Kesselschlacht von Halbe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Kessel von Halbe)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kesselschlacht von Halbe
Beim CI. AK.- Schloss Harnekop, 3. März: 1945 Hitler und Busse bei der letzten Frontbesprechung
Beim CI. AK.- Schloss Harnekop, 3. März: 1945 Hitler und Busse bei der letzten Frontbesprechung
Datum 25. bis 28. April 1945
Ort Märkisch Buchholz und Umland
Ausgang Sieg der Sowjetunion
Konfliktparteien

Sowjetunion 1923Sowjetunion Sowjetunion

Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich

Befehlshaber

Iwan Stepanowitsch Konew

Theodor Busse, Walther Wenck

Truppenstärke
280.000 50.000
Verluste

ca. 20.000 Tote

ca. 30.000 Soldaten
10.000 Zivilisten (geschätzt)
viele Zwangsarbeiter

Die Kesselschlacht von Halbe bezeichnet die Einkesselung deutscher Truppen und folgende Kämpfe mit der Roten Armee gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im Gebiet der Ortschaft Halbe, 60 km südlich von Berlin.
Sie wurde gefolgt von der Schlacht um Berlin.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zusammenbruch der 9. Armee im Raum Frankfurt (Oder) und bei Cottbus wurden die kaum noch kampffähigen Reste in einem kleinen Waldgebiet zwischen Märkisch Buchholz und Halbe, südöstlich von Berlin, durch Truppen der Roten Armee eingeschlossen. Entscheidend für die Schließung des Kessels waren Befehle aus dem Führerhauptquartier, die einen rechtzeitigen Rückzug nicht erlaubten. Dies ermöglichte es der sowjetischen Armee unter General Iwan Konew, den Kessel zu schließen.

Die letzten gepanzerten Truppen brachen auf Befehl von General der Infanterie Theodor Busse, der zuvor ein Kapitulationsangebot abgelehnt hatte[1][2], unter großen Verlusten zwischen dem 25. und 28. April 1945 aus dem Kessel aus.

In der Schlacht von Halbe standen sich gegenüber:

  • Rote Armee mit 45 Schützendivisionen, 13 Panzer-/mechanisierte Brigaden (etwa 700 Panzer), eine Artilleriedivision (300 Geschütze/Werfer). Darunter waren die 3. und 4. Panzerarmee der 1. Ukrainischen Front der Roten Armee.
  • Wehrmacht mit 11 Infanteriedivisionen, 2 motorisierte Divisionen, eine Panzerdivision.

Die Ausbruchsgruppierung führte am 28. April 1945 die Panzergrenadier-Division Kurmark und die schwere SS-Panzer-Abteilung 502 an, unterstützt von Artillerie und Granatwerfern. Der nördliche Stoßkeil, der die Abschirmung des Ausbruchs nach Norden zur Aufgabe hatte, führte die Panzer-Abteilung Panzergrenadier-Division Kurmark und Teile der Division, Reste SS-Panzeraufklärungs-Abteilung 10.

Den südlichen Stoßkeil bildeten die schwere SS-Panzer-Abteilung 502 mit Werfer-Batterie, eine Schützenpanzerwagen-Kompanie und das Grenadier-Regiment der Panzergrenadier-Division „Kurmark“. Diesen folgten der Divisionsstab der „Kurmark“, Stab des XI. SS-Panzerkorps, Stab 9. Armee und Einheiten des V. SS-Gebirgskorps, V. AK. Die Nachhut bildeten Korpseinheiten des XI. SS-Panzerkorps und Reste der Panzerjagd-Abteilung 32.

Verluste und Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

30.000 deutsche Soldaten starben, dazu geschätzte 10.000 deutsche Zivilisten sowie viele sowjetische Zwangsarbeiter. Die Verluste der Roten Armee betrugen 20.000 Tote. Etwa 22.000 Kriegstote - 20.000 waren Soldaten, 2.000 Zivilisten, die zusammen in dem großen Dreieck Königs WusterhausenBeeskowLübben in der zweiten Aprilhälfte 1945 zu Tode kamen - wurden auf dem Waldfriedhof Halbe begraben.

Etwa 25.000 deutsche Soldaten und etwa 5.000 Zivilpersonen gelangten am 29. April 1945 bei Beelitz südlich von Potsdam zur 12. Armee unter General der Panzertruppe Walther Wenck, mit der sie sich über die Reste der zerstörten Elbbrücke in Tangermünde in westliche Gefangenschaft begaben. Etwa 120.000 deutsche Soldaten gerieten nach den Kämpfen in sowjetische Gefangenschaft.

Wencks 12. Armee bestand einerseits aus Hitlerjungen und Männern des Reichsarbeitsdienstes, andererseits aus fronterfahrenen Soldaten und schweren Waffen, welche aus den Ausbildungsstätten der Wehrmacht herangezogen wurden. Einer von ihnen war der spätere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, der in seinen Memoiren berichtet, dass die ersten Soldaten der sowjetischen 9. Armee, die ihm entgegenkamen, Stabsoffiziere mit umgehängten Maschinenpistolen waren.

Die deutschen Toten sind überwiegend auf dem Waldfriedhof Halbe bestattet.
Die ukrainisch-russischen Toten liegen auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof in Baruth/Mark.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. welt.de/geschichte: Im Kessel von Halbe starb Hitlers letzte Hoffnung, 24. April 2015, abgerufen 7. Oktober 2017
  2. Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung: Die Wahrheit über den Kessel von Halbe, abgerufen 7. Oktober 2017

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]