Jumper (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Jumper
Originaltitel Jumper
Produktionsland Vereinigte Staaten, Kanada
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2008
Länge 89 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
JMK 12[1]
Stab
Regie Doug Liman
Drehbuch David S. Goyer,
Jim Uhls,
Simon Kinberg
Produktion Lucas Foster,
Simon Kinberg,
Stacy Maes,
Jay Sanders,
Arnon Milchan
Musik John Powell
Kamera Barry Peterson
Schnitt Saar Klein,
Dean Zimmerman,
Don Zimmerman
Besetzung

Jumper (englisch für „Springer“) ist ein Science-Fiction-Thriller von Regisseur Doug Liman aus dem Jahr 2008. Das Drehbuch schrieben David S. Goyer, Jim Uhls und Simon Kinberg basierend auf dem gleichnamigen Roman von Steven Gould.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Jahrtausenden gibt es Menschen, die in der Lage sind, sich augenblicklich an einen anderen Ort zu teleportieren, die sogenannten Jumper. Von deren Existenz weiß so gut wie niemand, außer eine ebenso alte, geheime Organisation, die Paladine. Diese haben das Ziel, alle Jumper zu töten, da sie nicht dulden wollen, dass ein Mensch über eine solche Macht verfügt.

Der 15-jährige David Rice wurde von seiner Mutter verlassen, als er fünf Jahre alt war, und lebt seitdem mit seinem Vater zusammen. David ist in seine Schulkameradin Millie verliebt und schenkt ihr eine Schneekugel. Beim Überreichen des Geschenks mischt jedoch der Schulrüpel Mark ein und wirft die Schneekugel auf die Eisdecke eines zugefrorenen Flusses. David holt die Schneekugel, bricht aber durch das Eis ein und wird von der Strömung fortgerissen. Kurz vor dem Ertrinken findet er sich plötzlich auf dem Boden der Schulbibliothek wieder, noch immer nass und ohne zu wissen, wie er dorthin kam. Am Abend kommt er nach Hause, wo sein Vater ihn bis in sein Zimmer verfolgt und ihn wegen der Verspätung zur Rede stellen will. Da passiert es erneut, dass er in die Bibliothek teleportiert.

David wird allgemein für tot gehalten und verlässt daraufhin seine Heimatstadt. Die Schneekugel lässt er in Millies Garten zurück, damit sie weiß, dass er noch am Leben ist. Er fängt in New York ein neues Leben an, das er mit Bankrauben finanziert. Seine Fähigkeit ermöglicht es ihm, sich Zutritt zu jedem beliebigen Ort zu verschaffen.

Acht Jahre später taucht der Paladin Roland bei ihm auf, der ihn seit Davids erstem Einbruch auf der Spur ist. Roland verwickelt ihn in einen Kampf und verhindert mithilfe von Stromstößen, dass David springen kann. David entkommt nur knapp und flieht in seine Heimatstadt, wo er seine Jugendfreundin Millie aufsucht. Mit ihr zusammen reist er auf konventionelle Weise nach Rom. Als die beiden dort das Kolosseum besichtigen, trifft David den erfahrenen Jumper Griffin. Dieser klärt David über den Krieg mit den Paladinen auf. Häufig schrecken die Paladine nicht davor zurück, auch die nahen Angehörigen zu beseitigen. David und Griffin werden im Kolosseum von zwei Paladinen attackiert. David und Millie können fliehen, werden aber von der italienischen Polizei verhaftet. Auf dem Polizeirevier taucht Davids verschollenen Mutter auf, die ihm zur Flucht verhilft und gleich wieder verschwindet. David trennt sich am Flughafen von Millie, um sie vor den Paladinen zu schützen.

In der Zwischenzeit stattet Roland Davids Vater einen Besuch in seinem Haus ab. David findet ihn später dort bewusstlos am Boden liegend auf, bringt ihn ins Krankenhaus und sucht Mark im Gefängnis auf, der Roland alles über David und auch deren gemeinsamen Jump im Streit erzählt hat. David bittet Griffin um seine Hilfe beim Kampf gegen Roland. Griffin kämpft lieber allein, willigt aber nach anfänglichem Zögern ein. Sie verpassen Millie nach ihrer Landung auf dem Flughafen, worauf David sie in ihrer Wohnung aufsucht. Kurze Zeit später stürmen die Paladine das Haus. David offenbart Millie seine Fähigkeit und teleportiert sich mit ihr in den Unterschlupf von Griffin.

Die Paladine folgen David zu Griffins Versteck mit Hilfe einer Maschine, die in der Lage ist, Jumpscars – Risse im Raum, die nach einem Jump für kurze Zeit entstehen – offen zu halten. Nach einem heftigen Kampf in der Wüste und Millies Appartement kann Griffin die Maschine an sich bringen. Kurz bevor sich der Riss jedoch schließt, ziehen die Paladine noch Millie durch das Portal zurück in ihre Wohnung.

Griffin will die Paladine mit einer Bombe töten. Da David aber um das Leben von Millie fürchtet, versucht er, Griffin von seinem Vorhaben abzuhalten. Zwischen den beiden Jumpern entsteht ein wilder Kampf, und es gelingt David, Griffin in eine umgefallene Starkstromleitung in Tschetschenien zu stoßen, wodurch dessen Kräfte blockiert werden. David teleportiert sich zu Millies Wohnung, wo er sofort von den Paladinen festgenagelt wird. Schließlich schafft er es, sich zu befreien, indem er Millies komplettes Appartement in einen Fluss teleportiert. Er rettet sich und Millie in die Highschool-Bibliothek, aber auch Roland wird mit in die Bibliothek teleportiert. David bringt ihn in eine hoch gelegene Höhle auf dem Horseshoe Bend und lässt ihn dort mit den Worten „Sie hätten auch bei den Haien landen können“ zurück.

Am Ende des Films besucht David seine Mutter während der Wintermonate. Sie erklärt ihm, dass sie selbst ein Paladin sei und ihn als Kind verlassen hatte, um ihn nicht töten zu müssen. Daraufhin gibt sie David einen Vorsprung, und er verlässt ihr Haus. Der Film endet mit einem gemeinsamen Jump von David und Millie in wärmere Gefilde.

Rachel Bilson und Hayden Christensen bei den Dreharbeiten für Jumper in Rom im November 2006

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daniel Kothenschulte schrieb in der Frankfurter Rundschau vom 27. März 2008, die „Primitivität“ des verwendeten Stopp-Tricks verleihe dem Film „seinen besonderen Charme“. Der Film sei wegen seiner „ungezügelten Anarchie […] sinnlos, aber eben dadurch auch hemmungslos“.[2]

film-dienst schrieb, der „nur zu Beginn ideenreiche Actionfilm“ sei lediglich für ein jugendliches Publikum geeignet. Er würde sich „in seinen vielen Ortswechseln und Spezialeffekten“ verlieren und vollends an „seinem unlogischen Ende“ ermüden.[3]

TV Spielfilm urteilt, Doug Liman würde alle Actionregister ziehen, „aber es hilft nichts: Die Story bleibt sinnfrei, spannungsarm und wird durch die chemiefreie Romanze zwischen [David und Millie] […] runtergezogen.[4]

cinema.de sieht durchaus die gute Idee, hält sie aber für „einfallslos umgesetzt“ und bezeichnet den Film als „langatmiges und krampfhaft auf Schauwerte abzielendes Spektakel.“ Einziger Lichtblick sei Jamie Bell.[5]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Firmen 20th Century Fox und Regency Enterprises gaben den Film in Auftrag, der von New Regency Pictures, Hypnotic, Dune Entertainment, Epsilon Motion Pictures und Jumper Productions produziert wurde. Die Kinoverleihrechte besitzt 20th Century Fox für Nord- und Südamerika, sowie Japan, Singapur, Schweden und den Niederlanden. Die Verleihfirma Kinowelt-Filmverleih besitzt die Verleihrechte für die deutschen Kinos. Den Vertrieb der DVDs und Blu-rays hat 20th Century Fox an die Tochterfirma Twentieth Century Fox Home Entertainment abgetreten. Die Produktionskosten betrugen 85 Millionen US-Dollar, am Startwochenende spielte der Film über 32 Millionen Dollar ein. Das Gesamteinspielergebnis beträgt 221 Millionen Dollar, wovon in den USA und Kanada über 80 Millionen eingespielt wurden.[6]

Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufnahmen erfolgten vom 28. August bis 8. Dezember 2006, darüber hinaus wurde der Film bis zum 12. Januar 2007 in den Filmstudios weiterbearbeitet bzw. produziert. Der Film wurde unter anderem in New York City und dem Boroughs Manhattan auf dem Empire State Building, in Ann Arbor (Michigan), Huron High School, New Port und in Prairieville (Louisiana) gedreht. In Ontario (Kanada) entstanden Aufnahmen in Peterborough sowie in Baja California und Tijuana in Mexiko. Zusätzlich dienten die Vereinigten Arabischen Emirate (Dubai), Japan (Tokio) und Ägypten (Gizeh; Sphinx) als Drehorte für Außenaufnahmen. Ein Teil der Produktion entstand in Europa, dabei dienten das Kolosseum in Rom (Italien) und die Stadt Paris in Frankreich als Schauplätze.

Die Dreharbeiten im Kolosseum dauerten drei Tage und durften nur in der Früh von 6:30 bis 8:30 Uhr und am Abend von 15:30 bis 17:30 Uhr durchgeführt werden, da die Touristenführungen nicht gestört werden sollten. Außerdem durfte die Crew kein Equipment auf dem Grundstück platzieren und nur das Sonnenlicht bei der Aufnahme verwenden.[7]

Zusätzliche Innen- und Außenaufnahmen entstanden in Filmstudios. Dabei dienten die Toronto Film Studios (Kanada), Fox Baja Studios (Baja California, Mexiko) und die Barrandov Film Studios in Prag als Produktionsstätte.

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doug Liman wurde Ende des 2005 mit der Regie des Films beauftragt. Ursprünglich war eine Filmtrilogie geplant.[8] Für die Rolle von David Rice war zuerst Tom Sturridge vorgesehen.[9] Neben Tom Sturridge als David stand Teresa Palmer für die Rolle als Millie fest, die beiden wurden aber zwei Monate nach Drehbeginn wegen zu hohen Produktionskosten durch Hayden Christensen und Rachel Bilson umbesetzt. Eminem sollte als Hauptdarsteller in dem Film agieren, die Aussage wurde vom Regisseur aber revidiert.[10][11] Die Schüler und Jugendlichen in und vor der High School wurden für die Szenen extra gecastet.

Kinostarts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weltpremiere fand am 6. Februar 2008 in Rom statt, am 11. Februar feierte der Film in New York Premiere und einen Tag darauf lief der Film auf den Philippinen an. Am 14. Februar lief der Film in Australien, Kanada, Hongkong, Indonesien, Kuwait, Libanon, Niederlande, Portugal, Russland, Singapur, Südkorea, Taiwan und im Vereinigten Königreich an. Am 26. Februar hatte der Film in Japan (Tokio) Premiere, Kinostart in Deutschland, Österreich und der deutschen Schweiz war der 27. März 2008.

Videospiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Videospiel entstand zum Film unter den Namen Jumper: Griffin’s Story von Brash Entertainment. Das Spiel wurde am 12. Februar 2008 für die Xbox 360, PlayStation 2 und Wii veröffentlicht,[12] von den Kritikern jedoch als viel zu kurze und gleichzeitig unglaublich eintönige Qual beschrieben. Insgesamt sei es eines der schlechtesten Konsolenspiele überhaupt.[13]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Während der Dreharbeiten kam der 56-jährige Bühnenbildner David Ritchie bei einem Unfall ums Leben.[14]
  • Der Charakter Roland Cox hieß im Originalskript Brian, dies wurde geändert um einen Bezug zum Schauspieler Brian Cox zu vermeiden. Der Name Roland erscheint zudem altertümlicher und würde einen Paladin besser widerspiegeln.
  • Bei den Dreharbeiten lernten sich die Schauspieler Hayden Christensen und Rachel Bilson näher kennen, sie verlobten sich im Dezember 2008. Nach einer Beziehungspause wurden im August 2010 die Auflösung der Verlobung und die Trennung bekannt gegeben. Seit November 2010 sind die beiden wieder ein Paar.

Fortsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor den Dreharbeiten offenbarte Doug Liman, dass er eine Jumper-Trilogie plane. Da der Film am Startwochenende ein Erfolg war, stand bereits eine Woche nach Premiere fest, dass es eine Fortsetzung geben wird.[15] Hayden Christensen teilte im August 2010 mit, dass es Gespräche zu einer Fortsetzung gibt.[16] Obwohl sich einige der Hauptdarsteller im April 2011 zurückhaltend zu einer Fortsetzung äußerten,[17] wird eine Fortsetzung von zahlreichen Quellen weiterhin als wahrscheinlich bezeichnet.[18][19] Eine offizielle Ankündigung steht jedoch noch aus.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alterskennzeichnung für Jumper. Jugendmedien­kommission.
  2. Filmkritik von Daniel Kothenschulte, abgerufen am 1. April 2008
  3. Jumper im Lexikon des internationalen Films
  4. TV Spielfilm
  5. cinema.de
  6. Jumper. Box Office Mojo, 5. Mai 2009, abgerufen am 21. Dezember 2010.
  7. Trivia zu Jumper. IMDB, abgerufen am 8. Juli 2012.
  8. Liman in 'Jumper' suit. Variety, 10. November 2005, abgerufen am 11. Februar 2008 (englisch).
  9. "Jumper" gets hopping with trio. Variety, 3. April 2006, abgerufen am 11. Februar 2008 (englisch).
  10. Eminem almost starred in ‘Jumper’. 15. Februar 2008, abgerufen am 21. Dezember 2010 (englisch).
  11. Eminem Almost Had Hayden Christensen's Role In 'Jumper'. MTV.com, 14. Februar 2008, abgerufen am 21. Dezember 2010 (englisch).
  12. Jumper. In: gamershell.com. Abgerufen am 11. Februar 2008 (englisch).
  13. Jumper: Griffin's Story. In: Metacritic. Abgerufen am 21. Dezember 2010 (englisch).
  14. Tamsen Tillson: Crew member killed on sci-fi film set. Variety, 26. Januar 2007, abgerufen am 11. Juni 2012 (englisch).
  15. "Jumper"-Fortsetzung schon in Planung. kino.de, 21. Februar 2008, abgerufen am 21. Dezember 2010.
  16. Christensen deutet "Jumper 2" an. Movie Jones, 20. August 2010, abgerufen am 21. Dezember 2010.
  17. Jumper 2 not happening. fansshare, 4. Juli 2011, abgerufen am 7. Juli 2011.
  18. Jumper 2. Starseeker, 6. Februar 2012, abgerufen am 5. August 2012.
  19. Jumper 2 - Business Details. IMDb Pro, 3. Juni 2012, abgerufen am 5. August 2012.