Hauenstein (Pfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Hauenstein
Hauenstein (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Hauenstein hervorgehoben
Koordinaten: 49° 11′ N, 7° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Hauenstein
Höhe: 348 m ü. NHN
Fläche: 13,91 km2
Einwohner: 3932 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 283 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76846
Vorwahl: 06392
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 014
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulstraße 4
76846 Hauenstein
Webpräsenz: www.hauenstein.de
Ortsbürgermeister: Bernhard Rödig (FDP)
Lage der Ortsgemeinde Hauenstein im Landkreis Südwestpfalz
DarsteinDimbach (Pfalz)Hauenstein (Pfalz)HinterweidenthalLug (Pfalz)Schwanheim (Pfalz)SpirkelbachSpirkelbachWilgartswiesenWilgartswiesenClausenDonsiedersLeimen (Pfalz)MerzalbenMünchweiler an der RodalbRodalbenBottenbachEppenbrunnHilstKröppenKröppenLemberg (Pfalz)ObersimtenRuppertsweilerSchweixTrulbenVinningenBobenthalBruchweiler-BärenbachBundenthalBusenbergDahnErfweilerErlenbach bei DahnFischbach bei DahnHirschthal (Pfalz)LudwigswinkelNiederschlettenbachNothweilerRumbachSchindhardSchönau (Pfalz)BiedershausenHerschbergHettenhausen (Pfalz)Knopp-LabachKrähenbergObernheim-KirchenarnbachSaalstadtSchauerbergSchmitshausenWallhalbenWeselbergWinterbach (Pfalz)GeiselbergHeltersbergHermersbergHöheinödHorbach (Pfalz)SchmalenbergSteinalbenWaldfischbach-BurgalbenAlthornbachBattweilerBechhofen (Pfalz)ContwigDellfeldDietrichingenGroßbundenbachGroßsteinhausenHornbachKäshofenKleinbundenbachKleinsteinhausenMauschbachRiedelbergRosenkopfWalshausenWiesbach (Pfalz)HöheischweilerHöhfröschenMaßweilerNünschweilerPetersberg (Pfalz)ReifenbergRieschweiler-MühlbachThaleischweiler-FröschenPirmasensZweibrückenSaarlandSaarlandFrankreichLandkreis Südliche WeinstraßeKaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandau in der PfalzLandkreis Bad DürkheimKarte
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Hauenstein, im örtlichen Dialekt „Hääschde“ genannt, ist eine Ortsgemeinde im Osten des rheinland-pfälzischen Landkreises Südwestpfalz. In dem als „Schuhdorf“ bekannten Luftkurort hat auch die gleichnamige Verbandsgemeinde ihren Verwaltungssitz. Hauenstein ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im südlichen Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Wasgaus, der zum Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen gehört. Durch den Ort fließt etwa von Süd nach Nord die Queich, die sich weiter abwärts zu einem der Hauptabflusssysteme der Pfalz entwickelt und in den Rhein mündet.

Das Klima besitzt angesichts der etwas größeren Höhe zwar nicht die Mildheit der Rheinebene, zeichnet sich aber dank der im Norden querliegenden Berge der Frankenweide durch sehr gemäßigte Winter aus. Der umgebende Wald sorgt für ausreichende Niederschläge, welche die Sommer ausgeglichen gestalten und im Herbst zu hohen Erträgen bei Esskastanien und Speisepilzen führen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wird Hauenstein im Jahr 1345 in einer Urkunde zur pfälzischen Kirchengeschichte. Bekannt wurde das Dorf durch die Schuhfertigung, die vom ausgehenden 19. Jahrhundert an das Leben der Menschen in Hauenstein bestimmte. Nach dem Vorbild des 20 km entfernten Pirmasens (1857) wurde 1886 die erste Schuhfabrik eröffnet; Gründer waren die Brüder Carl-August und Anton Seibel. Schon 1890 machte Anton Seibel sich mit einer zweiten Fabrik selbstständig. Zahlreiche weitere Unternehmer folgten. Bis 1914 entstanden 14 Schuhfabriken, die damals 1140 Menschen beschäftigten. Die Einwohnerzahl erhöhte sich von 673 im Jahre 1886 auf 4406 im Jahre 1961, als es sogar 36 Fabriken gab. Dann war der Boom zu Ende, und die Einwohnerzahl ging leicht zurück. Bis heute überdauert hat nur eine einzige Schuhfabrik.

Im Gegensatz zum nur wenige Kilometer entfernten evangelisch geprägten Darstein, das 1930 als erste deutsche Gemeinde bei einer Reichstagswahl einen Stimmenanteil von 100 % für die NSDAP auswies, stimmte von der überwiegend katholischen Bevölkerung Hauensteins zu dieser Zeit nur ein außergewöhnlich kleiner Teil für die Nationalsozialisten. Noch bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 erreichte die NSDAP in Hauenstein nur 4,8 %, während die gemeinsame Liste aus Zentrum und Bayerischer Volkspartei auf 92,6 % kam. Dies war reichsweit das beste Ergebnis einer nicht-nationalsozialistischen Partei in Gemeinden mit über 1000 Einwohnern.[3][4]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 waren 72,9 % der Einwohner katholisch und 13,5 % evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Protestanten zur Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Hauenstein besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP Gesamt
2014 3 11 4 2 20 Sitze
2009 2 11 3 4 20 Sitze
2004 2 11 4 3 20 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Beschreibung des Wappens lautet: „In geteiltem Schild oben in Rot ein silberbewehrter und -bezungter silberner Adler, unten von Blau, darin ein schwebendes gleichschenkliges silbernes Kreuz, und Gold geteilt.“ Es wurde 1964 vom Mainzer Innenministerium genehmigt.[7]

Der silberne Adler in Rot ist das Zeichen der Herrschaft Dahn. Darunter stehen die Farben des Ritters Schenk von Waldenburg (blau-gelb).[8][9] Das silberne Bistumskreuz in Blau repräsentiert das Hochstift Speyer.[10]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offizielle Partnerschaften pflegt die Gemeinde mit Chauffailles (Kanton Chauffailles, Burgund, Frankreich) seit 1965 sowie mit Csenger (Kleingebiet Csenger, Ungarn). Inoffizielle Verbindungen bestehen mit Steinegg (Südtirol, Italien), Saint-André-de-la-Marche (Maine-et-Loire, Frankreich) – gehört seit 2016 zur Gemeinde Sèvremoine -, La Walck (Unterelsass, Frankreich) und San Marco di Pascoli (Italien).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapelle St. Katharina

Sakralgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angesichts der Verteilung der beiden großen christlichen Konfessionen überwiegen die katholischen Sakralgebäude:

Einziges evangelisches Gotteshaus ist die Dreifaltigkeits­kirche.

Industriedenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schusterdenkmal
Deutsches Schuhmuseum

Das Schusterdenkmal weist auf das Schusterhandwerk als Grundlage der Hauensteiner Schuhmanufakturen hin.

Das Deutsche Schuhmuseum wurde 1996 eröffnet. Es behandelt das Thema Schuhe auch allgemein und zeigt u. a. die „größten Lederschuhe der Welt“ (Größe 248) und den „größten Schuh der Welt“ (Größe 1041).[11]

In der Gläsernen Schuhfabrik findet eine Schauproduktion statt, an der sich die Besucher beteiligen können.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuhindustrie

Die letzte Schuhfabrik Hauensteins heißt nach Josef Seibel, dem Enkel des ersten Firmengründers Carl-August, und wird vom Urenkel geleitet, der gleichfalls Carl-August Seibel heißt. Sie ist mittlerweile ein multinationales Unternehmen mit 2500 Werksangehörigen an fünf Produktionsstätten in Europa. Die Gesamtproduktion von über zwei Millionen Schuhen wird in mehr als 40 Länder vertrieben. Andere Schuhfabriken mussten rezessionsbedingt ihre Produktion einstellen. Viele verlegten sich auf den Schuhhandel. An den ca. 40 verkaufsoffenen Sonntagen von März bis Oktober laden gut ein Dutzend Geschäfte mit mehr als einer halben Million Paar Schuhe die Interessenten zur Anprobe.

Deutsche Schuhkönigin

Seit 2002 soll auf Initiative des Verbandes der Deutschen Schuhindustrie in Rheinland-Pfalz, der seinen Sitz in Pirmasens hat, alle vier Jahre die Deutsche Schuhkönigin gewählt werden, die von einer Schuhprinzessin unterstützt wird. In Abweichung von der Vorgabe war das 2006 gewählte Duo bis 2011 im Amt, das dann bundesweit ausgeschrieben wurde.[13] Am 11. September 2011 wurden die neuen Schuhhoheiten gekürt; neben der Deutschen Schuhkönigin gibt es seither zwei Schuhprinzessinnen.[14]

Gastronomie

Im Herbst wirbt die örtliche Gastronomie mit pfälzischen Edelkastanien- und Wildgerichten.

Tourismus

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts begann der Tourismus, die Schuhindustrie als Hauptwirtschaftszweig der Gemeinde abzulösen. So ist der Luftkurort Hauenstein inzwischen zur klassischen Freizeitregion geworden, die sowohl für aktive als auch lediglich Erholung suchende Urlauber vielfältige Angebote bereithält. Neben der Natur im Pfälzerwald bieten Ort und Umgebung ein dichtes Netz von Erholungsmöglichkeiten mit Privat- und Hotelzimmern, Ferienwohnungen und regionaler Gastronomie.

Bekannte Ausflugsziele sind:

  • Der Felsen, die nördliche Ortseinfahrt durch den großen Felsdurchbruch
  • Neding mit Felsentor und Nedingfelsen
  • Aussichtspunkt Kreuzfelsen
  • Fünf Hauensteiner Schuhwanderwege vom Ort in die umgebenden Wälder und zahlreiche weitere Wanderwege zu den Hütten im Pfälzerwald, vor allem der Hauensteiner Höhenweg und der Zwicktritschenweg
  • Verschiedene Kletterfelsen, darunter der Burghalder und der Backelstein mit Resten mittelalterlicher Wehranlagen

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauenstein wird durch die Bundesstraße 10 (PirmasensLandau) erschlossen, die knapp nördlich des Ortes vorbeiführt. Parallel zur B 10 verläuft die Bahnstrecke Landau–Rohrbach der DB, die auch die Haltepunkte Hauenstein und Hauenstein Mitte bedient.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marienschule als Grundschule sowie die Wasgauschule als Realschule plus, die Hauptschul- oder Realschulabschluss anbietet, decken die Grundversorgung ab. Die nächsten Gymnasien befinden sich in Annweiler und Dahn.

Zwei katholische Kindertagesstätten (St. Elisabeth und St. Hedwig, letztere als Bewegungskindergarten) ermöglichen die vorschulische Erziehung.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bekannteste Sportverein aus Hauenstein ist der SC 1919 Hauenstein.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1980 wird der deutsch-französische Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt veranstaltet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Sommer (1881–1968)

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jakob Bisson wurde vor Ort begraben.
  • Patrick Brechtel spielt beim SC Hauenstein.
  • Christoph Dengel spielte von 2007 bis 2009 beim SC Hauenstein.
  • Semir Devoli spielte 1995/1996 beim SC Hauenstein.
  • Bernd Dudek spielte von 1993 bis 1995 beim SC Hauenstein.
  • Wenanty Fuhl spielte 1994/1995 beim SC Hauenstein.
  • Rainer Hauck spielte von 2006 bis 2010 beim SC Hauenstein.
  • Freddy Heß spielte von 1995 bis 2000 beim SC Hauenstein.
  • Peter Hoffmann, Arzt und langjähriger Vorsitzender der Ärztlichen Kreisvereinigung, erhielt das Bundesverdienstkreuz.
  • Charlotte Hohendorf erhielt das Bundesverdienstkreuz.
  • Manuel Hornig spielte von 2000 bis 2005 beim SC Hauenstein.
  • Robert Jung war von 2001 bis 2005 Trainer des SC Hauenstein.
  • Jürgen Kohler war von 2015 bis 2016 Trainer des SC Hauenstein.
  • Christof Reichert besuchte von 1973 bis 1977 die örtliche Grundschule und war von 1995 bis 2010 Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands Hauenstein
  • Carl-August Seibel erhielt den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hauenstein (Pfalz) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten.
  3. Vor 70 Jahren: Ein Ort gegen Hitler. (Memento des Originals vom 13. Dezember 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.pfalzgeschichte.de Theo Schwarzmüller, Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, 2003.
  4. Zwei Dörfer und der Stolz Adolf Hitlers. Ulli Kulke, Welt online, 5. November 2007.
  5. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  8. Website der Gemeinde Hauenstein.
  9. Versuch einer Beschreibung des Gerichts-Bezirks von Zweibrücken. S. 241–243.
  10. Hauensteiner Bote, 13. November 1964.
  11. Der größte Schuh der Welt. www.schuhmeile-hauenstein.de, abgerufen am 21. Mai 2011.
  12. Gläserne Schuhfabrik. www.schuhmeile-hauenstein.de, archiviert vom Original am 11. Mai 2011; abgerufen am 21. Mai 2011. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schuhmeile-hauenstein.de
  13. Schuhkönigin Nadine I. Deutsches Schuhmuseum Hauenstein, abgerufen am 30. Januar 2013.
  14. Schuhhoheiten – Schuhmeile Hauenstein. www.schuhmeile-hauenstein.de, abgerufen am 13. September 2011.