KTM AG

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
KTM AG
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000645403
Gründung 1992
Sitz Mattighofen OsterreichÖsterreich Österreich

Leitung

Mitarbeiter 2931(2016)[2]
Umsatz 1.14 Mrd. EUR (2016)[2]
Branche Fahrzeugbau
Website www.ktm.com
Stand: 31. Dezember 2016 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2016
KTM-Firmenzentrale in Mattighofen

Die KTM AG (vormals KTM Power Sports AG) ist ein international tätiger österreichischer Motorrad- und Sportwagenhersteller. In der Branche machte sich KTM zunächst durch seine geländegängigen Motorräder (Enduro und Motocross) einen Namen, stellt seit einigen Jahren aber in ähnlich großer Stückzahl auch sportliche Straßenmotorräder her.[3]

Das Unternehmen ist seit 2012 der größte Motorradhersteller Europas[4] und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Geländesport-Motorräder.[5]

Die KTM AG in heutiger Form ging 2005 aus der Verschmelzung der Cross Holding mit der 1992 gegründeten KTM-Sportmotorcycles GmbH hervor. Das Vorgängerunternehmen, die KTM Motor-Fahrzeugbau KG, wurde 1934 gegründet. Die Motorradproduktion reicht bis 1953 zurück.[6]

Am 1. Januar 2016 waren in Deutschland 102.806 KTM-Krafträder zugelassen, was einem Anteil von 2,4 Prozent entspricht.[7] Weltweit wurden im Jahr 2015 183.170 Fahrzeuge verkauft.[8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Trunkenpolz und Ernst Kronreif in den 1950er Jahren

1934 gründete Hans Trunkenpolz in Mattighofen eine Schlosser- und Autowerkstätte. Anfang der 1950er Jahre tauchte erstmals die Buchstabenfolge KTM auf, die zunächst für Kraftfahrzeuge Trunkenpolz Mattighofen stand, seit dem Eintritt des Partners Ernst Kronreif im Jahr 1955 für Kronreif Trunkenpolz Mattighofen. 1954 begann die Serienproduktion von Motorrädern. 1980 wurde das Unternehmen in KTM Motor-Fahrzeugbau KG umbenannt und erreichte Mitte der 80er Jahre einen Umsatz von über 50 Millionen Euro.[9]

Nachdem das Unternehmen Ende der 80er Jahre wirtschaftlich stark unter Druck geraten war, wurde es 1992 aufgeteilt und verkauft. Die Motorradsparte wurde als KTM-Sportmotorcycles GmbH neugegründet. Das Unternehmen spezialisierte sich zunächst auf die Entwicklung und Produktion von sportlichen Offroad-Motorrädern. Im Jahr 1994 wurde mit der 620 Duke das erste Straßenmotorrad vorgestellt.[9] Seither wurde dieses Segment immer bedeutender; heute werden ähnlich viele Straßen- wie Offroadmodelle verkauft.[3]

Nachdem der Umsatz bis Mitte der 90er Jahre die Schwelle von einer Milliarde Schilling überschritten hatte, wurde ein größeres Werk nötig, das im September 1999 in Mattighofen eröffnet wurde. Es folgten 2001 ein neues Ersatzteillager, 2003 ein neues Entwicklungszentrum und 2004 ein neues Verwaltungsgebäude. In Munderfing ging 2002 ein neues Motorenwerk in Betrieb.

Im Jahr 2008 stellte KTM sein erstes Superbike, die RC8, sowie seinen ersten Supersportwagen, den X-Bow, vor. 2013 übernahm KTM die Husqvarna Motorcycles GmbH und etablierte in der Folge Husqvarna als zweite Marke neben KTM. Seit 2017 stellt KTM wieder Motorräder der MotoGP-Klasse her.[10]

Entwicklung der Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besitzverhältnisse von KTM unterlagen seit 1991 mehrfachen Umstrukturierungen. Nachdem die KTM Motor-Fahrzeugbau KG im Jahr 1991 in das Eigentum der Gläubiger-Banken übergegangen war, wurde das Unternehmen im Jänner 1992 für 55 Millionen Schilling (rund 4 Millionen Euro) verkauft und als KTM-Sportmotorcycles GmbH neu gegründet.[11] Käufer war die KTM Motorradholding GmbH, die sich aus der Cross Holding und den vier KTM-Importeuren aus den Niederlanden, Italien und den beiden Deutschen Toni Stöcklmeier und Helmut Staab zusammensetzte. Die Kühlerproduktion wurde sofort an ein italienisches Unternehmen weiterverkauft. Die Fahrradproduktion war bereits von den Banken ausgegliedert und verkauft worden (KTM Fahrrad GmbH).

Die KTM-Sportmotorcycles GmbH übernahm 190 der vormals 360 Mitarbeiter. Im folgenden Geschäftsjahr, 1992/93, wurden bereits wieder 6.000 Motorräder verkauft.[12] 1993 kaufte die Cross Holding die Anteile der Importeure an der KTM Motorradholding GmbH und firmierte mit 11. November 1994 die KTM-Sportmotorcycles GmbH zur AG um.

1994 zählte das Unternehmen 212 Mitarbeiter. 1995 wurden der schwedische Motorradhersteller Husaberg und der niederländische Fahrwerkskomponentenhersteller White Power Suspension übernommen. 12.000 Motorräder wurden in jenem Jahr abgesetzt und der Umsatz überschritt die Milliarden-Schilling-Grenze (rund 73 Millionen Euro). So stieg der jährliche Absatz auf 18.000 Motorräder im Jahr 1996. Hauptexportländer waren Deutschland und die Vereinigten Staaten.[12] Von 1993 bis 2016 notierte KTM an der Wiener Börse.[13]

Umstrukturierungen und Investitionsprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 wurde die Cross Beteiligungsverwaltungs-AG gegründet, welche 99,77 % der Aktien der KTM Sportmotorcycle AG übernahm und diese im November 1999 von der Börse nahm. Die Gesellschafter der Cross Beteiligungsverwaltungs-AG waren die Cross Holding (2 %), die Cross Beteiligungs AG (38,3 %), die Hofer Privatstiftung (10,8 %) und die britische Finanzgesellschaft BC Partners (48,9 %).[14][15] Die KTM Motorradholding GmbH, in welche die KTM Sportmotorcycle AG eingegliedert war, wurde daraufhin in KTM Group umbenannt.[11]

Der Rückzug von der Börse und der Einsatz eines Finanzinvestors erfolgte, da die geplanten großen Investitionen in den folgenden Jahren keine Ausschüttung einer Dividende an die Aktionäre ermöglicht hätte und ein Unternehmensgewinn überhaupt fraglich war.[11] Der Aktienkurs wäre dadurch unter Druck gekommen und das Unternehmen ein billiges Übernahmeziel gewesen.

Im Dezember 2004 kaufte die Cross Holding sämtliche Anteile, ausgenommen jene der Hofer Privatstiftung, an der KTM Group zurück. Die Cross Holding besaß nun 89,2 % der Anteile und somit erstmals seit 1999 wieder die Mehrheit am Unternehmen. Sie erklärte den Motorsport und All Terrain Vehicles (ATV) zum neuen Kerngeschäft der Cross Holding und verschob alle andersartigen Beteiligungen – also alle außer KTM – an ihre nicht börsennotierte Muttergesellschaft Cross Industries AG. Am 7. Juli 2005 nannte sich die seit 2003 an der Börse notierte Cross Holding schließlich in KTM Power Sports AG um.[16] Nachdem auch die Anteile der Hofer Privatstiftung aufgekauft waren wurde am 1. Dezember 2006 die KTM Group GmbH aufgelöst und ihre 99,79-prozentige Beteiligung an der KTM Sportmotorcycle GmbH an die KTM Power Sports AG übertragen.[17]

Um am ATV-Markt Fuß zu fassen suchte KTM Power Sports in der Folge einen Investor mit Erfahrung in diesem Bereich und fand ihn 2005 in der US-amerikanischen Firma Polaris Industries, die 24,9 % übernahm. 2006 erzielte KTM bei 84.000 verkauften Motorrädern erstmals über 500 Millionen Euro Umsatz. 2007 ging der Anteil von Polaris an KTM auf unter 5 % zurück. Währenddessen erhöhte der indische Fahrzeughersteller Bajaj Auto seine Anteile auf über 14,6 %, erreichte im Frühjahr 2008 über 20 % Anteil und strebt die Sperrminoritätsgrenze von 25 % an.[18]

Am 20. April 2012 wurde in der ordentlichen Hauptversammlung der Firmenwortlaut der KTM Power Sports AG auf „KTM AG“ geändert. Der Grund dafür ist die Fokussierung auf die Marke KTM – gültig ist die Bezeichnung KTM AG seit 4. Mai 2012 mit Eintragung in das Firmenbuch.[19]

Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die KTM AG ist die Dach-Gesellschaft der KTM-Gruppe und (Teil-)Eignerin der verschiedenen Tochtergesellschaften. Sie entwickelt und produziert die Motorräder der Marken KTM und Husqvarna sowie den Supersportwagen X-Bow.[20] Zu ihr gehören folgende Tochtergesellschaften:

  • KTM-Racing AG (Schweiz)
  • KTM-Sportmotorcycle India Private Ltd.
  • KTM Sportmotorcycle GmbH (100 %, Vertrieb der Motorräder und Ersatzteile)
  • Husqvarna Motorcycles GmbH (100 %, Vertrieb)
  • KTM Sportcar GmbH (100 %, Produktion und Vertrieb des Sportwagens KTM X-Bow)
  • KTM Technologies GmbH (74 %, Dienstleistungen im Bereich der Fahrzeug und Produktentwicklung)
  • KTM Immobilien GmbH (99 %, Eignerin von Grundstücken und Gebäuden der KTM-Gruppe)
  • Kiska GmbH (24,9 %, Designunternehmen für die KTM-Gruppe)[21][22]

Zum 31. Dezember 2014 waren die Cross Industries AG mit 51,18 %, die Bajaj Auto Ltd. mit 47,99 % an der KTM AG beteiligt, 0,83 % der Aktien befanden sich in Streubesitz.[23] Cross Industries gehört mehrheitlich der Pierer Industrie AG von KTM-Chef Stefan Pierer.[24]

Geschäftstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertriebsstrukturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

KTM-Entwicklungszentrum in Mattighofen

Es existieren weltweit 31 Vertriebstochtergesellschaften, vorwiegend in Europa, Amerika und dem asiatischen Raum. Davon gehören 24 zur KTM Sportmotorcycle GmbH und sieben zur Husqvarna Motorcycles GmbH. Hinzu kommen zwei Joint Ventures in Dubai und Neuseeland.[22]

Forschung und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund jeder sechste Unternehmensmitarbeiter arbeitet im Bereich der Forschung und Entwicklung (382 Mitarbeiter im Jahr 2015 – 6,7 % des Gesamtumsatzes). Neuentwicklungen werden zunächst als Prototypen im Rennsportbereich getestet und gehen anschließend in die Serienproduktion über.[25]

Geschäftsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motorradmotoren und -modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeit (2017) vertreibt KTM in Europa Modelle mit folgenden Motoren (ohne Wettbewerbsmodelle):

Bauart Hubraum Supersport
Supermoto
Naked Bike Sporttourer Reiseenduros Bemerkung
V2 1301 cm³
V2 1050 cm³
R1 690 cm³
R1 373 cm³
R1 124,7 cm³ Leichtkrafträder

Aktuell in Europa erhältliche Modelle sind durch fette Schrift hervorgehoben.

Supersportler und Sporttourer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1190 RC8
1290 Super Duke GT
  • Einzylinder-4-Takt-Motor
    • RC 125 (~125 cm³, 11 kW, 135 kg – Leichtkraftrad)
    • RC 200 (~200 cm³, wird zur Zeit nicht in Deutschland vertrieben)
    • RC 390 (373 cm³, 32 kW, 147 kg, Einzylindermotor der 390 Duke, es ist eine modifizierte Rennversion für den ADAC Junior Cup erhältlich, seit 2014)
  • V2-Motor

Reiseenduros[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1290 Super Adventure R

Naked Bikes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1290 Super Duke R (Special Edition)

Supermoto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

690 SMC-R

Straßenrennsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(nicht im Bereich der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung zu betreiben)

Enduro[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

350 EXC-F
  • Einzylinder-2-Takt-Motoren:
    • 125 XC-W (~125 cm³, 91 kg)
    • 150 XC-W (~150 cm³, 91.5 kg)
    • 125 EXC
    • 200 EXC
    • 250 EXC (~249 cm³, 100 kg), 250 EXC Six Days (~249 cm³, 100,5 kg)
    • 300 EXC (~293 cm³, 100 kg), 300 EXC Six Days (~293 cm³, 100,5 kg)
  • Einzylinder-4-Takt-Motoren:
    • 250 EXC-F (~250 cm³, 103 kg), 250 EXC-F Six Days (~250 cm³, 103,5 kg)
    • 350 EXC-F (~350 cm³, 104 kg), 350 EXC-F Six Days (~350 cm³, 104,5 kg)
    • 450 EXC
    • 450 EXC-F (~449 cm³, 106 kg), 450 EXC-F Six Days (~449 cm³, 106,5 kg)
    • 500 EXC (Offroad)
    • 500 EXC-F (~510 cm³, 106,5 kg), 500 EXC-F Six Days (~510 cm³, 107 kg)
    • 640 LC4 Enduro690 Enduro R (690 cm³, 140 kg, StVZO-konform)
    • Militärmotorräder: 400 LS-E Military und 640 LS-E Military
  • Zweizylinder-4-Takt-Motoren
    • 950 Super Enduro R (StVZO-konform)

Motocross (Offroad)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

450 SX-F
  • Einzylinder-2-Takt-Motoren:
    • 50 SX (~49 cm³, 41,5 kg)
    • 65 SX (~65 cm³, 53 kg)
    • 85 SX 19/16 (~85 cm³, 68,5 kg), 85 SX 17/14 (~85 cm³, 67,5 kg)
    • 125 SX (~125 cm³, 87,2 kg)
    • 125 SXS
    • 150 SX (~144 cm³, 87,2 kg)
    • 200 SX
    • 250 SX (~249 cm³, 95,4 kg)
  • Einzylinder-4-Takt-Motoren:
    • 250 SX-F (~250 cm³, 98,2 kg)
    • 350 SX-F (~350 cm³, 99,8 kg)
    • 450 SX-F (~450 cm³, 100,2 kg)

Freeride[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freeride 250 R

Die Freeride-Baureihe ist die Kombination aus einer Enduro und einem Trial Motorrad und zeichnet sich durch ein sehr leichtes Chassis und große Gutmütigkeit aus.

  • Freeride 250 R (Einzylinder-2-Takt-Motor, ~249 cm³, 92,5 kg, Offroad)
  • Freeride 350 (Einzylinder-4-Takt-Motor, ~350 cm³, 99,5 kg, Offroad)

E-Ride[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freeride E-XC

Die elektrisch betriebenen Modelle werden von einem Permanentmagnet-Synchronmotor in Scheibenläuferbauweise angetrieben (11 kW Nennleistung bei 5500 Umdrehungen pro Minute, 16 kW Spitzenleistung bei 4500 Umdrehungen pro Minute).[27]

  • Freeride E-SX (Cross-Version, ohne Beleuchtung, 108 kg, Offroad, seit 2015)
  • Freeride E-XC (Enduro-Version, mit Beleuchtung, 108 kg, seit 2015)
  • Freeride E-SM (Straßen-Version, fast StVZO-konform, 108 kg, Supermoto-Version, seit 2015)

Quads (Offroad)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 525 XC (Einzylinder-4-Takt-Motor, 2008–2012)
  • 450 XC (Einzylinder-4-Takt-Motor, 2008–2009)
  • 505 SX (Einzylinder-4-Takt-Motor, 2009–2012)
  • 450 SX (Einzylinder-4-Takt-Motor, 2008–2010)

Sportwagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • KTM X-Bow (Supersportwagen, 1984 cm³, R4-Mittelmotor von Audi, seit 2008) – Das erste Auto von KTM wurde ab 2006 in Zusammenarbeit mit den Designern der Kiska GmbH entwickelt. Die Serienproduktion findet seit 2008 in einer eigenen Produktionsanlage in Graz statt. Es handelt sich um das weltweit erste Serienfahrzeug mit vollständig aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff hergestelltem Monocoque.[28]
    • X-Bow R
    • X-Bow RR
    • X-Bow GT
    • X-Bow GT4

Zubehör und Bekleidung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außer den Fahrzeugen vertreibt KTM unter dem Label Powerparts verschiedene Tuning- und Styling-Bauteile für seine Motorräder und den X-Bow.[29] Außerdem werden unter dem Namen Powerwear Funktions- und Alltagsbekleidung, Accessoires und Merchandise-Artikel angeboten.[30]

Rennsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

KTM RRF 125 (Mika Kallio/GP Brno 2005)
Supermoto-Weltmeister 2006 in der Klasse S1: Bernd Hiemer auf KTM
MotoGP-Maschinen von KTM

KTM errang bislang (Stand November 2016) über 260 Weltmeistertitel, womit der Hersteller zu den erfolgreichsten Marken im Motorradsport zählt.[31] Insbesondere in den Disziplinen Enduro (114 Titel seit 1990), Motocross (96 Titel seit 1974) und Cross Country Rallies (37 Titel seit 2003) konnten zahlreiche Erfolge verzeichnet werden. Seit dem Gewinn der Supercross-Weltmeisterschaft durch Ryan Dungey in der Saison 2015 ist KTM auch in diesem Segment vertreten.[32]

Bei der Rallye Dakar stellt der Hersteller seit 2001 ununterbrochen die Siegermaschine in der Motorradwertung. Erfolge gab es außerdem bei der Atlas-Rallye, der Pharaonen-Rallye und der Optic-2000 in Tunesien sowie beim ErzbergRodeo.

Straßenrennsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2003 bis 2009 betrieb KTM auch ein Werksteam in der 125 cm³-Klasse der Motorrad-WM, was KTMs Ambitionen, auch den Straßenmotorrad-Markt zu erobern, unterstreichen soll. In der Saison 2004 konnte der Australier Casey Stoner in dieser Klasse den ersten Sieg erringen. In der 125er-WM 2005 gelangen allen drei KTM-Werksfahrern Mika Kallio, Julián Simón und Gábor Talmácsi Siege, sowie der erste Platz in der Konstrukteursendwertung. Im April 2006 gelang schließlich auch der erste Sieg in einem 250er WM-Lauf. In der Saison 2006 startete KTM mit einem Junior Team in der 125er WM. In der Saison 2007 ging das KTM-Werksteam mit vier Motorrädern in der 250er-WM an den Start. Die Motorräder wurden von Harald Bartol konstruiert.

In der Saison 2012 kehrte KTM mit einem Werksteam in die neue Moto3-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft zurück und gewann mit Sandro Cortese vorzeitig den ersten WM-Titel.[33] Der Spanier Maverick Viñales wurde mit KTM 2013 Weltmeister.

Des Weiteren beliefert KTM Kundenteams.

MotoGP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für 2017 kündigte der Hersteller den Einstieg in die höchste Motorsport-Klasse auf zwei Rädern, der MotoGP an.[34] Das Prototypen-Motorrad erhielt einen V4-Motor mit Gitterrohrrahmen. Das Roll-Out erfolgte durch den ehemaligen MotoGP-Rennfahrer Alex Hoffmann.[35]

Supermoto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2005 wurde KTM-Fahrer Boris Chambon Weltmeister in der Klasse S2. Trotz Rückzugs des Werksteams konnte Bernd Hiemer 2006 den Weltmeisterschaftstitel in der Klasse S1 auf einer KTM holen. 2007 kehrte KTM wieder mit einem Werksteam zurück, Bernd Hiemer wurde für zwei Jahre verpflichtet. Auch 2008 konnte Hiemer erneut den Weltmeistertitel in der Klasse S1 mit über 30 Punkten Vorsprung für KTM holen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leo Keller: KTM: Motorräder seit 1953 (Typenkompass). Motorbuch Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-613-02450-0, S. 128.
  • Leo Keller: Enduros & Geländemotorräder: Deutschland und Österreich 1960–2006: Europäische Marken 1960–2006 (Typenkompass). Motorbuch Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-613-02602-3, S. 128.
  • Friedrich F. Ehn: KTM Weltmeistermarke aus Österreich. Herbert Weishaupt Verlag, 2002, ISBN 3-7059-0034-X, S. 328.
  • Phil Mather (Übertragen und bearbeitet von Udo Stünkel): Wartung und Reparatur – KTM EXC Enduro und SX Motocross - OHC-Viertakter (2000-2007). Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-7688-5276-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: KTM-Sportmotorcycles GmbH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Unternehmenswebsite (abgerufen am 26. November 2016)
  2. a b [1]
  3. a b vgl. Geschäftsbericht 2016, S. 63 (abgerufen am 26. November 2016)
  4. KTM wieder mit Rekordjahr: Nummer eins in Europa, Salzburger Nachrichten, 9. Februar 2015 (abgerufen am 26. November 2016)
  5. KTMs Elektro-Enduro prescht mit Heinzmann Scheibenläufermotoren vor, Februar 2012 (abgerufen am 26. November 2016)
  6. vgl. Leo Keller: KTM: Motorräder seit 1953 (Typenkompass). Motorbuch Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-613-02450-0
  7. Fahrzeugzulassungen (FZ) – Bestand an Personenkraftwagen und Krafträdern nach Marken oder Herstellern 1. Januar 2016. In: kba.de. Kraftfahrtbundesamt, 1. Januar 2016, S. 9, abgerufen am 14. Januar 2017 (PDF).
  8. vgl. Geschäftsbericht 2016, S. 7 (abgerufen am 26. November 2016)
  9. a b vgl. KTM Geschichte (abgerufen am 26. November 2016)
  10. KTM und der Weg in die MotoGP, 26. Juli 2016 (abgerufen am 26. November 2016)
  11. a b c KTM Anleihenfolder (ZIP), KMG Prospekt (PDF), 29. April 2004 S. 36 (Link abgerufen am 27. März 2008)
  12. a b Werksbesuch bei KTM, www.motorradonline.de (Seite abgerufen am 27. März 2008)
  13. KTM ging an Schweizer Börse, orf.at, 15. November 2016 (abgerufen am 26. November 2016)
  14. Abgeschlossenes Übernahmeverfahren der KTM Sportmotorcycle AG, Österreichische Übernahmekommission, 17. August 1999 (Seite abgerufen am 27. März 2008)
  15. KMG Prospekt, S. 105
  16. CROSS Holding AG wird zu KTM Power Sports AG, Pressetext Austria, 2. Juni 2005
  17. 19. ordentliche Hauptversammlung, www.hauptversammlung.at, Tagesordnung Punkt 6 (Seite abgerufen am 27. März 2008)
  18. Bajaj Auto kauft bei Österreichs Motorad[sic!]-Produzenten KTM zu, www.finanzen.net, 11. Jänner 2008 (Seite abgerufen am 27. März 2008)
  19. Namensänderung bei KTM, Pressetext KTM, 8. Mai 2012 (Seite abgerufen am 11. Juli 2012)
  20. vgl. Geschäftsbericht 2016, S. 26, Verschmelzung der KTM Motorrad AG auf die KTM AG im März 2015 (abgerufen am 26. November 2016)
  21. Geschäftsbericht 2014. KTM AG, März 2015, S. 11, abgerufen am 14. April 2015 (PDF).
  22. a b vgl. Unternehmenswebsite – Unsere Struktur (abgerufen am 26. November 2016)
  23. KTM AG Eigentümerstruktur rend-TOP-500: Die erfolgreichsten Unternehmen Österreichs, News Networld Internetservice GmbH
  24. Stefan Pierer wird bei Cross Industries, KTM fast Alleineigentümer. (Memento vom 13. Mai 2014 im Internet Archive) Wirtschaftsblatt, 11. April 2014
  25. vgl. Unternehmenswebsite – Technik, Forschung und Entwicklung, Motorsport (abgerufen am 26. November 2016)
  26. KTM - READY TO RACE. Abgerufen am 7. Februar 2017 (englisch).
  27. vgl. E-Ride – Motor (abgerufen am 26. November 2016)
  28. vgl. X-Bow Modellseite (abgerufen am 26. November 2016)
  29. vgl. ktm.com – Powerparts (abgerufen am 26. November 2016)
  30. vgl. ktm.com – Powerwear (abgerufen am 26. November 2016)
  31. vgl. ktmgroup.com (abgerufen am 26. November 2016)
  32. Ryan Dungey (KTM): Hat er Interesse an der WM?, speedweek.com, 24. August 2015 (abgerufen am 26. November 2016)
  33. FIM-Gala: Auszeichnungen für Sandro Cortese. Speedweek, 12. November 2012, abgerufen am 12. November 2012.
  34. KTM-Chef Stefan Pierer: «Wir fahren 2017 MotoGP». Speedweek, 31. Juli 2014, abgerufen am 31. Juli 2014.
  35. KTM-Roll-out Spielberg: «Ein emotionaler Moment». Speedweek, 30. Oktober 2015, abgerufen am 30. Oktober 2015.