Joachim Król

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Joachim Król 2009 auf der Berlinale

Joachim Günther Król [kro:l] ( anhören?/i) (* 17. Juni 1957 in Herne) ist ein deutscher Schauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joachim Król wurde als Sohn des Bergmanns Heinz-Günter Król und dessen Frau Maria, geb. Hauer, im westfälischen Herne geboren und wuchs mit einem älteren Bruder und einer jüngeren Schwester im Herner Bergarbeiterstadtteil Horsthausen (Elpeshof) auf.[1][2] Die Familie seines Vaters stammt ursprünglich aus Schlesien, lebte aber bereits in zweiter Generation in Herne; seine Mutter stammt aus Wanne-Eickel.[1] Króls Vater, der im Alter von 59 Jahren starb, war Kohlenhauer auf der Zeche Friedrich der Große, Sozialdemokrat und Funktionär in der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie.[1] Mit sechzehn Jahren sah Król am Westfälischen Landestheater mit Heinrich von Kleists Prinz Friedrich von Homburg erstmals eine Theateraufführung, die ihn stark beeindruckte und die Schauspielerei zu seinem Berufswunsch machte. Nach dem Abitur am Otto-Hahn-Gymnasium in Herne 1978 und dem Zivildienst studierte Król Germanistik und Theaterwissenschaften an der Universität zu Köln. 1981 eröffnete er, mittlerweile in der Anti-AKW-Bewegung aktiv, mit sechs Mitstreitern in Dortmund die Politkneipe Vor Ort, die auch eine kleine Bühne für Kabarett und Jazz bot. Von 1981 bis 1984 studierte er Schauspiel an der Otto-Falckenberg-Schule in München und gab noch als Schauspielschüler 1984 in Josef Rusnaks Sterbehilfe-Thriller Kaltes Fieber sein Kinodebüt.[3] Bekannt ist er vor allem als Film- und Fernsehschauspieler. Trotz seines Fernseh- und Kinoerfolgs kehrt Król immer wieder zur Bühne zurück. Mehrmals spielte er am Schlosstheater Moers, Bochumer Schauspielhaus und am Schauspielhaus Köln.

Joachim Król mit Martin Lindow und Wiebke Puls auf den Nibelungenfestspielen 2004

National fand Król erstmals 1993 Beachtung für seine Rolle als Kipp in Wir können auch anders … Zu einem Publikumserfolg geriet 1994 Der bewegte Mann (Regie: Sönke Wortmann). In Es geschah am hellichten Tag von Nico Hofmann übernahm er eine Rolle, von der man glaubte, sie sei untrennbar mit dem Namen Heinz Rühmann verbunden (siehe Es geschah am hellichten Tag). Gelobt wurde sein Auftritt in dem elegant-schrulligen Zugvögel … Einmal nach Inari unter der Regie von Peter Lichtefeld. Außerdem arbeitete er mit Doris Dörrie, Hans W. Geißendörfer, Helmut Dietl, Wim Wenders und Tom Tykwer zusammen. Spätestens seit Donna Leon und Lutter gehört er in Deutschland zur TV-Prominenz und ist mit seiner eher zurückhaltenden Darstellung und der ruhigen Art „aus der deutschen Kinolandschaft nicht mehr wegzudenken“ (Prisma).

Im Dezember 2009 gab der Hessische Rundfunk bekannt, dass Król der neue Ermittler für den Frankfurter Tatort wird.[4] In diesem Zusammenhang beendete Król sein Engagement beim ZDF in der Krimireihe um den Essener Ermittler Lutter. Beginnend mit dem Fall Eine bessere Welt im Mai 2011 wurden insgesamt fünf Tatorte mit Król als Hauptkommissar Frank Steier an der Seite von Nina Kunzendorf als Hauptkommissarin Conny Mey ausgestrahlt. Nach Kunzendorfs Ausstieg entstand zunächst ein weiterer Tatort mit Kriminalkommissar-Anwärterin Linda Dräger (Alwara Höfels) an Króls Seite; als ständige Partnerin für künftige Episoden wurde Margarita Broich verpflichtet. Im Mai 2013 kündigte Król jedoch an, nach seinem siebten Fall, der ohne Broich entstand, ebenfalls aus der Reihe auszusteigen.[5]

Joachim Król war 2003 eines der Gründungsmitglieder der Deutschen Filmakademie.

Er ist mit Heidrun (Heidi) Teusner-Król verheiratet und hat einen Sohn, den Künstler Tom Król (* 1991 in Köln).

Wissenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joachim Król ist Fußballfan und begleitete seinen Vater regelmäßig zu Spielen des Vereins Westfalia Herne, bei dem auch Sönke Wortmann spielte. Król ist bekennender Fan von Borussia Dortmund.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbücher (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Kahle: „Er kann auch anders.“ Porträt: Joachim Król. in: Theater heute. Nr. 4, April 2007, S. 28–31

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Joachim Król – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Joachim Król in der Hörbar Rust | Podcast. Abgerufen am 25. Oktober 2022 (deutsch).
  2. mdr.de (Memento vom 25. September 2009 im Internet Archive)
  3. Joachim Król bei filmportal.de, abgerufen am 8. November 2021
  4. Joachim Król wird neuer Tatort-Kommissar des hr. Pressemitteilung des Hessischen Rundfunks vom 18. Dezember 2009, abgerufen am 16. September 2012
  5. Joachim Król hört als „Tatort“-Kommissar auf. In: RP online vom 28. Mai 2013
  6. Haruki Murakami: Gefährliche Geliebte perlentaucher.de
  7. Preisträger der Goldenen Filmspule (Memento vom 15. November 2010 im Internet Archive)