummer 68 auf Rang 7. Zwei Wochen nach diesem Erfolg erzwang eine weitere Verletzung eine über einjährige Rennpause.

Über den Nor-Am Cup qualifizierte Hudec sich wieder für das kanadische Weltcup-Team, wo er aber kaum in die vorderen Ränge vorstieß. Die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2006 verfehlte er. Erst bei der Skiweltmeisterschaft 2007 im schwedischen Åre schloss er wieder zur Weltspitze auf. Zum Auftakt der Weltmeisterschaft wurde er Siebter im Super-G, fünf Tage später gelang ihm mit der Silbermedaille in der Abfahrt der bislang größte Erfolg seiner Karriere.

Am 24. November 2007 feierte er in der Abfahrt von Lake Louise seinen ersten Sieg im Weltcup. Beim Training zur Lauberhorn-Abfahrt in Wengen stürzte Hudec am 8. Januar 2008 schwer und erlitt einen Kreuzbandriss, womit die Saison 2007/08 für ihn vorzeitig beendet war.[1] In den Weltcup kehrte der Kanadier erst im Januar 2009 zurück und nahm im Februar an der Weltmeisterschaft in Val-d’Isère teil. Dort stürzte er in der Abfahrt und zog sich einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie zu, wodurch für ihn auch die Saison 2008/09 vorzeitig beendet war.[2]

Die folgende Saison 2009/10 erwies sich als schwierig. Nur einmal fuhr Hudec im Weltcup unter die besten 15, bei den Olympischen Winterspielen 2010 kam er nicht über Platz 23 im Super-G und Rang 25 in der Abfahrt hinaus. Aus diesen Gründen gelangte er vermehrt im Nor-Am Cup zum Einsatz, wo ihm mehrere Podestplätze gelangen. In der Saison 2010/11 erreichte er wieder ein Top-10-Ergebnis in der Weltcupabfahrt von Kvitfjell. Bei der Weltmeisterschaft 2011 belegte er Platz 25 in der Abfahrt, im Super-G schied er aus.

Im Winter 2011/12 näherte sich Hudec allmählich wieder der Weltspitze an. Nach zwei Top-10-Ergebnissen gewann er am 4. Februar 2012 die Abfahrt von Chamonix und realisierte damit nach über vier Jahren seinen zweiten Weltcupsieg. Mit insgesamt acht Top-10-Ergebnissen, davon zwei Podestplätzen, erreichte er im Super-G-Weltcup den sechsten und im Abfahrtsweltcup den neunten Platz. Zuvor war er im Abfahrtsweltcup noch nie unter den besten zehn und im Super-G noch nicht unter den besten 20 gewesen.

Bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi gewann er ex aequo mit Bode Miller die Bronzemedaille im Super-G.

Erfolge[Bearbeiten]

Olympische Spiele[Bearbeiten]

Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Junioren-Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

  • Québec 2000: 13. Super-G, 18. Abfahrt, 18. Slalom, 24. Riesenslalom
  • Verbier 2001: 4. Abfahrt, 15. Super-G, 31. Riesenslalom, 37. Slalom

Weltcup[Bearbeiten]

  • Saison 2011/12: 6. Super-G-Weltcup, 9. Abfahrtsweltcup
  • 5 Podestplätze, davon 2 Siege:
Datum Ort Land Disziplin
24. November 2007 Lake Louise Kanada Abfahrt
4. Februar 2012 Chamonix Frankreich Abfahrt

Nor-Am Cup[Bearbeiten]

  • Saison 2001/02: 4. Gesamtwertung, 1. Abfahrtswertung, 5. Super-G-Wertung
  • Saison 2005/06: 10. Gesamtwertung, 5. Super-G-Wertung, 10. Abfahrtswertung
  • Saison 2009/10: 7. Gesamtwertung, 4. Abfahrtswertung, 4. Super-G-Wertung
  • Saison 2010/11: 7. Super-G-Wertung
  • 13 Podestplätze, davon 3 Siege:
Datum Ort Land Disziplin
20. Februar 2002 Le Massif Kanada Abfahrt
15. Februar 2006 Big Mountain USA Super-G
14. März 2010 Burke USA Super-G

Weitere Erfolge[Bearbeiten]

  • 1 kanadischer Meistertitel (Riesenslalom 2011)
  • 11 Siege in FIS-Rennen (1x Abfahrt, 2x Super-G, 3x Riesenslalom, 5x Slalom)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vizeweltmeister Jan Hudec erlitt Kreuzbandriss - Kleine Zeitung, 8. Januar 2008
  2. Jan Hudec zog sich in Abfahrt Kreuzbandriss zu - sport.orf.at, 11. Februar 2009